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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hellenthal
Hellenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hellenthal hervorgehoben
Koordinaten: 50° 29′ N, 6° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 137,83 km2
Einwohner: 7895 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53940
Vorwahlen: 02482, 02448, 06557
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 020
Gemeindegliederung: 60 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
53940 Hellenthal
Website: www.hellenthal.de
Bürgermeister: Rudolf Westerburg (parteilos)
Lage der Gemeinde Hellenthal im Kreis Euskirchen
BelgienRheinland-PfalzKreis DürenRhein-Erft-KreisRhein-Sieg-KreisStädteregion AachenBad MünstereifelBlankenheim (Ahr)Dahlem (Nordeifel)EuskirchenHellenthalKallMechernichNettersheimSchleidenWeilerswistZülpichKarte
Über dieses Bild

Hellenthal ist eine Gemeinde in der Eifel und gehört zum Kreis Euskirchen. Neben seiner selbst für Eifeler Verhältnisse auffallend großen Anzahl von Ortschaften und Weilern (s. u.) ist Hellenthal überregional bekannt durch die Oleftalsperre, sein Wildgehege mit Greifvogelstation und das Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt. Die große Modellbahnausstellung ArsTecnica und die internationale Krippenausstellung „Krippana“ liegen nahe dem Ortsteil Losheim an der deutsch-belgischen Grenze.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Etwa 18 Kilometer Luftlinie südlich des Ortes Hellenthal befindet sich am Losheimer Landgraben der südlichste Punkt Nordrhein-Westfalens. Südlich von Hellenthal und Reifferscheid steigt das Gelände deutlich an. Die höchste Erhebung der Gemeinde und des nordrhein-westfälischen Teils der Eifel ist der Weiße Stein nahe Udenbreth direkt an der Grenze zu Belgien. 53,5 % der Gemeindefläche ist Wald, 35,4 % landwirtschaftliche Fläche.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Zugehörige Orte und Weiler, Besonderheiten in Klammern:

NachbargemeindenBearbeiten

Monschau Schleiden Kall
Bütgenbach   Nettersheim
Büllingen Hallschlag, Ormont, Scheid, Roth Dahlem

GeschichteBearbeiten

„Mit dem Einmarsch französischer Truppen im Herbst 1794 wurden die mittelalterlichen Territorialherrschaften hinweggefegt. Das Land erhielt eine neue verwaltungsmäßige Gliederung, die der französischen zentralistischen Ordnung folgt. Reifferscheid, Kronenburg und Schleiden wurden Kantonshauptorte, denen Mairien (Bürgermeistereien) unterstellt waren. Preußen, das unser Gebiet im Jahre 1819 nach einer kurzen Episode unter der Herrschaft von Mecklenburg-Strelitz übernahm, behielt die einmal getroffene Verwaltungseinteilung weitgehend bei: Hellenthal, Hollerath und Udenbreth bildeten je eine Bürgermeisterei im Kreis Blankenheim, der zunächst mit dem Kreis Gemünd vereinigt und, nachdem die Verwaltung 1829 nach Schleiden verlegt wurde, fortan den Namen ‚Kreis Schleiden‘ führte.[3]

Seit dem Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919, der die Abtrennung der Kreise Eupen und Malmedy diktierte, liegt in Hellenthal auf einer Länge von 17 km die Westgrenze des früheren Deutschen Reiches und der heutigen Bundesrepublik zum Königreich Belgien.[4]

Im Dezember 1944 verlief die Westfront in der Gegend von Hellenthal. Am 16. Dezember begann die Wehrmacht die Ardennenoffensive: sie rückte zwei Wochen lang vor und verlor dieses Gelände in den Wochen darauf wieder.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1969 wurden die bisherigen Gemeinden Hellenthal, Hollerath, Losheim und Udenbreth aufgrund des Gesetzes zur Neugliederung von Gemeinden des Landkreises Schleiden zur neuen Gemeinde Hellenthal zusammengeschlossen.[5] Zweieinhalb Jahre später mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz) zum 1. Januar 1972 gab Hellenthal drei Fluren (Kerperscheid) an die Nachbarstadt Schleiden ab. Zugleich wurden Flächen aus der Gemeinde Kall (die Orte Bungenberg, Hecken, Heiden, Kreuzberg, Linden, Manscheid, Oberschömbach, Unterschömbach, Paulushof, Wildenburg und Winten der ursprünglichen Gemeinde Wahlen) in die Gemeinde Hellenthal eingegliedert.[6]

Der Ort Hellenthal hatte am 31. Dezember 2018 insgesamt 1966 Einwohner.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Gemeinderat
      
Insgesamt 26 Sitze
Ratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,91 %
 %
50
40
30
20
10
0
46,32
28,30
7,91
5,86
6,52
5,08
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+10,99
+2,20
-4,49
-4,79
+0,49
-4,10
-0,32

BürgermeisterBearbeiten

  • Hauptamtlicher Bürgermeister: Rudolf Westerburg (parteilos), 2009 gewählt und 2014 mit 82,5 Prozent wiedergewählt.
  • 1. stellvertr. Bürgermeister: Werner Wamser (SPD)
  • 2. stellvertr. Bürgermeisterin: Barbara Wand (CDU)

GemeinderatBearbeiten

Aufgrund der letzten Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat von Hellenthal wie nebenstehend zusammen.[7]

Wappen und SiegelBearbeiten

Der Gemeinde Hellenthal ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Köln vom 8. Juli 1988 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Dienstsiegels verliehen worden.[8]

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Silber; oben ein silbernes Antoniuskreuz, unten ein roter Herzschild, überhöht von einem 5-lätzigen blauen Turnierkragen als Beizeichen.“[9]
Wappenbegründung: Das Antoniuskreuz gilt als Wahrzeichen Hellenthals, es befand sich – innerhalb eines Tartschenschildes – auf dem Schlussstein des Hauptportals und als Bekrönung des Dachreiters an der um 1520 erbauten Antonius-Kapelle in Hellenthal. Im unteren Schildteil das Stammwappen des Adelsgeschlechts von Reifferscheid, weil ein Teil von Hellenthal zur Herrschaft und zum Kirchspiel Reifferscheid gehörte.

Beschreibung des Siegels:
„im Siegelrund der Wappenschild der Gemeinde in schwarzweißer Umrisszeichnung, Umschrift oben: GEMEINDE HELLENTHAL, Umschrift unten: KREIS EUSKIRCHEN“

Kultur, Sehenswürdigkeiten und TourismusBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Besucherbergwerk „Grube Wohlfahrt“ (Rescheid)
  • ArsKRIPPANA, eine Krippen-Ausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsTecnica mit 110 m² großer Modellbahnanlage und verschiedenen Dioramen (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • ArsFIGURA, eine Puppenausstellung (Losheim, Teil des Ardenner Cultur Boulevard)
  • Wetterpark Weißer Stein (Udenbreth)

BauwerkeBearbeiten

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hellenthal

TourismusBearbeiten

 
Westwall (Höckerlinie) bei Udenbreth
 
MAN-Schienenbus der Oleftalbahn in Blumenthal
  • Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zahlreiche Reste des ehemaligen Westwalles, u. a. an der Oleftalsperre und entlang der belgischen Grenze.
  • Wildgehege Hellenthal mit der Greifvogelstation Hellenthal
  • In den Ortsteilen Udenbreth und Hollerath werden mit Skihang, Rodelhügel und Langlaufloipen Wintersportmöglichkeiten angeboten.
  • Durch den Ort führt der Radwanderweg Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um den Nationalpark Eifel führt.
  • Der Radwanderweg Tälerroute führt ebenfalls durch den Ort.
  • Daneben gibt es einige lokale Radtouren:
  • Rundweg Oleftalsperre Hellenthal (13,5 km)
  • Urftseeroute Gemünd-Urfttalsperre und zurück (ca. 20 km)
  • Hellenthaler Höhenroute (25,5 km)
  • Oleftalbahn (siehe Verkehr)

VerkehrBearbeiten

 
RVK-Linienbus in Udenbreth (Linie 839)
 
TaxiBus der RVK aus Losheim (Linie 839) am neuen Busbahnhof in Hellenthal

Die Gemeinde Hellenthal liegt im Einzugsbereich der A 1. Die B 265 führt in Nord-Süd-Richtung durch das Gemeindegebiet; im Süden berührt die B 421 die Gemeinde.

Hellenthal ist Endpunkt der Oleftalbahn von Kall, mit weiterem Bahnhof in Hellenthal-Blumenthal. Seit Herbst 2010 finden jeden Sonn- und Feiertag im Sommerhalbjahr touristische Fahrten mit einem historischen MAN-Schienenbus bis Hellenthal statt.

Ein weiterer Bahnhof bestand in Hellenthal-Losheim an der 2004 zurückgebauten Vennquerbahn. Diese führte von Jünkerath über die belgische Grenze nach Waimes bzw. Malmedy.

Zentraler Verknüpfungspunkt im ÖPNV ist heute der Hellenthaler Busbahnhof. Von dort besteht mit dem Linienbus der RVK eine Verbindung durch das Schleidener Tal nach Kall. Die Anbindung der hinteren Ortsteile an den Busbahnhof wird über weitere Buslinien im direkten Anschluss sichergestellt. Diese Linien werden meist als Rufbus, d. h. nur auf telefonische Voranmeldung, bedient.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Karl Haas (1890–?), jüdischer Händler (Metzger, diente im 1. WK, wie sein Bruder) aus Hellenthal-Kirschseiffen und Verfolgter während der Shoa, er emigrierte 1939 nach Belgien, später in die Schweiz, dort Ankunft am 4. Dezember 1942, gegen ihn und seinen Bruder (Emil * 31. Mai 1880, Schicksal unbekannt) wurde ein "Steuersteckbrief wegen nicht bezahlter Reichsfluchtsteuer" erlassen, beide wurden im "Deutschen Fahndungsbuch von 1941" eingetragen
  • Willibald Kirfel (1885–1964), Indologe aus Reifferscheid
  • Peter Klinkhammer(1865–1945), Oberlehrer und „Vater des Skisports“ in Hollerath
  • Carl Pirath (1884–1955), Verkehrswissenschaftler
  • Albert Poensgen (1818–1880), aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller
  • Julius Poensgen (1814–1880), aus dem Ortsteil Kirschseiffen, Industrieller und Kommerzienrat
  • Karl Reger (* 1930), Weihbischof im Bistum Aachen
  • Eugen Virmond (1844–1906), Chronist des Schleidener Oberthales
  • Reinhold Wirtz (1842–1898), Architekt und Diözesanbaumeister

Bekannte WahlbürgerBearbeiten

  • Hermann Ritter (1864–1925), „Professor von Hellenthal“, Lehrer in Reifferscheid, Schriftsteller
  • Fritz von Wille (1860–1941), Landschaftsmaler, lebte zeitweilig in Reifferscheid (von 1899 bis 1905 und von 1908 bis 1911)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hellenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Hellenthal – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Landesbetrieb IT.NRW: Kommunalprofil Hellenthal
  3. Geschichte auf: hellenthal.de, abgerufen am 14. April 2017
  4. Werner Rosen: Eifelverein Hellenthal, ein Hundertjähriger feiert Geburtstag – Keimzelle eines neuen Europas der friedliebenden Völker. In: Eifelverein (Hrsg.): Die Eifel. Heft 3/2009, ISSN 0176-8255, S. 17 (online [PDF; 3,6 MB]).
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  7. Gemeinde Hellenthal. Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 13. Oktober 2014.
  8. Hauptsatzung, Ortsrecht der Gemeinde Hellenthal (PDF; 101 kB)
  9. Die Entstehungsgeschichte des Hellenthaler Wappens