Selbitz (Oberfranken)

Stadt im Landkreis Hof, Bayern, Deutschland

Selbitz ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Hof und liegt im Frankenwald etwa 14 km westlich der Kreisstadt Hof.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Selbitz
Selbitz (Oberfranken)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Selbitz hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 11° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 27,75 km2
Einwohner: 4250 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 153 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95152
Vorwahl: 09280
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 171
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 2
95152 Selbitz
Website: www.selbitz.de
Bürgermeister: Stefan Busch (Parteifreie Wähler)
Lage der Stadt Selbitz im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
Über dieses Bild
Stadtmitte Selbitz
Schloss Neuhaus

OrtsnameBearbeiten

Der Ortsname ist belegt mit „Seilbitz“ (1358),[2] „Selbitz“ (1367), „Selwitz“ (1374), „Selwicz“ und „Selbitz“ (1386), „Selbicz“ (1388), „Schelwitz“ (1401), „Selwitz“ (1407), „Selwicz“ (1421) und „Selbitz“ (ab dem 15. Jahrhundert).[2]

Die Bezeichnung stammt entweder vom Gewässernamen Želvьnica (für Schildkrötenbach), wofür das westslawische Wort Žely (für Schildkröte) als Basis diente,[2] oder vom Wort Zělwina (für die Grüne) ab.[3] Damit und wegen der Endung -itz ist der Ortsname ein Relikt der Westslawen, die sich vor allem im 6. Jahrhundert bei einer Siedlungswelle im heutigen Oberfranken (daraufhin auch als terra slavorum bezeichnet) niederließen.[4]

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Stadt liegt am gleichnamigen Fluss Selbitz, der den Ort von Süd nach Nord durchfließt. Im Stadtgebiet mündet auch der aus südöstlicher Richtung kommende Rothenbach. Selbitz liegt im Bayerischen Vogtland und am östlichen Rand des Naturparks Frankenwald.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind:

Berg Köditz
Naila   Hof
Schauenstein Leupoldsgrün

GemeindegliederungBearbeiten

Die Stadt Selbitz hat 17 Ortsteile[5] (in Klammern Einwohnerzahl; Stand: 1. Januar 2007):

  • Sellanger (104)
  • Staudenhäuser
  • Stegenwaldhaus (70)
  • Wachholderbusch (48)
  • Weidesgrün (197)

GeschichteBearbeiten

Selbitz war seit 1388 im Besitz der Burggrafen von Nürnberg, die den Ort häufig als Lehen weitergaben. Dem späteren Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth wurde am 16. Mai 1783 das Marktrecht verliehen. Selbitz besaß wichtige magistratische Eigenrechte. Die Marktgemeinde fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Am 26. Oktober 1954 wurde dem Markt Selbitz die Bezeichnung Stadt verliehen.

Dreißigjähriger KriegBearbeiten

Da sich Markgraf Christian in den ersten 13 Jahren des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) neutral verhielt, blieb die Gegend um Selbitz weitgehend vom Krieg verschont. 1632 schloss er ein Bündnis mit dem Schwedenkönig Gustav Adolf, wodurch der Krieg auch nach Selbitz kam. Am 11. Oktober 1632 wurde die Stadtkirche von Kroaten in Brand gesteckt, das Pfarrhaus, die Schule und weitere Wohnhäuser und Scheunen wurden ebenfalls zerstört. Außerdem gingen dabei die Kirchenbücher verloren.[6]

Bierkrieg zwischen Naila und SelbitzBearbeiten

Am 11. April 1778 wurde die ehemals reußische Selbitzer Brauerei an die Nailaer bürgerliche Braugenossenschaft verkauft, ohne vorher die Bevölkerung davon in Kenntnis zu setzen. Das hatte zur Folge, dass auch Bier aus Naila nach Selbitz geliefert werden durfte. Als am 13. April 1778 die ersten Fässer nach Selbitz gebracht werden sollten, wurde der Transport zunächst von General von Reitzenstein, Besitzer der zweiten Selbitzer Brauerei, Heinrich Beyer, Bürgermeister, und Georg Christoph Dittmar, Schöffe und Bäcker, aufgehalten, durfte aber später doch passieren, wobei ein Fass direkt ins Wirtshaus, die übrigen in einen Keller geliefert wurden. Diese wurden zwei Tage später durch den Bürgermeister und den Schöffen zerstört. Als am 24. April erneut eine Lieferung nach Selbitz unterwegs war, stoppten Beyer und Dittmar auch diese, worauf beide verhaftet wurden, aber zunächst mit Unterstützung der örtlichen Bevölkerung fliehen konnten. Am 6. Mai wurden beide zu Hause verhaftet und zur Gerichtsverhandlung nach Hof gebracht.[7] Dort wurden sie zu je sechs Wochen Gefängnis wegen Beschädigung fremden Eigentums, Befehlsverweigerung und Vergeudung von Gerstensaft verurteilt.[8]

Obwohl die Selbitzer den Prozess und damit den Bierkrieg verloren, wird bei dem seit 1834 jährlich stattfindenden Heimat- und Wiesenfest[9] in Ermangelung einer eigenen Brauerei Bier aus Naila ausgeschenkt. Ebenso wird bei dem Fest seit 1959 im Anschluss an den Festzug die Gerichtsverhandlung von Kindern und Jugendlichen auf der Rathaustreppe nachgespielt (Wiesenfestspiel).

GebietsreformBearbeiten

Bei der Gebietsreform in Bayern wurden in den 1970er Jahren vier bis dahin eigenständige Gemeinden nach Selbitz (mit Föhrighaus, Hüttungshaus, Kreuzbühl, Schertlas) eingemeindet: Dörnthal (mit Hüttung, Rothenbürg, Sellanger, Staudenhäuser, Stegenwaldhaus), Neuhaus (mit Edlasmühle, Wachholderbusch) und Rodesgrün (mit Kohlbühl) am 1. April 1971[10] sowie Weidesgrün am 1. Mai 1978.[11] Außerdem wurden am 1. Juli 1976 Gebietsteile der Nachbargemeinden Köditz und Leupoldsgrün mit damals jeweils weniger als 50 Einwohnern eingegliedert.[11]

Im Zuge der Kreisgebietsreform kam der Landkreis Naila zusammen mit Selbitz am 1. Juli 1972 zum Landkreis Hof.

EinwohnerBearbeiten

Die Einwohner tragen den Spitznamen „Bockpfeifer“. Diese Bezeichnung ist etwa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, da die Selbitzer häufig als Bettelmusikanten in der Gegend unterwegs waren und dabei eine Bockpfeife (Dudelsack) spielten.[12] Die Benennung ist in Selbitz häufig anzutreffen, so gibt es z. B. eine Gaststätte,[13] einen Fanclub,[14] einen Wanderweg[15] und den Brunnen am Rathaus, deren Namensbestandteil Bockpfeifer ist. Auch im Stadtwappen und im Titel des ehemaligen Heimatblattes Der Selbitzer Bockpfeifer taucht die Figur auf.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 4948 auf 4294 um 654 bzw. um 13,2 %. Am 31. Dezember 1994 hatte die Stadt 5048 Einwohner.

Jahr Bevölkerung
1961 5707
1970 5651
1987 4981
1995 4999
2000 4947
2005 4746
2010 4507
2015 4359

Dokumentation der StadtgeschichteBearbeiten

Zur Dokumentation der Geschichte der heutigen Gemeinde Selbitz, tragen das Stadtarchiv im Rathaus und das Schulmuseum in der Grund- und Mittelschule bei. Des Weiteren wurde seit den 1950er Jahren der Selbitzer Bockpfeifer als Beilage des städtischen Bürgerblattes veröffentlicht, wobei die Vergangenheit von Selbitz, sowie Erlebnisse der Bevölkerung (laienhaft) beleuchtet werden konnten (→ Literatur).

ReligionBearbeiten

 
Evangelisch-lutherische Kirche von Selbitz mit einem für die Gegend charakteristischen Schieferdach (2009)

Der Großteil der Bevölkerung gehört der evangelisch-lutherischen Kirche an.[16] Außerdem besitzen die evangelisch-methodistische Kirche sowie die römisch-katholische Kirche eigene Gotteshäuser.

Der Friedhof befindet sich etwas außerhalb der Stadt in der Brunnenstraße, nachdem der alte Friedhof an der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche zu klein geworden war. Die Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege sind auf Tafeln an der Außenseite des Gotteshauses verzeichnet.[17]

Selbitz ist seit 1949 Sitz der Communität Christusbruderschaft Selbitz, einer Lebensgemeinschaft innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, die im Walter-Hümmer-Haus auf dem Wildenberg ein Altenheim und eine Arztpraxis betreibt. Für verstorbene Mitglieder der Christusbruderschaft gibt es auf dem Wildenberg einen eigenen Friedhof.

PolitikBearbeiten

 
Das Rathaus von Selbitz (2012)

BürgermeisterBearbeiten

Liste der Bürgermeister seit dem Zweiten Weltkrieg:

Bei der Wahl 2014 wurde in der Stichwahl Stefan Busch (PFW) zum Bürgermeister gewählt.[18][19][20]

Stadtratswahl 2020[21]
Wahlbeteiligung: 69,8 %
(2014: 71,8 %)
 %
40
30
20
10
0
32,4 %
24,6 %
7,1 %
24,2 %
11,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,7 %p
-3,4 %p
+7,1 %p
-5,2 %p
+0,8 %p

StadtratBearbeiten

Die vergangenen vier Kommunalwahlen führten in Selbitz zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:[22]

Partei / Liste 2002 2008 2014 2020
CSU 7 5 5 5
SPD 8 6 4 4
Grüne 1
Parteifreie Wähler (PFW) 3 3 5 4
Überparteiliche Wählergemeinschaft (ÜWG) 2 2 2 2
Summe 20 16 16 16

Bundestag, Landtag, Bezirkstag und KreistagBearbeiten

Selbitz liegt bei Bundestagswahlen im Wahlkreis Hof (Wahlkreis 239), der neben dem Landkreis Hof die Stadt Hof sowie den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge umfasst. Bei der Wahl 2013 direkt gewählter Abgeordneter ist Hans-Peter Friedrich (CSU). Daneben gehören aus dem Wahlkreis auch Petra Ernstberger (SPD), Silke Launert (CSU) und Elisabeth Scharfenberg (Grüne) dem Deutschen Bundestag (631 Mitglieder) an.

Für die Landtagswahlen umfasst der Stimmkreis Hof (Stimmkreis 406), in dem Selbitz liegt, die Stadt Hof sowie den Landkreis Hof. Bei der letzten Wahl 2013 direkt gewählter Abgeordneter ist Alexander König (CSU). Zudem gehört der ehemalige Selbitzer Bürgermeister Klaus Adelt (SPD) als Listenkandidat dem Bayerischern Landtag (180 Mitglieder) an.

Der Stimmkreis für den Bezirkstag von Oberfranken (17 Mitglieder) ist mit dem Landtagsstimmkreis identisch, die Wahl findet zudem zeitgleich statt. Direkt gewählter Abgeordneter ist Eberhard Siller (CSU). Derzeit gehört kein weiterer Abgeordneter aus dem Gebiet des Stimmkreises dem Bezirkstag an.

Im Kreistag (60 Mitglieder) des Landkreises Hof (letzte Wahl 2014) ist Selbitz mit den Kreistagsabgeordneten Klaus Adelt (SPD), Christa Fickenscher und Carsten Kirschner (beide CSU) vertreten.[23]

WappenBearbeiten

„Gespalten; vorne (heraldisch rechts) in Rot auf grünem Boden die silbern gekleidete Figur eines Dudelsackpfeifers (Bockpfeifer) mit schwarzem Dudelsack; hinten (heraldisch links) geviert von Silber und Schwarz.“[24]
  • Geschichte
Das heutige Wappen wird seit 1977 geführt, davor hatte Selbitz ein Wappen in silbern, auf dem ein schwarzes Lamm auf grünem Boden zu sehen war.[25]

PartnerschaftenBearbeiten

Im Zuge der Wende 1990 wurde Pausa im sächsischen Vogtlandkreis die Partnerstadt von Selbitz. Außerdem besteht eine Partnerschaft mit dem gleichnamigen Ortsteil Selbitz der Stadt Kemberg im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.[26]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Neues Schloss

BaudenkmälerBearbeiten

Im Ortsteil Neuhaus befindet sich das Schloss Neuhaus. Das Bauwerk wurde 1427/1428 errichtet und gehörte u. a. der Familie von Waldenfels. Das Schloss befindet sich im Privatbesitz.[27]

SportBearbeiten

 
Hallenbad Selbitz, 2018

Im Jahr 1971 wurde das städtische Hallenbad mit Sauna in Selbitz eröffnet. Nach über 38 Jahren musste das Bad 2010 aus finanziellen Gründen geschlossen werden.[28] Nachdem das Gebäude noch lange Zeit als Vereinssauna gedient hatte, wurde es im Jahr 2019 abgerissen und das Gelände renaturiert.

Freizeit, Sport und TourismusBearbeiten

Die Stadt Selbitz zieht während des Heimat- und Wiesenfestes seit 1834 alljährlich Ende Juli mehrere tausend Besucher an. Im Laufe des Jahres finden der Ostermarkt, Bauernmärkte, ein Kärwamarkt, der Herbstmarkt und der Weihnachtsmarkt statt.

Die Stadt und ihr Umland bieten für Besucher zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen, Fahrradtouren (102 km Strecke), Reiten, Schießen und Tennis.

Freizeitangebote und -aktivitäten werden u. a. durch den Fremdenverkehrsverein und die überregionale Touristikgemeinschaft Selbitztal koordiniert.[29] In Selbitz gibt es eine Reihe Vereine, darunter Freiwillige Feuerwehren und Zimmerstutzen-Schützengesellschaften mehrerer Ortsteile, außerdem Fußballvereine. Die SpVgg Selbitz (gegründet 1914) spielt, nachdem 2012 der Aufstieg aus der Staffel Nord der Landesliga Bayern gelang, in der Saison 2013/14 in der Nordstaffel der Fußball-Bayernliga und ist damit fünftklassig.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Standort der Firma Jomos in der Garlesstraße in Selbitz (2011)

Überwiegend ist Industrie ansässig (Textil und Bekleidung, Farben und Lacke, Gewürze, Kunststoffverarbeitung, Elektrotechnik, Maschinenbau, Druckerei, Spedition, Bauwaren und Bauhandwerk), wobei die Anzahl an Firmen in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat. Neu angesiedelt wurde die Firma Serag-Wiesner. Auf dem Gelände der 1998 in die Insolvenz gegangenen Apparatebau Wilhelm Heibl GmbH & Co. wurde Ende 2009 die mediherz-Versandapotheke eröffnet, die zur Luitpold Apotheke in Bad Steben (medikamente-per-klick.de) gehört. Einer der bekanntesten Firmen in Selbitz ist die Schuhfabrik Jomos. Die Stadt verfügt über ein verkehrsgünstig an den Bundesautobahnen A 9 und A 72 gelegenes Gewerbegebiet.

MedienBearbeiten

Im Bereich der Printmedien wird die Frankenpost gelesen. Jeden Donnerstag gibt die Stadt Selbitz ihr Bürgerblatt heraus, das bei der Gemeinde und in einigen örtlichen Geschäften erhältlich ist. Regionale Fernseh- (TV Oberfranken) und Radiosender (z. B. Radio Euroherz) können empfangen werden.

Bildung und SchulenBearbeiten

Selbitz verfügt über zwei Kindergärten, beide in evangelisch-lutherischer Trägerschaft und eine Grund- und Mittelschule (bis zum Schuljahr 2009/10 Grund- und Hauptschule; vor Ort ist zudem die Benennung „Volksschule“ üblich).[30] Weiterführende Schulen gibt es im vier Kilometer entfernten Naila und im 14 km entfernten Hof. In jedem Semester finden mehrere Kurse der Volkshochschule in Selbitz statt.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Selbitz (2010)

Die Stadt liegt an der A 9 (Berlin–München, Ausfahrt Naila/Selbitz) und in der Nähe des Autobahndreiecks Bayerisches Vogtland von A 9 und A 72. Eine Anreise mit dem Linienflugzeug ist nicht mehr möglich seit 2012 am wenige Kilometer entfernten Verkehrslandeplatz Hof-Plauen der Linienverkehr eingestellt wurde.

Selbitz wird über die Bahnstrecke Hof–Bad Steben im Schienenverkehr bedient. Neben dem Hauptort befinden sich auch in den Ortsteilen Rothenbürg und Stegenwaldhaus Haltestellen als Bedarfshalte. Der Bahnhof in Selbitz verfügt gegenwärtig über zwei Durchfahrtsgleise und ist Kreuzungsbahnhof für die ansonsten eingleisige Strecke, die im angenäherten Stundentakt befahren wird. Die Strecke Hof–Bad Steben wird seit 2011 von der Agilis-Verkehrsgesellschaft betrieben.

Früher war es über die Bahnstrecke Münchberg–Selbitz möglich, von Selbitz direkt nach Münchberg und weiter zu fahren. Im Streckenverlauf hatte neben Selbitz auch Weidesgrün einen Haltepunkt. Seit 1976 endet die Strecke von Münchberg aus in Helmbrechts. Von Selbitz aus muss über Hof gefahren werden, um mit dem Zug nach Münchberg zu gelangen.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Selbitz hat einen Ehrenbürger:

  • Josef Witt (1884–1954), Gründer des Textilhandelhauses Witt Weiden, für den Auf- und Ausbau einer Weberei in Selbitz, ernannt 1949.[31]

Außerdem wurden 1933, zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus, aus politischen Gründen vier Ehrenbürger ernannt, denen der Ehrentitel nach Kriegsende 1945 wieder entzogen wurde (angegeben sind die Funktionen bei der Ernennung):[31]

Söhne der StadtBearbeiten

Personen, die vor Ort wirken oder gewirkt habenBearbeiten

AdelsfamilienBearbeiten

Die Geschichte von Selbitz und seiner Ortsteile wurde Jahrhunderte u. a. von Mitgliedern der Adelsfamilien Reitzenstein, Reuß, Rotenhan und Tettenbach geprägt. Deren Familienwappen sind auch an der Decke der Stadtkirche angebracht. Weitere Geschlechter mit Bezug zum Ort sind Dobeneck und Waldenfels.

Darüber hinaus gab es eine dem Ritterkanton Rhön-Werra angehörende Familie von Selbitz, die ihr Stammhaus „unweit [der Nachbargemeinde] Schauenstein“ hatte.[32] Ein Hans von Selbitz war Mitstreiter des Götz von Berlichingen und wurde im Schauspiel Götz von Berlichingen (1773) von Johann Wolfgang von Goethe literarisch verewigt.[33]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Selbitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Reitzenstein, S. 207.
  3. Maas, S. 205
  4. Gewusst?, Nürnberger Nachrichten, 9. Dezember 2006
  5. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  6. Evangelische Kirche im Frankenwald. Verlag der Ev.-Luth. Mission Erlangen, Erlangen 1990, S. 119.
  7. Der Selbitzer Bockpfeifer. Wiesenfestsondernummer/1959, 18. Juli 1959, S. 1–3.
  8. Der Selbitzer Bockpfeifer. #25/1959, 12. Dezember 1959, S. 1–4.
  9. Geschichte der Stadt Selbitz. Abgerufen am 19. August 2016.
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
  11. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687.
  12. Der Selbitzer Bockpfeifer, #1/1970, S. 1–4, 10. Januar 1970
  13. Gaststätte Bockpfeifer, abgerufen am 24. Juli 2011
  14. FCN Fanclub Bockpfeifer, abgerufen am 24. Juli 2011
  15. www.wanderkompass.de (Memento vom 25. Februar 2011 im Internet Archive), abgerufen am 24. Juli 2011
  16. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Selbitz
  17. Abbildungen der Stadtkirche in Selbitz, abgerufen am 8. Mai 2011
  18. Ergebnis Bürgermeisterwahl 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Selbitz, 16. März 2014, archiviert vom Original am 7. April 2014; abgerufen am 30. März 2014.
  19. Ergebnis Bürgermeister Stichwahl 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Selbitz, 30. März 2014, archiviert vom Original am 7. April 2014; abgerufen am 30. März 2014.
  20. Schneller Wechsel in Selbitz. Frankenpost, 1. April 2014, abgerufen am 6. April 2014.
  21. Wahlergebnis 2020 – Wahl des Stadtrats Stadt Selbitz, abgerufen am 7. April 2020
  22. Ergebnis Stadtratswahl 2014. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Selbitz, 16. März 2014, archiviert vom Original am 7. April 2014; abgerufen am 30. März 2014.
  23. Ergebnis zur Kreistagswahl 2014 am 16. März 2014 Landkreis Hof. Landkreis Hof, 24. März 2014, abgerufen am 6. April 2014.
  24. Wappenbeschreibung vom Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. Mai 2011
  25. Wappenbeschreibung auf der stadteigenen Internetseite (Memento vom 7. Februar 2011 im Internet Archive), abgerufen am 24. Juli 2011
  26. www.stadt-kemberg.de (Memento vom 1. Februar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 4. März 2012
  27. Ausführliche Chronologie von Dorf und Schloss Neuhaus, abgerufen am 24. Juli 2011.
  28. Pressemitteilung zur Schließung des Hallenbades erschienen in der Frankenpost, abgerufen am 30. Juli 2010.
  29. www.selbitztal.de
  30. Grund- und Mittelschule Selbitz. September 2013, abgerufen am 5. Oktober 2013.
  31. a b Der Selbitzer Bockpfeifer, #14/1983, S. 196, 15. Oktober 1983
  32. Johann Gottfried Biedermann: Geschlechtsregister Der Reichsfrey unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Franken Löblichen Orts Rhön und Werra: Welches aus denen bewährtesten Urkunden, Kauf- Lehen- und Heyrathsbriefen gesamleten Grabschriften und eingeholten genauen Nachrichten von innen beschriebenen Gräflich-Freyherrlich- und Edlen Häusern. Bayreuth 1749, S. CCCCXXV und CCCCXXVI.
  33. 11. Wohnhaus Paul Graf von Waldersees. Königsberg in Bayern, abgerufen am 5. April 2014.