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Salon-de-Provence (früher Salon-de-Crau) ist eine Gemeinde mit 45.574 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in Südfrankreich, im Département Bouches-du-Rhône, der früheren Provinz Provence. Sie liegt zwischen Aix-en-Provence, Arles, Cavaillon und Marseille an der Autobahn A 7 (Lyon-Marseille). Auch der Luftwaffenstützpunkt BA 701 (base aérienne 701), auf dem die Patrouille de France beheimatet ist, befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Salon-de-Provence.

Salon-de-Provence
Wappen von Salon-de-Provence
Salon-de-Provence (Frankreich)
Salon-de-Provence
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Aix-en-Provence
Kanton Salon-de-Provence-1
Salon-de-Provence-2
Gemeindeverband Métropole d’Aix-Marseille-Provence
Koordinaten 43° 38′ N, 5° 6′ OKoordinaten: 43° 38′ N, 5° 6′ O
Höhe 53–325 m
Fläche 70,30 km2
Einwohner 45.574 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 648 Einw./km2
Postleitzahl 13300
INSEE-Code
Website salon-de-provence.org

Moosbrunnen bei Nacht
Die Kirche St.Michel in Salon-de-Provence
Der Turm von Bourg Neuf

GeschichteBearbeiten

Im Altertum siedelten Salluvier auf dem Gebiet und betrieben vor allem Schafzucht und Salzhandel. Um 125 v. Chr. legten Römer die Sümpfe um den Touloubre trocken und gründeten auf dem Felsen von Puech ein Castrum, das einen Abschnitt der Via Aurelia sichern sollte. Um die Festung herum, dem heutigen Schloss Empéri, entwickelte sich eine erste Siedlung.[1]

Im Mittelalter gehörte die „villa Sallonne“ zum Heiligen Römischen Reich. Die Kaiser übertrugen die Herrschaft über Salon an die Erzbischöfe von Arles. Die Ortschaft büßte einen Teil ihrer Freiheiten ein und erhielt erst 1404 offizielles Stadtrecht. Unter Herrschaft der Provencegrafen, darunter des bekannten René dem Guten, erlebte Salon im fünfzehnten Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit der Angliederung der Grafschaft Provence ans Königreich Frankreich nach dem Tode von König René 1481 verloren die Erzbischöfe einen Teil ihrer Autorität.[1]

Im sechzehnten Jahrhundert wurde Salon, wie auch der Rest Frankreichs, von den Hugenottenkriegen mitgenommen. Einer der berühmtesten Einwohner der Stadt war Nostradamus, der hier 1547 seine Centurien niederschrieb. Ein anderer wichtiger Zeitgenosse war Adam de Craponne, der 1559 den Canal de Craponne zur Bewässerung des trockenen Umlandes anlegte. 1564 besuchten König Karl IX. und seine Mutter Caterina de’ Medici die Stadt und verschafften ihr das heutige Leoparden-Wappen.[1]

Im achtzehnten Jahrhundert kam es in Salon zur Ansiedlung von Seidemanufakturen. Der wirtschaftliche Aufschwung begann im neunzehnten Jahrhundert mit der Entwicklung von Seifenfabriken und dem Handel von Öl, Seife und Kaffee. Der neue Reichtum der Stadt führte zum Bau von Stadthäusern und Schlössern. Von den Seifenfabriken sind heute noch zwei aktiv, und der Seifenhandel nimmt nach wie vor eine wichtige Stellung ein. Seit 1938 ist Salon-de-Provence Sitz der französischen Luftwaffenschule und seit 1964 auch für die Stationierung der Patrouille de France bekannt.[1]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2008 2016
Einwohner 21.393 30.722 34.576 34.846 34.064 37.079 40.147 41.411 45.574

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Salon-de-Provence ist der Wohn- und Sterbeort von Nostradamus, einem Arzt und Autor von Prophezeiungen des 16. Jahrhunderts. Sein Haus in der Altstadt wurde als ihm gewidmetes Museum eingerichtet.

Burg EmpériBearbeiten

Die im Zentrum der Altstadt auf dem Felsen Puech gelegene Burg Empéri dominiert lokal die Crau-Ebene, wo sich schon ein römisches Castrum befand. Das Schloss war eine Residenz der Erzbischöfe von Arles und des Römisch-deutschen Kaisers (wovon sich auch der Name Empéri ableitet) und wurde zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert erbaut.

Saint-MichelBearbeiten

Die Kirche Saint-Michel wurde im 13. Jahrhundert erbaut, sie ist mit ihrem Arkaden-Glockenturm und den Skulpturen im romanischen Stil ein typisches Beispiel der provenzalischen Baukunst. Im Tympanon des Portals ist der Erzengel Michael mit zwei Schlangen dargestellt, darunter ein Osterlamm, das von einem Malteserkreuz überragt wird. Die restlichen Darstellungen zeigen florale Ornamente. Im 15. Jahrhundert wurde ein Kirchturm hinzugefügt, der bis zum 17. Jahrhundert als Uhrturm verwendet wurde.

RathausBearbeiten

Der Bau des Rathauses wurde 1655 begonnen. Es ist ein Gebäude im klassizistischen Stil, mit einem Balustradendach und einander abwechselnden dreieckigen und krummlinigen Giebelfeldern. Zwei Allegorien, die die Mäßigkeit und die Vorsicht darstellen, erinnern an die Tugenden, die zur guten Regierung einer Stadt notwendig sind. Zwei Ecktürmchen auf beiden Seiten des Gebäudes sorgen für ein ausgeglichenes Erscheinungsbild.

UhrturmBearbeiten

Der Uhrturm wurde im 17. Jahrhundert an Stelle des Nordturms der Stadtmauer erbaut. Der Platz wurde entsprechend der Windrichtung des Mistrals gewählt, wodurch sich der Glockenklang besser ausbreiten konnte. Die Bauarbeiten, die durch die Pest aufgehalten wurden, wurden im Jahre 1664 mit dem Hinzufügen des schmiedeeisernen Glockenturms mit drei Glocken abgeschlossen. Nach der jüngsten Renovierung kann man jetzt auf der zur Altstadt hin gelegenen Seite einen Wochenkalender sehen, auf der Seite zur Neustadt hin zeigt eine Uhr die Mondzyklen an.

MoosbrunnenBearbeiten

Dieser Brunnen, ein echtes Wahrzeichen der Stadt, bestand schon im 16. Jahrhundert. Kalkablagerungen ließen die Brunnenschalen, das Moos und den Pflanzenbewuchs zusammenwachsen und verleihen dem Brunnen seine heute so charakteristische Form.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Salon-de-Provence – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Geschichte auf offizieller Website der Stadt (Memento des Originals vom 24. Mai 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.salon-de-provence.org, abgerufen am 28. Oktober 2011.