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Lonah Chemtai Salpeter

israelische Langstreckenläuferin
Lonah Chemtai Salpeter Leichtathletik

Lonah Chemtai Salpeter (2018)
Lonah Chemtai Salpeter (Mitte) bei den
Europameisterschaften 2018 in Berlin

Voller Name Lonah Korlima Chemtai Salpeter
Nation IsraelIsrael Israel
Geburtstag 12. Dezember 1988 (30 Jahre)
Geburtsort KapkanyarKenia
Karriere
Trainer Dan Salpeter
Nationalkader seit 2016
Status aktiv
Medaillenspiegel
Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der EAA Europameisterschaften
0Gold0 Berlin 2018 10.000 m
letzte Änderung: 19. Januar 2019

Lonah Korlima Chemtai Salpeter (* 12. Dezember 1988 in Kapkanyar, West Pokot County) ist eine israelische Langstreckenläuferin kenianischer Herkunft.[1]

LebenBearbeiten

Die gebürtige Kenianerin Lonah Chemtai kam 2008 nach Israel, um in Herzlia als Kindermädchen für einen Diplomaten der kenianischen Botschaft zu arbeiten.[2] Dort lernte sie ihren späteren Trainer Dan Salpeter kennen, den sie 2014 heiratete, und begann, professionell zu trainieren.[3] 2011 siegte sie erstmals bei den israelischen Meisterschaften im 1500-Meter-Lauf. In den nächsten Jahren ließ sie weitere Siege bei den nationalen Titelkämpfen auf Distanzen von 3000 bis 10.000 Metern folgen. 2016 gewann sie den Tel-Aviv-Marathon in 2:40:17 Stunden und erfüllte damit nach zuvor zwei nicht beendeten Marathons in Berlin und Tiberias gleichzeitig die Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.[2] Daraufhin erhielt sie die israelische Staatsbürgerschaft.[4] Erstmals repräsentierte sie Israel bei den Europameisterschaften in Amsterdam, wo sie im Halbmarathon in 1:15:22 Stunden Platz 40 belegte. Bei den Olympischen Spielen trat sie im Marathonlauf an, gab das Rennen jedoch vorzeitig auf. Sechs Wochen später lief sie beim Berlin-Marathon in 2:40:16 Stunden auf den elften Rang. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in London erreichte sie in 2:40:22 Stunden den 41. Platz.

In der Saison 2018 konnte Salpeter ihre Bestleistungen auf allen Distanzen von 1500 Metern bis zum Marathon erheblich steigern und stieß im Langstreckenbereich in die erweiterte Weltspitze vor. Bei den Europameisterschaften in Berlin feierte sie ihren bis dahin größten Erfolg, als sie im 10.000-Meter-Lauf in 31:43,29 Minuten die Goldmedaille gewann. Es war der erste israelische Sieg bei Leichtathletik-Europameisterschaften.[5] Vier Tage später trat sie dort auch im 5000-Meter-Lauf an. Dabei bejubelte sie, knapp hinter der Niederländerin Sifan Hassan liegend, voreilig die Silbermedaille, da sie eine Runde vor Schluss irrtümlicherweise annahm, bereits das Ziel erreicht zu haben. Nachdem sie ihren Fehler bemerkt hatte, wurde sie noch von Eilish McColgan und Yasemin Can überholt, so dass sie das Rennen schließlich auf dem vierten Platz beendete. Allerdings wurde sie nachträglich wegen eines irregulären Bahnwechsels auf der ersten Runde disqualifiziert.[6] Danach bestritt sie noch erfolgreich einige Straßenläufe. So gewann sie unter anderem im September den Dam tot Damloop über 10 Meilen in 50:45 Minuten und stellte im November beim Florenz-Marathon mit ihrer Siegerzeit von 2:24:17 Stunden einen neuen Streckenrekord auf.[7][8]

Im März 2019 gewann Salpeter das Halbmarathonrennen Roma – Ostia.[9] Beim Prag-Halbmarathon am 6. April wurde sie in 1:06:09 Stunden Zweite.[10] Anfang Mai entschied sie den Prag-Marathon mit Streckenrekord in 2:19:46 Stunden für sich.[11]

Persönliche BestleistungenBearbeiten

  • 3000 m: 8:42,88 min, 18. August 2018, Birmingham
  • 5000 m: 14:59,02 min, 21. Juli 2019, London
  • 10.000 m: 31:15,78 min, 6. Juli 2019, London
  • 10-km-Straßenlauf: 30:05 min, 1. September 2019, Tilburg
  • Halbmarathon: 1:06:09 h, 6. April 2019, Prag
  • Marathon: 2:19:46 h, 5. Mai 2019, Prag

LeistungsentwicklungBearbeiten

1500 m 3000 m 5000 m 10.000 m 10 km Halbmarathon Marathon
2011 4:36,59
2012 4:34,44 35:37,59
2013 4:30,54 9:26,47 16:23,64
2014 35:12,99 1:19:09
2015 4:28,73 16:41,30 36:05,01
2016 35:01,33 1:14:11 2:40:16
2017 4:23,94 9:26,44 16:12,51 32:43,89 1:12:48 2:40:22
2018 4:11,69 8:42,88 15:17,81 31:33,03 31:46 1:07:55 2:24:17
2019 4:20,51 8:56,55 14:59,02 31:15,78 30:05 1:06:09 2:19:46

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lonah Chemtai Salpeter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Steve Landells: Lonah Chemtai Salpeter: I love running because… In: iaaf.org. 30. August 2018, abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  2. a b Luke Tress: The mom who beat the odds, and the bureaucrats, to become Israel’s top runner. In: The Times of Israel. 16. Januar 2019, abgerufen am 6. Mai 2019 (englisch).
  3. Abigail Klein Leichmann: Israeli runner wins European Athletics Championships gold. In: ISRAEL21c. 12. August 2018, abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  4. Uri Talshir: Kenyan-born Runner Wins Race to Attain Israeli Citizenship. In: Haaretz.com. 17. März 2016, abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  5. Stefan Frank: 10.000-Meter-Läuferin Lonah Salpeter holt Gold für Israel. In: Jüdische Rundschau. 6. September 2018, abgerufen am 19. Januar 2019.
  6. Israelin Salpeter jubelt eine Runde zu früh. In: Spiegel Online. 12. August 2018, abgerufen am 19. Januar 2019.
  7. Eric Roeske: Salpeter and Cheptegei prevail at Dam tot Damloop 10-miler. In: iaaf.org. 23. September 2018, abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  8. Diego Sampaolo: Salpeter clocks 2:24:17 course record in Florence. In: iaaf.org. 25. November 2018, abgerufen am 19. Januar 2019 (englisch).
  9. Road round-up: Johannes victorious in Nagoya, Bounasr wins Lake Biwa Marathon, records fall in Barcelona, Salpeter wins Roma-Ostia Half. In: iaaf.org. 10. März 2019, abgerufen am 23. März 2019 (englisch).
  10. Road round-up: Kimeli wins second straight title at Prague Half Marathon, Kipkirui dominates women's race. In: iaaf.org. 6. April 2019, abgerufen am 7. April 2019 (englisch).
  11. Salpeter smashes Prague Marathon course record with 2:19:46. In: iaaf.org. 5. Mai 2019, abgerufen am 6. Mai 2019 (englisch).