Sielenbach

Gemeinde in Deutschland

Sielenbach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Dasing.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sielenbach
Sielenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sielenbach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 24′ N, 11° 10′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Dasing
Höhe: 470 m ü. NHN
Fläche: 17,84 km2
Einwohner: 1732 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86577
Vorwahl: 08258
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 165
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstr. 7
86453 Dasing
Website: www.sielenbach.de
Erster Bürgermeister: Heinz Geiling (Einheit Sielenbach)
Lage der Gemeinde Sielenbach im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben)PöttmesTodtenweisAindlingPetersdorf (Schwaben)InchenhofenKühbachSchiltbergSielenbachAdelzhausenEurasburg (Schwaben)Ried (bei Mering)MeringMerchingSchmiechenSteindorf (Schwaben)KissingObergriesbachHollenbachRehlingAffingAichachFriedberg (Bayern)DasingAugsburgLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis DachauLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Donau-RiesLandkreis AugsburgLandkreis Landsberg am LechLandkreis Donau-RiesLandkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild
Maria Birnbaum mit Sielenbach von Süden
Pfarrkirche in Sielenbach
Tödtenried

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Tal der Ecknach inmitten einer tertiären Hügellandschaft etwa sieben Kilometer südöstlich der Kreisstadt Aichach. Sie liegt an der Staatsstraße 2338, der Verbindung von Aichach zur Autobahn A 8 München–Stuttgart.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt zwölf amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

  • Gollenhof (Einöde)
  • Heilbach (Einöde)
  • Holzgrub (Einöde)
  • Morabach (Einöde)
  • Oberhaslach (Einöde)
  • Raderstetten (Weiler)

GeschichteBearbeiten

Ein Gutsbetrieb im Ortsteil Tödtenried mit für Ziegeleiöfen typischem Fundmaterial wird in die Römerzeit datiert.[3]

Im 12. Jahrhundert noch als Sielepach, Suolempach und Syelenpach bezeichnet, findet man den Ortsnamen Sielenbach bereits 1241. Später tauchen die Formen Sylenpach und Siellenpach auf. Im 11. und 12. Jahrhundert besaß das Kloster Altomünster mehrere Höfe in Sielenbach, seit 1518 unterhielten die Herren von Weichs Besitz in Sielenbach. Im Jahre 1611 erwarb der Komtur des Deutschenordenshauses zu Blumenthal den Besitz der Weichser. Die alte Burg Stunzberg wurde 1632 im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen zerstört. Im Zuge der Säkularisation wurde 1803 das Deutsche Haus zu Blumenthal aufgelöst. Das Präsentationsrecht auf die Pfarrei kam an Bayern und Sielenbach wurde eigenständige Gemeinde. Aus der Legende über ein Gnadenbild in einem hohlen Birnbaum entstand von 1661 bis 1668 die Wallfahrtskirche Maria Birnbaum, deren Seelsorge zunächst der Deutsche Orden, dann im 19. und 20. Jahrhundert Kapuziner betreuten. Seit 1998 wirkt der Deutsche Orden wieder in Maria Birnbaum, er renovierte das Klostergebäude und belebte die Wallfahrt neu. Die Gemeinde Sielenbach ist heute das längste Straßendorf des Landkreises Aichach-Friedberg. Zur Gemeinde Sielenbach gehören seit jeher die Ortsteile Schafhausen, Raderstetten sowie die Einöden Gollenhof und Schönberg.

EingemeindungenBearbeiten

Bei der Gebietsreform, die am 1. Januar 1978 in Kraft trat, wurde das Nachbardorf Tödtenried mit seinen Ortsteilen Haslach und Schrötenloh nach Sielenbach eingemeindet.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1246 auf 1732 um 486 Einwohner bzw. um 39,0 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 ist Heinz Geiling (Einheit Sielenbach); dieser wurde mit 70,2 % der Stimmen gewählt. Der Vorgänger Martin Echter leitete die Gemeinde von Mai 2002 bis April 2020.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und zwölf Gemeinderäten zusammen. Die Gemeinderatsmandate verteilten sich 2014 bis 2020 wie folgt:

Parteien 2014
Anteil Sitze
Einheit Sielenbach (EHS)  % 8
Freie Wählergemeinschaft Tödtenried (FWT)  % 4

Für die Amtszeit vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2026 wurden am 15. März 2020 gewählt:

Parteien 2020
Anteil Sitze
Einheit Sielenbach (EHS) 70,2 % 8
Freie Wählergemeinschaft Tödtenried (FWT) 29,8 % 4

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Silber Gelb und Blau; oben ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz, dem eine goldene Lilie aufgelegt ist, unten ein linker silberner Seitensparren.“[5]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Wallfahrtskirche Maria Birnbaum (Westseite)

Weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist die barocke Wallfahrtskirche Maria Birnbaum. Sie wurde zwischen 1661 und 1668 im Auftrag von Philipp Jakob von Kaltenthal, dem Komtur des Deutschen Ordens im benachbarten Ort Blumenthal, unter Leitung von Constantin Pader erbaut.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

ArbeitsplätzeBearbeiten

Es gab 2013 insgesamt 164 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Wohnort Sielenbach gab es insgesamt 672. Damit hatte die Gemeinde um 508 Personen mehr Aus- als Einpendler.

LandwirtschaftBearbeiten

2010 existierten 39 landwirtschaftliche Betriebe. 1266 Hektar (71,0 %) der Gemeindefläche waren 2013 landwirtschaftlich genutzt, 275 Hektar (15,4 %) waren Wald. Die Siedlungsfläche betrug 183 Hektar (10,3 %).

BildungBearbeiten

2014 gab es zwei Kindertageseinrichtungen mit 65 Plätzen und 63 Kindern. Weiter gab es eine Volksschule mit 99 Kindern.

EnergieerzeugungBearbeiten

Im Gemeindegebiet Sielenbach stehen zahlreiche Energieerzeugungsanlagen für erneuerbare Energien. Zwei Windenergieanlagen, sieben Biomasseanlagen, zwei kleine Wasserkraftanlagen und 190 Photovoltaikanlagen erzeugen rund 31.500 MWh Strom im Jahr (Stand 31. Dezember 2017). Bei einem Strombedarf im Gemeindegebiet von etwa 3370 MWh im Jahr 2017 erreicht Sielenbach damit eine Eigenversorgungsquote von über 900 %. Die Stromerzeugung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Bayern und zur Wirtschaftskraft in der Gemeinde.

PartnergemeindenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sielenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Sielenbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 20. August 2019.
  3. Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  5. Eintrag zum Wappen von Sielenbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte