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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dahlenburg
Dahlenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dahlenburg hervorgehoben

Koordinaten: 53° 11′ N, 10° 45′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Dahlenburg
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 49,86 km2
Einwohner: 3315 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21368
Vorwahl: 05851
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 17
21368 Dahlenburg
Website: www.dahlenburg.de
Bürgermeister: Christine Haut
Lage der Gemeinde Dahlenburg im Landkreis Lüneburg
Landkreis LüneburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis UelzenLandkreis HeidekreisLandkreis HarburgRehlingenSoderstorfOldendorfAmelinghausenBetzendorfBarnstedtMelbeckDeutsch EvernWendisch EvernEmbsenSüdergellersenKirchgellersenWestergellersenReppenstedtReppenstedtMechtersenVögelsenRadbruchBardowickHandorfWittorfLüneburgBarendorfVastorfReinstorfThomasburgDahlenburgBoitzeNahrendorfTosterglopeDahlemBleckedeNeetzeAdendorfScharnebeckRullstorfLüdersburgHittbergenHohnstorfEchemArtlenburgBarumBrietlingenAmt NeuhausKarte
Über dieses Bild

Dahlenburg ist ein Flecken im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen.

Geografische LageBearbeiten

Dahlenburg liegt westlich am Naturpark Elbhöhen-Wendland am Zusammenfluss von Neetze, Kalberlah und Strachau. Der Flecken ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Dahlenburg, mit den Gemeinden Boitze, Dahlem, Dahlenburg, Nahrendorf und Tosterglope.

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnte wohl Heinrich der Löwe die Gemeinde 1162 in einer Urkunde. Mitte des 13. Jahrhunderts erzählte der Bischof von Posen, Boguphalus, in seiner polnischen Chronik, ein Fürst Sobeslaus habe in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts eine befestigte Anlage Dahlenburg errichtet. Diese "-burg" genannte Anlage war als Gut verzeichnet, dennoch zeugen bis heute Straßennamen wie Burgstraße und Fürstenwall von der Wehranlage. Das Gut war im Besitz derer von Spörcken.[2] Im Jahre 1203 fiel der Goh Dahlenburg an Herzog Wilhelm, einen Sohn Heinrichs des Löwen. Im Jahre 1289 erhielt Dahlenburg die Stadtrechte unter Herzog Otto, der die bis heute bestehende St.-Laurentius-Kapelle erbauen ließ. Sie wird heute als Heimatmuseum genutzt.

Dahlenburg war als Teil des Bardengaues Verwaltungssitz eines seiner sieben Gohe, bis im 14. Jahrhundert die "Dahlenburg" brannte und der Sitz des Burgvogtes nach Bostelwiebeck verlegt wurde. Dennoch wurde das welfische Adelshaus weiterhin mit der Anlage in Dahlenburg belehnt.

Am 18. Juni 1663 entstand abends zwischen 19 und 20 Uhr in Dahlenburg ein Großbrand, dem 20 Wohnhäuser zum Opfer fielen. Von Schuster Cohrs Haus bis zum Ratskeller tobte das Feuer.[3] Das älteste Haus Dahlenburgs stammt daher auch aus der Zeit nach diesem Brand, nämlich von 1665.

Am 10. Januar 1975 erhielt Dahlenburg die Bezeichnung Flecken.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Buendorf, Eimstorf, Ellringen, Gienau und Lemgrabe eingegliedert.[4]

Erklärung des OrtsnamensBearbeiten

Frühere Bezeichnungen von Dahlenburg waren 1162 Dalenberg, 1172 Dalemburg, ca. 1200 Dalewo und 1293 Dalenburg. Dahlenburg ist ein slawischer Name. Es wird eine Namensverbindung mit Dahlen bei Stargard oder mit Dahlem in Berlin gesehen.[5]

PolitikBearbeiten

ÜberregionalBearbeiten

Der Flecken Dahlenburg gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[6][7]

FleckenratBearbeiten

Der Rat des Fleckens Dahlenburg besteht aus 15 Ratsmitgliedern.[8] Sie verteilen sich für die Wahlperiode 2016–2020 auf folgende Parteien/Gruppierungen:

  • CDU: 7 Sitze
  • Koalition SPD/aB (aktive Bürger): 6 Sitze
  • Grüne: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

BürgermeisterinBearbeiten

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Christine Haut (CDU) ist seit 2016 im Amt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: Das Wappen des Flecken Dahlenburg zeigt im schwarzen, mit silbernen Rosen bestreuten Felde auf grünem Boden drei verschieden gestaltete Türme nebeneinander, unten kauert ein natürlicher goldener Löwe.

PartnerschaftenBearbeiten

Der Flecken pflegt Partnerschaften mit den Gemeinden

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Dahlenburger Heimatmuseum (St.-Laurentius-Kapelle)
  • Dahlenburger Kulturwoche (Anfang Dezember)
  • KunstFleck Dahlenburg (Kunstverein Region Dahlenburg)
  • Flachsfest in Lemgrabe (immer am letzten Sonntag im Juli)

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Die Molda AG, ein führendes Unternehmen im Bereich der Lebensmitteltrocknung, hat ihren Sitz in Dahlenburg und ist mit etwa 400 Beschäftigten größter Arbeitgeber. Die Energieversorgung Dahlenburg-Bleckede AG ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen, das Dahlenburg und die Gemeinden im Umland mit Strom versorgt und bei Dahlenburg einen Windpark betreibt.

VerkehrBearbeiten

 
B 216 Richtung Lüneburg im Sonnenuntergang

Die Bundesstraße 216 LüneburgDannenberg (Elbe) ist die Ortsumgehungsstraße des Fleckens.

Über die Bahnstrecke Wittenberge – Lüneburg besteht seit 1874 nach Lüneburg und Dannenberg auch eine Eisenbahnverbindung. Allerdings liegt der Bahnhof Dahlenburg weit außerhalb des Ortes, im Dorf Lemgrabe. Der Abschnitt Dannenberg Ost – Wittenberge ist nicht mehr in Betrieb. Zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost verkehren Triebwagen der erixx GmbH vom Typ LINT 54 (täglich fünf Fahrtenpaare), die als Linie RB 32 in den Hamburger Verkehrsverbund integriert sind.

Am Bahnhof Dahlenburg zweigte bis 1922 eine Kleinbahnstrecke der Bleckeder Kreisbahn nach Bleckede ab.

Dahlenburg ist mit den Buslinien Lüneburg – Neu Darchau (5300) und Lüneburg – Lüchow (5304) zu erreichen, die mehrmals täglich verkehren. Einzelne Busfahrten führen (besonders zu Schulschluss) in Dörfer der Umgebung. Es gilt der HVV-Tarif.

KircheBearbeiten

 
St. Johannes-Kirche

Die in den Jahren 1903 bis 1905 neu gebaute St.-Johannes-Kirche in der Ortsmitte, benannt nach Johannes dem Täufer, prägt wesentlich das Ortsbild. Der Vorgängerbau aus dem Mittelalter musste Anfang des 20. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der Neubau im neo-gotischen Stil integriert einen kunstvollen spätmittelalterlichen Altar und eine ebenso kunstvolle Renaissance-Kanzel.

Die evangelische St.-Johannes-Gemeinde verfügt zurzeit über einen Pastor (Christian Gohde), einen Kantor (Peter Orlamünde), eine Küsterin und eine Sekretärin. Zur Gemeinde gehört auch der Friedhof in Dahlenburg. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Bleckede.

Zur Kirchengemeinde gehören etwa 2900 Gemeindeglieder, die in den 25 Dörfern des Kirchspiels wohnen. Durch den Wegfall einer Pfarrstelle im Jahre 2007 ist eine enge Kooperation mit der benachbarten Kirchengemeinde Nahrendorf eingegangen worden.

 
St. Laurentiuskapelle, Südseite

Die aus dem Mittelalter stammende Laurentiuskirche am Ortsausgang Richtung Lüneburg war in früheren Zeiten die Kirche der zum Kirchspiel Dahlenburg gehörenden Außendörfer. Zur Zeit der französischen Besetzung wurde sie um 1803 profaniert und ist seitdem nicht mehr in kirchlicher Nutzung, obwohl sie weiterhin der Gemeinde gehört. In ihr befindet sich seit 1928 das Heimatmuseum, das einen Schwerpunkt auf den Befreiungskriegen und der Schlacht in der Göhrde hat.

Neben dem Friedhof befindet sich die katholische Kirche St. Michael. Kurz nach 1945 entstand die katholische Gemeinde, 1951 wurde die barackenförmige Kirche eingeweiht. Die Kirche gehört zur Pfarrgemeinde St. Maria Königin vom hl. Rosenkranz in Bleckede, sie ist heute als letzte noch in Betrieb befindliche Barackenkirche aus der frühen Nachkriegszeit im Bistum Hildesheim ein seltenes architektonisches Zeugnis der bescheidenen Anfänge der katholischen Kirche in den ländlichen Diasporagebieten des Bistums.

SchuleBearbeiten

  • Haupt- und Realschule Dahlenburg
  • Fürstenwall-Schule (Grundschule)
  • Schule Marienau

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hans Masson (* 19. Juni 1893 in Dahlenburg), lebte mit Ehefrau Marie (geb. Lange; * 5. August 1890 in Neuhaus) in Hamburg. Hans Masson wurde mit seiner Frau und seinen Kindern Marion und Max 1941 aufgrund seines jüdischen Glaubens nach Riga deportiert. Die Familie wurde in Auschwitz umgebracht.
  • Robert Schulz (1900–1974), SS-Brigadeführer im Nationalsozialismus und Mitglied des Reichstages, lebte zuletzt und starb dort
  • Henry Makowski (* 1927), Naturkundler und Tierfilmer, lebt in der Samtgemeinde Dahlenburg

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Söhl, Hartmut Andres: Dahlenburg – Geschichte und Geschichten. Hrsg.: Museumsverein Dahlenburg
  • Charlotte Wodaege: Dahlenburg – Streifzüge durch die Geschichte. Hrsg.: Museumsverein Dahlenburg

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Sammlung der Verordnungen und Ausschreiben, Teil 2, Enthaltend die Jahre 1760 bis 1779, Hannover 1820, S. 533
  3. Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 99, ISBN 978-3-00-019837-3. Vgl. Extract aus dem alten Kirchen-Register, Archiv für Geschichte und Verfassung des Fürstenthums Lüneburg, Achter Band, Celle 1860, S. 582.
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 234 und 235.
  5. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Internetseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 26. Januar 2016; abgerufen am 3. August 2019.
  6. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. ( PDF (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive); 87 KB).
  7. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. ( PDF (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive); 200 KB).
  8. [1]