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GeografieBearbeiten

 
Ansicht von Nordwesten (bei Gumppenberg)
 
Nordseite von Schloss Pöttmes

Pöttmes liegt geographisch an der Grenze zwischen der Aindlinger Terrassentreppe (Donau-Iller-Lech-Platte) im Westen und dem Donau-Isar-Hügelland und dem Altbayerischen Donaumoos (Unterbayerisches Hügelland) im Osten. Diese sind Teil des Alpenvorlandes, einer der Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands. Es bildet die nördlichste Gemeinde des seit der Verwaltungsreform, die am 1. Juli 1972 wirksam wurde, schwäbischen Landkreises Aichach-Friedberg, gehört historisch jedoch zu Altbayern.

GemeindeteileBearbeiten

Der Markt Pöttmes besteht aus folgenden 33 amtlich benannten Gemeindeteilen: Dem Hauptort Pöttmes; den Pfarrdörfern Ebenried, Echsheim, Grimolzhausen, Gundelsdorf, Handzell, Osterzhausen, Schnellmannskreuth, Schorn und Wiesenbach; den Kirchdörfern Immendorf und Kühnhausen; den Dörfern Au, Eiselsried, Pertenau, Reicherstein und Stuben; den Weilern Dieß, Gumppenberg, Mandlach, Sedlbrunn und Wagesenberg und den Einöden Abenberg, Aumühle, Batzmühle, Bleitzhof, Dießmühle, Koppenzell, Maiermühle, Neumühle, Obermühle, Sankt Othmar und Siegersberg.[2]

GemarkungenBearbeiten

Es gibt 13 Gemarkungen:

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

 
Historisches Markttor

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Heinrich von Gumppenberg erhielt am 16. Oktober 1324 durch Kaiser Ludwig den Bayern die Marktrechte für Pöttmes verliehen. Pöttmes gehörte seit 1281 dem hochfreien Haus Gumppenberg. Der Ort war Teil des Herzogtums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, die ein Blutgericht besaß. Dieses wurde 1310 von Kaiser Ludwig dem Bayern verliehen und bestand bis zur großen Neuordnung des Gerichtswesens im Königreich Bayern im Jahre 1808. Noch heute zeugt der nördlich von Pöttmes gelegene „Galgenberg“ von diesem Hochgericht. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

21. JahrhundertBearbeiten

Deutschlandweit Schlagzeilen machte Pöttmes am 2. Dezember 2008, als Pfarrer Thomas Rein in seiner Pfarrkirche St. Peter und Paul ein ausgesetztes Baby in der Weihnachtskrippe auffand.[3]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1970 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Immendorf nach Pöttmes eingemeindet. Am 1. Januar 1972 kam Schnellmannskreuth hinzu. Es folgten Handzell am 1. April 1972, Grimolzhausen, Kühnhausen und Schorn am 1. Juli 1972.[4] Gundelsdorf kam am 1. Januar 1976 zum Markt Pöttmes. Ebenried folgte am 1. Januar 1977. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Echsheim, Osterzhausen, Reicherstein und Wiesenbach am 1. Januar 1978 abgeschlossen.[5]

Die bisherigen Gemeinden gehörten (bis zum Tag der Eingemeindung, längstens bis zum 30. Juni 1972) zu den folgenden Altlandkreisen:

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. Januar 1977 wurde ein Gebietsteil mit etwa 200 Einwohnern an die Gemeinde Königsmoos, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, abgetreten.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 5363 Einwohner[5]
  • 1970: 5539 Einwohner[5]
  • 1987: 5580 Einwohner
  • 1991: 5734 Einwohner
  • 1995: 6061 Einwohner
  • 2000: 6117 Einwohner
  • 2005: 6354 Einwohner
  • 2010: 6282 Einwohner
  • 2015: 6586 Einwohner
  • 2016: 6630 Einwohner
  • 2017: 6997 Einwohner
  • 2018: 7084 Einwohner

Nach Angaben der Gemeinde wohnten im Kernort Pöttmes am 31. Dezember 2018 3362 Menschen (3191 Einwohner am 1. Januar 2017, 2828 Einwohner am 1. Januar 2011, 2853 Einwohner am 1. Juli 2010).

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

1. Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Franz Schindele; er setzte sich in der Stichwahl gegen den seit 1990 amtierenden Bürgermeister Johann Schmuttermeier durch. Dessen Vorgänger war Karl Hofmann (1972–1990). Am 16. März 2014 wurde Schindele mit 97,21 % wiedergewählt; er war der Gemeinschaftskandidat aller drei Parteien.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister (nicht mitgerechnet, da diesmal außer Konkurrenz) und 20 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2014
Anteil Sitze
Bürgerblock 35,95 % 7
CSU 34,74 % 7
CWG 29,32 % 6

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Pöttmes unterhält seit 1980 eine Gemeinde- und Schulpartnerschaft mit La Haye-Pesnel in Frankreich.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Fahrrad-Museum in der Schillerstraße
 
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul

BauwerkeBearbeiten

Weitere Baudenkmäler des Ortes sind in der Liste der Baudenkmäler in Pöttmes verzeichnet.

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 107, im Produzierenden Gewerbe 541 und im Bereich Handel und Verkehr 218 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 181 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2026. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 224 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4369 ha. Davon waren 3182 ha Ackerfläche und 1179 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Im Jahr 2011 (Stichtag 1. März) gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindertageseinrichtungen: 288 Betreuungsplätze in vier Einrichtungen, 251 betreute Kinder
  • Schulen: Grund- und Mittelschule mit 24 Lehrern und 365 Schülern
  • Staatliche Wirtschaftsschule Pöttmes seit 2011: Die Wirtschaftsschule Pöttmes ist eine dreistufige Wirtschaftsschule unter Leitung der beruflichen Schulen Wittelsbacher Land.[6]

MedienBearbeiten

Im Gemeindegebiet erscheinen die Tageszeitungen Aichacher Zeitung und Aichacher Nachrichten.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Aurelie Deffner (* 9. Dezember 1881 in Handzell, † 29. Juni 1959 in Augsburg), Politikerin
  • Johannes von Gumppenberg (1891–1959), deutscher Gutsbesitzer, Schafzüchter und Verwaltungslandwirt
  • Horst Gall (* 31. Januar 1938 in Schnellmannskreuth; † 25. September 1980), Paläontologe und Konservator an der Bayerischen Staatssammlung in München
  • Joachim Rückert (* 16. August 1945), Rechtswissenschaftler
  • Georg Paula (* 23. Mai 1955; † 26. März 2014), Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und wissenschaftlicher Autor
  • Mona Neubaur (* 1. Juli 1977), Politikerin
  • Christoph Daferner (* 12. Januar 1998), Fußballspieler

EhrenbürgerBearbeiten

  • Karl Hofmann sen. (* 28. Januar 1900, verst. 27. Oktober 1982), verliehen 1965, Verwaltungsamtmann und Bürgermeister
  • Karl Hofmann jun. (* 22. Januar 1924, † 17. April 2012), verliehen 1991, 1. Bürgermeister 1972–1990

LiteraturBearbeiten

  • Edgar Krausen (Bearb.): Archiv der Marktgemeinde Pöttmes (Inventare nichtstaatlicher Archive Bayerns. 1. Regierungsbezirk Oberbayern. Landkreis Aichach). München 1949.
  • Markt Pöttmes. Pöttmes, 1989
  • Werner Hammerl (Hrsg.): Pöttmes in alten Ansichten – die Jahrhundertwende bis etwa vier Jahrzehnte danach. Pöttmes 1994.
  • Wilhelm Liebhart (Hrsg.): Pöttmes – Herrschaft, Markt und Gemeinde. 2 Bde. Pöttmes 2007.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pöttmes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Pöttmes in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 7. September 2017.
  3. Mutter setzt ihr Baby in einer Krippe aus – Ein Findelkind ist in der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Pöttmes entdeckt worden. – (Augsburger Allgemeine vom 2. Dezember 2008)
    Findelkind von Pöttmes - Christkind, Sorgenkind, Glückskind - (Süddeutsche Zeitung vom 23. Dezember 2011)
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 415.
  5. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bs-wittelsbacherland.de