Osterhofen

Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf, Deutschland

Osterhofen ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Wappen Deutschlandkarte
Osterhofen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osterhofen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 42′ N, 13° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 111,16 km2
Einwohner: 11.920 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94486
Vorwahlen: 09932, 09936, 09938, 08547Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 141
Stadtgliederung: 66 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 13
94486 Osterhofen
Website: www.osterhofen.de
Bürgermeisterin: Liane Sedlmeier (Freie Wähler)
Lage der Stadt Osterhofen im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-LandauLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis PassauLandkreis RegenLandkreis Rottal-InnLandkreis Straubing-BogenAholmingAuerbach (Landkreis Deggendorf)AußernzellBernried (Niederbayern)BuchhofenDeggendorfGraflingGrattersdorfHengersbergHunding (Niederbayern)IggensbachKünzingLallingMettenMoos (Niederbayern)NiederalteichOberpöringOffenbergOsterhofenOtzingPlattlingSchauflingSchöllnachStephansposchingWallerfingWinzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Der Marktplatz von Osterhofen
Heimatmuseum und Rathaus

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt im Gäuboden zwischen Plattling und Vilshofen an der Donau. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Donau im Norden bis ins Vilstal im Süden.

NachbargemeindenBearbeiten

Osterhofen wird umgeben von den Gemeinden Niederalteich, Hengersberg und Winzer (alle nördlich der Donau), Künzing, Aldersbach (Landkreis Passau), Roßbach (Landkreis Rottal-Inn), Eichendorf (Landkreis Dingolfing-Landau), Wallerfing, Buchhofen und Moos.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 66 Gemeindeteile:[2][3]

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Im heutigen Gemeindeteil Schmiedorf wurde während der Bandkeramik-Zeit zu Beginn des 5. Jahrtausends v. Chr. eine Kreisgrabenanlage errichtet. Die exakt kreisförmige Anlage wurde 1984 durch Magnetoprospektion entdeckt.

Neben dem hier gelegenen Kloster Osterhofen entstand eine große Ortschaft, die schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Marktrecht ausgestattet wurde. Kaiser Ludwig der Bayer erteilte dem Markt Osterhofen 1324 die völlige Gerichtsbarkeit mit Ausnahme der Fälle, auf welche die Todesstrafe stand.

Landgraf Johann von Leuchtenberg erwarb um 5000 Goldgulden vom Bamberger Bischof Lamprecht die Lehensrechte über die Hofmark und gründete 1378 in der Nähe des bisherigen Marktes Osterhofen die neue Stadt Osterhofen. Die Bürger siedelte man größtenteils um, wodurch das alte Osterhofen, das bis Ende des 16. Jahrhunderts auch Altosterhofen oder Osterhofen im alten Markte genannt wurde und seither Altenmarkt heißt, zum Dorf herabsank.

Im Jahre 1420 wurde Osterhofen an die Puchperger von Winzer erst verpfändet, dann um 8000 Gulden verkauft. 1427 erwarb Herzog Heinrich XVI. der Reiche von Bayern-Landshut die Stadt um 30.000 Gulden, die er durch einen Pfleger verwalten ließ.

Die Herzöge Wilhelm und Ludwig stifteten in Osterhofen ein Spital und übergaben es der Stadt 1531. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Osterhofen 1632 niedergebrannt. 1803 wurde das Pfleggericht aufgelöst und stattdessen ein Rentamt hierher verlegt. 1839 erhielt Osterhofen ein königliches Landgericht, dessen Gebäude die Bürgerschaft auf eigene Kosten von Grund auf neu erbaute.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Altenmarkt, Anning, Galgweis (mit dem am 1. Januar 1964 aufgenommenen Oberndorf), Gergweis, Göttersdorf, Kirchdorf bei Osterhofen, Langenamming, Niedermünchsdorf und Wisselsing eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1978 kam Aicha an der Donau hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Stadt von 10.490 auf 11.798 um 1308 Einwohner bzw. um 12,5 %.

Jahr Einwohner
1961 9.256
1970 10.016
1987 10.428
1991 11.056
1995 11.458
2005 12.084
2010 11.669
2015 11.602

PolitikBearbeiten

Stadtratswahl 2020[6]
Wahlbeteiligung: 60,98 % (2014: 57,05 %)
 %
30
20
10
0
28,84 %
25,90 %
22,49 %
11,63 %
4,89 %
6,25 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
± 0,00 %p
−0,95 %p
−2,13 %p
+0,87 %p
−0,05 %p
+6,25 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Junge Liste

StadtratBearbeiten

Sitzverteilungen im Stadtrat nach den Kommunalwahlen in Bayern 2020,[7] und im Vergleich frühere Jahre:

FW CSU SPD AfD Junge Liste ödp Grüne PFW Osterhofen* Gesamt
2020 7 6 5 2 3 1 24
2014 7 6 6 3 1 1 24
2008 7 7 5 2 1 2 24
* PFW = Parteifreie Wähler

BürgermeisterBearbeiten

Bei den Kommunalwahlen 2020 wurde Liane Sedlmeier (FW) zur 1. Bürgermeisterin gewählt. Kurt Erndl (CSU) ist 2. Bürgermeister. Konrad Breit (FW) ist 3. Bürgermeister.

In der Stichwahl zu den Kommunalwahlen in Bayern 2020 setzte sie sich am 29. März 2020 mit 53,4 Prozent gegen Thomas Etschmann durch.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau über roter Zinnenmauer mit offenem Tor ein wachsendes, rot nimbiertes, golden bewehrtes silbernes Gotteslamm, das die Osterfahne an goldenem Kreuzstab trägt.“[9]

Das Wappen wird seit dem 15. Jahrhundert geführt.

Klima-BündnisBearbeiten

Osterhofen ist Mitglied im internationalen Klima-Bündnis und hat damit ein Zeichen für den Willen zu Nachhaltigkeit in der Kommunalpolitik gesetzt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • Tschechien  Tschechien, Stráž: Die Partnerschaft besteht offiziell seit dem 10. November 1997, aber bereits seit 1991 gab es immer wieder Treffen zwischen den beiden Städten; zwischen den beiden Städten findet auch ein Schüleraustausch statt.
  • Irland  Irland, Ballybay: Die Partnerschaft mit Ballybay entstand aufgrund von privaten Kontakten, und wurde im August 2000 offiziell besiegelt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Die Stadtpfarrkirche Heiligkreuzauffindung
 
Die Asambasilika von Altenmarkt
 
Die Wallfahrtskapelle 'Maria, Zuflucht der Sünder'

MuseenBearbeiten

  • Heimatmuseum der Stadt Osterhofen
    Museum unter anderem über die Stadtgeschichte, altes Handwerk, bäuerliches Gerät

BauwerkeBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Osterhofen liegt an der

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Joseph Klämpfl: Der ehemalige Schweinach- und Quinzingau. Eine historisch-topographische Beschreibung, 1855, Nachdruck 1993, Neue Presse Verlags-GmbH, Passau, ISBN 3-924484-73-2

WeblinksBearbeiten

Commons: Osterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Osterhofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Juni 2020.
  3. Gemeinde Osterhofen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 23. Dezember 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  6. Wahlinfo Donaukurier
  7. Stadtratswahl & Bürgermeisterwahl in Osterhofen 2020 – Kandidaten & Ergebnisse. In: wahl.info. 29. März 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.
  8. Die Stichwahlen am Sonntag, 29. März 2020. In: Wahl.info. 30. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  9. Eintrag zum Wappen von Osterhofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 26. August 2020.
  10. Chronik zum 1000-jährigen Jubiläum Osterhofens (Memento des Originals vom 8. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.osterhofen-jubilaeum.de