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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Oberkotzau
Oberkotzau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Oberkotzau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 16′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 484 m ü. NHN
Fläche: 21,51 km2
Einwohner: 5383 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95145
Vorwahl: 09286
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 158
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Am Rathaus 2
95145 Oberkotzau
Website: www.oberkotzau.de
Bürgermeister: Stefan Breuer (CSU)
Lage des Marktes Oberkotzau im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
Über dieses Bild
Brücke über die Schwesnitz, im Hintergrund die evangelische Kirche St. Jakobus mit Pfarrhaus
Evangelisches Pfarrhaus
Pfeifersbrücke und Schloss Oberkotzau
Katholische Kirche St. Antonius
Ortsansicht, Mitte des 19. Jahrhunderts
Saale bei Oberkotzau

Oberkotzau ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Hof und liegt unmittelbar südlich der Stadt Hof.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Der Markt liegt an der Mündung der Schwesnitz in die Saale.

Oberkotzau liegt im Ballungsraum von Hof (Saale).

NachbargemeindenBearbeiten

Döhlau, Rehau, Schwarzenbach an der Saale, Konradsreuth sowie die kreisfreie Stadt Hof.

Die Stadt liegt im Hofer Land.

OrtsteileBearbeiten

Die Gemeinde Oberkotzau ist in[2] acht Ortsteile eingeteilt:

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Oberkotzau ist eine der ältesten Ansiedlungen im nordöstlichen Franken. Der Ort entstand an der Einmündung der Schwesnitz in die Sächsische Saale und bestand ursprünglich aus drei Ansiedlungen mit eigenen Namen, wobei die rechts der Schwesnitz liegende Schwandewitz hieß. Nach ortsgeschichtlichen Überlieferungen soll diese von Wenden besiedelt worden sein. Der links der Schwesnitz befindliche Ortsteil, früher Koczaw (mit der späteren Umwandlung in Kotzau), hängt mit der Entstehung des alten Rittergeschlechtes von Kotzau zusammen. Der links der Saale gelegene dritte Ortsteil hieß Saaldorf und gilt wie Kotzau als deutsche Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung von Kotzau datiert vom 26. März 1234. Urkundlich tauchte der Name Oberkotzau erstmals 1686 auf, als der Generalleutnant von Holstein Sonderburg und Wiesenburg es kaufte und bis 1724 dort lebte und starb. Er war der Sohn der letzten regierenden Dynastie der Schlesischen Piasten in Schlesien. Herzöge von Liegnitz, Brigg und Ohlau.

Erste Herren von Oberkotzau waren das uradelige Geschlecht derer von Kotzau, ein Rittergeschlecht, das über großen Reichtum und hohes Ansehen verfügte und eine wichtige Rolle in der Gegend spielte. Zu ihren Privilegien gehörte im Ort die Hochgerichtsbarkeit und die kaiserliche Freistätte, eine Zufluchtsstätte für Gesetzesübertreter – ausgenommen Ehebrecher und Mörder – die dort unbehelligt die Entscheidung des Gerichtes abwarten konnten. Seit 1760 wurde kein Gebrauch mehr von ihr gemacht und sie wurde 1799 offiziell aufgehoben. Weitere Handelsprivilegien waren das Marktrecht und die Erlaubnis, Juden anzusiedeln. Ein Flurname gibt Auskunft über eine ehemalige jüdische Begräbnisstätte. Die von Kotzau waren u. a. Amtmänner von Hof und auf dem Epprechtstein.

Als Mitte des 17. Jahrhunderts das Geschlecht derer von Kotzau erlosch, gingen die Kotzauer Güter nach einigen Zwischenstationen an die Markgrafen von Bayreuth über. Ein Verwandter des Landesherren, Markgraf Georg Albrecht aus dem Hause Brandenburg-Kulmbach, erwarb sie 1698 durch Kauf. Nach der Verehelichung mit einer Bürgerlichen richtete der Markgraf seinen Wohnsitz in Oberkotzau ein und wurde Gründer der freiherrlichen Familie von Kotzau, hochfürstlich brandenburg-kulmbachischer Abstammung. Die Familie ließ an der Stelle des 1852 abgebrannten alten Schlosses das heutige große, etwas fremdartig anmutende Schloss errichten.

20. JahrhundertBearbeiten

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten viele Bürger des Ortes von Agrarwirtschaft, Viehhandel, Groß- und Einzelhandel und Handwerk. Arbeitsplätze wurden auch durch Betriebsgründungen geschaffen (Textilfärberei und -druckerei, Porzellanmanufaktur, Porzellanmalerei, Marmelade-, Hefe- und Siruperzeugung, Treibriemenproduktion, Autowerkstätten etc.).

Flüchtlinge und Vertriebene und die Funktion als Speckgürtel des benachbarten Hof wie auch eine geschickte Ansiedlungspolitik der Gemeinde ließen nach dem Zweiten Weltkrieg die Bevölkerungszahlen und die Wirtschaftskraft des Ortes stark ansteigen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Autengrün und Fattigau eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der Gemeinde Martinsreuth hinzu.[3]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern.

Nach der Kommunalwahl 2008 verteilten sich die Sitze folgendermaßen:

Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 besteht folgende Zusammensetzung:[4]

  • CSU: 12 Sitze
  • SPD und Grüne/ÖDP: 8 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

  • 1972–1986: Emil Spröd
  • 1986 – April 2008: Ernst Schrödel
  • seit Mai 2008: Stefan Breuer (CSU)

WappenBearbeiten

Das Wappen des Marktes ist in zwei Hälften gespalten. Es zeigt zum einen die Hälfte des Brandenburgischen Adlers in Rot auf silbernem Grund und zum anderen eine Vierung aus abwechselnd silbernen und schwarzen Feldern. Beides sind Hoheitszeichen der Hohenzollern, die über das Fürstentum Bayreuth, sowie das vorausgehende Brandenburg-Kulmbach und die Burggrafschaft Nürnberg und die von ihnen neu begründeten Freiherren von Kotzau in enger Beziehung zum Ort standen. Das Wappen wurde auch von einem Markgrafen verliehen. Als Variante gab es Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem Übergang der Region an Bayern kurzzeitig ein Wappen in dem die Farben der Hohenzollern durch die bayerischen Landesfarben (blau-weiß) ersetzt worden waren.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Freizeit und TourismusBearbeiten

Der Markt Oberkotzau ist Ausgangspunkt für Ausflüge in das Fichtelgebirge und in den Frankenwald.

VereineBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Oberkotzau e. V.
  • Allgemeiner Turn- und Sportverein 1858 e. V. (ATSV)
  • Fichtelgebirgsverein, Ortsgruppe Oberkotzau
  • Gesangverein Liederkranz 1862 e. V.
  • SpVgg Oberkotzau
  • Verein für Evangelische Gemeindediakonie Oberkotzau e. V.
  • Tennis Club Oberkotzau e. V. (TCO)
  • Eichenkreuz Oberkotzau e. V.
  • Schützengesellschaft 1864 e. V.
  • DLRG Ortsverband Oberkotzau e. V.
  • Bergwacht Oberkotzau

StiftungenBearbeiten

  • Zeidler-von Kotzauische Evangelische Stiftung Oberkotzau
  • Stiftung für Kultur in Oberkotzau

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhofsseite der Bahnstrecken Bamberg–Hof und Regensburg–Hof, 1986

Der Bahnhof Oberkotzau liegt an den Eisenbahnstrecken Regensburg–Hof und Bamberg–Hof. In der als Keilbahnhof angelegten Anlage zweigt die Bahnstrecke Cheb–Oberkotzau ab. Die Lage an drei Strecken war der Grund, dass Oberkotzau Ende des Zweiten Weltkriegs, als der Hofer Hauptbahnhof zerbombt war, größere Bedeutung als Umschlagplatz für Waren und im Fahrgastverkehr erlangte.

In der Nähe verlaufen die Autobahnen 9, 93 und 72.

UnternehmenBearbeiten

  • GEALAN Fenster-Systeme GmbH
  • GEALAN Formteile GmbH
  • Siebenstern, Jackstädt & Co. KG, Konservenfabrik
  • Gemeinhardt AG, Heizung, Solar, Bad
  • Schloßbrauerei Stelzer (Fattigau)
  • Solartechnik Kropf GmbH
  • Prozesstechnik Kropf GmbH
  • Dachser GmbH

EinrichtungenBearbeiten

Oberkotzau verfügt über eine Grund- und Hauptschule und je einen evangelischen, katholischen und kommunalen Kindergarten. Zu den sozialen Einrichtung zählen ein Seniorenheim und eine Wohngruppe der Diakonie Hochfranken.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des MarktesBearbeiten

Personen, die mit Oberkotzau in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Oberkotzau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Oberkotzau – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 485.
  4. www.oberkotzau.de/rathaus/marktgemeinderat