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Waizendorf (Wolframs-Eschenbach)

Ortsteil der Stadt Wolframs-Eschenbach

Waizendorf (mundartlich: „watsndǫrf“[2]) ist ein Ortsteil der Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Waizendorf
Koordinaten: 49° 13′ 19″ N, 10° 42′ 27″ O
Höhe: 447 m ü. NHN
Einwohner: 59 (10. Aug. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91639
Vorwahl: 09875

GeografieBearbeiten

Unmittelbar westlich des Dorfes entspringt Moosgraben (auch Mossach genannt), der ein rechter Zufluss des Nesselbachs ist, der wiederum ein linker Zufluss der Altmühl ist. Ca. 0,5 km nordöstlich liegen die Fluren Kreutweg und Steig.[3]

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1304 als „Watzendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Watzo. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.[2] Im Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg von 1343 in der Beschreibung des Amtes Eschenbach wird der Ort als „Waczendorf“ erwähnt. Dem Amt gehörten zu dieser Zeit im Ort 2 Huben, 4 Lehen, 2 Hofstätten, 1 Haus, Holz und Äcker.[4]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 werden für „Wazendorf“ 11 Mannschaften verzeichnet: 5 Höfe und 5 Güter unterstanden dem Stadtvogteiamt Eschenbach, 1 Gut dem Verwalteramt Merkendorf. Daneben gab es ein kommunales Hirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[5] Auch laut dem 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wird ein Gut verzeichnet, das dem Verwalteramt Merkendorf unterstand.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Waizendorf 13 Haushalte. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Stadtvogteiamt Eschenbach inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 12 Anwesen dem Stadtvogteiamt Eschenbach und 1 Anwesen dem Verwalteramt Merkendorf. Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[7]

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1804) wird der Ort folgendermaßen beschrieben: „Waizendorf, bei Eschenbach, Fischer schreibt Wazendorf, Weiler im Ansbachischen Oberamte Windsbach mit einem dahin gehörigen Unterthanen, 9 sind deutschmeisterisch und gehören in das Amt Eschenbach.“[8]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Waizendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gerbersdorf zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Gerbersdorf an.[9] Am 1. Juli 1972 wurde diese im Zuge der Gemeindegebietsreform aufgelöst. Gerbersdorf wurde nach Merkendorf eingemeindet, während Waizendorf nach Wolframs-Eschenbach eingemeindet wurde.

BaudenkmalBearbeiten

  • Haus–Nr. 12: Reliefstein

Baubeschreibung: → Liste der Baudenkmäler in Wolframs-Eschenbach#Waizendorf

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002012 002014
Einwohner 91 61 74 70 73 72 71 88 70 68 62 60 59
Häuser[10] 16 14 16 13 12 11 12 12
Quelle [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist auch nach der Reformation katholisch geblieben. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach).

VerkehrBearbeiten

Waizendorf liegt an der Kreisstraße AN 58, die nach Wolframs-Eschenbach bzw. nach Großbreitenbronn führt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Gerbersdorf zur Staatsstraße 2220.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.wolframs-eschenbach.de
  2. a b R. Schuh, S. 324.
  3. Waizendorf im BayernAtlas
  4. Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle, Bd. 1, S. 531.
  5. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 16. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 733.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/25, 33. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 743.
  7. M. Jehle, Bd. 2, S. 921f.
  8. J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 78.
  9. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 963.
  10. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  11. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 100 (Digitalisat).
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 147 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1034, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1199, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1130 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1198 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1236 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1067 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 784 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 172 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 333 (Digitalisat).