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GeografieBearbeiten

Dasing liegt in der Planungsregion Augsburg.

Die Gemeinde hat 19 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Es existieren folgende Gemarkungen: Dasing, Laimering, Rieden, Taiting, Wessiszell, Zieglbach, Tattenhausen.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Archäologische Befunde legen nahe, dass sich im Ortsteil Laimering zur Römerzeit eine zivile Ziegelei befand.[3]

Aus dem Jahr 696 n. Chr. stammt die bisher älteste germanische Wassermühle nördlich der Alpen, die im Paartal bei Dasing im Jahr 1993 entdeckt wurde.

Die Herren von Massenhausen ließen sich um 1317 in Dasing nieder. Die Wittelsbacher hatten in den Ortsteilen Taiting, Rieden und Laimering ebenfalls schon sehr früh reichen Grundbesitz. Dasing gehörte als Grundherrschaft später zur Reichsabtei St. Ulrich und Afra. 1632, während des Dreißigjährigen Krieges, ging die örtliche Burg (sh. Burgstall Dasing) in St. Franziskus unter dem Ansturm der Schweden in Flammen auf. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, die 1803 durch die Säkularisation an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

 
Christine G. wurde 1993 auf der Veranda der damaligen Diskothek SuperMäx () von der Diskomafia ermordet.

20. JahrhundertBearbeiten

Am 28. August 1993 erschoss die sogenannte Augsburger Diskomafia die 16-jährige Arzthelferin Christine G. (ein Zufallsopfer) auf der Veranda der damaligen Diskothek SuperMäx.[4]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Rieden und Wessiszell eingegliedert. Laimering und Taiting folgten am 1. Juli 1972.[5] Am 1. Januar 1974 kam ein kleines Gebiet der aufgelösten Gemeinde Harthausen mit damals etwa 20 Einwohnern hinzu. Am 1. Juli 1976 folgte ein Teil der aufgelösten Gemeinde Burgadelzhausen. Schließlich wurden am 1. Mai 1978 etwa 30 Einwohner der aufgelösten Gemeinde Stätzling und 15 Einwohner der Nachbargemeinde Obergriesbach aufgenommen.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2650 Einwohner[6]
  • 1970: 3036 Einwohner[6]
  • 1987: 4173 Einwohner
  • 1991: 4497 Einwohner
  • 1995: 4904 Einwohner
  • 2000: 5054 Einwohner
  • 2005: 5299 Einwohner
  • 2010: 5359 Einwohner
  • 2015: 5603 Einwohner

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4.265 auf 5.687 um 1.422 Einwohner bzw. um 33,3 %.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Erich Nagl (Freie Wähler).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Gemeinderäten zusammen.

Parteien 2014
Anteil Sitze
Christlich Soziale Union (CSU)  % 7
Freie Wähler Dasing e. V. (FWD)  % 8
Aktive Bürger Dasing (Aktive)  % 5

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Dasing unterhält eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Siedlce und der österreichischen Gemeinde Kammern im Liesingtal.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Martin

MuseenBearbeiten

Am 11. Oktober 2015 wurde das Heimatkundliche Museum eröffnet.

BauwerkeBearbeiten

Hauptsehenswürdigkeit ist die Pfarrkirche St. Martin. Im Ortsteil St. Franziskus finden sich Reste des Burgstall Dasing. Zu nennen ist vor allem der noch weitgehend erhaltene Gewölbekeller. Des Weiteren gibt es in der Nähe der Gemarkung Unterzell ein Bodendenkmal, möglicherweise ein Überrest eines befestigten Hofs oder einer frühmittelalterlichen Schutzburg, den sogenannten Ringwall im Kirchholz (Haberskirch).

ParksBearbeiten

  • Der Freizeitpark Western-City wurde im Juli 2017 durch einen Brand zerstört.[7]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Seit 2004 finden in Dasing im Sommer regelmäßig die Süddeutschen Karl-May-Festspiele mit bekannten Künstlern wie Horst Janson statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

 
Westansicht von Dasing

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 21, im produzierenden Gewerbe 535 und im Bereich Handel und Verkehr 199 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 286 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1780. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 14 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 122 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3003 ha, davon waren 2366 ha Ackerfläche und 634 ha Dauergrünfläche.

Im Ortsteil Lindl, gut 1 km nordöstlich des Hauptortes rechts der Paar gelegen, verfügt Dasing über ein größeres Gewerbegebiet mit unmittelbarem Autobahnanschluss.

VerkehrBearbeiten

Der Ort liegt unmittelbar an der Bundesautobahn 8 und der Bundesstraße 300. Dasing verfügt über einen Bahnhof an der Paartalbahn Augsburg–Ingolstadt und wird halbstündlich mit Regionalbahnen bedient.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 278 Kindergartenplätze mit 249 Kindern (Stand:2014)
  • Grund- und Mittelschule mit zusammen 292 Schülern und 20 hauptamtlichen Lehrkräften (Schuljahr 2017/2018)[8][9]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Beda Mayr (1742–1794), christlicher Gelehrter, wurde in Taiting geboren.

Persönlichkeiten, die mit Dasing in Verbindung stehenBearbeiten

  • Fred Rai (1941–2015), bürgerlich Manfred Raible, Reiter, Reitlehrer, Pferdepsychologe, Autor, Country-Sänger, gründete in Dasing die Western City und rief die Süddeutschen Karl-May-Festspiele ins Leben.
  • Denis Kudla (* 1994), Ringer, wuchs in Dasing auf.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dasing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dasing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 21. August 2019.
  3. Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  4. Leben und Sterben in Dasing – Wie ein bayerisches Dorf durch vier Morde seine Beschaulichkeit verlor – (Die Zeit vom 13. Dezember 1996)
    Der Pate von Indersdorf – Die Zentrale der Augsburger Disco-Mafia war die "Powerstation" in Indersdorf. – (Münchner Merkur vom 4. April 2004)
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 465.
  6. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788 und 789.
  7. Christian Rost: Die Western-City ist nur noch ein Trümmerhaufen. sueddeutsche.de, 31. Juli 2017, abgerufen am 9. Oktober 2017.
  8. Grundschule Dasing in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 8. Mai 2019.
  9. Mittelschule Dasing in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 8. Mai 2019.