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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hohenmölsen
Hohenmölsen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hohenmölsen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 9′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Höhe: 149 m ü. NHN
Fläche: 75,31 km2
Einwohner: 9558 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 06679
Vorwahl: 034441
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 235
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06679 Hohenmölsen
Website: www.stadt-hohenmoelsen.de
Bürgermeister: Andy Haugk (parteilos)
Lage der Stadt Hohenmölsen im Burgenlandkreis
SachsenThüringenSaalekreisAn der PoststraßeMeinewehBad BibraBalgstädtDroyßigEckartsbergaElsteraueElsteraueFreyburg (Unstrut)Finne (Gemeinde)Finne (Gemeinde)FinnelandGleinaGoseckGutenbornHohenmölsenKaiserpfalz (Gemeinde)Kaiserpfalz (Gemeinde)KarsdorfKretzschauLanitz-Hassel-TalLaucha an der UnstrutLützenMertendorf (Sachsen-Anhalt)Molauer LandNaumburg (Saale)Nebra (Unstrut)Osterfeld (Sachsen-Anhalt)SchnaudertalSchönburg (Saale)StößenTeuchernWeißenfelsWethauWetterzeubeZeitzKarte
Über dieses Bild
Stadtkirche Hohenmölsen

Hohenmölsen ist eine Stadt im Burgenlandkreis im Süden Sachsen-Anhalts. Sie war bis 1994 Sitz des gleichnamigen Landkreises Hohenmölsen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Stadt liegt rund 15 Kilometer südöstlich von Weißenfels auf einer Anhöhe. An der westlichen Bebauungsgrenze fließt die Rippach, ein Nebenfluss der Saale. Ihre Umgebung ist einerseits von der Landwirtschaft und andererseits vom Braunkohleabbau geprägt. Der östlich der Stadt gelegene Tagebau Profen ist noch in Betrieb. Die nächsten größeren Städte sind Weißenfels, Zeitz im Süden und Leipzig im Nordosten.

GeschichteBearbeiten

Hohenmölsen war 1080 Schauplatz der Schlacht bei Hohenmölsen. Im Jahr 1091 wurde erstmals die Burgward „Melsin villa“ (Milzin) urkundlich erwähnt. 1284 erhielt die Stadt das Marktrecht. Im Jahr 1539 begann die Reformation in Hohenmölsen. In den Jahren 1558 und 1578 zerstörten große Stadtbrände die Stadt fast vollständig.

Ab Anfang des 19. Jahrhunderts begann in der Umgebung von Hohenmölsen der Abbau von Braunkohle, zunächst mittels Stollen, die an Talhängen bis ins Flöz vorangetrieben wurden, zum Beispiel in Wählitz.[2] Nach Gründung der DDR erreichte der Braunkohlenabbau im Mitteldeutschen Revier eine neue Dimension. Nachbarorte von Hohenmölsen, wie Mutschau, Köttichau, Döbris, Queisau, Steingrimma, Dobergast, wurden devastiert und anschließend vollständig überbaggert. Für die Umsiedlung eines großen Teils der Bewohner dieser Dörfer entstanden die neuen Stadtteile Hohenmölsen-Süd und Hohenmölsen-Nord, sodass die Einwohnerzahl der Stadt ab Beginn der 1950er Jahre deutlich stieg.[3][4]

Von 1952 bis 1994 war Hohenmölsen Kreisstadt des Kreises Hohenmölsen. Zu DDR-Zeiten befand sich in der Stadt eine Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die unter anderem Informationen über den oppositionellen Pfarrer Oskar Brüsewitz sammelte.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1990 1995 2000 2005 2008
Einwohner 11.764 11.499 10.673 9.681 9.125

1990: 3. Oktober, ab 1995 Stichtag 31. Dezember

EingemeindungenBearbeiten

 
Rathaus in Hohenmölsen

Zu Hohenmölsen eingemeindete Ortschaften:

Jaucha wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.[6] Mutschau kam am 1. Dezember 1962 hinzu.[6] Zembschen wurde am 9. Mai 2002 eingemeindet.[7] Am 1. Januar 2003 folgten Webau und Werschen.[8] Granschütz und Taucha wurden am 1. Januar 2010 eingegliedert.[9]

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat der Stadt Hohenmölsen besteht aus 28 ehrenamtlichen Mitgliedern.

Die Wahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[10]

Partei/Wählergruppe Stimmen
(absolut)
Stimmen
(Prozent)
Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 4.780 43,4 12
Aktives Hohenmölsener Land - Die Wählergemeinschaft (AHL) 2.471 22,4 6
Die Linke 2.250 20,4 6
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1.138 10,3 3
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 378 3,4 1

BürgermeisterBearbeiten

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Hohenmölsen ist seit 2011 Andy Haugk,[11] der der Wählergruppe „Aktives Hohenmölsener Land“ (AHL) angehört. Haugk ist zugleich seit 2014 Mitglied im Kreistag des Burgenlandkreises, in den er über den Wahlvorschlag der CDU gewählt wurde.[12]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt von Rot über Gold. Oben hinter einer gezinnten silbernen Mauer mit schwarzem Tor ein gezinnter silberner Turm. Unten auf grünem Rasen ein springender roter Hirsch verfolgt von einem roten Jagdhund.“

StädtepartnerschaftBearbeiten

Eine Partnerschaft besteht mit der Stadt Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg seit dem 27. Oktober 1990.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das Zentrum von Hohenmölsen wird wesentlich von drei Gebäuden geprägt: dem Kirchturm, dem Wasserturm und dem Turm des Rathauses von Hohenmölsen. Die Stadt nennt sich deshalb auch „Stadt der drei Türme“. Wahrzeichen von Hohenmölsen ist die Äsop'sche Fabel Der Fuchs und der Storch. Sie ist in unterschiedlichen Darstellungen in der Stadt zu finden: als schmales Reliefbild an der Ostseite des Rathausturmes (unterhalb der Plattform), als Altmarkt-Brunnenskulptur von Joachim Hering und auf Laternen der Innenstadtbeleuchtung.[13]

In der Stadtkirche St. Petri befindet sich eine der Orgeln von Friedrich Ladegast. Weiterhin gibt es eine katholische Kirche.

GedenkstättenBearbeiten

 
Denkmal für General von Helldorf in Hohenmölsen
  • Denkmal für General von Helldorf in Hohenmölsen
  • Gedenkstein von 1949 neben dem Rathaus für die Opfer des Faschismus
  • Zwei Gedenksteine von 1975 auf dem Städtischen Friedhof an der Mauerstraße zur Erinnerung an 20 getötete Rotarmisten sowie 14 Zwangsarbeiter verschiedener Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und im Braunkohletagebau Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Reliefstein von 1981 in der Sekundarschule Nord in der Werkstraße für den antifaschistischen Bergarbeiter und KPD-Bezirksleiter Otto Schlag, der 1944 an der in mehreren Konzentrationslagern erlittenen Haft verstarb
  • Erinnerungstafel am Haus Bergstraße 24 des Ortsteiles Jaucha für den kommunistischen Gemeindevertreter Max Kunath, der im Zuchthaus Amberg ein Opfer der NS-Justiz wurde

NaherholungBearbeiten

Der Mondsee mit dem Freizeitpark Pirkau liegt etwa drei Kilometer südöstlich des Ortes.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Traditioneller Hohenmölser Herbst- und Mittelaltermarkt, sowie das Mölser Festival der Spielleute jährlich am ersten Freitag im September

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Einer der größten Arbeitgeber der Stadt ist die MIBRAG, die in einem eingemeindeten Ortsteil das Braunkohlekraftwerk Wählitz betreibt.

VerkehrBearbeiten

Hohenmölsen ist auf den Bundesstraßen 91 und 176, sowie der Bundesautobahn 9 mit der Anschlussstelle Weißenfels gut zu erreichen. Die Bahnstrecke Großkorbetha–Deuben über Pörsten und Hohenmölsen ist seit 1999 ohne Personenverkehr. Sie wird noch für Kohletransporte aus dem Braunkohlerevier Profen von Wählitz nach Korbetha für das Kraftwerk Schkopau benutzt. Mehrere Buslinien der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis führen durch Hohenmölsen. Durch den Landesbus 800 sind Weißenfels und Profen direkt erreichbar.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Wichtiger Wirtschaftsfaktor war in den 1990er Jahren das Asklepios-Kreiskrankenhaus. Bis zur endgültigen Schließung im April 2008 war im Hohenmölsener Krankenhaus die Diabetologie-Abteilung des Asklepios-Krankenhauses Weißenfels untergebracht. Im September 2009 konnte ein Abriss des leerstehenden Gebäudekomplexes verhindert werden. Für eine mögliche weitere Nutzung gab es bisher keine Interessenten.[14]

Die für die NVA in den 1970er Jahren errichtete und am 31. Dezember 2007 geschlossene General-Heinrich-August-von-Helldorff-Kaserne der Heeresflugabwehr zählt zu den ehemaligen Standorten der Bundeswehr. Die Bundeswehr war ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber in der ehemaligen Kreisstadt.[15] Das Gelände außerhalb wird als Gewerbegebiet genutzt.

BildungBearbeiten

  • Agricolagymnasium
  • Grundschule Hohenmölsen
  • Sekundarschule Hohenmölsen
  • Pestalozzischule Hohenmölsen (L)
  • Volkshochschule Burgenlandkreis „Dr. Wilhelm Harnisch“ Außenstelle Hohenmölsen
  • Grundschule Granschütz

Sport / VereineBearbeiten

  • SV Hohenmölsen 1919 e.V.
  • SV Großgrimma 1921 e.V.
  • 1. Skatverein Hohenmölsen 1994 e.V.
  • Angelverein Hohenmölsen 1962 e.V.
  • Angelverein Pendelfischer Hohenmölsen e.V.
  • Feuerwehr Hohenmölsen
  • Fanfarenzug „Stadt Hohenmölsen“ e.V.
  • Club „Am Wasserturm“ Hohenmölsen e.V.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit Hohenmölsen verbundene PersonenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2017 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Mitteldeutsches Braunkohlenrevier, Wandlungen und Perspektiven, Heft 18, Zeitz/Weißenfels (S. 4.) LMBV, abgerufen am 11. März 2019
  3. Kurzchronik der Stadt Homepage der Stadt Hohenmölsen, abgerufen am 11. März 2019
  4. Flächennutzungsplan Hohenmölsen Homepage der Stadt Hohenmölsen, abgerufen am 11. März 2019
  5. Karsten Krampitz Der Fall Brüsewitz, Staat und Kirche in der DDR, Verbrecher Verlag, Berlin 2016, Seite 231, ISBN 978-3-95732-145-9.
  6. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  9. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  10. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/gw14/erg/gem/gw.15084235.ergtab.frametab.html
  11. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/bmbm/erg/gem/bm.15084235.ergtab.frametab.html
  12. http://www.ratsinfo-online.de/blk-bi/kp020.asp?KPLFDNR=275&options=4
  13. Der Fabelbrunnen
  14. [1], Die Abrissbagger sind gestoppt, Mitteldeutsche Zeitung, Artikel vom 1. September 2009 (letzte Einsicht: 2. November 2010)
  15. Wirtschaftsstandorte