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Reutern (Wolframs-Eschenbach)

Ortsteil der Stadt Wolframs-Eschenbach

Reutern (mundartlich: „raędɒn“[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Reutern
Koordinaten: 49° 14′ 12″ N, 10° 44′ 18″ O
Höhe: 432–444 m ü. NHN
Einwohner: 52 (10. Aug. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91639
Vorwahl: 09875

GeographieBearbeiten

Durch das Dorf fließt der Baumbach (im Unterlauf Erlbach genannt), der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Nordosten liegt das Bodenfeld.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wird 1269 als „Rvtherin“ erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde wird bestätigt, dass Burchard von Eschenbach u. a. Güter in Reutern vom Kloster Heilsbronn erhält.[4] Dem Ortsnamen liegt eine Dativ-Pluralform vom mittelhochdeutschen Wort a) „riuter“ (= der Reuter) oder b) „riute“ (= die Rodung) vor. Im ersten Fall würde der Ortsname bedeuten Zu denjenigen, die roden, im zweiten Fall Zu den Rodungen.[5]

Der Ort wird 1343 im Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg in der Beschreibung des Amtes Eschenbach erstmals namentlich erwähnt. Dem Amt gehörten zu dieser Zeit im Ort 1 Hof, 5 Huben, 4 Lehen, 1 Hofstatt, Wiese.[6]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 werden für Reutern 11 Mannschaften verzeichnet: 1 Hof unterstand dem Kastenamt Windsbach, 5 Höfe und 5 Güter dem Stadtvogteiamt Eschenbach. Daneben gab es ein kommunales Hirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reutern 11 Haushalte. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtvogteiamt Eschenbach inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 10 Anwesen dem Stadtvogteiamt Eschenbach und 1 Anwesen dem Kastenamt Windsbach. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[8]

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1802) wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Weiler im Ansbachischen Oberamte Windsbach mit einem dahin gehörigen Unterthan; 12 sind teutschherrisch und gehören in das Amt Eschenbach.“[9]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reutern dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim an.[10] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Reutern mit der Bölleinsmühle, Sallmannshof, Utzenmühle und Wöltendorf von Sauernheim und bildete eine Ruralgemeinde.[11] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 wurde Reutern vom Bezirksamt Heilsbronn verwaltet, seit 1880 vom Bezirksamt Gunzenhausen (1938 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und dem Rentamt Gunzenhausen (1920 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, seit 1880 beim Amtsgericht Gunzenhausen.[12] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,866 km².[13] Am 1. Januar 1972 kam die Gemeinde zum Landkreis Ansbach und wurde zugleich im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Wolframs-Eschenbach eingemeindet.[14]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Kapelle, die im Rahmen der Dorferneuerung renoviert wurde.
  • Zwei Bildstöcke

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Wolframs-Eschenbach#Reutern

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Reutern

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 219 144 149 153 177 169 149 164 167 181 170 164 155 166 153 172 173 159 141 173 163 149 149 158
Häuser[15] 36 25 27 27 27 28 25 26
Quelle [16] [17] [18] [18] [19] [18] [20] [18] [21] [22] [21] [21] [23] [21] [21] [21] [24] [21] [21] [21] [25] [21] [13] [26]

Ort Reutern

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002012 002014
Einwohner 65 61 82 69 86 74 88 76 66 72 63 45 52
Häuser[15] 12 12 13 13 14 11 12 12
Quelle [16] [17] [19] [20] [22] [23] [24] [25] [13] [26] [27] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist auch nach der Reformation katholisch geblieben. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach).

VerkehrBearbeiten

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Wöltendorf zur Kreisstraße AN 12, nach Wolframs-Eschenbach und nach Sauernheim.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.wolframs-eschenbach.de
  2. R. Schuh, S. 228.
  3. Reutern im BayernAtlas
  4. R. Schuh, S. 228.
  5. R. Schuh, S. 230.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle, Bd. 1, S. 532.
  7. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 732.
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 902.
  9. J. K. Bundschuh, Bd. 4, Sp. 501.
  10. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  11. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 44 (Digitalisat).
  12. M. Jehle, Bd. 2, S. 1007.
  13. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 787 (Digitalisat).
  14. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  15. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  16. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 75 (Digitalisat). Für die Gemeinde Reutern zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bölleinsmühle (S. 11), Sallmannshof (S. 79), Utzenmühle (S. 97) und Wöltendorf (S. 104).
  17. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 151 (Digitalisat).
  18. a b c d Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  19. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1043, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  20. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1209, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  21. a b c d e f g h i j Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 173, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  22. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1132 (Digitalisat).
  23. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1201 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1238 (Digitalisat).
  25. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1071 (Digitalisat).
  26. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).
  27. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).