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Ulrich Lappenküper (* 18. April 1959 in Datteln) ist ein deutscher Historiker.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

An der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studierte Lappenküper Geschichte, Politologie, Erziehungswissenschaften und Mathematik. Er schloss das Studium 1985 als Magister Artium ab und wurde 1988 bei Klaus Hildebrand – unterstützt durch die Graduiertenförderung des Landes NRW – zum Dr. phil. promoviert.[1]

Anschließend war er in Bonn Dozent am Zentrum für Internationale Bildung und Kulturaustausch (bis 1990) und Lehrbeauftragter an der Akademie Auswärtiger Dienst (bis 1994). 1990 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1993 kehrte er nach Bonn zurück, wo er sich 1998 am Historischen Seminar habilitierte.[2] In den vier Jahren als Oberassistent vertrat er 1999 die Professur für Neuere Geschichte an der Universität Koblenz-Landau. Seit 2002 Hochschuldozent am Historischen Seminar der Universität Bonn, vertrat er 2003 die Professur für Westeuropäische Geschichte an der Universität Kassel. Die Universität Bonn ernannte ihn 2004 zum apl. Professor.[3]

2005 ging er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh. 2009 wurde er ihr Geschäftsführer, 2012 auch Mitglied des Vorstandes der Stiftung.[3] 2009 erhielt er eine Professur an der Helmut-Schmidt-Universität.[4] Er befasst sich vor allem mit der Geschichte der internationalen Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert, der Geschichte des deutschen Kaiserreichs. Deutsch-französische Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert sind ein weiteres Thema seiner Arbeit.

Lappenküper war Gesprächspartner in dem für das ZDF gedrehten Doku-Drama Bismarck – Härte und Empfindsamkeit (2014).

EhrungenBearbeiten

  • „Prix Émile et Aline Mayrisch“, zur Erinnerung an den Cercle de Colpach[5] und zur Förderung westeuropäischer Verständigung

WerkeBearbeiten

BücherBearbeiten

HerausgeberBearbeiten

  • Die Bundesrepublik Deutschland: Dokumente 1949–1963. Band 1: Außenpolitik und Diplomatie. Saur, München 1997.
  • mit Joachim Scholtyseck und Christoph Studt (Hrsg.): Masse und Macht im 19. und 20. Jahrhundert. Studien zu Schlüsselbegriffen unserer Zeit. R. Oldenbourg Verlag, München 2003, ISBN 3-421-05857-1. GoogleBooks.
  • mit Eckart Conze und Guido Müller (Hrsg.): Geschichte der internationalen Beziehungen. Erneuerung und Erweiterung einer historischen Disziplin. Böhlau Verlag Köln/ Weimar/ Wien 2004, ISBN 3-486-55039-X.
  • mit Lothar Gall (Hrsg.): Bismarcks Mitarbeiter. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76591-8.
  • Gesammelte Werke / Otto von Bismarck. Abt. III, Band 5: 1882–1883. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2010, ISBN 978-3-506-76848-3.
  • mit Reiner Marcowitz (Hrsg.): „Macht und Recht“. Das Völkerrecht in den internationalen Beziehungen. Verlag Ferdinand Schoeningh, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2010, ISBN 978-3-506-76899-5.
  • Gesammelte Werke / Otto von Bismarck, Abt. III, Band 6: 1884–1885. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2011, ISBN 978-3-506-77171-1.[6]
  • mit Guido Thiemeyer (Hrsg.): Europäische Einigung im 19. und 20. Jahrhundert – Akteure und Antriebskräfte. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2013, ISBN 978-3-506-77770-6.
  • mit Ulf Morgenstern (Hrsg.): Dem Otto sein Leben von Bismarck. Die besten Anekdoten über den Eisernen Kanzler. C.H. Beck, München 2015.
  • mit Michael Jonas und Oliver von Wrochem (Hrsg.): Dynamiken der Gewalt. Krieg im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Gesellschaft, Festschrift für Bernd Wegner. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2015.
  • mit Michael Jonas und Bernd Wegner (Hrsg.): Stabilität durch Gleichgewicht? Balance of Power im internationalen System der Neuzeit. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2015.
  • mit Thomas Hertfelder und Jürgen Lillteicher (Hrsg.): Erinnern an Demokratie in Deutschland. Demokratiegeschichte in Museen und Erinnerungsstätten der Bundesrepublik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2016.
  • mit Oliver Auge und Ulf Morgenstern (Hrsg.): Der Wiener Frieden 1864 in deutscher, europäischer und globaler Perspektive. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2016.
  • mit Karina Urbach (Hrsg.): Realpolitik für Europa – Bismarcks Weg. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2016.
  • mit Maik Ohnezeit (Hrsg.): Li Hongzhang – ein Bismarck des Fernen Ostens? Das Reich der Mitte und Deutschlands Hinwendung nach Ostasien 1860-1914. Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh 2016.
  • mit Ulf Morgenstern und Maik Ohnezeit (Hrsg.): Auftakt zum Deutschen Nationalstaat: Der Norddeutsche Bund 1867–1871. Otto-von-Bismarck-Stiftung, Friedrichsruh 2017.
  • mit André Ritter und Arnulf von Scheliha (Hrsg.): Europäische Kulturkämpfe und ihre gegenwärtige Bedeutung. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2017.
  • Das Bismarck-Problem in der Geschichtsschreibung. Biographische Perspektiven seit 1970. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2017.
  • Otto von Bismarck und das „lange 19. Jahrhundert“. Lebendige Vergangenheit im Spiegel der „Friedrichsruher Beiträge“ 1996-2016. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2017.
  • mit Winfried Heinemann, Lothar Höbelt (Hrsg.): Der preußisch-österreichische Krieg 1866. Ferdinand Schoeningh, Paderborn 2018.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dissertation: Die Mission Radowitz. Untersuchungen zur Russlandpolitik Otto von Bismarcks, 1871–1875.
  2. Habilitationsschrift: Die deutsch-französischen Beziehungen 1949–1963. Von der „Erbfeindschaft“ zur „Entente élémentaire“.
  3. a b Bismarck-Stiftung
  4. U. Lappenküper (HSU)
  5. Cercle des Amis de Colpach
  6. DNB-Nachweis