Lisa Wagner

deutsche Schauspielerin

Lisa Wagner (* 22. April 1979 in Kaiserslautern) ist eine deutsche Schauspielerin und Hörbuch- sowie Hörspielsprecherin, deren Karriere 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel begann. Seit 2006 steht sie für Film und Fernsehen vor der Kamera. Einem breiten Publikum wurde sie in der Rolle der ehrgeizigen Pflichtverteidigerin Regina Zimmer in der mehrfach preisgekrönten Tatort-Folge Nie wieder frei sein und als eigensinnige Kommissarin Winnie Heller in der ZDF-Krimireihe Kommissarin Heller bekannt.

Lisa Wagner, 2017

PrivatlebenBearbeiten

Lisa Wagner wurde im April 1979 als Tochter eines Akademiker-Ehepaars in Kaiserslautern geboren[1][2] und wuchs wohlbehütet in einem pfälzischen Dorf auf.[3] Sie hat einen älteren und einen jüngeren Bruder.[1] Bereits im Alter von vier Jahren stand sie bei einem Sommerfest ihres Vaters auf der Bühne.[2] In ihrer Kindheit und Jugend war sie Balletttänzerin.[1] Ab ihrem 14. Lebensjahr bis zum Abschluss des Abiturs sammelte sie als Statistin am Pfalztheater in Kaiserslautern erste schauspielerische Erfahrungen.[2] Sie lebt gegenwärtig in München.[4]

KarriereBearbeiten

Ausbildung und TheaterBearbeiten

Wagner studierte von 1999 bis 2003 an der Bayerischen Theaterakademie August Everding.[1] In dieser Zeit spielte sie bei den Münchner Kammerspielen.[2] Ab der Spielzeit 2001/2002 erhielt sie noch während ihrer Ausbildung unter Intendant Dieter Dorn ein festes Engagement am Bayerischen Staatsschauspiel, das im Jahr 2011 endete.[1] Unter Dorns Regie war sie u. a. als Antoinette Plucheux in Floh im Ohr nach dem Lustspiel von Georges Feydeau, in der Rolle der Kunigunde von Thurneck in Heinrich von Kleists Das Käthchen von Heilbronn und als Lavinia in Androklus und der Löwe nach der Vorlage von George Bernard Shaw zu sehen.[1] Hierneben spielte sie in Jens-Daniel Herzogs Bühneninszenierung Turandot nach der Nachdichtung von Friedrich Schiller in der Titelrolle und war unter Thomas Langhoff die stumme Tochter Kattrin in Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder.[1]

2002 wurde sie als Mitglied des Chors der kriegsgefangenen Frauen mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet. 2003 erhielt sie den Förderpreis des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels und den Bayerischen Kunstförderpreis.

Film und FernsehenBearbeiten

Ihr Filmdebüt hatte sie 2006 als Mitglied des Hauptensembles in Ralf Westhoffs Kino-Episodenfilm Shoppen, wo sie die Rolle der Irina, eine junge Frau, die in München an einem Speed-Dating teilnimmt, bei dem neun Frauen und neun Männer aufeinander treffen, verkörperte.[5] Diesem Film schlossen sich verschiedene kleinere Rollen in Fernsehfilmen an, unter anderem neben Wotan Wilke Möhring und Tim Bergmann in dem Fernsehdrama Ein riskantes Spiel und 2010 in Michael Gutmanns Beziehungsdrama Die letzten 30 Jahre.[5] In der Münchner Tatort-Folge Nie wieder frei sein war sie im Dezember 2010 in der Episodenhauptrolle der ehrgeizigen Pflichtverteidigerin Regina Zimmer zu sehen.[5] Für ihre dortige schauspielerische Leistung wurde sie mit dem Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis und einem Sonderpreis beim Deutschen Fernsehkrimifestival 2011 ausgezeichnet.[5] 2012 spielte sie in der Polizeiruf 110-Folge Die Gurkenkönigin die Tochter der von Susanne Lothar verkörperten Gurkenfabrikantin Luise König.[6] In Matthias Tiefenbachers Gestern waren wir Fremde war sie im selben Jahr als zielstrebige, junge Bauingenieurin Sophie Ferber, deren Leben durch ein dunkles Familiengeheimnis eine dramatische Wendung nimmt, in der Hauptrolle zu sehen.[7]

2013 bekam Wagner mit der ZDF-Krimireihe Kommissarin Heller eine eigene Fernsehserie; in ihr verkörperte sie die Titelfigur der eigensinnigen Kommissarin Winnie Heller.[8] Für die Pilotfolge Tod am Weiher erhielt sie den Hessischen Fernsehpreis als „Beste Schauspielerin“. Am 7. Dezember 2020 wurde bekannt, dass die Krimireihe nach der zehnten Episode Panik, die am 16. Januar 2021 ausgestrahlt wurde, endet. Die Beendigung war der Wunsch der Hauptdarstellerin.[9][10] Von 2014[11] bis Oktober 2016[12] gehörte sie als Christine Lerch, Leiterin der Operativen Fallanalyse, zum Team des Münchner Tatorts.

Unter der Regie von Christine Hartmann übernahm sie 2014 in dem Fernsehfilm Elly Beinhorn – Alleinflug die Rolle der deutschen Fliegerin Marga von Etzdorf. In Friedemann Fromms Fernsehdrama Momentversagen war sie im selben Jahr als schwangere Ehefrau des von Felix Klare dargestellten untreuen Staatsanwalts Manuel Bacher zu sehen. In der Filmkomödie Vorstadtrocker, dem Debütfilm von Martina Plura, übernahm sie 2015 an der Seite von Fabian Busch die Rolle der Familienmutter Alex. Von September 2015 bis Mai 2018 gehörte sie zum festen Schauspielerensemble der Fernsehserie Weissensee. Sie war ab Folge 13 in der Rolle der Journalistin Katja Wiese zu sehen.[13] 2016 spielte sie in dem Dokudrama Letzte Ausfahrt Gera – Acht Stunden mit Beate Zschäpe die Rechtsextremistin Beate Zschäpe[2] und in dem ebenfalls dokumentarischen Film Erich Kästner – Das andere Ich die Lebensgefährtin Erich Kästners Luiselotte Enderle.[14] In Wolfgang Murnbergers österreichisch-deutscher Tragikomödie Nichts zu verlieren übernahm sie die Rolle der Trauerbegleiterin Irma Anders.[15] Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Wagner und Murnberger erfolgte 2020 mit der Filmkomödie Schönes Schlamassel, in der sie mit Verena Altenberger als deren beste Freundin Laura Lorenz vor der Kamera stand.[16] In dem am Ende des Zweiten Weltkrieges spielenden Filmdrama Das Glaszimmer war sie ebenfalls 2020 in der Rolle der Mutter des Hauptprotagonisten Felix zu sehen.[17]

FilmografieBearbeiten

KurzfilmeBearbeiten

  • 2006: Li
  • 2010: Nebeneinander
  • 2015: A Photo of Us
  • 2017: Krampus

KinofilmeBearbeiten

FernsehenBearbeiten

FernsehfilmeBearbeiten

Fernsehserien und -reihenBearbeiten

Sprechrollen (Hörspiel/Hörbuch)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Lisa Wagner – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g Lisa Wagner, in: Internationales Biographisches Archiv 22/2016 vom 31. Mai 2016, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 31. Mai 2016 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. a b c d e Kester Schlenz: Die Frau, die Beate Zschäpe war. In: Stern.de. 27. Januar 2016, abgerufen am 27. Januar 2016.
  3. Joachim Schmitz: Wochenend-Interview: Lisa Wagner: Nur nicht kneifen | svz.de. In: Schweriner Volkszeitung. 18. September 2016, abgerufen am 18. September 2016.
  4. Lisa Wagner. In: filmmakers.de. Abgerufen am 16. Januar 2016.
  5. a b c d Lisa Wagner. In: prisma. Abgerufen am 26. Januar 2020.
  6. Tilmann P. Gangloff: Vertretung: Schrecklich nette Familie. In: Der Tagesspiegel. 15. April 2012, abgerufen am 15. April 2012.
  7. Lisa Wagner: 'Ich mag klare Ansagen'. In: Abendzeitung. 21. August 2013, abgerufen am 21. August 2013.
  8. Kommissarin Heller. In: ZDF. 19. Dezember 2014, abgerufen am 12. Mai 2018.
  9. Glenn Riedmeier: „Komissarin Heller“: ZDF-Krimireihe endet überraschend. In: wunschliste.de. Imfernsehen, 7. Dezember 2020, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  10. ZDF-Kommissarin schmeißt hin und teilt gegen Fernsehbranche aus: „Könnte länger und sorgfältiger gearbeitet werden“. In: tz.de. 19. Januar 2021, abgerufen am 19. Januar 2021.
  11. Der Münchner „Tatort“ mit neuen Gesichtern. In: Das Erste, abgerufen am 15. April 2014.
  12. Stefanie Thyssen: Personalwechsel beim Münchner „Tatort“. In: Merkur. 12. Oktober 2016, abgerufen am 19. April 2019.
  13. Lisa Wagner als Katja Wiese - Weissensee - ARD | Das Erste. 29. September 2018, abgerufen am 29. September 2018.
  14. Norddeutscher Rundfunk: Erich Kästner – Das andere Ich. 28. November 2020, abgerufen am 28. November 2020.
  15. Frank Jürgens: TV-Programm am Mittwoch: Trauer mal anders: Gute Tragikomödie: "Nichts zu verlieren" in der ARD. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 29. August 2018, abgerufen am 29. August 2018.
  16. Bayerischer Rundfunk: Schönes Schlamassel: Fragen an Verena Altenberger und Lisa Wagner. 20. Juli 2020 (br.de [abgerufen am 20. Juli 2020]).
  17. Svenja Runciman: "Das Glaszimmer" mit Lisa Wagner. In: goldenekamera.de. 3. Juni 2019, abgerufen am 3. Juni 2019.