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Eckart Conze

deutscher Historiker
Wolf-Erich-Kellner-Preis Verleihung 2011. Volker Stalmann (links), Laudator Eckart Conze (rechts)

Eckart Conze (* 17. Oktober 1963 in Coburg) ist ein deutscher Historiker.

Nach dem Abitur am Gymnasium Casimirianum im Jahr 1982 studierte Conze von 1984 bis 1989 Geschichte, Politikwissenschaft und Öffentliches Recht an den Universitäten Erlangen, Bonn und Köln sowie an der London School of Economics. Er war von 1989 bis 1991 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Im Jahr 1993 wurde er an der Universität Erlangen bei Michael Stürmer mit der Arbeit Hegemonie durch Integration. Deutsch-französische Beziehungen in der amerikanischen Europapolitik promoviert.

Seit 1993 war Conze Wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Zeitgeschichte der Universität Tübingen. 1999 erfolgte seine Habilitation mit der Arbeit Adel im Niedergang? Familienbiographische Studien über die Grafen von Bernstorff im 20. Jahrhundert. Von 1999 bis 2003 war er Vertretungs- und Gastprofessor in Tübingen, Erlangen und Toronto. Seit 2003 hat er eine Professur für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Marburg inne. Conze war Gastprofessor an den Universitäten Bologna (2006), Cambridge (2007/2008), Toronto (2015) und Utrecht (2017). Von 2009 bis 2010 war er Dekan des Fachbereichs Geschichte und Kulturwissenschaften der Universität Marburg.

Conzes Forschungsschwerpunkte sind die deutsche, europäische und internationale Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er leitet zudem das Marburger Internationale Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse. 2005 wurde Conze vom damaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer in die Unabhängige Historikerkommission – Auswärtiges Amt berufen, die die Geschichte des Amtes im Nationalsozialismus und den Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 eingehend untersuchte.[1] Conze trat während der Forschungsarbeiten als Kommissionssprecher auf. Die Ergebnisse der Kommission erschienen im Oktober 2010 als Buchpublikation unter dem Titel Das Amt und die Vergangenheit.

Für sein Buch Die Suche nach Sicherheit wurde Conze 2009 mit dem Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.[2]

Conze ist seit 2012 neben Dominik Geppert, Joachim Scholtyseck, Elke Seefried, Jürgen Frölich und Ewald Grothe Herausgeber des Jahrbuchs zur Liberalismus-Forschung, das im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit erscheint.

Er ist stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des Wolf-Erich-Kellner-Preises[3] und Mitglied im Hauptausschuss der Historischen Kommission für Hessen.

Eckart Conze ist verheiratet und hat drei Kinder.

SchriftenBearbeiten

Monografien

  • Die gaullistische Herausforderung. Die deutsch-französischen Beziehungen in der amerikanischen Europapolitik 1958–1963. Oldenbourg, München 1995, ISBN 3-486-56106-5 (Zugleich: Erlangen, Nürnberg, Universität, Dissertation, 1992–1993).
  • Von deutschem Adel. Die Grafen von Bernstorff im zwanzigsten Jahrhundert. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-421-05344-8.
  • Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis in die Gegenwart. Siedler, München 2009, ISBN 978-3-88680-919-6.
  • Das Auswärtige Amt. Vom Kaiserreich bis zur Gegenwart (= Beck'sche Reihe. Band 2744, C.-H.-Beck-Wissen). Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-63173-3.
  • Geschichte der Sicherheit. Entwicklung – Themen – Perspektiven. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017, ISBN 978-3-525-30094-7.
  • Die große Illusion. Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt. Siedler, München 2018, ISBN 978-3-8275-0055-7.

Herausgeberschaften

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Unabhängige Historikerkommission. In: Auswärtiges-Amt.de, 28. Oktober 2010, abgerufen am 17. Dezember 2010. Vgl. Webseite der Historikerkommission: Unabhängige Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Auswärtigen Amts in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik (Memento des Originals vom 3. Februar 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.historikerkommission-aa.uni-marburg.de. In: Uni-Marburg.de, abgerufen am 17. Dezember 2010.
  2. Auszeichnung mit Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
  3. Wolf-Erich-Kellner-Preis der WEK-Gedächtnisstiftung.