Fränkische Rezat

Fließgewässer in Mittelfranken in Bayern
Fränkische Rezat
Verlauf der Fränkischen Rezat (interaktive Karte)

Verlauf der Fränkischen Rezat (interaktive Karte)

Daten
Gewässerkennzahl DE: 242
Lage Frankenhöhe

Mittelfränkisches Becken


Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rednitz → Regnitz → Main → Rhein → Nordsee
Rezatbrunnen auf der Frankenhöhe nordwestlich von Oberdachstetten
49° 25′ 39″ N, 10° 23′ 48″ O
Quellhöhe 452 m ü. NN [1]
Zusammenfluss mit der Schwäbischen Rezat in Georgensgmünd zur RednitzKoordinaten: 49° 11′ 17″ N, 11° 1′ 20″ O
49° 11′ 17″ N, 11° 1′ 20″ O
Mündungshöhe 342 m ü. NN
Höhenunterschied 110 m
Sohlgefälle 1,4 ‰
Länge 77,3 km[2]
Einzugsgebiet 456 km²[2] 
(Gebietskennzahl 24211)
Abfluss am Pegel Ansbach[3]
AEo: 119,1 km²
Lage: 52,38 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1941, 1947–2012
MQ 1941, 1947–2012
Mq 1941, 1947–2012
MHQ 1941, 1947–2012
HHQ (29.07.1941)
20 l/s
157 l/s
743 l/s
6,2 l/(s km²)
20,2 m³/s
60 m³/s
Abfluss am Pegel Wernfels Kläranlage[3]
AEo: 376,2 km²
Lage: 11,13 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1955–2012
MQ 1955–2012
Mq 1955–2012
MHQ 1955–2012
HHQ (21.12.1993)
394 l/s
673 l/s
2,2 m³/s
5,8 l/(s km²)
33,4 m³/s
101 m³/s
Die Fränkische Rezat bei Windsbach

Die Fränkische Rezat bei Windsbach

Markgrafenbrücke Windsbach

Markgrafenbrücke Windsbach

Fränkische Rezat bei Wassermungenau

Fränkische Rezat bei Wassermungenau

Fränkische Rezat bei Georgensgmünd

Fränkische Rezat bei Georgensgmünd

Die Fränkische Rezat in Mittelfranken ist mit einem Einzugsgebiet von 456 km² und 77,3 km[2] Länge der bedeutendere Quellfluss der Rednitz. Sie vereinigt sich von links und Westen kommend mit der Schwäbischen Rezat zur Rednitz, dem Hauptquellfluss der Regnitz. Diese ist wiederum an ihrer Mündung in den Main merklich wasserreicher als der aufnehmende Fluss, weshalb der hydrologische Hauptstrang des Main-Systems mit der Fränkischen Rezat beginnt.

NameBearbeiten

Die voraltdeutsche Ausgangsform ist Radantia. Es liegt eine Ableitung mit dem Suffix -antia von dem keltischen Substantiv rodo vor. Das Verbalsubstantiv rodo entspricht dem indogermanischen Verb rede, das „graben“ bedeutet. Radantia bezeichnet demnach ein Gewässer, das sich an vielen Stellen in die Landschaft gräbt. Der adjektivische Zusatz Fränkische bezieht sich auf das in Franken gelegene Quellgebiet der Rezat.[4]

GeographieBearbeiten

RezatquelleBearbeiten

 
Die Rezatquelle zwischen Marktbergel und Oberdachstetten

Die Fränkische Rezat entspringt auf der Frankenhöhe rund 1,5 km südöstlich der Bergkuppe des Petersbergs (504 m ü. NN) und etwa 2,3 km (je Luftlinie) nordwestlich von Oberdachstetten auf 452 m Höhe. Direkt durch ihr Quellgebiet und später auch entlang des Flusses verläuft ein Abschnitt der Eisenbahnstrecke von Würzburg nach Treuchtlingen. Ein kleiner Quellteich, der Rezatbrunnen oder Rezenbrunnen, ist als Rezatquelle beschildert.

Trotz ihrer Laufrichtung zur Donau hin entwässert die Fränkische Rezat heute ins rheinische System, weil sie unterhalb von Spalt vom Main her angezapft wurde. Die weniger als 10 km westlich von ihr entspringende und etwa parallel nach Südosten verlaufende Altmühl dagegen hat diese alte danubische Entwässerungsrichtung ganz beibehalten, weshalb heute die große Europäische Hauptwasserscheide die Einzugsgebiete der beiden Nachbarflüsse trennt.

VerlaufBearbeiten

Die Rezat fließt südostwärts unter anderem durch Oberdachstetten, Lehrberg, Ansbach, Sachsen bei Ansbach, Lichtenau, Windsbach, Wassermungenau und Spalt.

Fränkische Rezat in Spalt (Panorama)

In Georgensgmünd vereinigt sich die Fränkische Rezat auf 342 m Höhe mit der Schwäbischen Rezat zur Rednitz, sie hat also ein Gesamtgefälle von 110 Metern.

Die Rednitz wiederum fließt in Fürth mit der Pegnitz zur Regnitz zusammen, die bei Bamberg in den Main mündet.

Einzugsgebiet und ZuflüsseBearbeiten

Das Einzugsgebiet der Fränkischen Rezat ist 456,0 km²[2] groß. Zu ihren Zuflüssen gehören:

  • Hartgraben (rechts)[5], 3,0 km
  • Egelbach (rechts), 2,5 km
  • Birkenbach[6] (links), 0,7 km
  • Krummbach (rechts), 2,2 km
  • Stockbach (rechts), 3,5 km
  • Wasengraben (rechts), 1,6 km
  • Ullenbach (links), 3,3 km
  • Katzbach (links), 2,9 km
  • Tränkbächlein (rechts), 1,8 km
  • Rosenbächlein (links), 1,4 km
  • Borsbach (links), 4,2 km
  • Vogelbach (rechts), 2,9 km
  • Sulzbach (rechts), 5,6 km
  • Klingengraben (rechts), 1,9 km
  • Oberer Feldgraben[7] (rechts), 1,2 km
  • Unterer Feldgraben[7] (rechts), 0,7 km
  • Seebach (links), 2,9 km
  • Dutzendklingengraben (links), 2,0 km
  • Zailacher Bach (rechts), 5,6 km
  • Hürbeler Bach (rechts), 3,2 km
  • Pulverbach (links)
  • Weihergraben (rechts)
  • Erlbächlein (rechts)
  • Veitsgraben (links)
  • Schollenbach (rechts)
  • Gumbertusgraben (links)
  • Eulengraben (links)
  • Hennenbach (links, über den Fischgraben in der Aue), 5,8 km
  • Onolzbach oder Onoldsbach (rechts), 11,2 km, 26,3 km²
  • Brandbächlein (rechts)
  • Eichenbach (links), 3,7 km
  • Silberbach (rechts) 8,0 km
  • Büchenbach (rechts)
  • Iggraben (links)
  • Weikersbach (rechts)
  • Milmersbach (links)
  • Rackergraben (rechts)
  • Dorfbächlein (links)
  • Büschelbach (links)
  • Bachgraben (rechts)
  • Geißberggraben (rechts)
  • Zandtbach (rechts), 9,0 km, 20,6 km²
  • Ziegendorfer Bach (links)
  • Helmbrechtsgraben (links), 1,2 km
  • Weihergraben[8] (rechts)
  • Weihergraben[9] (rechts)
  • Hopfengraben (rechts)
  • Wolfsgrundgraben (rechts)
  • Wernsbach (links)
  • Brunnholzgraben (rechts)
  • Seeleinsgraben (rechts)
  • Schwalbenbach (links)
  • Goldbach (links)
  • Erlbach (rechts), 3,7 km (mit Eschenbach 12,4 km), 43,7 km²
  • Kleinerlbach (links)
  • Fischbach (links)
  • Strietwasengraben (rechts)
  • Beerbach (links)
  • Erlbach (rechts), 8,8 km, 22,4 km²
  • Brunnleitengraben (rechts)
  • Allersbach (links)
  • Hatzelbach (rechts)
  • Mosbach (links)
  • Tiefenbach (rechts)
  • Steinbach (links)

Natur und UmweltBearbeiten

Der Fluss und die Aue sind teilweise als FFH-Gebiet „Gewässerverbund Schwäbische und Fränkische Rezat“ ausgewiesen. In der Aue liegen mageren Flachland-Mähwiesen (Wiesen-Fuchsschwanz, Großer Wiesenknopf) und Auenwälder mit Schwarz-Erlen und der Gemeinen Esche (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae). Es gibt dort große und zusammenhängende Populationen der Grünen Keiljungfer in qualitativ hochwertigen und eng vernetzten Habitaten.[10]

Am Oberlauf kommen vor allem Bach- und Regenbogenforellen, Aitel und Hasel, sowie Zährten und Bachsaiblinge vor und am Unterlauf Karpfen, Schleien, Aale, Hechte, Zander und Welse.[11]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Fränkische Rezat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TOP 10 Bayern Nord
  2. a b c d Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 36 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  3. a b Hochwassernachrichtendienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (Hinweise) (Abgefragt am 22.02.2017)
  4. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 187 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Der Hartgraben ist bis zum Zusammenfluss mit dieser länger als die Fränkische Rezat
  6. Bezeichnung nach Straßennamen
  7. a b Bezeichnung nach der Parzellarkarte
  8. bei Kirschendorf
  9. bei Bechhofen
  10. Natura 2000. Abgerufen am 10. August 2018.
  11. Anglerbund Ansbach e.V.