Havert

Ortsteil von Selfkant

Havert ist eine Ortschaft der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Havert
Gemeinde Selfkant
Koordinaten: 51° 2′ 16″ N, 5° 54′ 33″ O
Höhe: [1] 45 (40–45) m
Einwohner: 554 (30. Jun. 2016)[2]
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02456
Karte
Lage von Havert in Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Pfarrkirche
Ortseingang
Ortsschild
Ortsbebauung
Blühendes Ortsbild
Haus Wammen
Denkmalgeschütztes Haus
Havert auf der Neuaufnahme von 1912
Havert auf der Urkatasterkarte von 1846
Havert auf der Tranchotkarte 1803–1820
Wegekreuz

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Havert ist ein Ort der deutschen Gemeinde Selfkant. 522 Einwohner leben dort. Der Name Havert bedeutet Eschengehölz und wird erstmals im Jahre 1020 erwähnt. Der Westturm der St-Gertrudis-Kirche wurde im Jahr 1525 erbaut. Jährlich findet dort die Oldie-Party zugunsten krebskranker Kinder statt. Havert grenzt an die Orte Stein und Millen-Bruch. Bereits 1689 wurde das denkmalgeschützte Rittergut Haus Wammen urkundlich erwähnt.[3]

In Havert ließ sich etwa 1669 der Glockengießer Johannes Bourlet nieder.

GewässerBearbeiten

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Havert in den Saeffelbach (GEWKZ 281822)[4] und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².[5]

NachbarorteBearbeiten

Echt-Susteren (NL) Schalbruch Aan Reijans (NL)
Isenbruch   Saeffelen
Millen Tüddern Höngen

SiedlungsformBearbeiten

Havert ist ein einzeilig, überwiegend beidseitig bebautes Straßendorf, an einer Burganlage (Haus Wammen) mit Gräben anschließend.

GeschichteBearbeiten

OrtsnameBearbeiten

  • 1118 Havert
  • 1462 Havart
  • 1666 Havert
  • 1803 Havert

OrtsgeschichteBearbeiten

Havert gehörte zum Jülicher Amt Millen. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts lag Havert im Besitz der Herrlichkeit Wassenberg. Gerhard von Wassenberg verfügte über das Patronatsrecht an der Kirche St. Gertrud zu Havert, das er 1118 dem von ihm gegründeten Georgsstift übertrug. 1260 befand sich die örtliche Grundherrschaft und die Gerichtsbarkeit in der Hand der Herren zu Millen. Nach Übergang dieser Herrschaft an Heinsberg erscheinen Hof und Ländereien zu Havent im 14. Jahrhundert als Heinsberger Lehen. (Haus Burg, Haus Wammen) Zum Gericht Havert gehörten Isenbruch und Schalbruch.

Havert hatte 1828 insgesamt 350 Einwohner. Havert bildete mit Isenbruch und Schalbruch die Gemeinde Havert, die zum Amt Selfkant gehörte.

Vom 23. April 1949 bis zum 31. Juli 1963 stand der Selfkant und damit auch die Gemeinde Havert unter niederländischer Auftragsverwaltung. Am 1. August 1963 erfolgte nach Zahlung von 280 Millionen D-Mark die Rückführung.[6]

Mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg vom 24. Juni 1969[7] trat am 1. Juli 1969 folgende Gebietsänderung in Kraft.

§ 1 (1) Die Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern, Wehr (Amt Selfkant) und die Gemeinde Saeffelen (Amt Waldfeucht) werden zu einer neuen amtsfreien Gemeinde zusammengeschlossen. Die Gemeinde erhält den Namen Selfkant.

§ 1 (2) Das Amt Selfkant wird aufgelöst. Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Selfkant.

KirchengeschichteBearbeiten

Die Pfarre St. Gertrud Havert war mit Isenbruch, Lind, Schalbruch und Stein eine eigenständige Kirchengemeinde. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Die urkundliche Ersterwähnung der Kirche St. Gertrud in Havert ist aus dem Jahre 1118 bekannt, als Gerhard von Wassenberg, der über das Patronatsrecht verfügte, dieses an das Georgsstift übertrug.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Servatius Selfkant eingegliedert.[8]

PolitikBearbeiten

Gemäß § 3 (1) der Hauptsatzung der Gemeinde Selfkant ist das Gemeindegebiet in Ortschaften eingeteilt. Havert ist eine Ortschaft und wird nach § 3 (2) von einem Ortsvorsteher in der Gemeindevertretung vertreten. Ortsvorsteher der Ortschaft Havert ist Heinz-Josef Dahlmanns. (Stand 2013)

InfrastrukturBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Gertrud, als Denkmal Nr. 6 (Buntverglasung in der Pfarrkirche St. Gertrud)
  • Hofanlage Haus Wammen, als Denkmal Nr. 32
  • Hofanlage, Hauptstraße 64, als Denkmal Nr. 45
  • Wegekreuz, Ecke Hauptstraße-Kreuzstraße, als Denkmal Nr. 9

VereineBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Havert-Schalbruch
  • St. Johannes von Nepomuk Schützenbruderschaft Havert
  • Spielmannszug 1920 Edelweiß Havert e.V.
  • Kirchenchor St. Cäcillia Havert
  • Reit- und Fahrverein Selfkant-Havert
  • Sportverein SV 1967 Havert-Stein e.V.
  • Sozialverband VdK – Ortsverband Selfkant betreut Havert

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Vogelschuss der Bruderschaft
  • Patronatsfest und Kirmes in Havert
  • St. Martin-Umzug in Havert

VerkehrBearbeiten

Autobahnanbindung

BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung
A46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 15 km
A44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 30 km
A4 Aachen – Köln AS Weisweiler 40 km

Bahnanbindung

Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 15 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn AachenGeilenkirchen

StraßennamenBearbeiten

Am Kreuzberg, Auf den Hoecken, Filterskoul, Hauptstraße, Haverter Weg, Kreuzstraße, Mühlenweg

LiteraturBearbeiten

  • Bischöfliches Generalvikariat Aachen: Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 684–686
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg. Heinsberg 1993, ISBN 3-925620-13-3, S. 245
  • Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises. Heimatkalender 1971, S. 41–50
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

WeblinksBearbeiten

 Commons: Havert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.selfkant.de/component/content/article/80-buergerservice/93-zahlen-fakten.html
  3. Die Sammlung Duncker. auf der Webseite der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
  4. Gewässerverzeichnis. (PDF; 1,1 MB) auf der Webseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.
  5. Gebietsverzeichnis. (Memento vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 556 kB) auf der Webseite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.
  6. 1. August ist ein markanter Tag für den Selfkant. auf: aachener-zeitung.de, 4. Februar 2013.
  7. Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg. Vom 24. Juni 1969. auf: recht.nrw.de
  8. St. Gertrud, Havert (Memento vom 3. Juli 2011 im Internet Archive)