Maskenbildner

Beruf im Filmkunst- und Theaterbereich, dessen Aufgabenfeld über das des Visagisten hinausreicht

Maskenbildner (englisch Make-up-Artist) ist ein Beruf im Filmkunst- und Theaterbereich, dessen Aufgabenfeld über das des Visagisten hinausreicht. Die Tätigkeit eines Maskenbildners wird im Fachjargon auch als „Maske machen“ bezeichnet, sein Arbeitsbereich „die Maske“ genannt.

Arbeitsutensilien eines Maskenbildners am Theater
Maske am Theater Bielefeld
Maske für Filmaufnahmen
1986, Internationales Workshop Seminar für Maskenbildner (International Workshop Seminar for Make-up Artists) unter der Leitung des US-amerikanischen Maskenbildners Werner Keppler an der Technischen Universität in Berlin

Maskenbildner sind beim Film, Theater, Musical, an der Oper und überall dort beschäftigt, wo Menschen in der Öffentlichkeit ein spezielles Aussehen brauchen. Ihr Beruf ist dem des Visagisten ähnlich, aber nicht gleich: Visagisten sind insbesondere für das Schminken im Bereich Braut-, Abend-, Gala- und Laufsteg-Make-up zu finden. Dabei gibt es Ausnahmen und Überschneidungen.

Ein Maskenbildner ist üblicherweise für das Schminken und Frisieren von Darstellern bei Theater, Oper, Musical, Film und Fernsehen zuständig. Die Tätigkeiten umfassen nicht nur das Schönschminken, sondern auch das optische Verwandeln des Darstellers in andere Gestalten, z. B. eines jungen Menschen in einen alten Menschen, in ein Monster, in eine andere Person etc.

Dazu benutzen Maskenbildner spezielles Bühnen-Make-up und teilweise auch meist selbst angefertigte Gesichts- und Körperteile, sogenannte Prosthetiks. Sie arbeiten auch mit Modelliermasse, um beispielsweise Narben oder Wunden anzufertigen, sowie weiteren Hilfsmitteln, um Menschen äußerlich zu verändern (falsche Bärte, Perücken oder Glatzen). Maskenbildner sind auch für die Herstellung von Perücken, Haarteilen und Bärten zuständig sowie für deren Frisieren und Pflegen.

Ausbildung

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Deutschland

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Seit 2002 ist der Beruf des Maskenbildners in Deutschland staatlich anerkannt[1] und die Ausbildung ist auf drei Jahre nach dem dualen Ausbildungssystem festgeschrieben. Daneben gibt es schulische Ausbildungen an Berufsfachschulen,[2][3] welcher der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Maskenbildner[4] zu Grunde liegt.

Das Studium wird an staatlichen oder privaten Hochschulen angeboten. An der Hochschule für Bildende Künste Dresden wird für die Aufnahme des Studiums Maskenbild ein fünfmonatiges studienvorbereitendes Praktikum verlangt,[5][6] und der Studiengang schließt mit einem Diplom ab.[5] Die Hochschule für Musik und Theater München bietet seit 2006 in Kooperation[7] mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding den Bachelor-Studiengang Maskenbild - Theater und Film an,[8] der mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen wird.[7]

Berufsbezeichnung

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Die Berufsbezeichnung Maskenbildner ist in Deutschland nicht geschützt.[9] Die Bezeichnung Make-up-Artist ist die englische Berufsbezeichnung für Maskenbildner und dient der Orientierung auf europäischen und internationalen Arbeitsmärkten.[10]

Berufe in der Maskenbildnerei

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In der Klassifikation der Berufe 2010 (überarbeitete Fassung 2020) ist der Beruf des Maskenbildners der Untergruppe „Berufe in der Maskenbildnerei“ zugeordnet.[11]

Berufe in der Maskenbildnerei – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten[11]
82342 Maskenbildner/Maskenbildner
82342 Maskenbildner/Maskenbildner (Lehrgang)
82342 Filmcosmetologe/Filmcosmetologin
82342 Bühnencosmetologe/Bühnencosmetologin
82342 Maskenbildner-Assistent/Maskenbildner-Assistentin
82342 Solomaskenbildner/Solomaskenbildnerin
Berufe in der Maskenbildnerei – komplexe Spezialistentätigkeiten[11]
82343 Maskenbildner/Maskenbildnerin (Hochschule)
82343 Dipl.-Designer/Dipl.-Designerin (FH) – Maskenbild[12]

Literatur

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Julius Hellmich: Maskengestaltung. Theater, Film, Fernsehen. 1. Auflage. Fachbuchverlag Leipzig, Leipzig 1991, ISBN 978-3-343-00624-3.

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Commons: Maskenbildner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Maskenbildner – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Maskenbildner/zur Maskenbildnerin vom 8. Februar 2002 (BGBl. I S. 606). (PDF) In: gesetze-im-internet.de. Bundesminister der Justiz, 1. August 2002, abgerufen am 5. Mai 2022.
  2. Career Guide Film: Arbeit und Ausbildung für Kino, Streaming und TV. (PDF) PAIQ Produzentenallianz Initiative für Qualifikation, 3. März 2022, S. 95–97, abgerufen am 5. Mai 2022.
  3. Einzelne Theaterberufe: Maskenbildner/in. In: Deutscher Bühnenverein. 18. Januar 2022, archiviert vom Original; abgerufen am 5. Mai 2022.
  4. Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Maskenbildner/Maskenbildnerin. (PDF) In: Kultusministerkonferenz. 14. Dezember 2001, abgerufen am 5. Mai 2022.
  5. a b Maskenbild. In: Hochschule für Bildende Künste Dresden. Abgerufen am 30. April 2024: „Abschluss: Diplom Studienvoraussetzung: 5-monatiges studienvorbereitendes Praktikum und Nachweis bestandener Eignungsprüfung.“
  6. Theaterdesign. In: Hochschule für Bildende Künste Dresden. Abgerufen am 30. April 2024: „In den Studienrichtungen Theaterplastik, Kostümdesign und Maskenbild ist ein fünfmonatiges Vorpraktikum nachzuweisen. Das studienvorbereitende Praktikum ist im jeweiligen Berufsfeld in Theater-, Film-, TV- und anderen medialen Produktionen oder Produktionswerkstätten zu erbringen“
  7. a b Maskenbild - Theater und Film. In: Theaterakademie August Everding. Abgerufen am 30. April 2024: „Der Studiengang Maskenbild – Theater und Film ist im Kooperationsmodell der Theaterakademie August Everding ein Studiengang der Hochschule für Musik und Theater in München.“
  8. Art Book Verwandlungen. (PDF) Studiengang Maskenbild – Theater und Film (Masterstudiengang 2015). In: Theaterakademie August Everding. S. 8, abgerufen am 30. April 2024: „Nach Gründung der Bayerischen Theaterakademie 1993 [...] durch Prof. August Everding entstand im Jahre 1999 der Fachbereich Maskenbild. 2004 entwickelte die Hochschule für Musik und Theater München in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding den Bachelorstudiengang Maskenbild - Theater und Film, der 2007 als erster künstlerischer Studiengang in Bayern akkreditiert wurde.“
  9. Ausbildung gestalten – Maskenbildner/Maskenbildnerin. (PDF) In: bibb.de. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2009, S. 66, abgerufen am 22. Mai 2022: „Die Berufsbezeichnung „Maskenbildner“ ist nicht geschützt. Wer zum Maskenbildner nach der gesetzlichen Ausbildungsordnung ausgebildet wurde, kann sich jedoch als „staatlich geprüfter/anerkannter Maskenbildner“ bezeichnen.“
  10. Berufenet: Maskenbildner/in. In: Bundesagentur für Arbeit. Abgerufen am 30. April 2024: „Berufsbezeichnung in englischer Sprache Make-up artist (m/f)“
  11. a b c Klassifikation der Berufe 2010 — überarbeitete Fassung 2020, Band 1: Systematischer und alphabetischer Teil mit Erläuterungen. (PDF) In: statistik.arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, November 2021, S. 111, 196, 240, 248, 283, 342, 385, abgerufen am 5. Mai 2022.
  12. Tätigkeitsbeschreibung von Diplom-Designer/Diplom-Designerin (FH) Fachrichtung Maskenbild. (PDF) In: berufenet.arbeitsagentur.de. Berufsinformationen im Archiv der Bundesagentur für Arbeit, 23. Februar 2007, abgerufen am 31. Mai 2023.