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Schacholympiade

Mannschaftswettkampf im Schach

ÜbersichtBearbeiten

Die Schacholympiade wurde von der Weltschachorganisation FIDE 1926 als Tournament of Nations (dt. Nationenturnier) ins Leben gerufen und ein Jahr später zum ersten Mal in London ausgetragen. War der Austragungsrhythmus zuerst noch unregelmäßig, findet das Turnier seit 1950 alle zwei Jahre statt. Seit 1957 gibt es zusätzlich zu dem offenen Turnier (zugelassen für Männer und Frauen, de facto fast ein reines Männerturnier) auch eine Schacholympiade für Frauen. Die Siegermannschaft der Olympiade im Frauenschach erhält seit 1957 den sogenannten Vera-Menchik-Cup als Trophäe (benannt nach der ersten Schachweltmeisterin Vera Menchik), im offenen Turnier wird seit 1927 der von Frederick Hamilton-Russell gestiftete Hamilton-Russell-Cup als Wanderpokal vergeben.[1][2] Seit 1976 findet die Frauen-Schacholympiade gemeinsam mit dem offenen Turnier statt. Außerdem werden seit 1979 sogenannte Kinder-Schacholympiaden (U16-Schacholympiaden) ausgetragen.[3]

Es spielen Nationalmannschaften an vier Brettern. Anfangs wurde in Vor- und Finalrunden gespielt, seit 1976 nach Schweizer System, bei dem möglichst punktgleiche Mannschaften gegeneinander spielen. Ab 1952 wurde der Wettbewerb von der UdSSR beziehungsweise Russland dominiert, die insgesamt 24 Siege erreichten. Diese Zahl setzt sich aus zwei Siegesserien von je zwölf Siegen (1952–1974 und 1980–2002) zusammen, die 1976 mit dem Nichtantreten der UdSSR und 2004 mit dem Sieg der Ukraine bei der Schacholympiade in Calvià endeten.

Die größten Erfolge einer Mannschaft aus den deutschsprachigen Staaten waren bisher der deutsche Olympiasieg in Buenos Aires 1939 sowie die Silbermedaille 2000 in Istanbul. Die Olympiade fand bislang sechs Mal in Deutschland statt, zuletzt 2008 in Dresden (die Veranstaltung in München 1936 wird nicht als offizielle Olympiade gezählt, da Deutschland damals kein Mitglied der FIDE war), und zwei Mal in der Schweiz.

Bestrebungen der FIDE, Schach in die Olympischen Spiele zu integrieren, sind gescheitert.

RekordeBearbeiten

Erfolgreichstes Land ist die Sowjetunion (ab 1992 Russland) mit 24 Titeln in zwei zwölfmaligen Siegesserien in den Jahren 1952 bis 1974 und 1980 bis 2002. Der Spieler mit den meisten Teilnahmen an Schacholympiaden ist der philippinische Großmeister Eugenio Torre, der 23-mal teilnahm (zuletzt 2016 in Baku) und dabei in 270 Wettkämpfen zum Einsatz kam.[4]

Insgesamt 18 Spieler gewannen alle ihre Partien bei Schacholympiaden, von diesen wurde der Tunesier Elies Imed mit vier Partien am häufigsten eingesetzt. Berücksichtigt man nur Spieler, die an mindestens drei Schacholympiaden teilgenommen haben, war Michail Tal mit 82 Punkten aus 101 Partien erfolgreichster Einzelspieler nach Gewinnprozenten. Die meisten Medaillen erreichten Svetozar Gligorić in der Mannschaftswertung (1 Gold, 6 Silber, 5 Bronze) und Garri Kasparow in der Einzelwertung (7 Gold, 2 Silber, 2 Bronze).[5]

Die längste Partie war ein Remis nach 190 Zügen zwischen Yasser Seirawan und Xu Jun in Thessaloniki 1988.

Die kürzeste Gewinnpartie dauerte nur vier Züge: 1. e2–e4 c7–c5 2. d2–d4 c5xd4 3. Sg1–f3 e7–e5 4. Sf3xe5 Dd8–a5+. Weiß gab auf (Combe – Hasenfuss, Folkestone 1933).

Wertungen zur Bestimmung der PlatzierungBearbeiten

Während bis zur Schacholympiade 2006 in Turin die Summe der Brettpunkte (1 Punkt für jede gewonnene Partie, ein halber für ein Remis, 0 für eine Niederlage) für die Platzierung der Mannschaften ausschlaggebend war, entschied ab der Olympiade 2008 in Dresden zunächst die Zahl der Matchpunkte (2 Punkte für den Sieg gegen ein Team, 1 für ein Unentschieden, 0 für eine Niederlage). Bei dem dann häufig auftretenden Matchpunkt-Gleichstand entscheidet als Wertung 2 die sog. Olympiade-Sonneborn-Berger-Wertung[6] (Olympiad Pairing Rules[7], Abschnitt G. Tie Breaking). Hier werden die in jedem Match erzielten Brettpunkte mit den Matchpunkten, die der jeweilige Gegner während des gesamten Turniers erzielt, multipliziert und dann addiert; der Gegner mit den wenigsten Matchpunkten geht jedoch nicht in diese Wertung 2 ein. Nach deren Anwendung ist die Platzierung fast immer entschieden. Sollte dennoch Gleichstand vorliegen, entscheidet die Summe der Matchpunkte aller Gegner bis auf den mit den wenigsten Matchpunkten. Diese Wertung 3 kann man entsprechend Olympiade-Buchholz-Wertung nennen. Erst wenn es danach immer noch unentschieden stehen sollte, entscheidet die Wertung, die bis 2006 an erster Stelle stand, nämlich, wer die meisten Brettpunkte erzielt hat (Wertung 4).

Endstände Offenes TurnierBearbeiten

Platz 1–6Bearbeiten

Jahr Stadt Platz 1 Pkt. Platz 2 Pkt. Platz 3 Pkt. Platz 4 Pkt. Platz 5 Pkt. Platz 6 Pkt.
(1924) Frankreich  Paris ČSR 31.0 Ungarn 30.0 Schweiz 29.0 Argentinien 27.5 Lettland 27.5 Italien 26.5
(1926) Ungarn 1918  Budapest Ungarn 9.0 Jugoslawien 8.0 Rumänien 5.0 Deutschland 2.0 - - - -
1927 Vereinigtes Konigreich  London Ungarn 40.0 Dänemark 38.5 England 36.5 Niederlande 35.0 ČSR 34.5 Österreich 34.0
1928 Niederlande  Den Haag Ungarn 44.0 USA 39.5 Polen 37.0 Österreich 36.5 ČSR 34.0 Schweiz 34.0
1930 Deutschland  Hamburg Polen 48.5 Ungarn 47.0 Deutschland 44.5 Österreich 43.5 ČSR 42.5 USA 41.5
1931 Tschechoslowakei  Prag USA 48.0 Polen 47.0 ČSR 46.5 Jugoslawien 46.0 Deutschland 45.5 Lettland 45.5
1933 Vereinigtes Konigreich  Folkestone USA 39.0 ČSR 37.5 Schweden 34.0 Polen 34.0 Ungarn 34.0 Österreich 33.5
1935 Polen 1928  Warschau USA 54.0 Schweden 52.5 Polen 52.0 Ungarn 51.0 ČSR 49.0 Jugoslawien 45.0
(1936) Deutsches Reich NS  München Ungarn 110.5 Polen 108.0 Deutschland 106.5 Jugoslawien 104.5 ČSR 104.0 Lettland 96.5
1937 Schweden  Stockholm USA 54.5 Ungarn 48.5 Polen 47.0 Argentinien 47.0 ČSR 45.0 Niederlande 44.0
1939 Argentinien  Buenos Aires Deutschland 36.0 Polen 35.5 Estland 33.5 Schweden 33.0 Argentinien 32.5 Böhmen und Mähren 32.0
1950 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Dubrovnik Jugoslawien 45.5 Argentinien 43.5 BRD 40.5 USA 40.0 Niederlande 37.0 Belgien 32.0
1952 Finnland  Helsinki UdSSR 21.0 Argentinien 19.5 Jugoslawien 19.0 ČSR 18.0 USA 17.0 Ungarn 16.0
1954 Niederlande  Amsterdam UdSSR 34.0 Argentinien 27.0 Jugoslawien 26.5 ČSR 24.5 BRD 23.5 Ungarn 23.5
1956 Sowjetunion 1955  Moskau UdSSR 31.0 Jugoslawien 26.5 Ungarn 26.5 Argentinien 23.0 BRD 22.0 Bulgarien 22.0
1958 Deutschland  München UdSSR 34.5 Jugoslawien 29.0 Argentinien 25.5 USA 24.0 ČSR 22.0 DDR 22.0
1960 Deutschland Demokratische Republik 1949  Leipzig UdSSR 34.0 USA 29.0 Jugoslawien 27.0 Ungarn 22.5 ČSSR 21.5 Bulgarien 21.0
1962 Bulgarien 1948  Warna UdSSR 31.5 Jugoslawien 28.0 Argentinien 26.0 USA 25.0 Ungarn 23.0 Bulgarien 21.5
1964 Israel  Tel Aviv UdSSR 36.5 Jugoslawien 32.0 BRD 30.5 Ungarn 30.0 ČSSR 28.5 USA 27.5
1966 Kuba  Havanna UdSSR 39.5 USA 34.5 Ungarn 33.5 Jugoslawien 33.5 Argentinien 30.0 ČSSR 29.5
1968 Schweiz  Lugano UdSSR 39.5 Jugoslawien 31.0 Bulgarien 30.0 USA 29.5 BRD 29.0 Ungarn 27.5
1970 Deutschland  Siegen UdSSR 27.5 Ungarn 26.5 Jugoslawien 26.0 USA 24.5 ČSSR 23.5 BRD 22.0
1972 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Skopje UdSSR 42.0 Ungarn 40.5 Jugoslawien 38.0 ČSSR 35.0 BRD 35.0 Bulgarien 32.0
1974 Frankreich  Nizza UdSSR 46.0 Jugoslawien 37.5 USA 36.5 Bulgarien 36.5 Niederlande 35.5 Ungarn 35.0
1976 Israel  Haifa USA 37.0 Niederlande 36.5 England 35.5 Argentinien 33.0 BRD 31.0 Israel 29.5
(1976) Libyen 1972  Tripolis El Salvador 38.5 Tunesien 36 Pakistan 34.5 Irak 33.5 Italien 32.5 Türkei 32.5
1978 Argentinien  Buenos Aires Ungarn 37.0 UdSSR 36.0 USA 35.0 BRD 33.0 Israel 32.5 Rumänien 32.5
1980 Malta  Valletta UdSSR 39.0 Ungarn 39.0 Jugoslawien 35.0 USA 34.0 ČSSR 33.0 England 32.5
1982 Schweiz  Luzern UdSSR 42.5 ČSSR 36.0 USA 35.5 Jugoslawien 35.0 Ungarn 33.5 Bulgarien 33.5
1984 Griechenland  Thessaloniki UdSSR 41.0 England 37.0 USA 35.0 Ungarn 34.5 Rumänien 33.0 BRD 32.5
1986 Vereinigte Arabische Emirate  Dubai UdSSR 40.0 England 39.5 USA 38.5 Ungarn 34.5 Island 34.0 Bulgarien 34.0
1988 Griechenland  Thessaloniki UdSSR 40.5 England 34.5 Niederlande 34.5 USA 34.0 Ungarn 34.0 Jugoslawien 33.5
1990 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Novi Sad UdSSR 39.0 USA 35.5 England 35.5 ČSFR 34.5 Jugoslawien 33.0 VR China 33.0
1992 Philippinen  Manila Russland 39.0 Usbekistan 35.0 Armenien 34.5 USA 34.0 Lettland 33.5 Island 33.5
1994 Russland 1991  Moskau Russland 37.5 Bosnien-H. 35.0 Russland II 34.5 England 34.5 Bulgarien 34.0 Niederlande 34.0
1996 Armenien  Jerewan Russland 38.5 Ukraine 35.0 USA 34.0 England 34.0 Armenien 33.5 Spanien 33.5
1998 Russland  Elista Russland 35.5 USA 34.5 Ukraine 32.5 Israel 32.5 VR China 31.5 Deutschland 31.5
2000 Turkei  Istanbul Russland 38.0 Deutschland 37.0 Ukraine 35.5 Ungarn 35.5 Israel 34.5 Georgien 34.0
2002 Slowenien  Bled Russland 38.5 Ungarn 37.5 Armenien 35.0 Georgien 34.0 VR China 33.5 Niederlande 33.5
2004 Spanien  Calvià Ukraine 39.5 Russland 36.5 Armenien 36.5 USA 35.0 Israel 34.5 Indien 34.0
2006 Italien  Turin Armenien 36.0 VR China 34.0 USA 33.0 Israel 33.0 Ungarn 32.5 Russland 32.0
2008 Deutschland  Dresden Armenien 19 / 400,5 Israel 18 / 377,5 USA 17 / 362,0 Ukraine 17 / 348,5 Russland 16 / 375,0 Aserbai­dschan 16 / 359,5
2010 Russland  Chanty-Mansijsk Ukraine 19 / 380,5 Russland 18 / 379,5 Israel 17 / 367,5 Ungarn 17 / 355,5 VR China 16 / 362,0 Russland II 16 / 355,0
2012 Turkei  Istanbul Armenien 19 / 397,0 Russland 19 / 388,5 Ukraine 18 / 363,0 VR China 17 / 390,5 USA 17 / 361,0 Niederlande 16 / 329,0
2014 Norwegen  Tromsø VR China 19 / 422,5 Ungarn 17 / 372,0 Indien 17 / 371,5 Russland 17 / 352,0 Aserbai­dschan 17 / 345,0 Ukraine 16 / 377,5
2016 Aserbaidschan  Baku USA 20 / 413,5 Ukraine 20 / 404,5 Russland 18 / 419 Indien 16 / 350,5 Norwegen 16 / 344,5 Türkei 16 / 341,5
2018 Georgien  Batumi VR China 18 / 372,5 USA 18 / 360,5 Russland 18 / 354,5 Polen 17 / 390,0 England 17 / 340,0 Indien 16 / 388,0
2020 Russland  Moskau[8]
2022 Weissrussland  Minsk[9]

MedaillenspiegelBearbeiten

Die folgende Tabelle zeigt den Medaillenspiegel aller offiziellen Schacholympiaden bis einschließlich 2018.

Medaillenspiegel offenes Turnier
Platz Land Gold Silber Bronze
1 Sowjetunion  Sowjetunion 18 1 -
2 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 6 6 8
3 Russland  Russland 6 3 3
4 Ungarn  Ungarn 3 7 2
5 Armenien  Armenien 3 3
6 Ukraine  Ukraine 2 2 3
7 China Volksrepublik  Volksrepublik China 2 1
8 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 1 6 6
9 Polen  Polen 1 2 3
10 Deutschland  Deutschland 1 1 1 3
11 England  England 3 3
12 Argentinien  Argentinien 3 2
13 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2 1
14 Israel  Israel 1 1
Niederlande  Niederlande 1 1
Schweden  Schweden 1 1
17 Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina 1
Danemark  Dänemark 1
Usbekistan  Usbekistan 1
20 Bulgarien  Bulgarien 1
Estland  Estland 1
Indien  Indien 1
1 1950–1990: Bundesrepublik Deutschland

Platzierungen der deutschsprachigen StaatenBearbeiten

1927 1928 1930 1931 1933 1935 1936 1937 1939 1950 1952 1954 1956 1958 1960 1962 1964 1966 1968 1970 1972 1974 1976
Mannschaften 16 17 18 19 15 20 21 19 27 16 25 26 34 36 40 37 50 52 53 60 63 75 48
Deutschland 7. 10. 3. 5. / / 3. / 1. 3. 8. 5. 5. 7. 8. 7. 3. / 5. 6. 5. 7. 5.
DDR / / / / / / / / / / 13. / 20. 6. 9. 9. 15. 9. 10. 9. 10. / /
Österreich 6. 4. 4. 8. 6. 7. 7. / / 7. 17. 15. 13. 12. 15. 12. 20. 17. 17. 22. 23. 18. 19.
Schweiz 8. 7. / 12. / 19. 17. / / / 22. 13. 9. 8. / 22. 30. 18. 21. 37. 16. 27. 7.
Belgien 15. 12. / / 13. / / 17. / 6. / 19. 16. 24. 33. 19. / 25. 26. 33. 30. 30. 24.
Luxemburg / / / / / / / / / / 25. 26. 34. / / 34. 48. 42. 39. 46. 53. 51. 36.
Saarland / / / / / / / / / / 24. 22. 26. / / / / / / / / / /
Böhmen und Mähren / / / / / / / / 6. / / / / / / / / / / / / / /


1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024
Mannschaften 66 82 92 88 108 107 107 102 124 116 110 126 135 129 148 147 149 157 177 170 184
Deutschland 4. 25. 15. 6. 13. 18. 9. 13. 16. 10. 6. 2. 16. 17. 15. 13. 64. 12. 30. 37. 13.
DDR / / / / / 17. 25. / / / / / / / / / / / / / /
Österreich 19. 21. 14. 39. 14. 28. 38. 47. 59. 48. 50. 60. 64. 62. 77. 45. 38. 41. 62. 43. 14.
Schweiz 10. 31. 26. 49. 29. 20. 35. 15. 31. 58. 31. 10. 12. 13. 27. 51. 65. 70. 51. 40. 34.
Belgien 47. 40. 50. 40. 30. 34. 53. 50. 46. 54. 54. 54. 44. 58. 70. 70. 60. 89. 67. 53. 71.
Luxemburg 45. 54. 76. 68. 71. 53. 60. 71. 63. 63. 60. 74. 68. 81. 81. 75. 97. 112. 100. 96. 88.
Liechtenstein / / / / / 93. 102. 90. 91. 86. / 100. 98. 109. 120. 139. / 122. 119. 155. 131.

Im Jahre 1982 durfte die Schweiz als Gastgeber zwei Mannschaften stellen. Die entsprechende Spalte gibt nur den 26. Platz der ersten Mannschaft an. Die zweite Mannschaft spielte außer Konkurrenz, hätte aber den 32. Platz belegt.[10]

Im Jahre 2008 durfte Deutschland als Gastgeber drei Mannschaften stellen. Die entsprechende Spalte gibt nur den 13. Platz von Deutschland 1 an. Deutschland 2 kam auf den 42. und Deutschland 3 auf den 35. Platz.

Endstände FrauenBearbeiten

Platz 1–6Bearbeiten

Jahr Stadt Platz 1 Pkt. Platz 2 Pkt. Platz 3 Pkt. Platz 4 Pkt. Platz 5 Pkt. Platz 6 Pkt.
1957 Niederlande  Emmen UdSSR 10.5 Rumänien 10.5 DDR 10.0 Ungarn 8.5 Bulgarien 8.0 Jugoslawien 7.5
1963 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Split UdSSR 25.0 Jugoslawien 24.5 DDR 21.0 Rumänien 18.5 Bulgarien 17.5 Ungarn 17.0
1966 Deutschland  Oberhausen UdSSR 22.0 Rumänien 20.5 DDR 17.0 Jugoslawien 16.5 Niederlande 16.0 Ungarn 15.0
1969 Polen  Lublin UdSSR 26.0 Ungarn 20.5 ČSSR 19.0 Jugoslawien 18.5 Bulgarien 17.5 DDR 17.0
1972 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Skopje UdSSR 11.5 Rumänien 8.0 Ungarn 8.0 Bulgarien 7.5 ČSSR 7.0 BRD 5.5
1974 Kolumbien  Medellín UdSSR 13.5 Rumänien 13.5 Bulgarien 13.0 Ungarn 13.0 Niederlande 9.5 ČSSR 9.0
1976 Israel  Haifa Israel 17.0 England 11.5 Spanien 11.5 USA 10.5 Niederlande 9.5 BRD 9.0
1978 Argentinien  Buenos Aires UdSSR 16.0 Ungarn 11.0 BRD 11.0 Jugoslawien 11.0 Polen 10.5 Spanien 8.5
1980 Malta  Valletta UdSSR 32.5 Ungarn 32.0 Polen 26.5 Rumänien 26.0 VR China 24.0 BRD 24.0
1982 Schweiz  Luzern UdSSR 33.0 Rumänien 30.0 Ungarn 26.0 Polen 25.5 VR China 24.5 BRD 24.5
1984 Griechenland  Thessaloniki UdSSR 32.0 Bulgarien 27.5 Rumänien 27.0 BRD 26.0 VR China 26.0 Ungarn 25.0
1986 Vereinigte Arabische Emirate  Dubai UdSSR 33.5 Ungarn 29.0 Rumänien 28.0 VR China 28.0 Jugoslawien 25.5 BRD 25.0
1988 Griechenland  Thessaloniki Ungarn 33.0 UdSSR 32.5 Jugoslawien 28.0 VR China 27.0 Bulgarien 25.0 Griechenland 24.0
1990 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Novi Sad Ungarn 35.0 UdSSR 35.0 VR China 29.0 Bulgarien 26.0 Jugoslawien 25.0 USA 24.5
1992 Philippinen  Manila Georgien 30.5 Ukraine 29.0 VR China 28.5 Ungarn 26.5 Russland 26.0 Rumänien 25.0
1994 Russland 1991  Moskau Georgien 32.0 Ungarn 31.0 VR China 27.0 Rumänien 27.0 Ukraine 25.0 Estland 24.5
1996 Armenien  Jerewan Georgien 30.0 VR China 28.5 Russland 28.5 Ukraine 26.5 Ungarn 26.0 Rumänien 25.5
1998 Russland  Elista VR China 29.0 Russland 27.0 Georgien 27.0 Niederlande 23.5 Bulgarien 23.5 Rumänien 23.0
2000 Turkei  Istanbul VR China 32.0 Georgien 31.0 Russland 28.5 Ukraine 27.0 Jugoslawien 26.0 Niederlande 25.5
2002 Slowenien  Bled VR China 29.5 Russland 29.0 Polen 28.0 Georgien 27.5 Ungarn 25.5 Ukraine 25.5
2004 Spanien  Calvià VR China 31.0 USA 28.0 Russland 27.5 Georgien 27.5 Frankreich 25.5 Ungarn 25.0
2006 Italien  Turin Ukraine 29.5 Russland 28.0 VR China 27.5 USA 24.5 Ungarn 24.5 Georgien 24.5
2008 Deutschland  Dresden(1) Georgien 18 / 411,5 Ukraine 18 / 406,5 USA 17 / 390,5 Russland 17 / 367,0 Polen 17 / 364,5 Armenien 16 / 353,0
2010 Russland  Chanty-Mansijsk Russland 22 / 439,5 VR China 18 / 386,5 Georgien 16 / 384,0 Kuba 16 / 348,5 USA 16 / 336,5 Polen 16 / 336,0
2012 Turkei  Istanbul Russland 19 / 450,0 VR China 19 / 416,0 Ukraine 18 / 408,5 Indien 17 / 336,0 Rumänien 16 / 313,5 Armenien 16 / 313,0
2014 Norwegen  Tromsø Russland 20 / 420,5 VR China 18 / 406,0 Ukraine 18 / 383,0 Georgien 17 / 390,0 Armenien 17 / 350,5 Kasachstan 17 / 320,0
2016 Aserbaidschan  Baku VR China 20 / 416,0 Polen 17 / 427,5 Ukraine 17 / 404,5 Russland 16 / 380,5 Indien 16 / 342,5 USA 16 / 332,5
2018 Georgien  Batumi VR China 18 / 407,0 Ukraine 18 / 395,5 Georgien 17 / 375,0 Russland 16 / 379,5 Ungarn 16 / 372,0 Armenien 16 / 366,0
2020 Russland  Moskau[11]
2022 Weissrussland  Minsk[9]

(1)ab 2008 Dresden: Matchpunkte / bei Gleichstand entscheidet die Olympiade-Sonneborn-Berger-Wertung

MedaillenspiegelBearbeiten

Die folgenden Tabellen zeigen den Medaillenspiegel aller offiziellen Schacholympiaden bis einschließlich 2018.

Medaillenspiegel Frauen
Platz Land Gold Silber Bronze
1 Sowjetunion  Sowjetunion 11 2
2 China Volksrepublik  Volksrepublik China 6 4 4
3 Georgien  Georgien 4 1 3
4 Russland  Russland 3 3 3
5 Ungarn  Ungarn 2 5 2
6 Ukraine  Ukraine 1 3 3
7 Israel  Israel 1
8 Rumänien  Rumänien 5 2
9 Polen  Polen 1 2
10 Bulgarien  Bulgarien 1 1
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 1 1
Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1 1
13 England  England 1
14 Deutschland  Deutschland (bis 1990: BRD und DDR) 4
15 Spanien  Spanien 1
Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1

Platzierungen der deutschsprachigen StaatenBearbeiten

1957 1963 1966 1969 1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Mannschaften 21 15 14 15 23 26 23 32 42 45 51 49 56 65 62 81 74 72 86 90
Deutschland 8. 11. 12. 11. 6. 9. 6. 3. 6. 6. 4. 6. 15. 17. 36. 8. 15. 16. 8. 16.
DDR 3. 3. 3. 6. 7. / / / / / / / / 11. / / / / / /
Österreich 17. 12. 14. 13. 11. 16. 17. / 33. 29. 28. 12. 32. 28. 40. 54. 40. 44. 41. 39.
Schweiz / / / / 17. / 18. / 32. 26. 14. 23. 21. 27. 19. 37. 53. 53. 44. 37.
Belgien 20. 14. / 14. / / / / 37. 34. 37. 27. 35. 42. / 70. / / / /
Luxemburg 21. / / / / / / / / / / / / / / / / / / 79.


2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024
Mannschaften 87 103 111 115 127 136 134 149
Deutschland 17. 11. 21. 25. 11. 9. 31. 28.
Österreich 55. 58. 27. 55. 37. 42. 29. 40.
Schweiz 31. 38. 40. 52. 60. 24. 41. 32.
Belgien / / / / 47. 43. 43. 98.
Luxemburg 74. 62. / / 68. 94. 57. 46.

1982 durfte die Schweiz als Gastgeber zwei Frauen-Teams stellen. Die entsprechende Spalte zeigt den 26. Platz der ersten Mannschaft. Die zweite Mannschaft spielte außer Konkurrenz, hätte aber den 36. Platz belegt.[12]

Als Gastgeber durfte Deutschland 2008 auch drei Frauen-Teams stellen. Die entsprechende Spalte zeigt den 21. Platz von Deutschland 1; Deutschland 2 kam auf den 34. und Deutschland 3 auf den 47. Platz.

WissenswertesBearbeiten

 
Fischer und Tal bei der Schacholympiade 1960 in Leipzig.
  • Bei der Olympiade 1930 in Hamburg wurden erstmals offiziell Berufsspieler zugelassen.
  • Zwischen 1933 und 1937 nahm Deutschland, dessen Schachverband aus der FIDE ausgetreten war, nicht an den offiziellen Schacholympiaden teil. Stattdessen veranstaltete Deutschland 1936 ein „Schach-Olympia“.
  • Während der Olympiade 1939 in Buenos Aires brach der Zweite Weltkrieg aus. Die englische Mannschaft reiste daher vorzeitig zurück, mehrere Spieler der deutschen Mannschaft, aber auch andere europäische Spieler, blieben nach Turnierende in Südamerika. Deutschland trat mit einer „Großdeutschen Mannschaft“ an, in die Spieler aus Österreich integriert waren. Mehrere Staaten weigerten sich, gegen die deutsche Mannschaft anzutreten. Die Mannschaftskämpfe Deutschlands gegen Polen, Palästina und Frankreich wurden deshalb kampflos 2:2 gegeben.
  • 1950 nahm mit Chantal Chaudé de Silans zum ersten Mal eine Frau an einer Schacholympiade teil.
  • Aus politischen Gründen nahmen 1976 die UdSSR und andere Nationen nicht teil. Tripolis richtete eine Gegenolympiade (Against Israel Olympiad) aus, die zur gleichen Zeit wie die offizielle FIDE-Olympiade stattfand. Dennoch waren auch Mitglieder der FIDE dort zugelassen. Italien und die Philippinen nahmen an beiden Meisterschaften teil, die UdSSR und andere Ostblock-Staaten an keiner von beiden. Uruguay verlor drei Matches (insgesamt zwölf Partien) dadurch, dass die Mannschaft jeweils zu spät kam.
  • Bis einschließlich 2018 nahmen insgesamt knapp 40 Frauen an offenen Wettbewerben der Schacholympiade teil. Am häufigsten eingesetzt wurde dabei Judit Polgár (85 Partien bei acht Austragungen).

EinzelnachweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Árpád Földeák: Schach-Olympiaden, Corvina Verlag und Ten Have Verlag, Budapest und Amsterdam 1971.
  • Mario Tal: Bruderküsse und Freudentränen. Eine Kulturgeschichte der Schach-Olympiaden. PapyRossa Verlag, Köln 2008. ISBN 978-3-89438-393-0.
  • Raj Tischbierek: Sternstunden des Schachs: 30 x Schacholympia. Sportverlag, Berlin 1993, ISBN 3-328-00554-4.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schacholympiaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schacholympiade – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen