Kodyma (ukrainisch Кодима, russisch Кодыма, rumänisch Codâma) ist eine Stadt im Süden der Ukraine mit etwa 9000 Einwohnern und war bis Juli 2020 das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons Kodyma.

Kodyma
Кодима
Wappen von Kodyma
Kodyma (Ukraine)
Kodyma (Ukraine)
Kodyma
Basisdaten
Oblast: Oblast Odessa
Rajon: Rajon Podilsk
Höhe: 285 m
Fläche: 10,53 km²
Einwohner: 8.404 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte: 798 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66000
Vorwahl: +380 4867
Geographische Lage: 48° 6′ N, 29° 8′ OKoordinaten: 48° 5′ 58″ N, 29° 7′ 38″ O
KATOTTH: UA51120090010012317
KOATUU: 5122510100
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 20 Dörfer
Bürgermeister: Olexandr Meleschko
Adresse: вул. Леніна 88
66000 м. Кодима
Statistische Informationen
Kodyma (Oblast Odessa)
Kodyma (Oblast Odessa)
Kodyma
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Geographie Bearbeiten

Kodyma liegt etwa 218 Kilometer nordwestlich von Odessa. Nahe der Stadt entspringt der gleichnamige Fluss Kodyma, welcher in den Südlichen Bug mündet.

 
Orthodoxe Kirche in der Stadt

Geschichte Bearbeiten

Der Ort wurde 1754 gegründet. Die Siedlung entwickelte sich sehr stark nach dem Bau eines Eisenbahnanschlusses ab 1870 (heutige Bahnstrecke Krasne–Odessa). Zwischen 1924 und 1940 war der Ort Teil der Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Kodyma am 1. August 1941 von Offizieren des XXX. Armeekorps der Wehrmacht das SS-Einsatzkommando 10a angefordert, um Massenerschießungen und Geiselverhaftungen durchzuführen, die zum Ziel hatten, durch eine angebliche ukrainische Informantin gemeldete Pläne von Juden und Bolschewisten, die Erntevorräte anzuzünden und deutsche Truppenteile zu überfallen, zu durchkreuzen. Dabei wurden im jüdischen Viertel von Kodyma 400 Personen jeglichen Alters und Geschlechts zusammengetrieben, rund hundert von ihnen an Ort und Stelle erschossen. Von den Restlichen wurden 170 als Geiseln zurückbehalten, für deren Verpflegung die Gemeinde aufzukommen hatte.[1]

Kodyma erhielt 1979 den Status einer Stadt.

 
Bahnhofsgebäude im Ort

Verwaltungsgliederung Bearbeiten

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Kodyma (Кодимська міська громада/Kodymska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 20 in der untenstehenden Tabelle angeführten Dörfer[2], bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Kodyma (Кодимська міська рада/Kodymska miska rada) im Norden des Rajons Kodyma.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Podilsk[3].

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Kodyma Teil der Gemeinde:

Name
ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch
Baschtankiw Баштанків Баштанков (Baschtankow)
Budeji Будеї Будеи (Budei)
Fedoriwka Федорівка Фёдоровка (Fjodorowka)
Hrabowe Грабове Грабово (Grabowo)
Iwaschkiw Івашків Ивашков (Iwaschkow)
Kruti Круті Крутые (Krutyje)
Labuschne Лабушне Лабушное (Labuschnoje)
Lyssohirka Лисогірка Лысогорка (Lyssogorka)
Oleksandriwka Олександрівка Александровка (Alexandrowka)
Oleksijiwka Олексі́ївка Алексеевка (Alexejewka)
Petriwka Петрівка Петровка (Petrowka)
Pyrischna Пиріжна Пирожная (Piroschnaja)
Pyssariwka Писарівка Писаревка (Pissarewka)
Sahnitkiw Загнітків Загнитков (Sagnitkow)
Scherschenzi Шершенці Шершенцы (Scherschenzy)
Semeniwka Семенівка Семёновка (Semjonowka)
Serby Серби Сербы (Serby)
Serhijiwka Сергіївка Сергеевка (Sergejewka)
Smoljanka Смолянка Смолянка
Strymba Стримба Стримба (Strimba)

Persönlichkeiten Bearbeiten

  • Stanisław Skalski (* 27. November 1915 in Kodyma; † 12. November 2004 in Warschau), Jagdflieger und Offizier der polnischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Norbert Müller: Okkupation, Raub, Vernichtung. Berlin 1980, S. 69ff.
  2. Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 720-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Одеської області"
  3. Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"

Weblinks Bearbeiten

Commons: Kodyma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien