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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchgellersen
Kirchgellersen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchgellersen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 14′ N, 10° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Gellersen
Höhe: 38 m ü. NHN
Fläche: 19,99 km2
Einwohner: 2551 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 21394, 21444
Vorwahl: 04135
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 020
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Im Dorfe 11
21394 Kirchgellersen
Website: www.kirchgellersen.de
Bürgermeister: Jürgen Hövermann (CDU)
Lage der Gemeinde Kirchgellersen im Landkreis Lüneburg
Landkreis LüneburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis UelzenLandkreis HeidekreisLandkreis HarburgRehlingenSoderstorfOldendorfAmelinghausenBetzendorfBarnstedtMelbeckDeutsch EvernWendisch EvernEmbsenSüdergellersenKirchgellersenWestergellersenReppenstedtReppenstedtMechtersenVögelsenRadbruchBardowickHandorfWittorfLüneburgBarendorfVastorfReinstorfThomasburgDahlenburgBoitzeNahrendorfTosterglopeDahlemBleckedeNeetzeAdendorfScharnebeckRullstorfLüdersburgHittbergenHohnstorfEchemArtlenburgBarumBrietlingenAmt NeuhausKarte
Über dieses Bild
St.-Laurentius-Kirche
Naturbad

Kirchgellersen ist eine Gemeinde im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen.

Geografische LageBearbeiten

Kirchgellersen liegt zwischen den Naturschutzgebieten Lüneburger Heide und Elbufer-Drawehn. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Gellersen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Reppenstedt hat.

GeschichteBearbeiten

UrgeschichteBearbeiten

In Kirchgellersen wurde ein Werkzeug eines Neanderthalers gefunden, dessen Alter auf 34.000 bis 100.000 Jahre geschätzt wurde. Im 3. Jahrtausend v. Chr. wurde das Hügelgrab De swatte Barg angelegt. Beigaben wie Fibeln aus Silber und Bronze, Rasiermesser und Knochenkämme wurden am Ende des 19. Jahrhunderts ausgegraben. Im Ort wurde eine römische Goldmünze des Kaisers Valentinian II. (375–392 n. Chr.) gefunden.

MittelalterBearbeiten

Die erstmalige urkundliche Erwähnung als Geldessen erfolgte im Jahre 1123. 1263 erfolgte eine Nennung als Kercgelderdessen. Laut einer Urkunde vom 22. November 1313 gab es eine Schenkung des Ritters Lippold von Dhoren, mit der er den Grundstein für das Kirchgellerser Kloster legte. Im Jahre 1314 bestätigten Herzog Otto von Braunschweig und Bischof Nikolaus von Verden die Gründung des Prämonstratenser-Klosters in Kirchgellersen. Das älteste Gebäude in Kirchgellersen wurde 1559 errichtet. Die Kirchgellerser Schule wurde 1562/63 instituiert. Kirch Gildersen wurde 1585 auf der Karte SAXONIA IMPERIOR ET MEKLENBORG DVC. von Gerhard Mercator verzeichnet. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) wurde die St. Laurentiuskirche mehrmals geplündert und das Pfarrhaus niedergebrannt.

NeuzeitBearbeiten

1704 ist der Ort auf einer Karte als „Kirch Geldersen“ verzeichnet.[2] 1829 wurde eine Sparkasse gegründet. Eine Feuerspritze wurde 1880 angeschafft. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchgellersen erfolgte im Jahr 1881.[3]

OrtsnameBearbeiten

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1123 Geldessen, um 1180 Chelderdessen, 1229–35 Geldersen, 1244 Geldersen, 1263 Kercgelderdessen, 1267 Gelderdissen, Gelderdessen, 1271 Geldersen, 1304 Westerghelderdessen, 1326 Ghelderßen, 1326 Ghelderdessen und um 1326 Sudergelderdessen.

Der Ortsname Kirchgellersen ist nicht zu trennen von Südgellersen und Westgellersen. Die alten Belege setzen die Grundform „Gelderd-es-husen“ voraus. Es erfolgte früh eine Abschwächung von „-husen“ zu „-sen“ (Adelebsen, Erbsen, Holtensen). Im Grundwort liegt „-husen“ vor (alte Mehrzahl zu „hus“ Haus), im Bestimmungswort ein sogenannter Personenname. Der Ortsname könnte Geldherdes Siedlung bedeuten, was für eine Siedlung eines Mannes steht, dessen Name Geld-hard, -herd gelautet haben könnte. Der Personenname enthält germanisch „Geld“ im Sinne von „wert“ und „hart, kernig, kräftig“.[4]

Ev.-luth. St.-Laurentius-KircheBearbeiten

Im Jahre 1313 fanden Prämonstratensermönche den Vorgänger der Laurentiuskirche vor, als sie ein Kloster im Ort gründeten. Die Kirche wurde 1858 im neugotischen Stil, aber aus Geldmangel ohne Turm erneuert. Dieser wurde erst 1904 nach einer Volksbefragung erbaut und ist 44 Meter hoch. Der Taufkessel ist von 1450 erhalten geblieben.[5]

PolitikBearbeiten

Die Gemeinde Kirchgellersen gehört zum Landtagswahlkreis 49 Lüneburg und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[6][7]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kirchgellersen setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren folgender Parteien zusammen:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist derzeit Herr Jürgen Hövermann (CDU).

VerkehrBearbeiten

Zu den Autobahnen A 7 und A 39, die im Westen und Osten der Gemeinde liegen, sind es ca. 15 bzw. acht Kilometer.

Im Tarifrahmen des Hamburger Verkehrsverbunds verkehren die Buslinien 5200 (Lüneburg-Salzhausen) sowie 5201 (Lüneburg-Südergellersen-Salzhausen), 5202 (Lüneburg-Westergellersen-Vierhöfen) und 5203 mit mehreren Haltestellen in Kirchgellersen:

  • Grundschule: 5201
  • Heiligenthaler Straße: 5201, 5202
  • Im Dorfe: 5200 (Richtung Salzhausen), 5201, 5202, 5203
  • Im Sande: 5200, 5201, 5202
  • Im Wiesengrund: 5200, 5203
  • Kirche: 5200 (Richtung Lüneburg)
  • Schützenstraße: 5200, 5201, 5202

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kirchgellersen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Kartenbeilage zu: Christian Schlöpken: Chronicon oder Beschreibung der Stadt und des Stiffts Bardewick / Vor und nach der Zerstörung: Darinn zugleich unterschiedliches von dem Zustand des alten Sachsen-Landes / so wohl im Heydenthum, als nach eingeführter Christlichen Religion / enthalten / Wobey auch der umliegenden Stiffter / Clöster und Pfarr-Kirchen, und derer Geistlichen hin und wieder Meldung geschicht; Aus untrüglichen Archiven / alten und neuen Scribenten / nebst andern glaubwürdigen Uhrkunden / und eigener Erfahrung zusammen getragen. Selbstverlag, Lübeck 1704. Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10006649~SZ%3D474~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  3. Peter R- Jante: Kirchgellersen. Aus 875 Jahren Dorfgeschichte. pj-press Pressedienst und heimatkundlicher Verlag, 1997 ISBN 3-00-00-2271-6
  4. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 5. August 2019.
  5. http://www.kirchenkreis-lueneburg.de/ihre_gemeinden/kirchengemeinden_land/kirchgellersen
  6. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF (Memento des Originals vom 25. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nls.niedersachsen.de; 87 KB)
  7. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF (Memento des Originals vom 25. Juli 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de; 200 KB)