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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schleiden
Schleiden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schleiden hervorgehoben
Koordinaten: 50° 32′ N, 6° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 121,67 km2
Einwohner: 13.053 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 53937
Vorwahlen: 02445, 02444, 02485
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 036
Stadtgliederung: 18 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Blankenheimer Straße 2–4
53937 Schleiden
Website: www.schleiden.de
Bürgermeister: Ingo Pfennings (CDU)
Lage der Stadt Schleiden im Kreis Euskirchen
BelgienRheinland-PfalzKreis DürenRhein-Erft-KreisRhein-Sieg-KreisStädteregion AachenBad MünstereifelBlankenheim (Ahr)Dahlem (Nordeifel)EuskirchenHellenthalKallMechernichNettersheimSchleidenWeilerswistZülpichKarte
Über dieses Bild

Schleiden ist eine Stadt in der Eifel im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen. Das Stadtgebiet wird von Süden nach Norden von der Olef durchflossen. Schleiden war von 1829 bis 1971 Kreisstadt des Landkreises Schleiden.

Schleiden, Luftaufnahme (2015)

Inhaltsverzeichnis

StadtgliederungBearbeiten

Die Stadt gliedert sich in 18 Ortschaften (Einwohner mit Hauptwohnung, Stand März 2019):[2]

Ortschaft Einwohner
Berescheid 187
Broich 354
Bronsfeld 560
Dreiborn 947
Ettelscheid 265
Gemünd 3.821
Harperscheid 419
Herhahn 458
Kerperscheid 79
Morsbach 525
Nierfeld 449
Oberhausen 827
Olef 1.105
Scheuren 357
Schleiden 2.228
Schöneseiffen 425
Wintzen 72
Wolfgarten 213
Insgesamt 13.291

NachbargemeindenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Der Ort war im Mittelalter und der frühen Neuzeit Mittelpunkt einer Herrschaft, später der Grafschaft Schleiden, die selbst Bestandteil des Herzogtums Luxemburg war, ab 1441/43 im Rahmen der Niederlande (erst unter den Burgundern, dann den Habsburgern). Nach der Teilung der Niederlande verblieb das Herzogtum Luxemburg mit Schleiden bei der spanischen Linie der Habsburger. Nach dem spanischen Erbfolgekrieg kam das Herzogtum Luxemburg, immer noch mit Schleiden, zur österreichischen Linie des Hauses Habsburg. Als das revolutionäre Frankreich 1794/95 die Österreichischen Niederlande eroberte, wurde das Herzogtum Luxemburg bald auf die drei Départements Forêts, Sambre-et-Meuse und Ourthe verteilt. Schleiden kam zum Département Ourthe (Hauptort Lüttich, fr. Liège). Beim Wiener Kongress 1815 wurden die früher luxemburgischen Gebiete östlich der Flüsse Our, Sauer und Mosel dem Königreich Preußen zugeteilt. Somit wurde Schleiden „preußisch“ und 1871 Teil des Deutschen Reiches.

Die Kleinstadt Schleiden hat zwei bedeutende Humanisten hervorgebracht: Johannes Sleidanus sowie Johannes Sturm, auch als Ioannes Sturmius bekannt.

1944 fand in der Nähe die Schlacht bei Wahlerscheid statt.

StadtgründungBearbeiten

Die Stadt Schleiden besteht seit dem 1. Januar 1972. Sie ist durch Zusammenschluss

  • der früheren Städte Gemünd und Schleiden,
  • der amtsfreien Gemeinde Dreiborn (ohne Einruhr, Erkensruhr und Hirschrott),
  • den amtsangehörigen Gemeinden Broich, Bronsfeld, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen,
  • dem Ortsteil Kerperscheid der Gemeinde Hellenthal und
  • dem Ortsteil Wintzen der Gemeinde Kall

gemäß Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen vom 14. Dezember 1971 (GV. NW. S. 414) gebildet worden.[3] Eingegliedert wurde auch das zuvor zu Heimbach gehörende Gebiet nördlich der Urfttalsperre.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im Stadtrat
     
Insgesamt 28 Sitze
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 51,58 % (2009: 60,22 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,62 %
18,01 %
19,44 %
10,81 %
7,11 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,78 %p
-2,84 %p
+1,61 %p
+0,13 %p
+1,34 %p
-3,03 %p

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Schleiden. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[4]

BürgermeisterBearbeiten

Nachfolgend die seit 1972 amtierenden Bürgermeister:[5]

  • 1972–1975: Max Fesenmeyer (parteilos)
  • 1975–1984: Herbert Hermesdorf (CDU)
  • 1984–1995: Alois Sommer (CDU)
  • 1995–1997: Dieter Wolter (CDU)
  • 1997–2004: Christoph Lorbach (CDU)
  • 2004–2012: Ralf Hergarten (parteilos)
  • 2012–2018: Udo Meister (FDP)
  • 00seit 2018: Ingo Pfennings (CDU)

StadtdirektorenBearbeiten

  • 1960–1987: Paul-Werner Knebel[6]
  • 1987–1991: Hans Pixa (CDU)
  • 1991–1996: Gregor Micus

StädtepartnerschaftBearbeiten

Schleiden unterhält seit 1978 eine Partnerschaft mit dem französischen Pont-l’Abbé.

Wappen und BannerBearbeiten

Der Stadt Schleiden ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 19. August 1976 die Genehmigung zur Führung eines Wappens, eines Siegels und eines Banners erteilt worden.

Blasonierung: „Mit neun goldenen Lilien bestreut einen nach rechts gewandten gelbbekrönten, zweigeschwänzten, rotbezungten, weißen Löwen schreitend.“[7]
Wappenbegründung: Die Grundfarbe grün ist dem Wappen der ehemaligen Stadt Gemünd entnommen. Der dargestellte Löwe entstammt dem ehemaligen Wappen der Stadt Schleiden. Er war bereits Wappentier der Herrschaft (seit 1602 Grafschaft) Schleiden. Die neun Lilien im grünen Feld vertreten im Stadtwappen die Städte Gemünd und Schleiden, das Amt Harperscheid sowie die Gemeinden Broich, Bronsfeld, Dreiborn, Harperscheid, Oberhausen und Schöneseiffen.

Das Banner ist grün und zeigt im Bannerfeld das Wappen wie in Absatz 2 der Hauptsatzung beschrieben, jedoch freigestellt ohne Schild.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schlosskirche Schleiden St.Philippus und Jakobus

NaturdenkmälerBearbeiten

1900 bis 1905 wurde die Urfttalsperre als damals größte europäische Talsperre gebaut. Sie gehört heute zum Nationalpark Eifel.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schloss Schleiden, Luftaufnahme (2015)

OleftalbahnBearbeiten

 
MAN-Schienenbus der Oleftalbahn am Hp. Blumenthal

Am Bahnhof Schleiden hielt die Oleftalbahn (KallHellenthal); der regelmäßige Personenverkehr wurde 1981 durch die Deutsche Bundesbahn eingestellt. Wegen des 2004 neu eingerichteten Nationalparks Eifel unterstützte das Land Nordrhein-Westfalen den Tourismus durch ein Zweijahresprogramm für Personenverkehr in der Ausflugssaison an Sonn- und Feiertagen. Endeten die Fahrten 2004 im Ortsteil Gemünd, so wurden sie 2005 bis Schleiden weitergeführt. Den SPNV organisierte der Verkehrsverbund Rhein-Sieg, die Rurtalbahn GmbH war Betriebsführer. Zum 16. Oktober 2005 ist der Regelverkehr beendet worden. Seit 2006 wird der Verkehr privatwirtschaftlich als Museumsbahn in der Sommersaison weiterbetrieben, mit der Saison 2008 von der Rhein-Sieg-Eisenbahn. Ab 2010 verkehren die Züge wieder bis zum Endbahnhof Hellenthal, dabei kommt ein historischer MAN-Schienenbus zum Einsatz.

Bis 1997 gab es regelmäßigen Güterverkehr über Schleiden bis Hellenthal, danach nur noch Militärverkehr bis Schleiden-Höddelbusch (Panzerverladerampe). Die letzten Truppenverladungen erfolgten dort im Winter 2002 mit Diesel- und Dampflokomotiven einer Privatbahn.[8] Belgien gab den Truppenübungsplatz Vogelsang zum 1. Januar 2006 auf. Das Gelände auf der Dreiborner Hochfläche ging in eine zivile Nutzung (Dokumentationszentrum und Wandergebiet) über.

VerkehrBearbeiten

Das Stadtgebiet von Schleiden liegt im Verbundraum des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und ist von diversen Linien des ÖPNV erschlossen. Zudem gibt es Linienverbindungen in den Aachener- und Dürener Raum des AVV.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Schleiden war bis 2008 einer von neun Standorten der Ardagh Glass Germany GmbH für die Herstellung von Behälterglas in Deutschland.

GerichteBearbeiten

Schleiden verfügt über ein Amtsgericht in Gemünd, das zum Landgerichtsbezirk Aachen und zum Oberlandesgerichts-Bezirk Köln gehört.

BildungBearbeiten

Im Stadtgebiet existieren folgende Schulen:

  • Städtisches Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden
  • Clara-Fey-Gymnasium Schleiden (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Clara-Fey-Realschule Schleiden (Träger ist das Bistum Aachen)
  • Städtische Realschule Schleiden
  • Grundschule Schleiden
  • Grundschule Gemünd
  • Grundschule Dreiborn
  • Astrid-Lindgren-Schule Schleiden

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

 
Gedenkstein an Eifelmaler Albert Larres, unterhalb vom Schloss

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schleiden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. Stadt Schleiden:Bevölkerungsstatistik (PDF; 20 kB)
  3. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (Aachen-Gesetz)
  4. Stadt Schleiden. Ratswahl - Gesamtergebnis. 25. Mai 2014, abgerufen am 28. Oktober 2014.
  5. Verwaltungsführung seit 1972 auf der offiziellen Seite der Stadt Schleiden
  6. Paul Knebel ist gestorben Kölnische Rundschau vom 7. Juni 2010
  7. Hauptsatzung der Stadt Schleiden, § 2. (PDF; 111 kB) Abgerufen am 7. Dezember 2015.
  8. Militärzug am 28. Januar 2002 in Schleiden