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Ewald Grothe

deutscher Historiker und Archivleiter (Archiv des Liberalismus)

Wissenschaftlicher WerdegangBearbeiten

Ewald Grothe wuchs in dem kleinen Ort Bredenborn im Kreis Höxter auf. Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium in Brakel studierte Grothe ab 1981 an der Philipps-Universität Marburg Geschichtswissenschaft, Öffentliches Recht und Rechtsgeschichte und schloss mit dem Magisterexamen ab. Er promovierte dort 1994 bei Hellmut Seier über die Verfassungsgeschichte des Kurfürstentums Hessen. Zwischen 1992 und 1995 war er Kollegiat des Graduiertenkollegs „Mittelalterliche und neuzeitliche Staatlichkeit (10.–19. Jahrhundert)“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen und von 1993 bis 1995 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der „Forschungsstelle Georg Büchner – Literatur und Geschichte des Vormärz“ an der Universität Marburg. 1995 ging er als Wissenschaftlicher Assistent von Hartwig Brandt an die Bergische Universität Wuppertal, an der er sich 2003 zur deutschen Verfassungsgeschichtsschreibung im 20. Jahrhundert habilitierte. 2004 wurde er in Wuppertal zum Privatdozenten ernannt, 2009 zum außerplanmäßigen Professor. Er lehrt seit 2007 auch an der Universität zu Köln[2].

ForschungstätigkeitBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

1995 gewann Grothe für seine Dissertation den Wilhelm-Liebknecht-Preis der Universitätsstadt Gießen.[6] Von 2000 bis 2002 erhielt er ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und 2010/11 ein Forschungsstipendium der Gerda-Henkel-Stiftung.

Wissenschaftliche Ämter und MitgliedschaftenBearbeiten

Grothe ist Mitglied des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und der Georg Büchner Gesellschaft. Darüber hinaus ist er

HerausgebertätigkeitBearbeiten

Grothe ist seit 2012 Mitherausgeber des Jahrbuchs zur Liberalismus-Forschung[16] und seit 2000 des Jahrbuchs der Brüder Grimm-Gesellschaft.[17]

Grothe ist Mitherausgeber der Quellen zur Brüder Grimm-Forschung (seit 2010) (gemeinsam mit Rotraut Fischer u. a.) sowie der Veröffentlichungen des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften (seit 2015) (gemeinsam mit Arthur Benz u. a.).

WerkeBearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt. Das Kurfürstentum Hessen in der ersten Ära Hassenpflug 1830–1837, Duncker & Humblot, Berlin 1996 (= Schriften zur Verfassungsgeschichte, Bd. 48), ISBN 3-428-08509-4 (Zugleich: Marburg, Univ., Diss., 1994).[18]
  • Zwischen Geschichte und Recht. Deutsche Verfassungsgeschichtsschreibung 1900–1970, Oldenbourg, München 2005 (= Ordnungssysteme, Bd. 16), ISBN 3-486-57784-0 (Zugleich: Wuppertal, Universität, Habilitationsschrift, 2003).[19]

Editionen (Herausgeber, Mitherausgeber bzw. Mitbearbeiter)Bearbeiten

  • Bearb. gemeinsam mit Hellmut Seier: Akten und Briefe aus den Anfängen der kurhessischen Verfassungszeit 1830–1837, hrsg. v. Hellmut Seier, Elwert, Marburg 1992 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 48,4; Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen, Bd. 8), ISBN 3-7708-0993-9.[20]
  • Brüder Grimm. Briefwechsel mit Ludwig Hassenpflug (einschließlich der Briefwechsel zwischen Ludwig Hassenpflug und Dorothea Grimm, geb. Wild, Charlotte Hassenpflug, geb. Grimm, ihren Kindern und Amalie Hassenpflug). Brüder Grimm-Gesellschaft, Kassel/Berlin 2000, ISBN 3-929633-64-7 (= Brüder Grimm. Werke und Briefwechsel. Kasseler Ausgabe. Briefe, Bd. 2).[21]
  • Hrsg. gemeinsam mit Hartwig Brandt: Quellen zur Alltagsgeschichte der Deutschen 1815–1870, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005 (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, Reihe B, Bd. 44), ISBN 3-534-12775-7.[22]
  • Bearb. gemeinsam mit Klaus Hassenpflug: Amalie Hassenpflug: Souvenirs d’enfance. De Vars et Guillestre aux frères Grimm. L’Emigration du Dauphiné en Hesse, Brüder Grimm-Gesellschaft, Guillestre/Kassel 2007 (= Cahiers Franco-Allemands, Heft 1), ISBN 978-3-929633-98-6.
  • Ludwig Hassenpflug: Denkwürdigkeiten aus der Zeit des zweiten Ministeriums 1850–1855, Historische Kommission für Hessen, Marburg 2008 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 48,11; Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen, Bd. 32), ISBN 978-3-7708-1317-9.[23]
  • Mitarbeit gemeinsam mit Bernhard Lauer: Ludwig Hassenpflug: Jugenderinnerungen (1794 bis 1821), hrsg. v. Klaus Hassenpflug, Brüder Grimm-Gesellschaft, Kassel 2010 (= Quellen zur Brüder Grimm-Forschung, Bd. 4), ISBN 978-3-940614-14-8.
  • Carl SchmittErnst Rudolf Huber. Briefwechsel 1926–1981. Mit ergänzenden Materialien, Duncker & Humblot, Berlin 2014, ISBN 978-3-428-14170-8.[24]
  • Die Abgeordneten der kurhessischen Ständeversammlungen 1830–1866, Historische Kommission für Hessen, Marburg 2016 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 48, 13; Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen, Bd. 43), ISBN 978-3-923150-63-2.[25]

Sammelbände (Herausgeber bzw. Mitherausgeber)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ewald Grothe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (Hrsg.): Prof. Dr. Ewald Grothe leitet Archiv des Liberalismus. 11. April 2011 (freiheit.org [abgerufen am 18. Dezember 2017]).
  2. Historisches Institut: Grothe, Prof. Dr. Ewald. Universität zu Köln, abgerufen am 18. Dezember 2017 (deutsch).
  3. Ludwig Hassenpflug: Denkwürdigkeiten aus der Zeit des zweiten Ministeriums 1850–1855, Historische Kommission für Hessen, Marburg 2008 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 48,11; Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen, 32), ISBN 978-3-7708-1317-9; Geförderte Publikationen und Projekte der Kommission für das Forschungsvorhaben „Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen“ (1985–2016) auf der Webseite des Hessischen Landtags. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  4. Bernd Heidenreich (Hrsg.): Hessen – Kultur und Politik, die Bibliotheken, Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2005.
  5. Pressemitteilung des Landes NRW, 30. Oktober 2009.
  6. Universitätsstadt Gießen: Universitätsstadt Gießen – Wilhelm-Liebknecht-Preis. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  7. Neuer Vorsitzender der Brüder Grimm-Gesellschaft // Deutsche Märchenstraße – Märchen entdecken auf den Spuren der Brüder Grimm. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Januar 2018; abgerufen am 18. Dezember 2017.
  8. Vorstand. Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V., abgerufen am 18. Dezember 2017.
  9. Mitglieder. Historische Kommission für Hessen, abgerufen am 18. Dezember 2017.
  10. Webseite des IZED Wuppertal. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  11. Webseite der Parlamentarismuskommission. Abgerufen am 21. Januar 2018.
  12. Gesamtvorstand des VdA. VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., abgerufen am 18. Dezember 2017. Homepage des Verbandes deutscher Archivarinnen und Archivare
  13. DTIEV, FernUniversität in Hagen: Der Vorstand – DTIEV – Fakultät Rewi – FernUniversität in Hagen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. Dezember 2017; abgerufen am 18. Dezember 2017.
  14. Seite des Historikerverbandes. Abgerufen am 21. Januar 2018.
  15. Webseite der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus.
  16. Nomos Verlagsgesellschaft: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung. Eckart Conze, Dominik Geppert, Joachim Scholtyseck, Elke Seefried, in Verbindung mit Jürgen Frölich, Ewald Grothe, im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung, abgerufen am 28. Dezember 2017.
  17. Veröffentlichungen | 1. Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft. Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V., abgerufen am 18. Dezember 2017.
  18. Rezension von Hans-Christof Kraus. In: Historische Zeitschrift 266 (1998).
  19. Rezension von Ernst-Wolfgang Böckenförde. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Januar 2006; Rezension von Reinhard Mehring auf H-Soz-Kult, 16. November 2005; Rezension von James J. Sheehan in The American Historical Review 114 (2009); Rezension von Michael Stolleis. In: Historische Zeitschrift 282 (2006).
  20. Rezension von Eckhardt Treichel. In: Historische Zeitschrift 261 (1995).
  21. Rezension von Christian Jansen auf H-Soz-Kult, 9. Januar 2002.
  22. Rezension von Peter Borscheid. In: Historische Zeitschrift 284 (2007).
  23. Rezension von Harald Stockert. In: sehepunkte 9 (2009), Nr. 6, 15. Juni 2009; Rezension von Jürgen Müller. In: Historische Zeitschrift 289 (2009).
  24. Rezension von Jens Hacke auf H-Soz-Kult, 23. Januar 2015; Rezension von Ellen Thümmler. In: Archiv für Sozialgeschichte 56 (2016), 23. Dezember 2015.
  25. Rezension von Eckhardt Treichel. In: Historische Zeitschrift 306 (2018).
  26. Rezension von Birgit Bublies-Godau auf H-Soz-Kult, 12. November 2004.
  27. Rezension von Hans Boldt. In: Historische Zeitschrift 288 (2009).
  28. Rezension von Raphael Gerhardt. In: recensio.net, 15. Februar 2011; Rezension von Hans-Christof Kraus. In: Historische Zeitschrift 294 (2012).
  29. Rezension von Julian Köck. In: sehepunkte 14 (2014), Nr. 9, 15. September 2014; Rezension von Dieter Langewiesche. In: Neue Politische Literatur 59 (2014), 2, S. 292 f., recensio.net.
  30. Rezension von Peter Hoeres. In: Historische Zeitschrift 305 (2017).
  31. Rezension von J. Knoll. In: Das Historisch-Politische Buch 65 (2017).
  32. Rezension von Klaus A. Lankheit: Auf das Ministeramt verzichtet. Ludwig Haas und die Deutsche Demokratische Partei. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2018.
  33. Rezension von Michael Wettengel. In: Online-Rezensionen des Jahrbuchs zur Liberalismus-Forschung 1/2018, recensio.net.