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Froitzheim ist, zusammen mit dem Wohnplatz Frangenheim, ein Gemeindeteil von Vettweiß im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen.

Froitzheim
Gemeinde Vettweiß
Wappen der ehemaligen Gemeinde Froitzheim
Koordinaten: 50° 42′ 44″ N, 6° 34′ 22″ O
Höhe: 190 m ü. NN
Fläche: 13,8 km²
Einwohner: 797 (31. Jan. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52391
Vorwahl: 02424
Froitzheim, Luftaufnahme (2015)
Froitzheim, Luftaufnahme (2015)
Die Kirche
Froitzheimer Kirche, Luftaufnahme (2015)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der OrtsnameBearbeiten

Der Ortsname ist durch die Abwandlung des fränkischen Herrennamens Frovirad entstanden; der Ortsname Frangenheim entstand aus dem fränkischen Herrennamen Franco.

Besiedlung, erste ErwähnungBearbeiten

Um 750 v. Chr. ist die erste Besiedlung durch Urnenfelderleute erfolgt. Um Froitzheim wurden eine römische Wasserleitung und andere frühzeitliche Geräte gefunden. In der Nähe des Ortes befindet sich eine Villa rustica, zu der auch drei archäologisch erforschte Kleinbefestigungen (Burgi) gehören.

Die erstmalige Erwähnung von Froitzheim in einer umstrittenen Urkunde des deutschen Königs Arnulf von Kärnten ist im Jahre 889 nachweisbar. Bereits im 9. Jahrhundert gab es in Froitzheim das erste Kirchengebäude.

Freiherr Schenk von Nideggen erbaute in Froitzheim eine Wasserburg, die 1487 abbrannte.

Der WürfelturmBearbeiten

1984 wurde in Froitzheim ein Würfelturm gefunden. Es ist das einzige Exemplar aus Bronze, welches bisher jemals gefunden wurde. Um Betrügereien beim Würfelspiel zu verhindern wurde er von den Römern seinerzeit (um 368 n. Chr.) für das heute ähnliche Backgammon-Spiel gebaut. Er befindet sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn.

NeugliederungenBearbeiten

Von 1798 bis 1814 war Froitzheim Hauptort (chef-lieu) eines französischen Kantons der 30 Gemeinden umfasste und dem Département de la Roer zugeordnet war.[2]

Froitzheim und Frangenheim waren seit dem 19. Jahrhundert zwei Gemeinden in der Bürgermeisterei Froitzheim des Kreises Düren, zu der außerdem noch die Gemeinden Ginnick, Kettenheim und Vettweiß gehörten.[3] Im Jahre 1910 hatte Froitzheim 376 und Frangenheim 64 Einwohner.[4]

In den 1930er Jahren wurde Frangenheim nach Froitzheim eingemeindet. 1932 wurden die Gemeinden Drove, Froitzheim, Füssenich, Jakobwüllesheim, Kelz, Sievernich und Vettweiß mit mehreren weiteren Gemeinden zum Amt Vettweiß zusammengeschlossen, und am 1. Juli 1969 entstanden aus den 13 Vettweißer Orten drei Gemeinden, nämlich Vettweiß, Müddersheim und Füssenich.[5] Aus Vettweiß und Müddersheim entstand am 1. Januar 1972 nach Maßgabe des Aachen-Gesetzes die Gemeinde Vettweiß in ihrer heutigen Form.[6]

WappenBearbeiten

In Gold das hinter einem schwarzen Schild mit goldenem Löwen wachsende Brustbild eines rotgekleideten, die rechte Hand erhebenden Bischofs St. Martin mit silbernem Stab und gold-bestickter Mitra. Der goldene Löwe entstammt dem Wappen des ehemaligen Herzogtums Jülich.

Vereine, VereinigungenBearbeiten

Im Ort gibt es die Löschgruppe Froitzheim der Freiwilligen Feuerwehr Vettweiß mit Jugendfeuerwehr, die Ortsbauernschaft, die Sportvereine "Spielvereinigung Froitzheim/Ginnick" und "Sportgemeinschaft Voreifel", den Kirchenchor, die "IG Froitzheimer Karneval, die St. Sebastianus Schützenbruderschaft, die Interessengemeinschaft Ortsvereine Froitzheim und in Frangenheim die Dorfgemeinschaft.

SonstigesBearbeiten

In Froitzheim gibt es eine Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt.

Die Bürgerhalle wird von der Interessengemeinschaft der Ortsvereine verwaltet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde Vettweiß: Einwohnerzahlen, abgerufen am 13. März 2018
  2. August Christian Borheck: Archiv für die Geschichte, Erdbeschreibung, Statskunde und Alterthümer der deutschen Nieder-Rheinlande, Band 1, Comptoir für Litteratur, 1800 S. 143 (Google Books)
  3. Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland (PDF; 1,3 MB), Berlin: Verlag des Königlichen statistischen Bureaus, 1888, Seite 206 ff
  4. Gemeindeverzeichnis 1910
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  6. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 98.