Gevatter Tod (Film)

Film von Wolfgang Hübner (1980)

Gevatter Tod ist ein vom DEFA-Studio für Spielfilme produzierter Märchenfilm von Regisseur Wolfgang Hübner aus dem Jahr 1980. Vorlage für den Film war das Märchen Der Gevatter Tod aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

Film
OriginaltitelGevatter Tod
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 76 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wolfgang Hübner
Drehbuch Wolfgang Hübner,
Wera Küchenmeister,
Claus Küchenmeister
Produktion DEFA im Auftrag des
Fernsehens der DDR
Musik Karl-Ernst Sasse
Kamera Hans-Jürgen Sasse
Schnitt Karin Kusche
Besetzung

Der Film wurde erstmals am 28. Dezember 1980 im 1. Fernsehprogramm des Deutschen Fernsehfunks gezeigt.

HandlungBearbeiten

Görlitz im Jahr 1530: Der arme Bauer Hans Kläusle sucht für sein 13. Kind Jörg einen Gevatter. Nachdem er die Angebote von Gott und Teufel abgelehnt hat, wählt er den Tod als Paten für seinen Sohn aus. Der lässt sein Patenkind später an den Universitäten von Perugia und Casablanca Medizin studieren. Als Arzt wird er bald ein berühmter und reicher Stadtmedicus. Nach einer Abmachung mit seinem Gevatter darf er alle Patienten heilen, bei denen er den Tod an ihrem Kopf, nicht aber bei ihren Füßen stehen sieht, denn „Wenn es aus ist, ist es aus.“ In der Stadt bricht um 1530 die Pest aus. Jörg rettet das Leben des kleinen Krakauer Jungen Stanislaus, dessen Mutter und Vater zuvor gestorben sind. Der Bürgermeister der Stadt erkrankt kurz darauf schwer und soll nach dem Willen des Todes ebenfalls sterben. Jörg überlistet den Tod, in dem er den Bürgermeister mit den Füßen an das Kopfende des Krankenbettes legt. Der Tod sieht darüber hinweg, warnt ihn aber, das kein zweites Mal zu versuchen. Bei einem anschließenden Fest wird Jörg feierlich in die Bürgerschaft aufgenommen und lernt Barbara, die Tochter des Bürgermeisters kennen, in die er sich verliebt. Kurz darauf erkrankt jedoch auch diese. Der Bürgermeister verspricht Jörg, ihn als Erben einzusetzen, wenn er Barbaras Leben retten kann. Daher überlistet Jörg den Tod abermals. Der Tod nimmt ihn daraufhin mit in eine Höhle mit Lebenslichtern, unter anderem seins und das Barbaras. Letzteres ist fast abgebrannt und kurz vor dem Erlöschen. Der Tod erinnert Jörg an ihre Abmachung und versucht ihm klarzumachen, dass das Leben nun einmal zu Ende sei, wenn es zu Ende sein soll und dass an den Gesetzen der Natur weder Jugend noch die Medizin etwas ändern können. Da sich Jörg aber weiterhin weigert, dies einzusehen, fragt der Tod ihn schließlich „Sag, wie kräftig willst du des Mädchens Leben noch sehen?“ Jörg macht eine folgenschwere Entscheidung: Er greift in das Kerzenmeer und zieht eine beliebige große Kerze heraus. Der Tod nimmt die Kerze und drückt das Licht Barbaras darauf mit den Worten „Um deinet Willen“. Nachdem der Arzt wieder in die Stadt zurückgekehrt ist, sieht er, dass die Lebenskerze seinem kleinen Adoptivsohn Stanislaus gehörte, der nun tot auf dem Boden seines Hauses liegt. Erschüttert darüber, was er getan hat, verlässt Jörg nach einer letzten Begegnung mit seinem Gevatter die Stadt fluchtartig. In der letzten Szene trifft Barbara, die nun am liebsten nicht mehr leben will, den Tod, der zu ihr sagt: „Gebrauch' Dein Leben, Mädchen, Du lebst noch viele Jahre wohl.“

DrehortBearbeiten

Als mittelalterliche Filmkulisse dienten unter anderem die historische Altstadt von Görlitz, wo auch die Handlung spielt. In einer frühen Szene wird von dem Tuchmacheraufstand von 1527 gesprochen, an anderer Stelle von dem damaligen Status als Reichsstadt.

KritikenBearbeiten

„Parabel über die Macht (und Notwendigkeit) des Todes; kraftvoll gespielt und souverän inszeniert, wobei die Gestalt des Todes gegen das Klischee mit dem lebensprallen, komischen Darsteller Dieter Franke besetzt wurde.“

Das Zweitausendeins Filmlexikon.

WeblinksBearbeiten