Kühbach

Gemeinde in Deutschland

Kühbach ist ein Markt im Landkreis Aichach-Friedberg (Bayern) und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kühbach, deren Mitglied diese ist.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Kühbach
Kühbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Kühbach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 30′ N, 11° 11′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Kühbach
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 37,5 km2
Einwohner: 4297 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86556
Vorwahl: 08251
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 144
Marktgliederung: 17 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 3
86556 Kühbach
Website: www.markt-kuehbach.de
Erster Bürgermeister: Karl-Heinz Kerscher (Ortsgemeinschaft Kühbach)
Lage des Marktes Kühbach im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben)PöttmesTodtenweisAindlingPetersdorf (Schwaben)InchenhofenKühbachSchiltbergSielenbachAdelzhausenEurasburg (Schwaben)Ried (bei Mering)MeringMerchingSchmiechenSteindorf (Schwaben)KissingObergriesbachHollenbachRehlingAffingAichachFriedberg (Bayern)DasingAugsburgLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis DachauLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Donau-RiesLandkreis AugsburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis Donau-RiesLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Schloss Kühbach

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Augsburg.

Es gibt 17 Gemeindeteile,[2] die sich auf 6 Gemarkungen verteilen:

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

In Kühbach wird um das Jahr 1011 durch Graf Adalbero von Kühbach und seine Frau Wildburg das Kloster Kühbach gegründet. Es wurde im Rahmen der Säkularisation 1803 aufgelöst. Der Markt Kühbach gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Aichach des Kurfürstentums Bayern. Kühbach besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

BezirkszugehörigkeitBearbeiten

Erst 1972 wurde im Zuge der Kreisreform der Markt dem Regierungsbezirk Schwaben zugeordnet.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Oberschönbach nach Kühbach eingemeindet. Stockensau kam am 1. Juli 1972 hinzu.[3] Am 1. Januar 1978 folgten Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Haslangkreit und Unterbernbach.[4]

Erste Bürgermeister (seit 1870)[5]Bearbeiten

Name Amtszeit
Peter Schmaus 1870–1883
Engelbert Thoma 1884–1900
Xaver Lunglmeier 1901–1907
Fritz Schmaus 1907–1911
August Kirmair 1912–1919
Franz Miller 1919–1931
Johann Flunk 1931–1933
Name Amtszeit
Xaver Finkenzeller 1933–1937
Johann Flunk 1937–1945
Martin Riedl 1945–1946
Dominikus Huber 1946–1960
Karl Kerscher 1960–1978
Heribert Oberhauser 1978–1996
Johann Lotterschmid 1996–2020
Karl-Heinz Kerscher seit 2020

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2018 2019
Einwohner 2382[4] 2575[4] 3165 3369 3611 3776 3997 4038 4230 4318 4326[6]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs der Markt von 3167 auf 4326 um 1159 Einwohner bzw. um 36,6 %.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien
Anteil Sitze
Ortsgemeinschaft Kühbach (OGK) 43,8 % 7
Gemeinsam für unsere Marktgemeinde Kühbach (GMK) 25,0 % 4
Bürgervereinigung Unterbernbach (BVU) 18,8 % 3
Freie Wählergemeinschaft Haslangkreit (FWH) 12,5 % 2
Wahlbeteiligung 70,0 %

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Karl-Heinz Kerscher (Ortsgemeinschaft Kühbach)[7], der am 29. März 2020 in der Stichwahl mit 51,5 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Sein Vorgänger von 1996 bis 2020 war Johann Lotterschmid; er wurde zuletzt bei der Kommunalwahl 2014 mit 92,9 Prozent der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden eine schreitende rote Kuh.“[8]

Das Wappen ist aus dem Siegelbild abgeleitet; Siegelführung seit dem 15. Jahrhundert bekannt.

Wappenbegründung: Im Jahr 1481 verlieh Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut dem Ort die Marktrechte. In diesem Zusammenhang erhielt der Markt auch ein Siegel. Erste Abdrucke sind allerdings erst ab 1526 nachweisbar. Sie zeigen eine für den Ortsnamen redende Kuh auf blumigem Feld. In späteren Abdrucken taucht als Erinnerungsdatum das Jahr 1482 auf. Es gibt auch Varianten mit einer schreitenden Kuh auf blauem Wellenbalken als weiteren Hinweis auf den Ortsnamen oder bayerische Rauten im Schildhaupt. Die Gemeinde führt heute die Wappenform, die sich an den ersten Siegelabdrucken orientiert. Das Benediktinerinnenkloster Kühbach, ehemaliges Reichskloster, das seit 1471 die niedere Gerichtsbarkeit über den Ort innehatte, führte ein anderes Wappen, das im Gemeindewappen nicht berücksichtigt wurde.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

FreizeitBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2016 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 16, im produzierenden Gewerbe 538 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 183 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 175 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1688. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 58 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2931 ha, davon waren 2600 ha Ackerfläche und 327 ha Dauergrünfläche. Die Brauerei Kühbach, im Besitz des Freiherrn von Beck-Peccoz, zählt zu den bekannten Brauereien der Region.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2017 existierten folgende Einrichtungen:

  • drei Kindertageseinrichtungen mit 166 Kindergartenplätzen und 122 Kindern
  • zwei allgemeinbildende Schulen mit insgesamt 20 Lehrern und 271 Schülern (Schuljahr 2016/17).

MedienBearbeiten

Im Gemeindegebiet erscheint die Tageszeitung Aichacher Zeitung.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kühbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Kühbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  5. Kühbach. Kloster, Markt und Schlossgut, Kühbach 2004
  6. https://okvote.osrz-akdb.de/OK.VOTE_SW/Wahl-2020-03-15/09771114/inhouse/137/index.html
  7. Marktgemeinderat > Mitglieder. Markt Kühbach, abgerufen am 5. September 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Kühbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte