Janina Hartwig

deutsche Schauspielerin

Janina Hartwig (* 8. Juni 1961 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin. Einem breiten Fernsehpublikum wurde sie als Ordensschwester Hanna Jakobi in der Fernsehserie Um Himmels Willen bekannt.

Janina Hartwig, 2017

LebenBearbeiten

Frühe Jahre und TheaterBearbeiten

Janina Hartwig entdeckte ihre Leidenschaft für das Schauspiel bereits in Kindertagen, begann aber zunächst eine Ausbildung zur Wirtschaftskauffrau, um so die nötige Voraussetzung (Beruf oder Abitur) zur Aufnahme an der Staatlichen Hochschule für Schauspielkunst in Berlin-Schöneweide zu erhalten.[1] Während ihrer Lehre absolvierte sie eine Eignungsprüfung für die Hochschule, die sie bestand und so als 17-Jährige für das Studium zugelassen wurde, sodass sie ihre Ausbildung zugunsten einer angestrebten künstlerischen Laufbahn abbrach. 1978 begann sie ihr dreijähriges Schauspielstudium, nahm gleichzeitig Gesangs- und Tanzunterricht und konnte bereits 1981 ein erstes Engagement am Staatsschauspiel Dresden erlangen, wo sie für zehn Jahre Ensemblemitglied wurde. Danach stand sie unter anderem bei den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel mehrmals auf der Bühne. Von 2019 bis 2020 spielte sie für die Komödie im Bayerischen Hof in dem Bühnenstück Vier Sternstunden die Rolle der Mariella Brehm.

Film und FernsehenBearbeiten

1978 gab Hartwig unter der Regie von Celino Bleiweiß in dem Fernsehfilm Jugendweihe in der Rolle der Anke Tilgner ihr Filmdebüt.[2] 1980 übernahm sie an der Seite von Jan Spitzer unter der Regie von Wolfgang Hübner in dem DEFA-Märchenfilm Gevatter Tod die Hauptrolle der Bürgermeistertochter Barbara. Weitere Film- und Fernsehtätigkeiten in klassischen Streifen, wie auch in Filmbiografien der DEFA und des Fernsehens der DDR folgten. 1986 hatte sie in Walter Becks Der Bärenhäuter als jüngste Tochter des Goldschmieds erneut eine Hauptrolle in einem Märchenfilm und zugleich ihre erste Rolle auf der Kinoleinwand. Mehrfach gastierte sie im Polizeiruf 110 in den Folgen des Fernsehens der DDR.

Nach der politischen Wende konnte Hartwig ihre Schauspielkarriere nahtlos fortsetzen und wirkte insbesondere in Fernsehserien und -reihen mit. Zwischen 1995 und 1999 war sie in der BR-Fernsehserie Aus heiterem Himmel als Anwältin Julia Janowski zu sehen. Von 1998 bis Ende 2001 spielte sie in der Familienserie Bei aller Liebe in 52 Episoden an der Seite von Walter Plathe dessen Ehefrau, die Ärztin Sarah Borkmann. Von 2006 bis 2021 übernahm sie die Hauptrolle der Ordensschwester Johanna „Hanna“ Jakobi in der Fernsehserie Um Himmels Willen und trat damit die Nachfolge von Jutta Speidel an. 2010 bekam sie für ihre dortige schauspielerische Leistung zusammen mit ihrem Serienpartner Fritz Wepper die Goldene Henne in der Kategorie Schauspiel und den Bambi in der Kategorie „Publikumspreis“. 2016 hatte Hartwig eine Gastrolle im ZDF-Traumschiff in der Folge Cook Islands. Im Januar 2022 war sie als Filmmutter von Meriel Hinsching in dem Melodram Vier Luftballons und ein Todesfall in der ZDF-Herzkinoreihe Rosamunde Pilcher zu sehen.

PrivatesBearbeiten

Janina Hartwig war in der ersten Hälfte der 1990er Jahre mit dem Schauspieler Miroslav Nemec liiert.[3] Bis 2016 führte sie eine Beziehung mit dem Koch Reiner Fischer.[4] Sie hat zwei Kinder, die 1989 geborene Maskenbildnerin Amelie Hartwig[5] und einen Sohn (* 2004). Sie ist geschieden und lebt in München.

FilmografieBearbeiten

SpielfilmeBearbeiten

Fernsehserien und -reihenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7.
  • F.-B. Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
  • F.-B. Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2.

WeblinksBearbeiten

Commons: Janina Hartwig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Janina Hartwig im «Baby-Test», berliner-schauspielschule.de.
  2. Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
  3. Was die Ex-Partnerinnen in der Doku verraten. 24. Juni 2019, abgerufen am 5. April 2020.
  4. Janina Hartwig: Trennung vom Gourmetkoch-Freund. 2. Mai 2016, abgerufen am 5. Dezember 2020.
  5. Amelie Hartwig bei crew united