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Hengersberg

Markt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hengersberg
Hengersberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hengersberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 46′ N, 13° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 311 m ü. NHN
Fläche: 45,81 km2
Einwohner: 7802 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94491
Vorwahl: 09901
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 125
Marktgliederung: 64 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Mimminger Str. 2
94491 Hengersberg
Website: www.hengersberg.de
Bürgermeister: Christian Mayer (FWG)
Lage des Marktes Hengersberg im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-LandauLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis PassauLandkreis RegenLandkreis Rottal-InnLandkreis Straubing-BogenAholmingAuerbach (Landkreis Deggendorf)AußernzellBernried (Niederbayern)BuchhofenDeggendorfGraflingGrattersdorfHengersbergHunding (Niederbayern)IggensbachKünzingLallingMettenMoos (Niederbayern)NiederalteichOberpöringOffenbergOsterhofenOtzingPlattlingSchauflingSchöllnachStephansposchingWallerfingWinzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Hengersberg
Das Ortszentrum: Der Hengersberger Marktplatz
Die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt auf dem Frauenberg

Hengersberg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Hengersberg liegt circa zehn Kilometer südöstlich von Deggendorf und gehört zur Region Donau-Wald.

GemeindegliederungBearbeiten

Es existieren folgende Ortsteile: Altenufer, Anzenberg, Boxbach, Brunnhaus, Buch, Edermaning, Eming, Erkerding, Erlachhof, Eusching, Frohnhofen, Furth, Grubmühle, Heiming, Hengersberg, Hinterweinberg, Holzberg, Holzerreuth, Hörgolding, Hörpling, Hub, Hubmühle, Hütting, Kading, Killersberg, Klausberg, Lapferding, Leebbergheim, Lichtenöd, Loh, Manzing, Matzing, Mimming, Mutzenwinkl, Neulust, Nußberg, Oberanzenberg, Oberellenbach, Oberfrohnstetten, Oberreith, Obersimbach, Pfaffing, Ponau, Rading, Reichersdorf, Reisach, Schlott, Schlott, Schwanenkirchen, Schwarzach, Sicking, Siederding, Siedersberg, Thannberg, Trainding, Unterellenbach, Unterfrohnstetten, Unterreith, Untersimbach, Viehdorf, Vorderweinberg, Walmering, Waltersdorf, Weickering, Wessenhof, Würzing, Zilling.[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Hengersberg wurde im Jahr 997 als Helmgeresberg durch Abt Gotthard von Niederalteich gegründet. Der Ort lag damals noch an der Donau. Auf Godehard geht auch die Kirche auf dem Frauenberg, ursprünglich eine Schlosskirche, zurück.

Im Jahr 1009 verlieh König Heinrich II. auf Bitten Godehards dem Kloster Niederaltaich das Recht, hier einen Markt zu halten sowie eine Zoll- und Mautstelle einzurichten. Im Jahr 2009 feiert Hengersberg als ältester Markt Altbayerns dieses 1000-Jahr-Jubiläum. Abt Hermann ließ 1270 ein Spital in Helingersberg errichten. Die Ableitung der Donau 1343 bis 1353 verminderte zwar die Bedeutung des Ortes als Maut- und Zollstelle, aber die Herzöge Heinrich und Otto statteten die geschlossene Hofmark mit dem Marktrecht, landesfürstlichen Freiheiten und dem Sitz eines Pflegamts aus.

Im Jahr 1430 verlieh Herzog Heinrich XVI. dem Markt Henngensperig zwei Jahrmärkte, deren Zahl später bis auf sechs anwuchs. Besonders die Hengersberger Viehmärkte hatten große Bedeutung. Das nach der Verlegung der Donau überflüssige Zollhaus wandelte Abt Paulus im 16. Jahrhundert in ein Siechenhaus um, aus dem später das Bezirkskrankenhaus entstand.

Im Jahr 1590 ließ Abt Hermann III. auf dem Rohrberg die Pfarrkirche St. Michael erbauen. Im Dreißigjährigen Krieg und Österreichischen Erbfolgekrieg kam es mehrfach zu Plünderungen. 1513, 1796 und 1823 wüteten schwere Brände.

Das Pfleggericht, später Landgericht genannt, wurde mit dem von Winzer und 1803 mit dem von Deggendorf vereinigt. Stattdessen erhielt Hengersberg ein Rentamt, das etwa 1809 nach Niederalteich verlegt und etwa 1823 mit dem von Deggendorf vereinigt wurde.

19. bis 21. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1838 erfolgte die Neuerrichtung eines Landgerichts, das 1879 in ein Amtsgericht umgewandelt und 1969 aufgelöst wurde. 1852 erhielt Hengersberg eine königliche Postexpedition. 1843 entstand die steinerne Brücke bei Schwarzach über die Hengersberger Ohe.

Am 26. November 1913 erhielt Hengersberg mit der Eröffnung des Abschnitts Deggendorf–Hengersberg der Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck einen Eisenbahnanschluss. Heute bildet dieser Abschnitt, auf dem noch Güterverkehr stattfindet, den Rest der ansonsten ab- und zum Donau-Ilz-Radweg umgebauten Bahnstrecke.

EingemeindungenBearbeiten

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Altenufer[3] 368 01.01.1971
Schwanenkirchen[3] 961 01.04.1971 Eingliederung von 688 der 961 Einwohner, Umgliederung von 230 Einwohnern nach Schöllnach und von 43 Einwohnern nach Winzer
Schwarzach[3] 806 01.01.1972
Seebach[4] 1067 01.04.1976 Eingliederung von 236 der 1067 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Deggendorf
Waltersdorf[3] 400 01.04.1971

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 4825 Einwohner
  • 1970: 5245 Einwohner
  • 1987: 6150 Einwohner
  • 1991: 6474 Einwohner
  • 1995: 7131 Einwohner
  • 2000: 7373 Einwohner
  • 2005: 7634 Einwohner
  • 2010: 7583 Einwohner
  • 2015: 7476 Einwohner
  • 2017: 7630 Einwohner

Von den 7630 Einwohnern am 19. Oktober 2017 waren 3413 männlich und 3493 weiblich. Davon 6906 Deutsche (inkl. "Doppelstaatler") und 724 Ausländer.[5]

 
Der Hengersberger Marktplatz früher (genaues Datum unbekannt)

PolitikBearbeiten

MarktgemeinderatBearbeiten

Der Marktgemeinderat von Hengersberg besteht aus 20 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister. Die Gemeinderatswahl am 16. März 2014 hatte folgendes Ergebnis:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 30,6 % 6
FW Hengersberg-Altenufer 22,5 % 5
SPD 16,2 % 3
FW Schwanenkirchen-Waltersdorf 10,1 % 2
FW Schwarzach-Frohnstetten 09,2 % 2
Hengersberger Bürgerblock 06,0 % 1
Junge Liste 05,4 % 1
Wahlbeteiligung: 55,5 %
 
Das Rathaus am Hengersberger Marktplatz

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 16. Februar 2003 ist Christian Mayer (Freie Wähler) erster Bürgermeister. Er wurde bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 für weitere 6 Jahre mit 59,8 % wiedergewählt.

Bei der konstituierenden Sitzung des Marktgemeinderates am 8. Mai 2014 wurde Karl-Heinz Seidl (Freie Wähler) zum 2. Bürgermeister und Raimund Nadolny (SPD) zum 3. Bürgermeister gewählt.

Die Bürgermeister von Hengersberg seit dem Zweiten Weltkrieg:[7][8]

  • 1946–1952: Franz Xaver Schlegl
  • 1952–1954: Josef Weber
  • 1954–1966: Fritz Eberle
  • 1967–1984: Wilhelm Weiß
  • 1984–2002: Werner Bachmeier
  • Mai 2002–November 2002: Georg Berger
  • seit 2003: Christian Mayer

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: In Silber auf grünem Dreiberg stehend eine blaue Blume mit goldenem Butzen auf einem von vier grünen Blättern besetzten grünen Stängel; darüber am oberen Schildrand eine silberne Wolke, aus der goldene Strahlen hervorbrechen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Im Jahre 1990 wurde die Gemeindepartnerschaft mit Gunskirchen in Oberösterreich geschlossen. Bereits seit 1968 pflegten die beiden Kommunen freundschaftliche Beziehungen.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Theater und MuseenBearbeiten

Spital Hengersberg mit Kunstsammlung Ostbayern

BauwerkeBearbeiten

Soweit nicht anders angegeben, befinden sich die folgenden Bauwerke in Hengersberg:

  • Marienkirche auf dem Frauenberg
  • Pfarrkirche auf dem Rohrberg
  • Kunst-Museum im ehemaligen Spital
  • Rathaus, ehemaliges Amtsgerichtsgebäude
  • neugotische St.-Josephskapelle
  • neugotische Gotthardkapelle in Reichersdorf
  • St.-Gotthard-Gedächtnis-Raum (sog. Geburtszimmer) im Godlhof in Reichersdorf
  • gotische bzw. neugotische Pfarrkirche St. Laurentius und Gotthard in Schwanenkirchen
  • neugotische Kapelle der Unbefleckten Empfängnis Mariä in Schwanenkirchen

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Es gab 2017 insgesamt 4454 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Von den Einwohnern standen 3123 Personen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Damit überwog die Zahl der Einpendler um 1331 Berufstätige. 104 Einwohner waren arbeitslos. 2016 bestanden 83 landwirtschaftliche Betriebe. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug 2362 ha. Davon waren 1514 ha Ackerfläche und 843 ha Dauergrünfläche.

Im Vergleich die Daten von 1999 (in Klammern die Steigerung/Reduzierung):

  • 3169 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort (+39 %)
  • 2523 Einwohner in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (+24 %)
  • 646 mehr Einpendler als Berufstätige (+113 %)
  • 152 landwirtschaftliche Betriebe (−45 %)
  • 2690 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche (−12 %)

VerkehrBearbeiten

Der Markt liegt an der Bahnstrecke Deggendorf–Kalteneck, die heute in Hengersberg endet und nur noch im Güterverkehr betrieben wird. Außerdem besitzt der Ort eine eigene Anschlussstelle an der A3. Hengersberg liegt auch am Anfang der Bundesstraße 533 Richtung Bundesstraße 85 und Freyung.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2018 existierten folgende Einrichtungen (in Klammern jeweils die Zahlen aus 1999):

  • Vier Kindertagesstätten mit 333 Plätzen und 281 Kindern (drei Kindergärten, 225 Plätze, 222 Kinder)
  • Zwei Volksschulen mit 25 Klassen und 525 Schülern (661 Schüler)

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Georg Hauer (ca. 1438 in Schwanenkirchen –?); Student in Ingolstadt im Gründungsjahr der dortigen Universität (1472), Mönch des Klosters Niederaltaich, 1485–1490 Administrator des Abtes Friedrich II., Verfasser einer Chronik der Bayerischen Herzöge („Gesta illustrium ducum Bavariae“, nur teilweise gedruckt)
  • Franz Xaver Schmid (* 17. August 1800 in Hengersberg; † 28. Juni 1871 in Traunstein), Pfarrer und Abgeordneter
  • Ludwig Muckenthaler (* 1872 in Holzberg; † 1909 in München), 1896–1900 Domorganist in Passau, 1900–1909 Stiftskapellmeister in Altötting, Komponist eines „Altöttinger Wallfahrtslied(s)“
  • Max Hebecker (1882–1948), Bergbauingenieur und Initiator des sog. Wära-Wunders von Schwanenkirchen
  • Harald Grill (* 20. Juli 1951 in Hengersberg), Schriftsteller
  • Monika Drasch (* 14. November 1965 in Hengersberg), Musikerin
  • Martin Großmann (* 8. Januar 1971 in Marl), Kabarettist, aufgewachsen in Hengersberg
  • Django Asül (* 19. April 1972 in Deggendorf), Kabarettist, aufgewachsen in Hengersberg
  • Siegfried Leffler (* 21. November 1900; † 10. November 1983 in Hengersberg), war ein protestantischer Theologe.

SonstigesBearbeiten

Eine kleine Besonderheit ist, dass es in Hengersberg drei Kirchen gibt: zwei katholische Kirchen (Rohrberg- und Frauenbergkirche) und die evangelische Friedenskirche.

Das zur Gemeinde gehörende Schwanenkirchen gilt mit 1150 Jahren, im Jahr 857 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als eine der ältesten Ortschaften links der Donau.

Auch kam es in Schwanenkirchen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise zu einem Wirtschaftswunder, da der damalige Bergwerksbesitzer das Notgeld „WÄRA“ einführte. Die Zeitungen in ganz Deutschland schrieben damals von der „WÄRA-Insel im Bayerischen Wald“. Nach dem Vorbild Schwanenkirchens führte dann auch Hengersberg (Schwanenkirchen war bis zur Gebietsreform 1971 eine eigene Gemeinde) die WÄRA ein, dieses Notgeld wurde jedoch im Jahre 1931 von der Regierung verboten.

Der Vater von Papst Benedikt XVI., Josef Ratzinger, stammt aus Rickering (Pfarrei Schwanenkirchen); er wurde dort im Jahr 1877 geboren.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Hengersberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  3. a b c d Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 445.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  5. Hengersberg in Zahlen – Einwohnerstatistik. Markt Hengersberg, 19. Oktober 2017, abgerufen am 6. Januar 2019.
  6. Bayrisches Landesamt für Statistik – Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2014, abgerufen am 30. September 2019
  7. Hengersberg in alten Ansichten Band 2. In: Europäische Bibliothek Verlag. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  8. CSU ernennt fünf neue Ehrenmitglieder zum Jubiläum. In: csu.de. Abgerufen am 22. Mai 2019.
  9. Partnergemeinde. Markt Hengersberg, abgerufen am 29. Juni 2015.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hengersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien