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Jin Boyang

chinesischer Eiskunstläufer
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Jin Boyang Eiskunstlauf
Jin Boyang bei der Weltmeisterschaft 2017
Nation China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Geburtstag 3. Oktober 1997
Geburtsort Harbin, Heilongjiang
Größe 170 cm
Karriere
Disziplin Einzellauf
Verein Eistrainingszentrum Harbin
Trainer Zhaoxiao Xu, Caishu Fu
Choreograf Lori Nichol
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
VKM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
ISU Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften
0Bronze0 Boston 2016 Herren
0Bronze0 Helsinki 2017 Herren
Vier-Kontinente-MeisterschaftenVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
0Silber0 Taipeh 2016 Herren
0Gold0 Taipeh 2018 Herren
Persönliche Bestleistungen
 Gesamtpunkte 303,58 WM 2017
 Kür 204,94 WM 2017
 Kurzprogramm 103,32 Olympia 2018
Platzierungen im Eiskunstlauf Grand Prix
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Grand-Prix-Finale 0 0 0
 Grand-Prix-Wettbewerbe 0 4 0
letzte Änderung: 19. März 2018

Jin Boyang (chinesisch 金博洋, Pinyin Jīn Bóyáng; * 3. Oktober 1997 in Harbin) ist ein chinesischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf startet. Er ist der Vier-Kontinente-Meister von 2018.

KarriereBearbeiten

Saison 2015/16Bearbeiten

Jin stieß in der Saison 2015/16 in die Weltspitze der Senioren vor. Mit jeweils zweiten Plätzen bei der NHK Trophy und dem Cup of China[1] qualifizierte er sich erstmals für das Grand-Prix-Finale. Dort erreichte er den fünften Platz.[2] Beim Cup of China hatte Jin als erster Eiskunstläufer eine Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination in einem Wettbewerb gestanden.[3][4]

In das Jahr 2016 ging Jin bereits zum dritten Mal in Folge als amtierender chinesischer Meister. Er debütierte daraufhin bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften und gewann auf Anhieb die Silbermedaille.[5] Dabei stellte er einen Rekord auf, indem er für seine Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination mit 19,76 Punkten[6] die höchst erzielte Punktzahl für ein einzelnes Element im Eiskunstlauf bekam. Zudem stellter er persönliche Punktebestleistungen in Kurzprogramm (98,45), Kür (191,38) und Gesamtleistung (289,83) auf.[7]

 
Jin Boyang (rechts) als Bronzemedaillist auf dem Podium der WM 2016

Ende März folgte Jins Debüt bei den Weltmeisterschaften in Boston. Sein Kurzprogramm wies mit 50,73 den höchsten Basiswert aller Teilnehmer auf.[8] Mit der Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination beinhaltete es das Element mit dem höchsten Basiswert (17,90) aller im Kurzprogramm gezeigter Elemente.[8] Daneben stand er einen vierfachen Toeloop als Einzelsprung.[8] Aufgrund von Unsauberkeiten gab es jedoch für beide Elemente eine negative Bewertung im Grad der Ausführung (GOE).[8] Jin belegte daher den fünften Rang im Kurzprogramm.[8] Auch die Kür des Chinesen wies mit 103,10 den deutlich höchsten Basiswert aller Teilnehmer auf.[9] Sie beinhaltete vier Vierfachsprünge,[9] so viele wie nie zuvor in einer Eiskunstlauf-Kür. Jin stand alle Sprünge und wurde damit der erste Eiskunstläufer, der insgesamt sechs Vierfachsprünge in einem Wettbewerb erfolgreich landete, dies jedoch mit unsauberen Landungen, insbesondere beim vierfachen Lutz, Salchow und Toeloop.[10] Daher gab es keine nennenswerten Pluspunkte im Grad der Ausführung (GOE).[9] Dazu verlor er in den Programmkomponenten erwartungsgemäß[11] zahlreiche Punkte. Dennoch reichte dies, um sich vom fünften Rang auf den Bronzerang vorzuarbeiten.[12] Boyang Jin gelang damit bei seiner ersten Weltmeisterschaft sofort der Sprung auf das Podium. Es war die erste Medaille für einen Chinesen in der Herrenkonkurrenz bei Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften.[10]

Saison 2016/17Bearbeiten

Die Saison begann für Jin ungleich schlechter als seine Debütsaison. So gelang es ihm mit einem zweiten Platz beim Cup of China und einem fünften Platz bei Skate America nicht, sich für das Grand-Prix-Finale zu qualifizieren. Bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften belegte er den fünften Platz.

 
Jin Boyang (rechts) als Bronzemedaillist auf dem Podium der WM 2017

Bei der Weltmeisterschaft in Helsinki präsentierte sich der Chinese allerdings wieder in gewohnter Stärke. So zeigte er sein bestes Kurzprogramm der Saison zum Spiderman-Thema. Es enthielt eine Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination, einen dreifachen Axel sowie einen vierfachen Toeloop.[13] Damit steigerte er seine Punktebestleistung in diesem Segment auf 98,64 Punkte und platzierte sich im technisch hochwertigsten Wettbewerb der Eiskunstlaufgeschichte vorerst als Vierter.[14] Seine Kür zu La Strada – Das Lied der Straße von Nino Rota eröffnete Jin mit einem beeindruckend hohen und sauberen vierfachen Lutz gefolgt von einem vierfachen Salchow. Es folgten im Verlaufe der Kür zwei weitere Vierfachsprünge, beide Toeloops, davon einer in Kombination mit einem doppelten Toeloop.[15] Daneben gelangen ihm sechs Dreifachsprünge.[15] Jin zeigte sich auch in den Programmkomponenten verbessert.[16] Damit durchbrach der Chinese erstmals in seiner Karriere die 200-Punkte-Marke in der Kür (204,94) und die 300-Punkte-Marke in der Gesamtwertung (303,58). Am Ende konnte Jin dadurch noch die nach dem Kurzprogramm vor ihm platzierten Javier Fernández und Patrick Chan abfangen, sodass es für ihn noch zum Sprung auf das Podium reichte. Wie im Vorjahr gewann Jin die Bronzemedaille. Er zeigte sich sehr zufrieden über seine Leistung inmitten der sprungstarken Konkurrenz.[17] Dabei war es Jin Boyang selbst, der 2015 die neue Ära der Vierfachsprünge eingeleitet hatte,[18] die sich bei dieser Weltmeisterschaft erstmals in voller Breite zeigte.

Saison 2017/18Bearbeiten

Durch einen zweiten Platz beim Cup of China und einen vierten Platz bei Skate America qualifizierte sich Jin für das Grand-Prix-Finale. Er war allerdings schon mit einer Fußverletzung in den Cup of China gegangen und konnte aufgrund dieser sich verschlimmernden Verletzung nicht am Grand-Prix-Finale teilnehmen. Auch zu den chinesischen Meisterschaften konnte er nicht antreten.

Bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften zeigte sich Jin Ende Januar wieder genesen. Im Kurzprogramm durchbrach er erstmals in seiner Karriere die 100-Punkte-Marke und in der Kür einmal mehr die 200-Punkte-Marke, sodass er mit über 300 Punkte am Ende dem nach dem Kurzprogramm führenden Shōma Uno noch die Goldmedaille streitig machen konnte und erstmals einen Titel bei einer großen Meisterschaft errang. Es war der insgesamt zweite Sieg eines Chinesen im Einzellauf bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften nach Li Chengjiang im Jahr 2001.

Bei seinen ersten Olympischen Spielen zeigte Jin in Pyeongchang sowohl in Kurzprogramm als auch in der Kür starke Leistungen. In seinem Kurzprogramm zur Musik von Tiger and Dragon landete er erfolgreich eine Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination sowie als Einzelsprünge einen vierfachen Toeloop und einen dreifachen Axel.[19] Seine weiteren Elemente wurden durchweg mit dem höchstmöglichen Schwierigkeitsgrad Level 4 bewertet.[20] Dies brachte ihm eine neue persönliche Punktebestleistung von 103,32 Punkten und den vorläufigen vierten Platz ein. In der Kür zur Musik von Star Wars stand Jin einen vierfachen Lutz, einen vierfachen Salchow, eine Vierfach-Dreifach-Toeloop-Kombination sowie sechs dreifache Sprünge. Einzig beim vierfachen Toeloop als Einzelsprung stürzte er.[21][22] Mit 194,45 Punkten gelang ihm damit die fünftbeste Kür des Feldes. Insgesamt verfehlte er am Ende mit 297,77 Punkten als Vierter bei seinem Olympiadebüt knapp das Podium und damit die Olympiamedaille. Seine Platzierung bedeutete dennoch die beste eines Chinesen im Einzellauf der Herren in der olympischen Geschichte.

Bei der Weltmeisterschaft in Mailand zeigte der in Abwesenheit von Olympiasieger Yuzuru Hanyū und Javier Fernández mitfavorisierte Jin zunächst ein gutes Kurzprogramm, bei dem allerdings nicht unumstritten sein vierfacher Toeloop, bei dem er der Bande beträchtlich nahegekommen war, nachträglich als unterrotiert gewertet wurde.[23] So ging er nur als Vierter in die Kür. Dort sprang der bislang in dieser Saison konstant laufende Chinese wieder sehr nah an der Bande ab und stürzte bei sämtlichen seiner vierfachen Sprünge und machte weitere schwerwiegende Fehler, die ihm am Ende ganze neun Punkte Abzug brachten und ihn durch die zweitschlechteste Kür des Feldes noch auf den 19. Platz zurückfielen ließen.[24] Jin kommentierte das desaströse Abschneiden in der Kür anschließend mit einem Lächeln.

ErgebnisseBearbeiten

 
Jin Boyang beim Schaulaufen 2015
Meisterschaft / Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Olympische Winterspiele 4.
Weltmeisterschaften 3. 3. 19. 5.
Vier-Kontinente-Meisterschaften 2. 5. 1. 2.
Juniorenweltmeisterschaften 4. 6. 2.
Chinesische Meisterschaften 3. 1. 1. 1. 1. Z 1.
-
Grand-Prix-Wettbewerb / Saison 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19
Grand-Prix-Finale 5. Z
Skate America 5. 4.
GP of France 9.
NHK Trophy 2.
Cup of China 2. 2. 2.

Z = Zurückgezogen

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jin Boyang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wei Xiong: China’s Boyang Jin trains to improve overall package. In: Golden Skate. 4. Februar 2016, abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  2. ISU Grand Prix of Figure Skating Final. In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  3. ISU GP Audi Cup of China 2015. In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  4. Boyang JIN. In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  5. ISU Four Continents Figure Skating Championships 2016. In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  6. ISU Four Continents Figure Skating Championships. (PDF) In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  7. ISU Four Continents Figure Skating Championships 2016. In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  8. a b c d e ISU World Figure Skating Championships 2016. (PDF) In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  9. a b c ISU World Figure Skating Championships 2016. (PDF) In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  10. a b Ted Flett: Fernandez wins second consecutive World title. In: Golden Skate. 2. April 2016, abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  11. Wei Xiong: China’s Boyang Jin trains to improve overall package. In: Golden Skate. 4. Februar 2016, abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  12. http://www.isuresults.com/results/season1516/wc2016/CAT001RS.HTM
  13. http://www.goldenskate.com/2017/03/2017-worlds-men-sp/
  14. http://www.isuresults.com/results/season1617/wc2017/wc2017_Men_SP_Scores.pdf
  15. a b ISU World Figure Skating Championships 2017. (PDF) In: isuresults.com. Abgerufen am 3. Dezember 2018 (englisch).
  16. http://www.goldenskate.com/2017/04/2017-worlds-men-fs/
  17. http://www.goldenskate.com/2017/04/2017-worlds-men-fs/
  18. http://web.icenetwork.com/news/2016/05/24/178839720/new-quad-kings-broke-ground-with-jumping-skills
  19. https://goldenskate.com/2018/02/hanyu-leads-men-pyeonchang/
  20. http://www.isuresults.com/results/season1718/owg2018/OWG2018_MenSingleSkating_SP_Scores.pdf
  21. https://goldenskate.com/2018/02/yuzuru-hanyu-defends-olympic-title-in-pyeongchang/
  22. http://www.isuresults.com/results/season1718/owg2018/OWG2018_MenSingleSkating_FS_Scores.pdf
  23. https://goldenskate.com/2018/03/mens-short/
  24. http://www.isuresults.com/results/season1718/wc2018/wc2018_Men_FS_Scores.pdf
  Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Jin ist hier somit der Familienname, Boyang ist der Vorname.