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Nowy Targ (deutsch Neumarkt, jiddisch Neymarkt) ist eine polnische Kreisstadt in der Woiwodschaft Kleinpolen, Powiat Nowotarski. Sie gilt als Hauptstadt der Podhale-Region und der Euroregion Tatry, liegt am Dunajec nördlich der Hohen Tatra im Neumarkter Becken, rund 65 Kilometer südlich von Krakau und zählt etwa 30.000 Einwohner.

Nowy Targ
Wappen von Nowy Targ
Nowy Targ (Polen)
Nowy Targ
Nowy Targ
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Nowy Targ
Fläche: 51,07 km²
Geographische Lage: 49° 29′ N, 20° 2′ OKoordinaten: 49° 28′ 40″ N, 20° 1′ 48″ O
Höhe: 585–1138 m n.p.m.
Einwohner: 33.412
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 34-400 bis 34-403
Telefonvorwahl: (+48) 18
Kfz-Kennzeichen: KNT
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ZakopaneRabka-Zdrój
Schienenweg: Chabówka–Zakopane
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 33.412
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1211011
Verwaltung (Stand: 2017)
Bürgermeister: Grzegorz Watycha
Adresse: ul. Krzywa 1
34-400 Nowy Targ
Webpräsenz: www.nowytarg.pl



Zentrum von Nowy Targ mit Blick auf die Tatra
Rathaus am Marktplatz
Holzkirche St. Anna
St.-Katherina-Kirche

GeschichteBearbeiten

Im Jahr 1336 wurde die Stadt Nowy Targ nach dem Privileg des Königs Kasimir der Große gegründet, nach Magdeburger Recht auf 150 fränkischen Hufen, an der Stelle der im 13. Jahrhundert existiertenden Siedlung Stare Cło (Antiquum Theoloneum[2])[3]. Die Erwähnungen cuius ciuitatis nomen fuit ‘Nouum Forum’ [1208] und que cognominata erit ‘Nyemarg’ vulgo ‘Nowy Targ’ iure Theutonice [1234 bzw. 1238] stammen aus von Szczyczycer Mönchen verfälschten[4] Dokumenten[A 1]. Etwa später wurde auf einer Anhöhe eine Kirche errichtet.

Im frühen 14. Jahrhundert folgte auch größere Besiedlungsaktion in diesem Gebiet, der damals Długie Pole (lateinisch longus Campus bzw. Longo Prato) benannt wurde. Im Jahr 1350 umfasste das Dekanat „de Longo Campo“ die Pfarreien Nowy Targ, Cło Stare, Chochowsow (Klikuszowa), Szaflary, Waksmund, Phyfer (Ostrowsko), Niger (Maniowy), Clessino (Kluczkowce), Sromowce Wyżne, Sromowce Niżne, Wylczsko bzw. Wyczsko (Szczawnica?), Villa Ivconis (Tylmanowa?), später auch Grywałd.[5] Einige der Namen deuten auf deutsche Ansiedlung (vermutlich aus Schlesien), auch die Stadt hatte einen großen Anteil deutscher Bevölkerung.

Zwischen 1575 und 1578 gründeten die Schuster die erste Zunft der Stadt. 1601 vernichtete ein großes Feuer große Teile von Nowy Targ und dabei auch die Kirche. Im Schwedisch-Polnischen Krieg wurde die Stadt 1656 von den Schweden schwer zerstört. 1710 kam es neben einem Feuer auch zum Ausbruch der Pest. Am 13. Juni 1784 vernichtete wiederum ein Feuer große Teile der Stadt. Die erste Apotheke eröffnete 1823. 1880 bildete sich die Freiwillige Feuerwehr von Nowy Targ.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten 1300 Juden in der Stadt, das war ein Fünftel der Bevölkerung. Im Mai 1941 wurde ein Zwangsghetto eingerichtet, in dem im August 1942 zwischen drei- und viertausend Menschen zusammengepfercht waren, die in das Vernichtungslager Belzec deportiert wurden. Am 29. Januar 1945 erreichte die Rote Armee Nowy Targ. Am 8. Juni 1979 besuchte Papst Johannes Paul II. die Stadt.

LandgemeindeBearbeiten

Die eigenständige Landgemeinde (gmina wiejska) Nowy Targ hat eine Fläche von 208,65 km², auf der 23.779 Menschen leben (31. Dezember 2016). Die Bevölkerung ist in der Land-, Fischerei- und Forstwirtschaft sowie dem Tourismus tätig.

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt, auf blauem Grund, die Heilige Katharina von Alexandrien. Sie trägt eine goldene Krone, hält in der linken Hand einen Palmwedel und in der rechten ein Schwert. Zu ihrer rechten Seite befindet sich ein goldenes Rad.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

SportBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Überregional bekannt geworden ist diese Stadt durch ihren sehr großem Freiluft-Verkaufsmarkt mit allen Artikeln des täglichen Bedarfs über Wäsche, Textilien bis hin zu Möbeln, Tieren, Autos und Ersatzteilen.

VerkehrBearbeiten

Am westlichen Ortsrand verläuft die Schnellstraße Zakopianka (DK47), die Krakau mit Zakopane verbindet. In Nowy Targ beginnt die DK49 entlang der Białka zum ehemaligen Grenzübergang in Jurgów.

Der Bahnhof Nowy Targ liegt an der Bahnstrecke Chabówka–Zakopane. Einst begann hier die Bahnstrecke Nowy Targ–Suchá Hora.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Nowy Targ, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 536f.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nowy Targ – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Tomasz Jurek (Redakteur): CŁO STARE (pl) In: Słownik Historyczno-Geograficzny Ziem Polskich w Średniowieczu. Edycja elektroniczna. PAN. 2010–2016. Abgerufen am 22. April 2019.
  3. Bogusław Krasnowolski, Zasady lokacyjnego rozmierzenia wsi podhalańskich [Principles Applied for the Measuring out of Podhalanian Villages Founded between Nowy Targ und Krościenko], [in:] Późne średniowiecze w Karpatach polskich, Rzeszów 2007, S. 127.
  4. Gemeinschaftsarbeit: Gorce. Przewodnik dla prawdziwego turysty. Oficyna Wydawnicza „Rewasz“, Pruszków 2004, ISBN 83-8918819-8, S. 36 (polnisch).
  5. Tomasz Jurek (Redakteur): DŁUGIE POLE (pl) In: Słownik Historyczno-Geograficzny Ziem Polskich w Średniowieczu. Edycja elektroniczna. PAN. 2010–2016. Abgerufen am 22. April 2019.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Außerdem war der Name Nyemarg in der mittelniederdeutschen Form Nye- untypisch in diesem Gebiet. Siehe: Barpara Czopek-Kopciuch: Adaptacje niemieckich nazw miejscowych w języku polskim [Die Adaptation deutscher ON im Polnischen]. Prace Instytutu Języka Polskiego. Polska Akademia Nauk. Instytut Języka Polskiego, 1995, ISBN 83-8557933-8, ISSN 0208-4074, S. 81–82 (polnisch, online).