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Mohács [ˈmohaːʧ] (deutsch: Mohatsch, serbisch: Mohač, kroatisch: Mohač) ist eine ungarische Stadt am rechten Donauufer, in der Nähe der Grenze zu Kroatien und zu Serbien.

Mohács
Wappen von Mohács
Mohács (Ungarn)
Mohács
Mohács
Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Südtransdanubien
Komitat: Baranya
Kleingebiet bis 31.12.2012: Mohács
Koordinaten: 46° 0′ N, 18° 41′ OKoordinaten: 45° 59′ 45″ N, 18° 40′ 50″ O
Höhe: 82 m
Fläche: 112,23 km²
Einwohner: 18.884 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 69
Postleitzahl: 7700
KSH kódja: 23959
Struktur und Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: József Szekó (Fidesz-KDNP)
Postanschrift: Széchenyi tér 1
7700 Mohács
Website:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)
Luftaufnahme über Mohács
Typische Verkleidung zu Karneval
Dreisprachiges Ortsschild

Überregional bekannt ist Mohács für den dortigen Karneval (Busójárás). Das sechstägige Faschingsfest gilt als das größte Ungarns und lockt alljährlich Zehntausende Schaulustige. Besonderen Wert wird dabei auf den Mummenschanz mit aufwendig geschnitzten Holzmasken gelegt. Ein wichtiger Träger der Veranstaltung sind die Ungarndeutschen.[1] Die Stadt ist Grenzrevisionsstelle für Schiffe (talwärts ausreisend, bergwärts einreisend nach Ungarn).

GeschichteBearbeiten

Geschichtlich berühmt wurde Mohács durch zwei Schlachten:

  1. Schlacht bei Mohács (1526) – Die Osmanen besiegen die Ungarn.
  2. Schlacht bei Mohács (1687)Österreich besiegt das Osmanische Reich.

In Mohács lebten 1941 über 700 Juden, das waren etwa 4 Prozent der Bevölkerung.[2] Nach der deutschen Besetzung Ungarns im März 1944 richtete die ungarische Verwaltung im Mai 1944 zwei Ghettos ein, in die die Juden aus der Stadt und der Umgebung gezwungen wurden. Anfang Juli wurden die Ghettoinsassen nach Pécs und von dort in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

1949 war von den sowjetischen Besatzern geplant, in Mohács ein großes Stahlwerk zu bauen und es wurde mit ersten Arbeiten angefangen. Im Herbst wurde dann beschlossen, das Werk bei Dunaújváros zu bauen. Die Bauarbeiten wurden eingestellt und die Arbeiter in Mohács wurden aufgefordert, sich dorthin zu begeben.[3]

BevölkerungBearbeiten

Neben der ungarischen Bevölkerungsmehrheit (laut Volkszählung 2001) leben in Mohács Angehörige der Ungarndeutschen, Kroaten, Roma sowie Serben. Folgende Entwicklung der Einwohnerzahlen in den letzten Jahrzehnten hat stattgefunden:

Bevölkerungsentwicklung
19911995200020052010
20.32620.06319.45319.03318.993

StadtbildBearbeiten

In der Hafenpromenade befindet sich ein aus Edelstahlleisten genietetes dreibeiniges Monument mit einem ganz oben eingeschriebenen Vierfachwürfel. Am Marktplatz, wo die Hafenpromenade in die Hauptstraße Jókai mór utca mündet, ließ die Stadt in den 1970er Jahren eine aus Sandstein und Bronze gefertigte Dreifaltigkeitssäule aufstellen.

Die meisten Wohnhäuser im Zentrum sind gut restauriert und stammen aus dem 20. Jahrhundert. Zu den Vororten hin dominieren eingeschossige Wohngebäude.[4] Der Ort verfügt insgesamt über acht Gotteshäuser: Votiv-Kirche (römisch-katholisch), die Innerstädtische Pfarrkirche (römisch-katholisch), die Franziskanerkirche (römisch-katholisch), eine Bischofs-Kirche (römisch-katholisch), eine reformierte Kirche, eine evangelische Kirche, eine Serbisch-Orthodoxe Kirche sowie die Kapelle St. Rochus.[5]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Töchter und Söhne der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Mohács, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 496

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzinformation zum Buschos-Fest auf spiegel.de
  2. Mohacs: Brny. International Jewish Cemetery Project
  3. Anne Applebaum: Der eiserne Vorhang. Siedler, München 2012, S. 415
  4. Sehenswürdigkeiten und Bebauung: Auswertung einer "Fahrt" bei Google earth durch den Ort sowie Erklärungen einer einheimischen Reiseleiterin bei einer Donaukreuzfahrt im Juli 2013.
  5. nach der ungarischen Wikipedia-Seite