Sender Gaisberg

Bauwerk in Österreich
Sender Gaisberg
SALZBURG 1
Bild des Objektes
Basisdaten
Ort: Gaisberg bei Salzburg
Bundesland: Salzburg
Staat: Österreich
Höhenlage: 1287 m ü. A.
Koordinaten: 47° 48′ 18,8″ N, 13° 6′ 43,3″ O
Verwendung: Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Österreichische Rundfunksender GmbH
Turmdaten
Bauzeit: 1956
Betriebszeit: seit 1956
Letzter Umbau (Turm): 1981
Gesamthöhe: 100 m
Daten zur Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetyp: DVB-T, DAB+
Positionskarte
Sender Gaisberg (Land Salzburg)
Sender Gaisberg
Sender Gaisberg
Lokalisierung von Land Salzburg in Österreich

Der Sender Gaisberg ist ein Grundnetzsender der ORS GmbH für Hörfunk und TV, der auf dem 1287 m hohen Gaisberg bei Salzburg steht.

Der interne Name lautet: SALZBURG 1.

GeschichteBearbeiten

Der Sender Gaisberg verwendet als Antennenträger und Sendeturm einen 100 Meter hohen Stahlturm, der am 22. August 1956 in Betrieb ging und eine seit 1953 verwendete provisorische Sendeantenne ersetzte. 1981 wurde der Sendeturm um eine UHF-Fernsehantenne sowie Richtfunkantennen ergänzt, wodurch seine Höhe von 73 auf 100 Meter anstieg.

Empfangsgebiet des Senders GaisbergBearbeiten

Der Sender Gaisberg besitzt aufgrund der exponierten Nordlage das größte Sendergebiet von Österreich. Man kann die Signale des Gaisbergs im Osten fast bis St. Pölten, teilweise mit RDS, empfangen. Auch die südwestliche Tschechische Republik wird erreicht. Richtung Süden ist er bis ins Tennengebirge zu empfangen. Dadurch, dass der Gaisberg relativ nah an der österreichisch-bayerischen Grenze liegt, bis in den Großraum München, sowie bis in den Oberpfälzer Jura oder an die südlichen Ausläufer des Altmühltals. Die Lage auf 1287 m Seehöhe ermöglicht auch den reibungslosen Empfang bis in das niederbayerische Donautal, den Bayerischen Wald und die südliche Oberpfalz. Dies betrifft jedoch alles nur die (40) bzw. 100 kW-Frequenzen.

FilmografieBearbeiten

Im Jahr 1957 war der Sender auch Thema in einem Film: Im Heimatfilm Die Prinzessin von St. Wolfgang (Regie: Harald Reinl) wird die Errichtung des Senders gefeiert. Die beiden Hauptrollen hatten Marianne Hold und Gerhard Riedmann inne.

BlitzmesstationBearbeiten

Auf dem Senderturm befindet sich eine Blitzmesstation welche im Rahmen von ALDIS (Austrian Lightning Detection & Information System) gemeinsam mit der Technischen Universität Wien betrieben wird und der Blitzforschung dient. Die Messstation dient nicht der Blitzortung, sondern es werden seit 1998 direkte Blitzeinschläge in den Turm erfasst und bestimmte Parameter wie der zeitliche Blitzstromverlauf mit einem hochstromfesten Shunt gemessen und systematisch aufgezeichnet.[1] Da die Station nur eine von wenigen weltweit ist, wird sie auch zur Grundlagenforschung verwendet, auf die beispielsweise die Windradhersteller vermehrt zugreifen.[2]

Frequenzen und ProgrammeBearbeiten

Analoger Hörfunk (UKW)Bearbeiten

Programmname[3] Frequenz ERP Himmelsrichtung Polarisierung RDS PS
Ö1 90,9 MHz 100 kW Rundstrahlung horizontal __OE_1__
Energy Salzburg 1) 94,0 MHz 0,267 kW West gemischt _ENERGY_/__94,0__
Radio Salzburg 94,8 MHz 100 kW Rundstrahlung horizontal Radio_S_
Ö3 99,0 MHz 100 kW Rundstrahlung horizontal HITRADIO / __OE_3__
Radio Oberösterreich 101,2 MHz 7 kW Nordost horizontal *RADIO*_ / **OOE**_
Radio Austria 3) 101,8 MHz 10 kW Rundstrahlung horizontal _ / AUSTRIA_
FM4 104,6 MHz 100 kW Rundstrahlung horizontal __FM4___
Welle 1 106,2 MHz 2 kW 2) Nordost, Süd gemischt WELLE_1_
1) ENERGY Salzburg sendet seit dem 15. Juli 2009 auf der alten Frequenz von Kronehit.
2) nach dem Genfer Wellenplan ist die Frequenz 106,2 MHz mit 10 kW in Richtung Nordost koordiniert. Gesendet wird vom Nebengebäude der PTA-Plattform und nicht vom Hauptmast.
3) Radio Austria sendet seit dem 26. Oktober 2019 auf der alten Frequenz von Antenne Salzburg.

Digitaler Hörfunk (DAB+)Bearbeiten

Seit 11. Dezember 2019 sendet der Österreichische Bundesmux im Kanal 5B. DAB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.

Block Programme ERP
(in kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND),
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5B

DAB+ Austria

DAB-Block des österreichischen Bundesmux: 5,6[4] D
(270–110°)

Digitales Fernsehen (DVB-T2)Bearbeiten

Im Zuge der Umstellungen auf den neuen Standard DVB-T2 wurde MUX B am 19. April 2016 und MUX A am 20. April 2017 umgestellt[5][6]. Der Empfang von allen Multiplexen ist nur mit entsprechender simpliTV-Hardware wegen der Grundverschlüsselung möglich. ORF 1, ORF 2 Wien und ATV2, sowie alle Radiosender werden im (H.264)-Codec MPEG-4 AVC unverschlüsselt verbreitet.

Multiplex Kanal Programme im Bouquet ERP Polarisation Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
MUX A K32 (562 MHz) Fernsehen:

Radio:

HbbTV:

40 kW[4] horizontal ND (rund)
MUX B K29 (538 MHz) Fernsehen:

HbbTV:

40 kW[4] horizontal ND (rund)
MUX D K47 (682 MHz) Fernsehen: 32 kW[4] horizontal ND (rund)
MUX E K38 (610 MHz) Fernsehen: 40 kW[4] horizontal ND (rund)
MUX F K42 (642 MHz) Fernsehen:

Radio:

HbbTV:

25 kW[4] horizontal ND (rund)

Die Reichweite der MUXe entspricht ungefähr der technischen Reichweite des früheren, analogen ORF 2-Signals in Deutschland. Somit werden sowohl die grenznahen bayerischen Gebiete als auch der Großraum München mit entsprechender Dachantenne terrestrisch mit den ORF-Programmen versorgt. Bereits 1998 wurde auf Betreiben deutscher Privatsender die Sendeleistung des Kanals ORF eins in westlicher Richtung reduziert, da dieser mit ihnen bei TV-Filmpremieren in direkte Konkurrenz trat und zudem keine Werbeunterbrechungen hatte.[7]

Der Mux C verbreitete bis 31. Jänner 2012 das danach eingestellte Programm von Salzburg Plus. Lizenzinhaber war die „Mediahaus OG“. Ein Antrag auf den Betrieb von RTS– Regionalfernsehen Salzburg wurde im Februar 2010 zurückgewiesen.

Ehemalige FrequenzenBearbeiten

Analoges Fernsehen (PAL)Bearbeiten

Bis zur Umstellung auf DVB-T am 4. Juni 2007 wurden folgende Programme in analogem PAL gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
8 196,25 ORF 1 100 D H
29 535,25 ATV 800 D H
32 559,25 ORF 2 (Salzburg) 800 D H
36 591,25 ORF 2 (Oberösterreich)1) 300 D H
1) Der Sender Gaisberg strahlte nur die "Bundesland Heute"-Version von ORF 2 Oberösterreich in der Zeit von 19:00 – 19:25 Uhr aus. In der übrigen Zeit wurde auf Kanal 36 das Programm Salzburg TV (heute Servus TV) vom in der Nähe liegenden Sender Untersberg mit 5 kW Sendeleistung ausgestrahlt.

Digitales Fernsehen (DVB-T)Bearbeiten

Bis zur Umstellung auf DVB-T2 wurden folgende Programme per DVB-T verbreitet:[8]

Multiplex Kanal Programme im Bouquet ERP Polarisation Antennendiagramm
MUX A K32 (562 MHz) ORF eins, ORF 2 Salzburg, ORF 2 Oberösterreich, ATV 80 kW H ND (rund)
MUX B K29 (538 MHz) Puls 4, ORF III, ORF SPORT +, 3sat, ServusTV 80 kW H ND (rund)

Am 19. April 2016 wurde MUX B sowie ATV auf MUX A zugunsten von DVB-T2 abgeschaltet. Am 20. April 2017 wurde DVB-T endgültig abgeschaltet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Blitzforschungsprojekt Gaisberg
  2. Sender Gaisberg - Eldorado für Blitzforscher auf ORF vom 24. Juli 2o018 abgerufen am 24. Juli 2018
  3. Sender-Tabelle Salzburg (UKW)
  4. a b c d e f RTR - Open Data – Frequenzbuch Radio und Fernsehen. Abgerufen am 19. Juni 2020.
  5. Antennenfernsehen: Alle ORF-Programme in HD. In: salzburg.orf.at. 19. April 2016, abgerufen am 23. November 2017.
  6. Antennenfernsehen: HD-Umstellung am 20.4. In: Landesstudio Salzburg. Abgerufen am 6. November 2018.
  7. http://www.digitalfernsehen.de/ORF-reduziert-am-Montag-Ausstrahlung-in-Richtung-Deutschland.news_170265.0.html
  8. Terrestrik-Frequenzen in Österreich - ORS