Hauptmenü öffnen

Mosbach (Feuchtwangen)

Ortsteil der Stadt Feuchtwangen

Mosbach ist ein Ortsteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Mosbach
Koordinaten: 49° 9′ 38″ N, 10° 16′ 21″ O
Höhe: 448 m ü. NHN
Einwohner: 157 (2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91555
Vorwahl: 09852
Michaeliskirche in Mosbach

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Das Pfarrdorf liegt am linken Ufer der Wörnitz und Hegelbach, der im Ort als linker Zufluss in die Wörnitz mündet. Ca. 1 km nordöstlich erhebt sich der Vogelbuck (515 m ü. NN), ca. 1 km östlich der Weinberg (510 m ü. NN).[1]

GeschichteBearbeiten

Die Ortschaften der ehemaligen Gemeinde entstanden wahrscheinlich im 6. bis 10. Jahrhundert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Gegend durch Pest und Kriegswirren fast ausgestorben. Im 17. und 18. Jahrhundert besiedelten Salzburger, Tiroler und Schweizer Auswanderer die Ortschaften neu.

1551 wurde in Mosbach eine Schule gegründet, die bis 1971 fortbestand.

1801 gab es im Ort 30 Haushalte, die alle dem Ansbachischen Kameralamt Feuchtwangen untertan waren.[2]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde die Ruralgemeinde Mosbach gebildet, zu der die Orte Bergnerzell, Kühnhardt am Schlegel, Reichenbach, Seiderzell, Tribur gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen.[3] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 16,537 km².[4]

1833 und 1913 wurden neue Schulgebäude errichtet, das letztere dient nun dem 1971 gegründeten SV Mosbach als Sportheim. 1901 wurde die Freiwillige Feuerwehr Mosbach-Tribur gegründet. 1932 wurde der Posaunenchor durch Pfarrer Schmidt gegründet.

Als die Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs in Reichenbach ihr Hauptquartier einrichteten, ergab sich die Ortschaft Mosbach und der damalige Lehrer Fischer und Pfarrer Schmidt liefen mit einer weißen Fahne in der Hand zum Hauptquartier der Amerikaner. Als sie nach Mosbach zurückkehrten, sahen sie, dass auf dem Kirchturm der Michaeliskirche in Mosbach bereits von den Frauen der Ortschaft eine weiße Fahne gehisst worden war. Seiderzell und Kühnhardt brannten zur Hälfte ab.

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Mosbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Feuchtwangen eingegliedert.[5]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Haus Nr. 14: Eingeschossiges Wohnstallhaus mit verputztem Fachwerkgiebel, wohl 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 20: Wohnstallhaus, eingeschossiges giebelständiges Gebäude mit Steildach, mit zweigeschossigem Quergiebel, Fachwerk, Mitte 19. Jahrhundert
  • Haus Nr. 44: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Michael, Chorturmkirche, Anlage des 15. Jahrhunderts, Turm von 1489, 1621 Turm nach Brand verkürzt wieder aufgebaut mit einer welschen Haube; mit Ausstattung; Friedhof, im Kern spätmittelalterliche Anlage, Veränderungen wohl 18./19. Jahrhundert, mit Grabsteinen; Ummauerung, im Kern spätmittelalterlich, ovaler Ring aus einer mächtigen Mauer, die ursprünglich eineinhalb Meter höher war und an der Innenseite ein hervorspringendes Dach mit einem Wehrgang hatte, das 1833 entfernt wurde, um etwas mehr Licht zu gewinnen
  • Friedhofskreuz, Corpus, Metall, an Steinkreuz, bez. 1912.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Feuchtwangen#Mosbach

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Gemeinde Mosbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 867 815 851 831 882 843 845 855 865 859 841 774 784 780 776 794 754 698 680 940 892 780 662 639
Häuser[6] 142 148 161 165 160 153 143 139
Quelle [7] [8] [9] [9] [10] [9] [11] [9] [9] [12] [9] [9] [13] [9] [9] [9] [14] [9] [9] [9] [15] [9] [4] [16]

Ortsteil Mosbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002012
Einwohner 238 228 232 218 240 201 189 254 172 162 161 157
Häuser[6] 40 45 44 42 41 40 37 44
Quelle [7] [8] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [4] [16] [17]

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße AN 5 führt nach Reichenbach zur Staatsstraße 2222 bzw. nach Tribur. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Feuchtwangen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Samuel Vogtherr (1555–1584), Doktor der Theologie, Schüler Melanchthons, Pfarrer in Mosbach und ein berühmter Augenarzt
  • Wilhelm Vocke (1886–1973), deutscher Finanzfachmann, erster Präsident der Bank deutscher Länder/Bundesbank, hat als Kind in Mosbach gelebt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mosbach (Feuchtwangen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mosbach im BayernAtlas
  2. J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 652.
  3. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 36 (Digitalisat).
  4. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 777 (Digitalisat).
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 460.
  6. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  7. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 61 (Digitalisat). Für die Gemeinde Mosbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bergnerzell (S. 9), Kühnhardt (S. 51), Reichenbach (S. 74), Seiderzell (S. 85) und Tribur (S. 92).
  8. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 111 (Digitalisat).
  9. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  10. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1021, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1186, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1117 (Digitalisat).
  13. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1184–1185 (Digitalisat).
  14. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1222 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1057 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 327 (Digitalisat).