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Olympische Winterspiele 1968/Rennrodeln

Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 1968

Bei den X. Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble fanden drei Wettbewerbe im Rennrodeln statt. Die Naturbahn in Villard-de-Lans war genau 1000 Meter lang, hatte 14 Kurven und überwand eine Höhendifferenz von 110 Metern. Alle Wettbewerbe mussten wegen warmer Temperaturen mehrmals verschoben oder gar verkürzt werden.

Rennrodeln bei den
Olympischen Winterspielen 1968
Grenoble 1968 Winter Olympic logo.svg
Luge pictogram.svg
Information
Austragungsort FrankreichFrankreich Villard-de-Lans
Wettkampfstätte Piste de luge
Nationen 14
Athleten 85 (26 Frauen und 59 Männer)
Datum 11.–13. Februar 1968
Entscheidungen 3
Innsbruck 1964

BilanzBearbeiten

MedaillenspiegelBearbeiten

Platz Land       Gesamt
1 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR 1 1 1 3
2 Osterreich  Österreich 1 1 2
3 Italien  Italien 1 1
4 Deutschland BR  BR Deutschland 1 2 3

MedaillengewinnerBearbeiten

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Einsitzer Männer Osterreich  Manfred Schmid Deutschland Demokratische Republik 1968  Thomas Köhler Deutschland Demokratische Republik 1968  Klaus-Michael Bonsack
Einsitzer Frauen Italien  Erika Lechner Deutschland BR  Christa Schmuck Deutschland BR  Angelika Dünhaupt
Doppelsitzer Männer Deutschland Demokratische Republik 1968  Klaus-Michael Bonsack, Thomas Köhler Osterreich  Manfred Schmid, Ewald Walch Deutschland BR  Wolfgang Winkler, Fritz Nachmann

ErgebnisseBearbeiten

(alle Laufzeiten in Sekunden, Gesamtzeiten in min)

Einsitzer MännerBearbeiten

Olympiasieger 1964: Thomas Köhler (GDR/EUA).

Platz Land Sportler 1. Lauf 2. Lauf 3. Lauf Gesamt
1 Osterreich  AUT Manfred Schmid 57,16 57,73 57,59 2:52,48
2 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR Thomas Köhler 57,68 57,47 57,51 2:52,66
3 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR Klaus-Michael Bonsack 57,90 57,63 57,80 2:53,33
4 Polen 1944  POL Zbigniew Gawior 57,55 58,35 57,61 2:53,51
5 Osterreich  AUT Josef Feistmantl 57,78 58,06 57,73 2:53,57
6 Deutschland BR  FRG Hans Plenk 57,30 58,37 58,00 2:53,67
7 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR Horst Hörnlein 57,49 58,04 58,57 2:54,10
8 Polen 1944  POL Jerzy Wojnar 58,16 58,36 58,08 2:54,62
9 Deutschland BR  FRG Leonhard Nagenrauft 57,87 58,45 58,39 2:54,71
10 Italien  ITA Emil Lechner 57,94 58,63 58,53 2:55,10
11 Deutschland BR  FRG Wolfgang Winkler 58,08 58,86 58,41 2:55,35
12 Italien  ITA Giovanni Graber 58,09 58,59 58,88 2:55,56
14 Osterreich  AUT Helmut Thaler 58,42 59,03 58,60 2:56,05
16 Italien  ITA Siegfried Mair 58,22 59,51 58,45 2:56,18
17 Deutschland BR  FRG Fritz Nachmann 58,54 59,05 58,82 2:56,41
18 Italien  ITA Raimund Prinoth 58,80 59,16 58,89 2:56,85
36 Liechtenstein 1937  LIE Werner Sele 60,92 61,27 61,69 3:03,88
41 Liechtenstein 1937  LIE Simon Beck 63,52 64,54 63,59 3:11,65

1. und 2. Lauf: 11. Februar 1968, 07:00 Uhr
3. Lauf: 13. Februar 1968, 08:00 Uhr

50 Teilnehmer aus 14 Ländern, 47 davon in der Wertung. Ausgeschieden: Peter Kretauer (AUT), Julius Schädler (LIE), Wolfgang Scheidel (GDR).

Der ursprüngliche Zeitplan lautete wie folgt: Erster und zweiter Lauf am 8. Februar, dritter Lauf am 10. Februar, vierter Lauf am 12. Februar.
Nach den ersten beiden Läufen gab es für den 12. Februar erneut eine Absage. Schmid führte vor Köhler, Hörnlein, Bonsack, Plenk, Feistmantl, Gawior, Nagenrauft, Wojnar und Lechner; Thaler lag auf Rang 14. Der vierte Lauf war für den 14. Februar angesetzt, doch die Bahn war wegen den Wärmegraden viel zu weich. Am 15. Februar gab es nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung des Exekutivkomitees des Internationalen Rodelverbandes den Beschluss, dass sowohl bei den Damen als auch Herren der vierte Lauf unterbleibt. Manfred Schmid hatte nur im ersten Lauf Bestzeit erzielt.[1][2][3]

Einsitzer FrauenBearbeiten

Olympiasiegerin 1964 und Weltmeisterin 1967: Ortrun Enderlein (GDR/EUA).

Platz Land Sportlerin 1. Lauf 2. Lauf 3. Lauf Gesamt
1 Italien  ITA Erika Lechner 48,76 49,39 50,51 2:28,66
2 Deutschland BR  FRG Christa Schmuck 49,15 49,84 50,38 2:29,37
3 Deutschland BR  FRG Angelika Dünhaupt 49,34 49,88 50,34 2:29,56
4 Polen 1944  POL Helena Macher 49,55 50,02 50,48 2:30,05
5 Polen 1944  POL Jadwiga Damse 49,64 50,43 50,08 2:30,15
6 Tschechoslowakei  TCH Dana Spálenská-Beldová 49,22 50,36 50,77 2:30,35
7 Polen 1944  POL Anna Mąka 49,69 50,05 50,66 2:30,40
8 Deutschland BR  FRG Ute Gähler 49,78 49,93 50,71 2:30,42
9 Osterreich  AUT Helene Thurner 49,64 50,15 50,71 2:30,50
10 Osterreich  AUT Marlene Korthals 49,72 50,31 51,30 2:31,33
15 Osterreich  AUT Elfriede Wäger 51,93 50,44 52,04 2:34,41
21 Italien  ITA Erika Prugger 61,90 50,91 51,40 2:44,21

1. und 2. Lauf: 11. Februar 1968, 08:45 Uhr
3. Lauf: 13. Februar 1968, 10:00 Uhr

26 Teilnehmerinnen aus 10 Ländern, davon 21 in der Wertung.

Die vier Läufe waren ursprünglich an den gleichen Tagen geplant wie beim Einzelrennen der Männer (somit der erste und zweite Lauf am 8. Februar ab 8 h geplant).
Nach 2 Läufen lag Enderlein vor Müller, Lechner, Knösel. Schmuck, Dünhaupt, Macher, Beldová. Gähler und Maka; die Österreicherinnen nahmen die Plätze 11 (Thurner), 12 (Korthals) und 18 (Wäger) ein (siehe bitte Fußnote zu Herren-Einsitzer).
Ortrun Enderlein, Anna-Maria Müller und Angela Knösel aus der DDR lagen nach drei Läufen auf den Plätzen 1, 2 und 4. Kurz vor dem Start des dritten Laufs hatte der polnische Juryvorsitzende Lucjan Świderski eine Stichkontrolle durchgeführt, indem er etwas Schnee auf die Seitenfläche der Eiskante des Schlittens legte. Da dieser schmolz, schlussfolgerte Świderski, dass die Kufen ihrer Schlitten erhitzt worden seien.[4] Dies war seit 1964 verboten, da durch das Erhitzen ein Zeitvorteil von rund einer halben Sekunde erzielt werden kann. Enderlein, Müller und Knösel wurden daraufhin von der Jury disqualifiziert. Da kein vierter Lauf mehr ausgetragen wurde, ging die Goldmedaille an Erika Lechner, während Christa Schmuck und Angelika Dünhaupt Silber und Bronze zugesprochen erhielten.

Doppelsitzer MännerBearbeiten

Olympiasieger 1964: Josef Feistmantl, Manfred Stengl (AUT) / Weltmeister 1967: Klaus-Michael Bonsack, Thomas Köhler (GDR).

Platz Land Sportler 1. Lauf 2. Lauf Gesamt
1 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR Klaus-Michael Bonsack, Thomas Köhler 47,88 47,97 1:35,85
2 Osterreich  AUT Manfred Schmid, Ewald Walch 48,16 48,18 1:36,34
3 Deutschland BR  FRG Wolfgang Winkler, Fritz Nachmann 48,58 48,71 1:37,29
4 Deutschland BR  FRG Hans Plenk, Bernhard Aschauer 48,70 48,91 1:37,41
5 Deutschland Demokratische Republik 1968  DDR Horst Hörnlein, Reinhard Bredow 48,80 49,01 1:37,81
6 Polen 1944  POL Zbigniew Gawior, Ryszard Gawior 49,01 48,84 1:37,85
7 Osterreich  AUT Josef Feistmantl, Wilhelm Biechl 48,81 49,30 1:38,11
8 Italien  ITA Giovanni Graber, Enrico Graber 49,01 49,14 1:38,15
9 Polen 1944  POL Lucjan Kudzia, Stanisław Paczka 49,09 49,08 1:38,17
10 Italien  ITA Ernst Mair, Siegfried Mair 49,10 49,57 1:38,67

1. und 2. Lauf: 18. Februar 1968, 08:00 Uhr

15 Teams aus 8 Ländern, davon 14 in der Wertung. Ursprünglich hätte der Wettbewerb am 15. Februar stattfinden sollen, doch konnte er wegen der warmen Temperaturen (die Bahn befand sich auch am 17. Februar weiterhin in einem desolaten Zustand, nicht einmal Trainings waren möglich gewesen) erst am letzten Wettkampftag (18. Februar) ausgetragen werden.[5][6]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. «Zwei Läufe – Manfred Schmid führt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 13. Februar 1968, S. 11 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  2. «Weiterhin Debatten, Lauf verschoben ». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 15. Februar 1968, S. 13 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  3. «Schmid ist nun Olympiasieger». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1968, S. 16 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  4. Wolf-Sören Treusch: Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble: „Allemagne“ gegen „Ostdeutschland“ Deutschlandfunk Kultur, 11. Februar 2018.
  5. Spalte 4, unten: «Rodler warten weiter». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 18. Februar 1968, S. 13 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat).
  6. unten links: «Rodeln – letzter Versuch»; «Kleine Zeitung», Steiermark-Ausgabe vom 18. Februar 1968, Seite 25