Erasmus von Rotterdam

niederländischer Humanist

Desiderius Erasmus von Rotterdam oder nur Erasmus genannt[1][2] (am 28. Oktober 1466/1467/1469, in Rotterdam; † 11./12. Juli 1536 in Basel) war ein niederländischer Universalgelehrter und ist der bekannteste und einflussreichste Humanist der Neuzeit. Erasmus war Theologe, Philosoph, Philologe, Priester, Autor und Herausgeber von über 150 Büchern. Als kritischer Denker seiner Zeit zählt Erasmus, der auch als „Fürst der Humanisten“ bezeichnet wird, zu den Wegbereitern der europäischen Aufklärung. Seine Wirkung reicht bis in die heutige Zeit.

Erasmus, porträtiert von Hans Holbein dem Jüngeren (1523)

LebenBearbeiten

Kindheit und SchulzeitBearbeiten

Erasmus wurde als unehelicher Sohn des katholischen Goudaer Priesters[3] Rotger Gerard († 1484) und dessen Haushälterin, der verwitweten Zevenberger Arzttochter Margaretha Rogerius († 1483) (die latinisierte Form des niederländischen Nachnamens „Rutgers“),[4] wahrscheinlich in Rotterdam zwischen 1464 und 1469 geboren. Rotterdam gehörte zur Burgundischen Niederlande, welches Teil des Heiligen Römischen Reiches war. Er hatte einen drei Jahre älteren Bruder namens Pieter, mit dem er zusammen erzogen wurde. Den Beinamen Desiderius (der Erwünschte) fügte sich Erasmus später hinzu und benutzte ihn ab 1496.[5]

Von 1473 bis 1478 war Erasmus Schüler seines Onkels und späteren Vormunds, des Schulmeisters Pieter Winckel an der Kirchspielschule (St.-Johannes-Schule) in Gouda, einer Vorläuferin der Lateinschule und des heutigen Coornhert Gymnasiums. Erasmus kommentierte seinen dortigen Schulbesuch recht negativ („ea schola tunc adhuc erat barbara“[6]). Während dieser Zeit bekam er in Utrecht Musikunterricht beim Gesangsmeister und Komponisten Jacob Obrecht.[7]

Zusammen mit seinem Bruder besuchte er von 1478 bis 1485 die zum Stift St. Lebuinus gehörende Lateinschule der Brüder vom gemeinsamen Leben, wo ihn Alexander Hegius und Frater Johannes Synthius (ca. 1450–1533) in Deventer unterrichteten. Dort hörte und sah Erasmus Rudolf Agricola, den er sein Leben lang als Beispiel und Inspiration ansah und der auch sein Interesse an der Literatur der klassischen Antike weckte. 1485 verließ er die Lateinschule, zwar ohne Abschluss, jedoch mit ausgezeichneten Lateinkenntnissen.

Vor 1487 besuchte Erasmus für eine aus den Quellen unbestimmbare Zeit die Lateinschule in Hertogenbosch, wohl um einer Pest-Epidemie oder Englische Schweiß-Pandemie, Sudor Anglicus, die zuerst seine Mutter und dann seinen Vater dahingerafft hatte, aus dem Wege zu gehen. Dann entschied sein Vormund, den Jungen auf ein Ordensleben vorzubereiten. Sein Bruder Pieter war bereits in das Kloster Sion (Regularkanoniker nach den Regeln des heiligen Augustinus) bei Delft eingetreten.[8][9]

Augustiner-Chorherr (1487), Priesterweihe (1492)Bearbeiten

1487 wurde Erasmus Regularkanoniker im Kloster der Augustinerchorherren Kloster Emmaüs te Stein bei Gouda. Während dieser Zeit schrieb er eine Reihe von Briefen an einen jüngeren Novizen namens Servatius Rogerus, der 1504 Prior des Klosters wurde. In diesen Briefen brachte er seine Zuneigung zu seinem Mitbruder in deutlicher und leidenschaftlicher Weise zum Ausdruck.[10][11] Sein Interesse an klassischer Literatur und Poesie teilte er mit dem älteren (Brief-)Freund Cornelius Aurelius (ca. 1460–1531),[12] Augustinerchorherr bei Leiden.[13][14]

Als Chorherr empfing Erasmus im April 1492 die Priesterweihe.

Sekretär (1493–1499)Bearbeiten

1493 verließ Erasmus das Kloster, er betrat es nie wieder. Er wurde Sekretär im Dienste des Bischofs von Cambrai, Heinrich von Glymes und Berghes (Henri de Bergues bzw. Hendrik van Bergen). Die Stelle als Sekretär hatte ihm der langjährige Freund Jacobus Batt (um 1464–1502) vermittelt, ein Lehrer und späterer Stadtsekretär von Bergen, dessen Vita einen Studienaufenthalt in Paris aufweist.[15] Nachdem Erasmus die Unterstützung des Bischofs Henri de Bergues verloren hatte, übernahm er ab 1499 für kurze Zeit die Sekretärstelle bei der Hochadeligen Anna van Borsselen (geb. 1471), seit 1485 verheiratet mit dem Admiral der Niederlande Philipp von Burgund (um 1450–1498).

Studienzeit (1495–1499), Privatlehrer (1498–1500), England, Niederlande (1499–1515)Bearbeiten

 
Enchiridion militis Christiani (1503)

Von 1495 bis 1499 studierte er an der Sorbonne in Paris Theologie. Bei seinem ersten Aufenthalt in Paris unterbrach eine Krankheit sein Studium. Dazu kamen finanzielle Probleme wegen geringer Unterstützung durch den Bischof Henri de Bergues und schlechter Versorgung am Collège Montaigu. Mit achtzig weiteren Studenten wohnte er im Collège Montaigu gegenüber der Abtei Ste.-Geneviève auf dem linken Seineufer. Das Collège wurde von Jan Standonck (1453–1504) geführt. In Paris hatte Erasmus Kontakt zu den französischen Humanisten, so lernte er Robert Gaguin († 1501) und über ihn Fausto Andrelini († 1518) kennen. Im Frühjahr des Jahres 1496 erkrankte Erasmus und ging nach Holland; er machte später die schlechten Lebensbedingungen im Collège Montaigu für die Erkrankung verantwortlich. Nach kurzer Unterbrechung kehrte er nach 1496 nach Paris zurück, wohnte dann aber in einer privaten Unterkunft. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, unterrichtete er die Brüder Heinrich und Christian Northoff aus Lübeck, die bei einem Augustijn Vincent wohnten.[16]

Ab November 1498 war er Erzieher von Lord Mountjoy und lebte in dessen Wohnung in Paris. Im Sommer 1499 ging er mit seinem Schüler nach Bedwell in Hertfordshire, England. Dort wurde er mit Thomas Morus und John Colet bekannt, später auch mit William Warham, John Fisher und dem jungen Prinzen Heinrich, dem späteren König Heinrich VIII. Morus nahm ihn 1499 in die Residenz im Eltham Palace mit, wo Heinrich mit seinen jüngeren Geschwistern aufwuchs. Später hielt er zu dem erwachsenen König einen regelmäßigen Briefkontakt in Latein. In England lernte er das höfische Leben kennen und schätzen und entwickelte sich zu einem weltgewandten Gelehrten.

Von 1500 bis 1506 hielt er sich abwechselnd in den Niederlanden, in Paris und in England auf. Einen Ruf an die Universität Löwen im Jahre 1502 lehnte er ab, da er sich vorübergehend intensiv auf die Übersetzung griechischer Texte konzentriert hatte. 1506 zog er nach Italien, das er bis 1509 bereiste und wo er intensive Schriftstudien betrieb. In Turin (Herzogtum Savoyen) promovierte er zum Doktor der Theologie; damit verbunden erhielt er den Titel eines Reichsbarons.[17] In Venedig lernte er den Verleger Aldus Manutius kennen und ließ bei ihm einige seiner Werke drucken.

Anschließend zog es ihn wieder nach England, wo er an der Universität Cambridge Griechisch lehrte. Erasmus dozierte von 1510 bis 1515 am Queens’ College in Cambridge.[18] Erzbischof William Warham ernannte Erasmus 1511 zum Rektor der Gemeinde St Martin’s Church[19] in Aldington (Kent). Dort lebte er im Pfarrhaus neben der Kirche,[20] konnte aber, da er nur Latein und Niederländisch sprach, seinen seelsorgerischen Pflichten auf Englisch nicht nachkommen. Schon ein Jahr später legte er daher sein Amt nieder und gab Nierenbeschwerden an, die er dem lokalen Bier anlastete. Anschließend pendelte er jahrelang zwischen England, Burgund und Basel. Aus England zurück, wirkte Erasmus einige Jahre am Hofe von Burgund in Löwen, unter anderem als Erzieher (Rat) des Prinzen Karl, des späteren Kaisers Karl V.

Basler Jahre (1514–1529), Löwen (1517)Bearbeiten

 
Die Universität Basel als Arbeitsort zwischen 1514 und 1529

Von 1514 bis 1529 lebte und wirkte Erasmus in Basel (Alte Eidgenossenschaft) und ließ seine Schriften in der Werkstatt seines späteren Freundes Johann Froben drucken. Obgleich er nie an der Universität Löwen studierte oder lehrte, weilte er 1517 einige Monate in Löwen und half, das Collegium Trilingue zu gründen. Diese Einrichtung zum Studium des Lateinischen, Griechischen und Hebräischen war die erste Institution dieser Art in Europa; dort wurden griechische und hebräische Texte nicht mehr in lateinischer Übersetzung, sondern in ihren Originalfassungen studiert. Im Jahr 1518 erschien die erste Ausgabe der Colloquia familiaria („Vertraute Gespräche“), eines der beliebtesten Bücher des 16. Jahrhunderts, das häufig als sein Meisterwerk angesehen wird. Die Schrift kritisiert mit Courage und Schärfe die Missbräuche der Kirche. Albrecht Dürer begegnete Erasmus während seiner Reise in die Niederlande (1520/21) und fertigte von ihm eine Porträtzeichnung an. 1521 hielt sich Erasmus einige Monate zum Arbeiten in Anderlecht auf. Ein Museum im dortigen Erasmus-Haus erinnert an diesen Aufenthalt.

 
Porträt von Erasmus, gezeichnet[21] von Albrecht Dürer um 1520

Im Jahre 1524 begegnete er erstmals Johannes a Lasco, dem späteren Reformator Frieslands, der einer seiner Lieblingsschüler wurde.

Freiburger Jahre (1529–1535)Bearbeiten

Als sich die von Johannes Oekolampad betriebene, an Zwingli angelehnte Reformation in Basel durchsetzte, ging Erasmus 1529 nach Freiburg im Breisgau, denn als Priester und Augustiner-Chorherr lehnte er die Reformation ab. Dort wohnte er zunächst im Haus Zum Walfisch und kaufte sich 1531 – inzwischen wohlhabend – das Haus Zum Kindlein Jesu (Schiffstraße 7, dort befindet sich heute eine Einkaufspassage).[22]

Im Mai 1535 erhielt Erasmus Besuch von Raffaelo Maruffo, einem befreundeten Genueser Kaufmann. Dieser befand sich nach einem längeren Englandaufenthalt auf der Rückreise nach Italien und berichtete ihm über die causa Morus. Der Tudorkönig Heinrich VIII. hatte sich zum Oberhaupt der englischen Kirche erklärt und dem früheren Lordkanzler Thomas Morus im April 1534 befohlen, diese Maßnahme durch einen Eid anzuerkennen. Weil Morus dies ablehnte, wurde er – gemeinsam mit Bischof John Fisher von Rochester – im Tower von London eingekerkert und vor Gericht gestellt. Über die missliche Lage der beiden Angeklagten berichtete Erasmus am 18. Juni 1535 in einem Brief an Erasmus Schedt, in dem er sein Unverständnis über das Handeln Heinrichs VIII. ausdrückte. Morus wurde zum Tode verurteilt und am 6. Juli 1535 im Alter von 57 Jahren enthauptet. Über die Hinrichtung seines Freundes erfuhr Erasmus erst in einem Brief vom 10. August und einem weiteren von Tilman Gravis.[23] Erasmus hatte sich länger in England aufgehalten und seinem Freund Thomas sein berühmtes Lob der Torheit gewidmet. Nach Morus’ Tod fand Erasmus die rühmenden Worte: „Thomas Morus, Lordkanzler von England, dessen Seele reiner war als der reinste Schnee, dessen Genius so groß war, wie England nie einen hatte, ja nie wieder haben wird, obgleich England eine Mutter großer Geister ist.“

Rückkehr nach Basel (1535)Bearbeiten

Im Jahre 1535 kehrte Erasmus nach Basel zurück und verstarb dort am 12. Juli 1536. Das hohe Ansehen, das er trotz seiner Ablehnung der Reformation genoss, zeigte sich darin, dass er als katholischer Priester in einer Zeit heftiger konfessioneller Auseinandersetzungen im mittlerweile protestantisch gewordenen Basler Münster beigesetzt wurde. Teile seines Nachlasses sind im Historischen Museum Basel ausgestellt.

WerkeBearbeiten

 
Erasmus, porträtiert von Albrecht Dürer 1526

Erasmus sprach und schrieb meistens lateinisch, beherrschte daneben jedoch auch Griechisch. Er war ein sehr produktiver Autor. Nach heutiger Erkenntnis hat er etwa 150 Bücher geschrieben. Darüber hinaus sind über 3000 Briefe von ihm erhalten. Wegen seiner feinen Ausdrucksweise genossen seine Briefe in Europa große Aufmerksamkeit. Man schätzt, dass er täglich etwa 1000 Wörter zu Papier gebracht hat. Seine gesammelten Werke wurden 1703 in zehn Bänden herausgegeben.[24] Die 1969 begonnen kritische Gesamtausgabe (Opera omnia Desiderii Erasmi Roterodami) umfasst derzeit 81 Bände (Stand 2022).

Er sah sich (mit der neuen Buchdrucktechnik) als ein Vermittler von Bildung: „Menschen werden nicht als Menschen geboren, sondern als solche erzogen!“ Als Textkritiker, Herausgeber (Kirchenväter, Neues Testament) und Grammatiker begründete er die neuzeitliche Philologie. Auf ihn geht die heute in westlichen Ländern übliche Aussprache, insbesondere die Betonung des Altgriechischen zurück. Die korrekte Aussprache ist heute umstritten und wohl nicht mehr zweifelsfrei klärbar, obwohl es eine in der Wissenschaft weitgehend akzeptierte Rekonstruktion gibt (siehe Altgriechische Phonologie).

GedichteBearbeiten

Mit 14 Jahre (1487) verfasste Erasmus seine ersten Gedichte, welche Cornelis Reedijk zusammenstellte und kommentierte.[25] Waren es anfangs Liebesgedichte, waren die Themen später das Altern, Tod und Vergänglichkeit. Das wichtigste Gedicht der Frühzeit ist die Apologie des Erasmus in Form eines Klagedialog gegen die Barbaren, die die alte Beredsamkeit verachten und die gelehrte Dichtung verlachen (ca. 1489). Sein letztes Gedicht in Latein verfasste er 1523[26]:

„Äußert leicht ist’s, wie man sagt, Sprichwörter zu sammeln für jeden. Gewiß, doch hart kommt es an, wenn es um Tausendschaften geht. Wer mir nicht glaubt, der kann es ja probieren; in Kürze wird er meinen Bemühungen gewogener sein.“

SatirenBearbeiten

 
Randzeichnung der Torheit von Hans Holbein in der Erstausgabe von Erasmus’ Lob der Torheit, 1515

Sein heute bekanntestes Werk ist die Satire Lob der Torheit (Laus stultitiae) aus dem Jahr 1509, die er seinem Freund Thomas Morus widmete. In einer Krankheitsphase als Gast Morus‘ hatte Erasmus seine Idee wieder aufgenommen, ein Moriae encomium oder Lob der Torheit zu schreiben, das er in einer Woche fertigstellte.[27]

In dieser „Stilübung“ (wie er sie nannte) trat er mit Spott und Ernst tief verwurzelten Irrtümern entgegen und setzte sich für vernünftige Anschauungen ein. Dafür fand er die ironischen Worte: „Die christliche Religion steht einer gewissen Torheit recht nahe; hingegen mit der Weisheit verträgt sie sich schlecht!“[28]

Das Werk wurde 1511 in Paris erstmals veröffentlicht, erlebte 1514 eine zweite, erweiterte Auflage, und 1515 erschien die endgültige Fassung in Basel beim Verleger Froben. Diese enthält einen Kommentar des holländischen Humanisten Gerard Listrius, den Erasmus zum Teil selbst geschrieben hatte.

Auch in der Satire Julius vor der verschlossenen Himmelstür (1513), die er nach dem Tode des „Soldatenpapstes“ Julius II. schrieb, zeigte sich Erasmus als begnadeter Formulierer, der die Ironie liebte.

Theologische SchriftenBearbeiten

Novum testamentum

Erasmus’ wichtigster Beitrag zu einer Kirchenreform war die Herstellung eines revidierten Textes des Neuen Testaments in Griechisch und Latein.[29] Der Gräzist John Colet hatte ihm bei seinem Besuch in England 1503 die Notwendigkeit einer Revision nahegelegt. Im folgenden Jahr fand Erasmus in der Parkabtei, dem Prämonstratenserkloster von Löwen, eine Handschrift des italienischen Philologen Lorenzo Valla von 1444 mit über 400 Korrekturen zur Vulgata; Erasmus edierte sie 1505 unter dem Namen des Verfassers und mit dem Titel In Latinam Novi Testamenti interpretationem beim Verleger Jodocus Badius und dem Drucker Jean Petit in Paris.

Zehn Jahre arbeitete Erasmus an der Bibelrevision. Von 1514 an war er mit dem Basler Buchdrucker Johann Froben im Einvernehmen. Gegen die Konkurrenz einer mehrsprachigen Bibel, die seit 1502 in Spanien in Arbeit war und die 1520 publiziert und unter dem Namen Complutensische Polyglotte bekannt wurde, begann Froben im September 1515 mit dem Druck eines zweisprachigen Textes, den Erasmus im Februar 1516 unter dem Titel Novum Instrumentum omne vollendet hatte. Es waren 1000 Seiten in Folioformat in einer Auflage von 1200 Exemplaren, zweispaltig, jeweils links der griechische Text und parallel dazu rechts der lateinische Text in der neuen Übersetzung, die Erasmus Papst Leo X. widmete, der diese Arbeit begrüßte. In der Vorrede Paraclesis (Aufruf) spornt Erasmus die Gelehrten an zur Bibelübersetzung in alle Sprachen und für alle Menschen, Geistliche und Laien, Frauen und Mädchen, Handwerker und Bauern.[30]

Die zweite und die weiteren Ausgaben von 1519 an erschienen unter dem Titel Novum testamentum, jeweils verbessert und erweitert auf Grund weiterer Textzeugen, bei Froben in den Jahren 1522, 1527 und 1535. Die Übersetzung des Neuen Testaments haben schon zu Erasmus Lebzeiten eine Auflage von über 100 000 Exemplare erreicht.[31] Sie fanden große Verbreitung auch durch Nachdrucke: Man zählt über 30 unautorisierte Nachdrucke anderer Verleger, so 1518 in der Firma des Aldus Manutius in Venedig, vier Ausgaben von Robert Estienne in Paris und Genf, neun Ausgaben von Théodore de Bèze in Genf und sieben Ausgaben des Leidener Verlegers Louis Elsevier bis ins 17. Jahrhundert.[32] Sie wurden mehreren Übersetzungen in die Volkssprachen zu Grunde gelegt:[33] Das Neue Testament des Erasmus wurde von den Übersetzern der King-James-Bibel benutzt, und die Ausgabe von 1519 diente auch Luther und den Zürcher Reformatoren als Ausgangstext für ihre Bibelübersetzungen ins Deutsche. Der Text wurde später bekannt als Textus receptus.

Corpus Hieronymianum und Kirchenväter

Das zweite Großprojekt von Erasmus neben dem Novum testamentum war 1516 die Mitherausgabe der ersten Gesamtwerke des Kirchenlehrers Hieronymus – dem Corpus Hieronymianum – mit insgesamt neun Bänden, wozu Erasmus u. a. einen umfassenden Kommentar (Scholia in Epistolas Hieronymi), sowie einer Biographie verfasste.[34] Der Ausgabe ging ein 1495 begonnener Prozess voraus, der 1511 von Erasmus an der Universität Cambridge wieder aufgenommen wurde. Hieronymus war seit seiner Eintritt ins Kloster das Vorbild für Erasmus. Die umfassende Gelehrsamkeit Hieronymus von Theologie und profanen Wissenschaften, die Kenntnis von Latein, Griechisch und Hebräisch und die stilistische Eleganz machten Hieronymus in Erasmus’ Augen nach Ueli Dill „zum Prototypen eines humanistisch gebildeten Theologen.“[34] Die Rückbesinnung auf die Kirchenväter, verbunden mit der Wiederherstellung der “vetus ac vera theologia” (deutsch: „der ursprünglichen und wahren Theologie“) war zentrales Leitmotiv für die Reform von Kirche und Theologie von Erasmus. Es folgten nach der Edition Hieronymus weitere Editionen und Übersetzungen von Kirchenvätern die Erasmus herausgab: Arnobius (1522), Cyprian (1520), Hilarius (1523), Irenaeus (1526), Ambrosius (1527), Athanasius (1527), Augustinus (1529), Johannes Chrysostomus (1530), Basilius (1532) und Origenes (1536, postum erschienen).[34]

Paraphrasen

Die Paraphrasen waren lateinische biblische Paraphrasen, Umschreibungen der Evangelien. Sie wurden zwischen 1517 und 1524 von Erasmus komponiert und in den verbleibenden Jahren seines Lebens gelegentlich von ihm überarbeitet.[35] Eduard VI. von England ordnete in seinen Injunctions von 1547 an, die Paraphrasen „an einem geeigneten Ort“ für das Lesen in allen Pfarrkirchen aufzustellen.[36]

Einheit der Kirche und Martin Luther

In den Jahren 1522 bis 1534 setzte sich Erasmus in verschiedenen Schriften mit den Lehren und Schriften Luthers auseinander (siehe Abschnitt Konflikt mit Luther und der Reformation). Zwei Jahre vor seinem Tod versuchte er mit der Schrift De sarcienda ecclesiae concordia noch einmal, die zerstrittenen Glaubensparteien zu befrieden. In den grundlegenden Glaubensfragen wäre man einig, war Erasmus überzeugt, weniger Wichtiges, die Adiaphora, könne man den einzelnen Gläubigen und ihren Gemeinden freistellen. In den von Kaiser und Fürsten initiierten Religionsgesprächen versuchten bedeutende Theologen bis ins 17. Jahrhundert hinein, die Konfessionen auf der erasmischen Grundlage wieder zusammenzuführen. Sie blieben erfolglos.

1536 schrieb Erasmus sein letztes Werk, De puritate tabernaculi sive ecclesiae christianae (dt. ‚Von der reinen christlichen Kirche‘), eine Auslegung von Psalm 14, die er einem einfachen Leser widmete: dem Zollbeamten Christoph Eschenfelder, mit dem er sich auf einer seiner vielen Reisen angefreundet hatte.

Humanistische SchriftenBearbeiten

1516 schrieb er Die Erziehung des christlichen Fürsten (Institutio Principis Christiani), die er als neuernannter Rat des Fürsten dem späteren Kaiser Karl V. widmete. Das Werk sieht in christlich-moralischen Lebensgrundsätzen des Regierungsoberhauptes die wichtigste Voraussetzung für eine friedliche, segensreiche Politik. Dieser Fürstenspiegel war bei den zeitgenössischen Fürsten sehr beliebt; Ferdinand I. soll ihn auswendig gelernt haben.

1517 erschien Die Klage des Friedens, in der Erasmus während des erbarmungslosen Machtkampfes um die Oberherrschaft in Italien dem Friedenswillen eine Stimme verlieh. Er vertrat damit eine dezidierte pazifistische Position und lehnte Kriege mit einer Ausnahme ab: Nur wenn das gesamte Volk sich für einen Krieg ausspreche, sei er legitim.

In seinem 1528 herausgegebenen Dialogus Ciceronianus trat Erasmus für eine individuell gestaltete Lebensweise ein, die sich nicht nur an antiken Vorbildern orientieren sollte.

In den letzten Lebensjahren vervollständigte Erasmus eines seiner umfangreichsten Hauptwerke, die Adagia, eine Sammlung von antiken Weisheiten und Sprichwörtern (als Fortsetzung seines Erstwerkes Antibarbari, vor 1500 begonnen), die er schrittweise von etwa 800 auf über 4250 Zitate ausbaute. Es wurde sein erfolgreichstes Werk und bis in die Zeit der Aufklärung gelesen (auch Goethe hatte es stets zur Hand). Ein ähnliches Werk, eine Sammlung von fast 3000 Anekdoten und Zitaten berühmter Männer und Frauen aus der Antike, sind die Apophthegmata (siehe auch Apophthegma), die er 1531 für den Herzog Wilhelm von Cleve veröffentlichte.

Seine Colloquien (1518) und sein „BenimmbuchDe civilitate (1530) wurden in den Schulen gelesen. Erasmus wandte sich gegen kirchliche Missstände, die Veräußerlichung der Religion und den Dogmenzwang. Er beklagte: „Wenn man sich die Durchschnitts-Christen ansieht, besteht nicht all ihr Tun und Lassen in Zeremonien?“[37] Auch Täufer und Spiritualisten, zum Beispiel Sebastian Franck, beriefen sich auf ihn.

Medizinische SchriftenBearbeiten

Erasmus war früh, auch bedingt durch seine eigene Krankheitserfahrungen und der Pest auch sehr an medizinischen Fragen und Themen interessiert, welche sich auch in diversen Werken widerspiegeln. Er setzte sich u. a. intensiv mit der ersten griechischen Gesamtausgabe von Galen auseinander und schrieb hierzu auch einen Kommentar.[38] Sein wichtigstes Werk ist das Lob der Gesundheit (Encomium artis medicae), wo er u. a. Ansätze einer medizinischen Ethik aus humanistischer Perspektive entwickelte.[39] In seinem Lob der Gesundheit spricht Erasmus nicht nur die ethischen Verpflichtungen des Arztes an, sondern auch die des Patienten. Erasmus war kein Arzt oder Mediziner, obwohl die Veröffentlichung seines Lobs der Gesundheit einige zu dem Schluss verleitet hat, dass er einer war.[40]

Auswahl von WerkenBearbeiten

Reformation, Religion und GesellschaftBearbeiten

Konflikt mit Luther und der ReformationBearbeiten

 
Ein 1524 abgefasstes Schreiben von Erasmus an Herzog Georg von Sachsen. Erasmus begründet seine Stellung zu Luther und zur Reformation. Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden, 10024 Geheimer Rat (Geheimes Archiv), Locat 10300/4, Bl. 26 (Liste der Briefpartner von Erasmus von Rotterdam)

Erasmus und Luther haben einander nie getroffen, korrespondierten jedoch mehr oder weniger öffentlich ab 1519 miteinander. Den ersten brieflichen Kontakt versuchte gegen Ende des Jahres 1516 Georg Spalatin, Bibliothekar und Sekretär Friedrichs des Weisen, herzustellen. In seinem Brief stellte Spalatin Erasmus, der damals in Basel lebte, die These des jungen Augustinermönchs Martin Luther vor, der die Auffassung vertrat, dass Erasmus’ Erklärung der „Justitia“ des Paulus von Tarsus nur ungenau sei und darin die Erbsünde zu wenig berücksichtigt werde.[41] Der Brief blieb unbeantwortet. Am 28. März 1519 wandte sich Martin Luther erstmals direkt und persönlich mit einem Brief an Erasmus. Bereits am 31. Oktober 1517 hatte Luther seine 95 Thesen veröffentlicht, die in kirchlichen Kreisen zu heftigen Diskussionen führten, so dass er möglicherweise Unterstützung bei Erasmus suchte. Stattdessen wandte sich Erasmus am 14. April 1519 direkt an Friedrich den Weisen von Sachsen; unter anderem schrieb er, dass ihm Martin Luther „vollkommen unbekannt“ sei, dass aber jeder, der ihn kenne, „sein Leben billige[n]“ möge. Am 30. Mai 1519 erhielt Luther dann von Erasmus erstmals persönlich einen Brief.

Während Luther eine „harte Linie“ gegen das aus seiner Sicht dekadente Papsttum vertrat, setzte sich Erasmus für „innere Reformen“ der Kirche ein und bat Luther um Mäßigung, so in seinem Brief vom 30. Mai 1519.[42]

Der Diskurs um den freien Willen

Auch in religiösen Fragen zeigten sich bald Unterschiede. Während Erasmus die These aufstellte, Gott habe dem Menschen einen freien Willen gegeben, zwischen dem Guten und dem Bösen zu wählen, der freilich nur mit Gottes Gnade wirksam werden könne, argumentierte Luther mit der Erbsünde und der Allmacht Gottes, durch die jede Tat des Menschen vorausbestimmt sei. Luther verglich den menschlichen Willen mit einem Pferd, „das der Teufel reitet“ oder das Gott lenkt. Es sei unmöglich, einen der beiden Reiter loszuwerden, denn jedes menschliche Schicksal sei vorherbestimmt und ende entweder in der Hölle oder im Himmel. Gottes Liebe und Hass seien ewig und unverrückbar, schrieb Luther in seiner Erwiderung an Erasmus, sie seien schon gewesen, „ehe der Welt Grund gelegt ward“, noch ehe es einen Willen oder Werke des Willens gab.

Den endgültigen Bruch mit Luther besiegelte Erasmus 1524 mit dem Werk De libero arbitrio (Vom freien Willen), einer Antwort auf Luthers Assertio omnium articulorum M. Lutheri per Bullam Leonis X novissimam damnatorum (zugleich als deutsche Schrift unter dem Titel Grund und Ursache aller Artikel D. Martin Luthers, so durch römische Bulle unrechtlich verdammt sind). Seine letzte kritische Auseinandersetzung mit dem Titel Hyperaspistes kommentierte Luther mit dem bekannten Ausspruch: „Wer den Erasmus zerdrückt, der würget eine Wanze, und diese stinkt noch tot mehr als lebendig.“

Einerseits sparte Erasmus nicht mit beißender Kritik an frömmelnden Christen, heuchlerischen Mönchen, korrupten Päpsten, katholischen Riten und dem Ablasshandel. Andererseits verteidigte er das Papsttum, distanzierte sich von jeder Veränderung durch Gewalt und versagte den Reformatoren seine Unterstützung. Luther empfand dies als Verrat und schrieb ihm:

„Da wir sehen, dass Dir der Herr weder den Mut noch die Gesinnung verliehen hat, jene Ungeheuer [die Päpste] offen und zuversichtlich gemeinsam mit uns anzugreifen, wagen wir von Dir nicht zu fordern, was über Dein Maß und Deine Kräfte geht.“

In der Schrift von 1524 setzte Erasmus sich mit der Frage der Willensfreiheit auseinander. Luther hatte den freien Willen, eines seiner zentralen Themata in seinen Schriften zur Gnadentheologie, stets verworfen. Erasmus stellte die unterschiedlichen Argumente zur freien Entscheidung des Willens gegeneinander. Seine Argumente zur Willensfreiheit belegte Erasmus auch durch zahlreiche Bibelstellen, um sie nicht nur auf philosophische Überlegungen zu reduzieren.

Während für Erasmus der Mensch frei sei, sich in die eine oder andere Richtung zu verändern, jeweils das Gute oder das Böse zu wählen und damit Gott und Satan in Position eines Observanten kämen, um die menschliche Dynamik des Willens zu beobachten, ist für Luther der Mensch in eine direkte Auseinandersetzung zwischen Gott und dem Teufel eingebunden, und würde so von seinem inneren Willen in die eine oder andere Richtung getrieben werden.[43]

Luther bestritt den freien Willen des Menschen durchweg. Nach dem Sündenfall gibt es für Luther keinen freien Willen, kein Wahlvermögen des Menschen, so lateinisch arbitrium ‚Entscheidung, die freie Entscheidung‘. Die Frage seines Heils ist nach Luthers Auffassung ausschließlich ein Akt der göttlichen Gnade. Der Mensch kann nichts befördern und nichts unterbinden, nicht durch Taten und nicht durch Bemühungen (vergleiche Bußsakrament, Gnadenschatz und Ablass). Menschliche Handlungen, Willenshandlungen beträfen stets den äußeren Menschen und stünden mit dem göttlichen Gnadenweg überhaupt nicht in Beziehung. Luther folgt der paulinisch-augustinischen Richtung, wonach alles von der Gnadenwahl Gottes abhängt, nachdem die Erbsünde die Menschen fundamental korrumpierte. Siehe dazu allerdings auch Augustinus' Werk De libero arbitrio, wo dieser gegen Determinismus und für Willensfreiheit argumentiert.

Mit De servo arbitrio (deutsch: Über den geknechteten Willen oder Vom unfreien Willen) legte Martin Luther im Dezember 1525 eine Schrift vor, die man als Reaktion auf die humanistische Lehrmeinung von Erasmus’ Schrift De libero arbitrio (September 1524) ansehen kann. Der lutherische Text gilt als eines seiner bedeutendsten theologischen Werke.

Auch manche Historiker – insbesondere aus dem evangelischen Lager – teilten später diese Einschätzung und kritisierten die als unentschlossen empfundene Haltung von Erasmus.

Toleranz zwischen Juden, Christen und MuslimenBearbeiten

Einige christliche Humanisten u. a. Erasmus versuchten die gegenseitige Toleranz zwischen Juden, Christen und Muslimen zu fördern, indem sie die Gemeinsamkeiten der drei Religionen herausstellten und einen neuen Umgang mit Juden und Moslems forderten.

Umgang mit dem Judentum

Von neueren Autoren wird Erasmus kritisiert, dass er sich in der Reuchlin-Affäre, zu einigen antijudaistischen und polemischen Bemerkungen gegen den jüdischen Konvertiten Pfefferkorn ausließ[44]. Dem vorausgegangen war eine hasserfüllte Polemik Pefferkorns, der Erasmus und Reuchlin beschuldigte, ein Werk des Teufels („die gotteslästernden Juden“) zu unterstützen und den Frieden des Christentums in Gefahr zu bringen.[45] Pefferkorn wollte zusammen mit den Dominikanern alle jüdische Literatur in Deutschland einsammeln und verbrennen.[46][47] Der Hebraist Reuchlin als auch Erasmus haben sich vehement für den Erhalt des jüdischen Kulturguts eingesetzt, so dass es nicht zur Vernichtung aller jüdischen Schriften, d. h. von Talmud, Thora und sonstigen Schriften in Europa gekommen ist.[48]

Eine potentielle Gefahr sah er in jüdischen Konvertiten wie Pfefferkorn, den Erasmus polemisch als „Superjude“ bezeichnete, die seiner Ansicht nach trotz Taufe an ihren jüdischen Traditionen festhielten und das Christentum durch „judaisieren“ von innen zersetzten.[49] Unter „judaisieren“ verstand er ein Zeremonienwesen und eine gesetzliche Werkheiligkeit bei Juden und in der christlichen Kirche, die er massiv, als eine veräußerlichte, gesetzliche und rituelle Frömmigkeit kritisierte.[50]

Als Bibelhumanist bevorzugte Erasmus – im Gegensatz zur Kirche seiner Zeit – das Neue Testament gegenüber dem Alten Testament. In einem Brief an den Hebraisten und Reformer Wolfgang Fabricius Capito aus Straßburg bemerkte er:

„Ich erwäge, dass die Kirche dem Alten Testament nicht so viel Wert zumessen solle. Das Alte Testament behandelt nur die Schatten, mit denen die Menschen eine Zeit lang leben mussten. Das Alte Testament (…) ist heute fast wichtiger geworden als die Literatur des Christentums. Auf die eine oder andere Weise beschäftigen wir uns emsig damit, uns vollständig von Christus zu distanzieren.“

Bekannt sind seine „Paraphrasen“, das Neue Testament lebensnah in Form eines Erbauungsbuch nachzuerzählen.[51] Mit Talmud wie auch der Kabbala konnte er, auch wegen geringer hebräisch Kenntnisse, lange wenig anfangen. Erst Paul Ritz überzeugte Erasmus (Brief 1519) das die Kabbala für eine allegorische Deutung der Bibel eine Relevanz hat. Erasmus schrieb Ricius, dass sein kleines Buch ihn in Bezug auf kabbalistische Angelegenheiten ein wenig beruhigt habe und dass diese in der Tat eine gewisse Gültigkeit haben könnte, von der er vorher nichts gewusst habe.[52] Erasmus war, obwohl er kein Hebraist war -ein Förderer der hebräischen Sprache, die Theologen wie Latein und Griechisch verbindlich für das Theologiestudium lernen sollten. Erasmus war aktiv beteiligt an der Gründung des Collegium Trilingue in Löwen, welches Hebräisch als heilige Sprache der Bibel vermittelte.

Seine judenkritischen Aussagen finden sich weniger in seinen Werken, sondern vornehmlich in seiner Korrespondenz.[53][54][55] Auch wenn eine ganze Reihe polemischer und judenkritischer Aussagen von Erasmus überliefert sind, hat er bei diversen Gelegenheiten gegen Antijudaismus protestiert.[56] Erasmus lehnte die von Eusebius aufgestellte, antijudaistische Doktrin welche bis über die Aufklärung hinaus wirksam war – vom Abfall der Juden vom ewigen wahren Glauben ab.[57]

In seiner 1523 verfassten Autobiographie Compendium vitae fast Erasmus gar eine Freundschaft mit Juden ins Auge. Er schrieb:[58]

„Ich verweigere niemanden die Freundschaft (…) ich bin so geartet, dass ich auch einen Juden lieben könnte, sofern er nur ein umgänglicher Genosse und Freund wäre, und vor mir keine Blasphemien gegenüber Christus ausstieße. Ich glaube, dass ein solch höflicher Umgang äußerst nützlich wäre, um Zwiespalt zu beenden.“

Der große spanische Humanist Juan Luis Vives, Sohn jüdischer Eltern, dessen Vater durch die spanische Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde war sowohl Freund als auch Schüler von Erasmus. Das Zusammenleben mit den Juden leitete Erasmus, von der Aussage des Apostel Paulus – da Israel selig werden ab (Röm 11,26). In dieser Hoffnung werden sie (die Juden) von uns beschützt. Gott habe nicht sein auserwähltes Volk verstoßen, am Ende werde er ihnen Barmherzigkeit erweisen. Die Christen sollten sie (die Juden) freundlich und einladend behandeln.[59]

Der jüdische Historiker Shimon Markish hat in seinem Werk „Erasmus and the Jews“ die kontroversen Thesen bzgl. des Umgang Erasmus mit dem Judentums untersucht[60]. In einer umfassenden Analyse aller Schriften von Erasmus über Juden und Judentum stellt Shimon Markish fest, dass der Vorwurf eines Antijudaismus bzw. Antisemitismus nicht aufrechterhalten werden kann. Für Markish galt Erasmus Hauptbeschäftigung der Zukunft der „wahren Philosophie Christi“. Erasmus hatte wenig Interesse an der jüdischen Gemeinschaft seiner Zeit. Seine theologische Opposition gegen die Form des religiösen Denkens, die er mit dem Judentum identifizierte (=judaisieren), schlug sich nicht in groben Vorurteilen gegenüber den tatsächlichen Juden nieder. In seinen Werken z. B. zum Neuen Testament findet sich nichts dazu. Erasmus Betrachtung des Fremden waren laut Markish frühe und bedeutende Schritte in Richtung aufgeklärter Toleranz.[61]

Umgang mit Muslimen

Juden, als auch Moslems betrachtete er als Halbchristen, für Erasmus stand jedoch zunächst der Mensch im Vordergrund. Alle Menschen, auch Andersgläubige sollten respektiert und menschlich behandelt werden. 1530 klagte er[62]:

„Das Volk nennt Türken Hunde und Feinde des Namens Christi und bedenkt nicht, dass diese zuerst Menschen sind".“

Neues FrauenverständnisBearbeiten

Erasmus entwickelte ein neues Frauenbild, welches mit der frauenverachtenden Tradition brach[63]. Erasmus setzte sich - entgegen dem damaligen Frauenklischees und im Gegensatz der Doktrin von Aristoteles - schon früh für die Frauenbildung ein. Mädchen sollten die gleiche Erziehung genießen wie Jungen, sie sind „keine Mängelwesen“ (Aristoteles). Frauen könnten, auch durch Studium, so seine Hoffnung, zu einem an humanistischen Werten orientiertes Europa beitragen.[64]

Bekannt ist seine Satire „Vom Abt und der gebildeten bzw. gelehrten Frau“[65]. Abt Antronius besucht die gelehrte Frau Magdalia wo er viele Bücher in ihrer Wohnung in verschiedenen Sprachen, darunter französische, griechische und lateinische Werke sieht. „Gebildet zu sein“, meint der Abt, „ist unweiblich. Sache hoch gestellter Frauen ist es, angenehm zu leben.“ Unter angenehm versteht Antronius: „Schlafen, Gelage, Freiheit zu tun, was ich will, Geld, Ehren.“ Es kommt zu einem intensiven Disput über Bildung und Weisheit, wo die gelehrte Frau Magdalia den Abt nicht nur in seiner Dummheit (überholten Ansichten) bloßstellt, sondern auch die geistige Leitung übernimmt: „Weit mehr fällt auf, daß diese kluge Person im Gespräch mit dem Abt die Führung hat, also die Überlegene ist, die mit der Schlagkraft ihrer Argumente den Partner in die Enge treibt. Der Abt ist derjenige, der überzeugt werden sollte, die Frau ist der „raisonneur““. In diesem Gespräch wird somit einer Frau das Recht der geistigen Leitung anvertraut und zwar nicht nur gegenüber andern Frauen, wie im „senatulus“, sondern gegenüber einem geistlichen Würdenträger. In dieser These liegt wohl der größte reformatorische Gedanke des Erasmus in Bezug auf die Frau, ein kräftiges Abrücken von bestimmten konventionellen und dogmatischen Vorstellungen des Mittelalters."[66]

Rezeption, Wirkung und WürdigungBearbeiten

Fürst der Humanisten und Wegbereiter der europäischen AufklärungBearbeiten

Erasmus zählte zu den geachtetsten Gelehrten seiner Zeit, man nannte ihn „den Fürsten der Humanisten“. Er korrespondierte mit fast allen Herrschern und Päpsten seiner Epoche und wurde allseits für seine offenen Worte und den brillanten Stil bewundert und geachtet, beispielsweise vom englischen König Heinrich VIII.

 
Erasmus-Denkmal in Rotterdam

Der Priester und Mönch Erasmus übte scharfe Kritik an Missständen in der Kirche und trat für eine innere Reform der katholischen Kirche ein und gilt daher auch als Kirchenreformer.[67] Er galt als einer der ersten „Europäer“ und hoffte auf die „Vernunft“ der Herrschenden, auch ohne Krieg zu einem dauerhaften Frieden zu kommen. Er legte Wert auf Neutralität und Toleranz und sah die Gefahren der Religionskriege voraus. Seine eigene Lebensleistung schätzt er in einem Brief an Simon Pistorius wie folgt ein:[68]

“Nec me aliud agere in meis lucubrationibus quam ut linguas ac bonas literas gravioribus disciplinis adiungerem, ut scholasticam theologiam apud multos ad sophisticas contentiones prolapsam, ad divinae scripturae fontes revocarem”

„Nichts anderes treibt mich bei meiner Nachtarbeit um, als die Sprachen und die schöne Literatur mit den ernsteren Wissenschaften zu verbinden, um die scholastische Theologie, die bei vielen zu sophistischen Streitereien verkommen ist, zu den Quellen der göttlichen Schrift zurückzurufen.“

Als kritischer Denker seiner Zeit zählte Erasmus zu den Wegbereitern der europäischen Aufklärung und wurde gleichermaßen von Spinoza, Rousseau, Voltaire, Kant, Goethe, Schopenhauer und Nietzsche geachtet. Der Bildungsgedanke der deutschen Klassik geht in seiner geistesgeschichtlichen Aszendenz auf Erasmus, nicht auf Luther zurück.[69]

Die „Wirkungsgeschichte“ von Zeiten des Erasmus bis zum Jahr 2000 wurde in einem umfangreichen Werk (3 Bände) von Bruce Mansfield untersucht, der die umfassende Rezeptionsgeschichte im Detail dargestellt hat.[70] Erasmus’ Einfluss war nicht nur bis in das Zeitalter der Aufklärung in Europa von überragender Bedeutung, besonders in England wo er die liberale Geistesgeschichte prägte, seine Wirkung ging nach Mansfield bis nach Nordamerika[71]. Erasmus übte u. a. einen erheblichen Einfluss auf die Toleranzbewegung in den Niederlanden und die Naturrechtsschule von Salamanca aus.[72] Sein Schüler Juan Luis Vives gilt als Begründer der modernen Pädagogik und Psychologie und war der erste Europäer der eine systematische Sozialpolitik für die Armen entwickelte und die Folter grundsätzlich ablehnte. In dem von Erasmus angeregten kritischen Werk zum Hl. Augustin (De civitate Dei divi Aurelii Augustinii) geißelte Vives die Folter als Sitte des Heidentums und Verstoß gegen die christliche Nächstenliebe. Folter sei ein Ausdruck von blankem Sadismus der Folterknechte, daher müsse sie abgeschafft werden, es würden fiktive Taten bereitwillig gestanden, um die brutalen Qualen möglichst schnell zu beenden. Die Misshandlung von potenziell Unschuldigen durch die Folter sei unmenschlich.[73]

Eine „erasmische Tradition“ wie in der angelsächsischen Welt und einigen westeuropäischen Ländern gibt es in Deutschland jedoch nicht.

Wirkungsgeschichte in Theologie und KircheBearbeiten

Erasmus hat schon zu Lebzeiten (auch wenn ihm dies nicht bewusst war), durch die Einführung der philologische Methode die Bibelexegese, sowie mit seinen Werken über die Kirchenväter (Wirkung auf die Patristik bis heute) – die mittelalterliche Theologie revolutioniert.[74] Durch die Philologisierung der Exegese kam es zur Zurückstufung der systematischen Theologie zugunsten der Exegese. Dadurch wurde die Relevanz der Heilige Schrift für die Theologie gestärkt.[75] Sein „Novum testamentum“ war Grundlage von zahlreichen Übersetzungen in Volkssprachen z. B. der Luther-Bibel. Erasmus hatte die Übersetzung der Bibel in die Volkssprachen empfohlen; was unter den Theologen schon zu Lebenszeiten zu heftigen Diskussionen führte.[76] Mit dem „Novum testamentum“ gab es zum ersten Mal seit 1.000 Jahren ein gedrucktes vollständiges Neues Testament in der Sprache in der es ursprünglich verfasst wurde, in Griechisch mit neuer lateinischer Übersetzung. Das „Novum testamentum“ wurde eine der wichtigsten Bibelausgaben aller Zeiten und entfaltete eine gewaltige Wirkung.[77]

Als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Repräsentanten des europäischen Humanismus wurde der Theologe durch seine kirchenkritische Haltung und seine der historisch-kritischen Exegese verpflichteten theologischen Schriften zum Vorreiter der Reformation und der Katholische Reform ab 1545. Durch sein Eintreten für relative Religionsfreiheit nahm er eine humanistische Position jenseits des katholischen wie auch des lutherischen Dogmatismus ein. Ihn als Verteidiger „religiöser Toleranz“ zu bezeichnen, ist insofern missverständlich, weil er selbst stattdessen die Begriffe Frieden und Konkordanz verwendet,[78] den Begriff Toleranz (tolerantia) nur für die Wahl des Geringeren von zwei Übeln, was bei Konflikten religiöser Doktrinen nicht vorliegt. Ernsthafte Irrlehren, zu denen er letztlich auch die Reformation zählte, sollten seiner Meinung nach unterdrückt werden, ggf. durch Anwendung der Todesstrafe.[79] Erasmus setzte sich bzgl. Irrlehren (bzgl. Reformation) im Brief an Papst Hadrian für Milde ein, d. h. Heilen einer Lösung statt Strafen. Für Irrlehren sei es milder vorab allen Straffreiheit bzw. Amnestie zu gewähren, die unter dem Einfluss anderer geirrt hätten[80]: „Wenn uns Gott täglich die Sünden vergibt, wenn der Sünder die Sünden gesteht und sie bereut, gibt es dann einen Grund für Gottes Stellvertreter, nicht ebenso zu handeln?“

Erasmus hat sich besonders um die Bibelforschung verdient gemacht, in der er die Grundlagen für die reformatorische Theologie legte. Erasmus war schon zu Lebzeiten massiver Kritik ausgesetzt, so wurde u. a. kritisiert, er habe vor allem auf die ethisch-moralische Seite der Religion Wert gelegt. Diese Kritik beruht auf einem kleinen Frühwerk von 1503, dem Enchiridion militis Christiani („Handbuch des christlichen Streiters“), das zu seiner Zeit sehr beliebt war und in der Forschung lange als ein Hauptwerk von Erasmus galt. Mit dem „Enchiridion“ hat Erasmus eine Theologie des christlichen Laien entworfen. Der Text enthält im Kern eine revolutionäre Botschaft. Es ist nach Wilhelm Ribhegge „eine Absage an die mittelalterliche Vorstellung einer christlichen Ständegesellschaft, die in der geistlichen Lebensform der Mönche, Nonnen und Kleriker das Ideal des Christseins verwirklicht sieht, das von den „niedereren“ Lebensformen der Mehrheit der christlichen Laien abgesetzt wird. Bei Erasmus tritt stattdessen der jeweils einzelne Christ als Person in den Vordergrund“.[81]

Zunächst der Reformation gegenüber offen, wandte er sich von ihr ab, als er Martin Luther in einem unüberbrückbaren Gegensatz zur katholischen Kirche sah. Dies war auch die Ursache für seinen Streit mit Ulrich von Hutten.

Erasmus galt für die katholische Kirche (durch Aufnahme in den Römischen Index von 1559 bis 1966), zum Teil auch in den evangelischen Kirchen – lange Zeit quasi als Ketzer[82], was seine theologische Wirkungsgeschichte begrenzte. Der holländische Kultur-Historiker und Erasmus-Biograph Johan Huizinga charakterisiert Erasmus als einen geistigen Typus der ziemlich seltenen Gruppe, die zugleich unbedingte Idealisten und durchaus Gemäßigte seien; „sie können die Unvollkommenheit der Welt nicht ertragen, sie müssen sich widersetzen; aber sie fühlen sich bei den Extremen nicht zu Hause, sie schrecken vor der Tat zurück, weil sie wissen, dass diese immer ebenso viel zerbricht als aufbaut; und so ziehen sie sich zurück und rufen weiter, alles müsse anders werden; aber wenn die Entscheidung kommt, wählen sie zaudernd die Partei der Tradition und des Bestehenden. Auch hier liegt ein Stück Tragik in seinem Leben: Erasmus war der Mann, der das Neue und Kommende besser sah als irgendjemand; der sich mit dem Alten überwerfen musste und doch das Neue nicht ergreifen konnte.“

Die Anglikanische Kirche bildete hier eine Ausnahme. Seine Paraphasen, die Nacherzählung der Evangelien im Sinne eines Erbauungsbuchs wurden 1547 durch Beschluss von Edward VI für alle Gemeinden der Anglikanischen Kirche angeschafft.[83] Im 19. Jahrhundert gab es in der Katholische Kirche erste Stimmen für ein Umdenken, so stellte der kath. Kirchenhistoriker und Patristiker Franz Xaver von Funk fest: „Meines Erachtens brauchen wir Katholiken des Mannes (Erasmus) uns lange nicht zu schämen“.[84]

Erasmus erlebte im 20. Jahrhundert, u. a. durch die 400 Jahrfeier zu seinem Todestag (1936) und die Jahresfeier zu seinem 500. Geburtstag, allgemein und in der Theologie z. B. bei E. Troeltesch eine Renaissance[85]. Auch einige katholischen Theologen haben nach dem Konzil, erstmals Studien z. B. zu seinem Reformprogramm und seiner Ekklesiologie durchgeführt.[86][87] Vor dem Konzil, haben seit 1950 besonders die Jesuiten u. a. der Konzilstheologe und Kardinal Henri de Lubac, Erasmus als katholischen Theologen gewürdigt und beigetragen seine negative Reputation zu überwinden. Henri de Lubac widmete Erasmus in seinem Meisterwerk Exégèse médiévale (1959–64) ein langes, wohlwollendes Kapitel.[88] Nach Christine Christ-von Wedel ist Erasmus ein „Anwalt eines neuzeitlichen Christentums“; dessen Name immer noch lebendig ist und dessen ausgesprochen Christus zentrierte, eigentlich „harmlose Theologie“, zu Erneuerung der Theologie beigetragen hat.[89]

Ehrungen und BenennungenBearbeiten

Ehrungen zu Lebzeiten

  • 1511 Ernennung zum Professor. Von 1511 bis 1514 ist Erasmus zweiter Lehrstuhlinhaber der „Lady Margaret's Professorship of Divinity“, der älteste, noch heute bestehender Lehrstuhl der Universität Cambridge.
  • 1516 Ernennung zum Kaiserlichen Rat
  • 1522 wollte Papst Hadrian der VI. Erasmus zum Kardinal ernennen, was dieser ablehnte.[90]
  • 1534 bot Papst Paul III. Erasmus wiederum die Kardinalswürde, sowie erhebliche damit verbundene Pfründe (3000 Dukaten) an, welcher Erasmus ebenso ablehnte.[91]
  • 1536 Ehrenvolles Begräbnis im Baseler Münster, der früheren Bischofskirche (Kathedrale) des Bistums Basel.

Erasmus-Programm

Erasmuspreis

  • Der Erasmus-Preis wird jährlich vom Vorstand der Stiftung Praemium Erasmianum an Personen oder Institutionen verliehen, die einen außergewöhnlichen Beitrag zur Kultur, Gesellschaft oder Sozialwissenschaft in Europa geleistet haben.

Erasmus Haus und Museum, Brüssel

  • Die Bibliothek des Erasmushauses enthält eine große Sammlung von Büchern von und über Erasmus und ist spezialisiert auf die die Erstausgaben eines Werkes bei verschiedenen Druckern.[92]

Erasmus Büchersammlung und Erasmus Experience (Ausstellung), Rotterdamer Bibliothek

  • Mit mehr als 5000 Büchern von und über Erasmus verwaltet die Rotterdamer Bibliothek[93] die größte Erasmus-Sammlung der Welt, ergänzt wird dies durch eine interaktive Ausstellung über Erasmus.[94]

Denkmäler

  • Hendrik de Keyser schuf 1621 (1622 gegossen) das erste bronzene Standbild der Niederlande für Erasmus von Rotterdam (siehe Abbildung oben).
  • Ihm zu Ehren wurde eine Büste in der Walhalla aufgestellt.

Gedenktage in Rotterdam

  • Seit 2006 feiert Rotterdam jedes Jahr am 28. Oktober den Geburtstag des Humanisten, die Veröffentlichung der bekannten Schrift „Lob der Torheit“ wird jeden ersten Tag im April gefeiert und es gibt jedes Jahr am 11. Juli (seinem Todestag) die „Nacht des Erasmus“.

Nach Erasmus wurden benannt:

Ausgaben und ÜbersetzungenBearbeiten

Mehrere Werke

  • Opera omnia Desiderii Erasmi Roterodami. North-Holland, Amsterdam 1969 ff. (kritische Gesamtausgabe; zahlreiche Herausgeber)
  • Werner Welzig (Hrsg.): Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. 8 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-12747-1. (Ausgabe mit Übersetzung; die einzelnen Bände haben verschiedene Herausgeber)

Einzelne Werke

  • Erasmus von Rotterdam: „Süß ist der Krieg den Unerfahrenen …“ – Klage gegen Krieg und Gewalt (= Schriftenreihe: Ausstellungen zur Ideengeschichte des gewaltfreien Widerstands, Nr. 1, Herausgeber: Christian Bartolf, Dominique Miething). Berlin: Freie Universität Berlin, 2022, ISBN 978-3-96110-439-0. doi:10.17169/refubium-34941, PDF
  • Johannes Kramer (Hrsg.): Desiderii Erasmi Roterodami De recta Latini Graecique sermonis pronuntiatione dialogus. Hain, Meisenheim am Glan 1978, ISBN 3-445-01850-2. (unkritische Ausgabe mit Übersetzung)
  • Kai Brodersen (Hrsg. und Übers.): Erasmus von Rotterdam: Die Klage des Friedens. Lateinisch und deutsch. Marix, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-7374-1092-2.
  • Familiarum Colloquiorum opus. Basel 1526.
  • Hubert Schiel: Vertraute Gespräche (Originaltitel: Colloquia familiaria, 1518). Köln 1947.
  • Das Lob der Torheit. Eine Lehrrede. Übersetzung aus dem Lateinischen und Nachwort von Kurt Steinmann, mit 30 Zeichnungen von Hans Holbein dem Jüngeren. Manesse Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-7175-1992-1.
  • Claude Descœudres: Erasmus von Rotterdam, Adagia | Sprichwörter. Schwabe, Basel 2021, ISBN 978-3-7965-3957-2.

LiteraturBearbeiten

  • Rolf Becker: Erasmus von Rotterdam – der Makel seiner Geburt In: Reinhold Mokrosch, Helmut Merkel (Hrsg.): Humanismus und Reformation. Historische, theologische und pädagogische Beiträge zu deren Wechselwirkung. (Arbeiten zur Historischen und Systematischen Theologie, Band 3), 2001, S. 47–54.
  • David Bentley-Taylo: My dear Erasmus. Christian Focus Publications, Fearn 2002.
  • Peter G. Bietenholz, Thomas Brian Deutscher: Contemporaries of Erasmus: A Biographical Register of the Renaissance and Reformation. Band 1–3, A–Z. University of Toronto Press, 2003, ISBN 0-8020-8577-6.
  • Christine Christ-von Wedel: Das Nichtwissen bei Erasmus von Rotterdam. Zum philosophischen und theologischen Erkennen in der geistigen Entwicklung eines christlichen Humanisten, Basel, Frankfurt a. M. 1981.
  • Christine Christ-von Wedel: Erasmus von Rotterdam: Anwalt eines neuzeitlichen Christentums. Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-6678-5.
  • Christine Christ-von Wedel: Erasmus von Rotterdam: Ein Porträt. Schwabe, Basel 2016, ISBN 978-3-7965-3523-9.
  • Christine Christ-von Wedel, Urs Leu (Hrsg.): Erasmus in Zürich. Eine verschwiegene Autorität, Zürich 2007.
  • Lorenzo Cortesi, Esortazione alla filosofia. La Paraclesis di Erasmo da Rotterdam, Ravenna, SBC Edizioni, 2012 ISBN 978-88-6347-271-4.
  • Sonja Domröse: Erasmus von Rotterdam – Humanist, Wegbereiter der Reformation und Förderer gelehrter Frauen. In: Sonja Domröse: Frauen der Reformationszeit. 4. Auflage. Göttingen 2017, S. 175–188.
  • Willehad Paul Eckert: Erasmus von Rotterdam, Werk und Wirkung; Wienand-Verlag, Köln 1967; (Zeugnisse der Buchkunst, 4); 654 Seiten in 2 Bänden, ill.
  • György Faludy: Erasmus von Rotterdam. Societäts-Verlag, Frankfurt 1970.
  • Lucia Felici: Was Europa kann – die Vision des Erasmus von Rotterdam. Schüren, Marburg 2022, ISBN 978-3-7410-0278-6.
  • Léon E. Halkin: Erasmus von Rotterdam. Eine Biographie. Benziger, Zürich 1989, ISBN 3-545-34083-X.
  • Heinz Holeczek: Erasmus deutsch. Band 1: Die volkssprachliche Rezeption des Erasmus von Rotterdam in der reformatorischen Öffentlichkeit 1519–1536. Frommann-Holzboog, Stuttgart/Bad Cannstatt 1983
  • Johan Huizinga: Erasmus. Eine Biographie. 1928; wieder Schwabe, Basel 1988; mit aktual. Bibliogr. Rowohlt, Reinbek 1993, ISBN 3-499-13181-1.
  • Johan Huizinga: Erasmus und Luther – Europäischer Humanismus und Reformation. 1928 (Originaltitel: Erasmus); Neuübersetzung von Hartmut Sommer, Topos-Taschenbuch, Kaevelaer 2016, ISBN 978-3-8367-1071-8.
  • Werner Kaegi: Erasmus im achtzehnten Jahrhundert; in: Gedenkschrift zum 400. Todestage des Erasmus von Rotterdam, hrsg. von der Historischen und antiquarischen Gesellschaft zu Basel, Verlag Braus-Riggenbach, Basel 1936, S. 205–227, bes. S. 211.
  • Guido Kisch: Erasmus und die Jurisprudenz seiner Zeit. Studium zum humanistischen Rechtsdenken. Basler Studien zur Rechtswissenschaft 56, Basel 1960, S. 69–89.
  • Guido Kisch: Erasmus’ Stellung zu Juden und Judentum (= Philosophie und Geschichte. Nr. 83/84). Mohr, Tübingen 1969, S. 5–39.
  • Gottfried G. Krodel: Erasmus-Luther: One Theology, One Method, Two Results. Concordia Theological Vol XLI, November 1970 No. 10, S. 648–667 (ctsfw.net, PDF; 2,9 MB).
  • Frank-Lothar Kroll: Erasmus von Rotterdam. Humanismus und Theologie im Zeitalter der Reformation. In: Helmut Altrichter (Hrsg.): Persönlichkeit und Geschichte. Palm und Enke, Erlangen 1997, ISBN 3-7896-0353-8, S. 57–68.
  • Friedhelm Krüger: Humanistische Evangelienauslegung. Desiderius Erasmus von Rotterdam als Ausleger der Evangelien in seinen Paraphrasen (= Beiträge zur historischen Theologie. Band 68). Mohr, Tübingen 1985, ISBN 3-16-144975-4 (zugleich Habilitationsschrift, Erlangen 1980).
  • Josef Lehmkuhl: Erasmus – Niccolò Machiavelli. Zweieinig gegen die Dummheit. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008.
  • Gottfried W. Locher: Zwingli und Erasmus. In: Erasmus in English, a newsletter published by University of Toronto Press 10, 1979–80, 2–11 [= Übersetzung der Nr. 36 durch Sh. Isbell, D. Shaw und E. Rummel] (zwingliana.ch).
  • Karl August Meissinger: Erasmus von Rotterdam. Gallus, Wien 1942.
  • Christian Müller: Das Bildnis des toten Erasmus von Rotterdam. In: Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bd. 41, Heft 2, 1990, doi:10.5169/seals-650288#211, S. 202–217.
  • Heiko A. Obermann: Wurzeln des Antisemitismus. Christenangst und Judenplage im Zeitalter von Humanismus und Reformation. Severin und Siedler, Berlin 1981, ISBN 3-88680-023-7.
  • Karl Heinz Oelrich: Der späte Erasmus und die Reformation (= Reformationsgeschichtliche Studien und Texte. Band 86). Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 1961.
  • Fidel Rädle: Erasmus als Lehrer. In: Hartmut Boockmann, Bernd Moeller, Karl Stackmann (Hrsg.): Lebenslehren und Weltentwürfe im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Politik – Bildung – Naturkunde – Theologie. Bericht über Kolloquien der Kommission zur Erforschung der Kultur des Spätmittelalters 1983 bis 1987 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen: philologisch-historische Klasse. Folge III, Nr. 179). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1989, ISBN 3-525-82463-7, S. 214–232.
  • Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam. Primus, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-667-8.
  • Erika Rummel: Erasmus. Continuum, London 2004, ISBN 0-8264-6813-6.
  • Peter Schenk: Desiderius Erasmus von Rotterdam. In: Wolfram Ax (Hrsg.): Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Portraits von Varro bis Erasmus von Rotterdam. Böhlau, Köln 2005, ISBN 3-412-14505-X, S. 391–421.
  • Uwe Schultz: Erasmus von Rotterdam: Der Fürst der Humanisten. Ein biographisches Lesebuch. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1998, ISBN 3-423-12608-6.
  • Erwin Treu, Die Bildnisse des Erasmus von Rotterdam. Basel 1959
  • Susanne Zeller: Juan Luis Vives (1492–1540): (Wieder)Entdeckung eines Europäers, Humanisten und Sozialreformers jüdischer Herkunft im Schatten der spanischen Inquisition. Ein Beitrag zur Theoriegeschichte der sozialen Arbeit. Lambertus, Freiburg 2006, ISBN 3-7841-1648-5.
  • Susanne Zeller: Der Humanist Erasmus von Rotterdam (1469–1536) und sein Verhältnis zum Judentum. In: Kirche und Israel: Neukirchener theologische Zeitschrift. Band 21, 2006, S. 17–28.
  • Stefan Zweig: Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam. Reichner, Wien 1934; zuletzt: Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-22279-7. (E-Text)
  • Beat Rudolf Jenny: Tod, Begräbnis und Grabmal des Erasmus von Rotterdam. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 86, 1986, doi:10.5169/seals-118174#198, S. 61–105.
  • Hans Reinhardt: Erasmus und Holbein. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde. Band 81, 1981, doi:10.5169/seals-118047#44, S. 41–71.
  • Georg Kreis: Die Gebeine des Erasmus. In: Basler Stadtbuch 2006. S. 169–175.

Fachlexika

WeblinksBearbeiten

Wikisource: Erasmus von Rotterdam – Quellen und Volltexte
Wikisource: Desiderius Erasmus Roterodamus – Quellen und Volltexte (Latein)
Commons: Desiderius Erasmus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sein ursprünglicher Name Geert Geerts oder auch Gerhard Gerhards bzw. Gerrit Gerritszoon bleibt unklar. Um das Jahr 1502 änderte er seinen Namen zu „Desiderius Erasmus“. Fälschlicherweise nahm er wohl an, sein Name „Gerrit“ sei vom Verb „begeren“ (begehren) abgeleitet.
  2. Erasmus altgriechisch ερασμιος erasmios, der Liebenswürdige; Desiderius lateinisch desiderium das Verlangen, die Sehnsucht, der Erwünschte, der Ersehnte
  3. Rolf Becker: Erasmus von Rotterdam – der Makel seiner Geburt, S. 47–54.
  4. Kevin Knight: Desiderius Erasmus. In: Catholic Encyclopedia.
  5. Johan Huizinga: Erasmus. Schwabe, Basel 1928; Neuauflage 1988, S. 5–7.
  6. Erasmus: Compendium Vitae. In Percy Stafford Allen (Hrsg.): Opus epistolarum Desiderii Erasmi Roterodami. Band 1, 1484–1514. Oxford 1906, S. 48.
  7. Rudolf Branko Hein: „Gewissen“ bei Adrian von Utrecht (Hadrian VI.), Erasmus von Rotterdam und Thomas More: ein Beitrag zur systematischen Analyse des Gewissensbegriffs in der katholischen nordeuropäischen Renaissance. Band 10. Studien der Moraltheologie. LIT Verlag, Münster 2000, ISBN 978-3-8258-4235-2, S. 265.
  8. Johan Huizinga: Erasmus und Luther. Europäischer Humanismus und Reformation. Band 1071, Topos, Kevelaer 2016, ISBN 978-3-8367-1071-8, S. 21
  9. Robert Stupperich: Erasmus von Rotterdam und seine Welt. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2017, ISBN 978-3-11-086817-3 (google.com [abgerufen am 9. März 2022]).
  10. Desiderius Erasmus, Wallace Klippert Ferguson, D. F. S. Thomson: The Correspondence of Erasmus: Letters, 142 to 297. University of Toronto Press, 1975, ISBN 0-8020-1983-8, S. 294.
  11. Forrest Tylor Stevens: Erasmus’s “Tigress”: The Language of Friendship. In: Jonathan Goldberg; Michèle Aina Barale; Michael Moon: Queering the Renaissance. Series Q, Verlag Duke University Press, Durham North Carolina 1994, ISBN 0-8223-1385-5, S. 124 f.
  12. Thijm Alberdingk: Aurelius, Cornelius. In: Allgemeine Deutsche Biographie. 1, 1875, S. 689 (deutsche-biographie.de).
  13. Desiderius Erasmus, Wallace K. Ferguson: Erasmi Opuscula: A Supplement to the Opera Omnia. Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2013, ISBN 978-94-017-6218-2, S. 9.
  14. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam. WBG, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-89678-667-8, S. 17.
  15. C. Reeddijk: The Poems of Desiderius Erasmus. Desiderius Erasmus Archive, E.J. Brill, Leiden 1956, S. 261
  16. Johan Huizinga: Erasmus und Luther. Europäischer Humanismus und Reformation. Band 1071. Topos, Kevelaer 2016, ISBN 978-3-8367-1071-8, S. 43.
  17. Otto Zierer: Bild der Jahrhunderte. Band 14. Bertelsmann o. J., S. 42.
  18. Erasmus, Desiderius. In: John Venn, John Archibald Venn (Hrsg.): Alumni Cantabrigienses. A Biographical List of All Known Students, Graduates and Holders of Office at the University of Cambridge, from the Earliest Times to 1900. Teil 1: From the earliest times to 1751, Band 2: Dabbs–Juxton. Cambridge University Press, Cambridge 1922, S. 105 (venn.lib.cam.ac.uk Textarchiv – Internet Archive).
  19. St Martin’s Church, Aldington
  20. in der heutigen Parsonage Farm
  21. Technik schwarze Kreide auf Papier
  22. Walther Köhler: Erasmus von Rotterdam. Briefe. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1938, S. 517.
  23. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam. WBG, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-89678-667-8, S. 203.
  24. Jean LeClerc (Hrsg.): Opera Omnia.
  25. Cornelis Reedijk:The Poems of Desiderius Erasmus. 1956
  26. Werner Welzig (Hrsg.): Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Band 2, S. 215–361. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, ISBN 3-534-12747-1. (Ausgabe mit Übersetzung; die einzelnen Bände haben verschiedene Herausgeber)
  27. Erasmi Roterodami: Opus epistolarum Des. Erasmi Roterodami denuo recognitum et actum. Oxford, University Press,, Oxford 1906, S. 337.
  28. Erasmus von Rotterdam: Lob der Torheit. Kapitel 66 (von 68)
  29. Willehad Paul Eckert: Erasmus von Rotterdam, Werk und Wirkung. Wienand-Verlag, Köln 1967 (Zeugnisse der Buchkunst, 4), 654 Seiten in 2 Bänden, ill., bes. S. 213–233, auch zum folgenden.
  30. Erasmus von Rotterdam: In Novum Testamentum praefationes = Vorreden zum neuen Testament. Übersetzt, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von Gerhard B. Winkler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1967 (Erasmus von Rotterdam: Ausgewählte Schriften. Ausgabe in 8 Bänden lateinisch und deutsch), Band 3, bes. S. 15: „Leidenschaftlich rücke ich von denen ab, die nicht wollen, dass die heiligen Schriften in die Volkssprache übertragen und auch von Laien gelesen werden … Ich würde wünschen, dass alle Frauen das Evangelium lesen, auch dass sie die Paulinischen Briefe lesen. Wären doch diese in die Sprache aller Völker übertragen, damit sie nicht nur von den Schotten und Iberern, sondern auch von den Türken und Sarazenen gelesen und verstanden werden könnten … Wenn doch der Bauer mit der Hand am Pflug etwas davon vor sich hin sänge, der Weber etwas davon mit seinem Schiffchen im Takt vor sich hin summte und der Wanderer mit Erzählungen dieser Art seinen Weg verkürzte!“
  31. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam, Darmstadt: Primus Verlag 2010,S.141
  32. Georg Heldmann: Von der Wiederentdeckung der antiken Literatur zu den Anfängen methodischer Textkritik. In: Egert Pöhlmann (Hrsg.): Einführung in die Überlieferungsgeschichte und in die Textkritik der antiken Literatur. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994–2003, Band 2, S. 97–135, besonders S. 128–129 und S. 200, Anm. 102.
  33. Otto Stegmüller: Überlieferungsgeschichte der Bibel. In: Geschichte der Textüberlieferung der antiken und mittelalterlichen Literatur. Band 1 von Herbert Hunger, Otto Stegmüller u. a.; Atlantis Verlag, Zürich 1961, S. 149–206, bes. S. 202–206.
  34. a b c Ueli Dill: Prolegomena zu einer Edition von Erasmus von Rotterdam, Scholia in Epistolas Hieronymi. 1997.
  35. Friedhelm Krüger: Humanistische Evangelienauslegung. Desiderius Erasmus von Rotterdam als Ausleger der Evangelien in seinen Paraphrasen. Tübingen 1985.
  36. Zur insgesamt komplizierten Veröffentlichungsgeschichte der Paraphrasen siehe: RAB Mynors, Die Veröffentlichung der lateinischen Paraphrasen. In: Robert Dick Sider (Hrsg.): New Testament Scholarship: Paraphrasen über Römer und Galater (gesammelte Werke von Erasmus). University of Toronto Press, 1984, ISBN 0-8020-2510-2, S. xx-xxix.
  37. Erasmus von Rotterdam: Colloquia familiaria.
  38. Lorenzo Perilli: A Risky Enterprise: The Aldine Edition of Galen, the Failures of the Editors, and the Shadow of Erasmus of Rotterdam. In: Early Science and Medicine. Band 17, Nr. 4, 2012, S. 446–466, doi:10.1163/1573382320120005, JSTOR:41723210.
  39. Albury WR, Weisz GM.The medical ethics of Erasmus and the physician-patient relationship.Medical Humanities 2001;27:35-41
  40. Domanski J. Introduction [to his Latin edition of Encomium medicinae]. In: Erasmus D. Opera omnia [vol 1.4]. Amsterdam: North-Holland Publishing Co, 1973: 154.
  41. Johan Huizinga: Erasmus und Luther: Europäischer Humanismus und Reformation. Topos plus, Kevelaer 2016, ISBN 3-8367-1071-4, S. 157.
  42. Erasmus von Rotterdam, An Martin Luther, Brief Nr. 150. In: Walter Köhler (Hrsg.): Briefe des Erasmus von Rotterdam. 3. Auflage, Bremen 1956.
  43. Bengt Hägglund: Die Frage der Willensfreiheit in der Auseinandersetzung zwischen Erasmus und Luther. In: August Buck (Hrsg.): Renaissance – Reformation. Gegensätze und Gemeinsamkeiten. Band 5, Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1984, ISBN 3-447-02476-3, S. 193
  44. Eine umfassende Studie dazu liegt vor mit Shimon Markish: Erasmus and the Jews, übers. A. Olcott, Chicago 1986. Zum weiteren Kontext siehe auch Oberman 1981
  45. ERASMUS UND DIE JUDEN. Nederlands archief voor kerkgeschiedenis / Dutch Review of Church History NIEUWE SERIE, Vol. 60, No. 1 (1980), pp. 22-38 (17 pages) Published by: Brill
  46. Eine umfassende Studie dazu liegt vor mit Shimon Markish: Erasmus and the Jews, übers. A. Olcott, Chicago 1986. Zum weiteren Kontext siehe auch Oberman 1981
  47. Kisch 1969, S. 38 f.
  48. C. Augustijn.ERASMUS UND DIE JUDEN. Nederlands archief voor kerkgeschiedenis / Dutch Review of Church History NIEUWE SERIE, Vol. 60, No. 1 (1980), pp. 29 (17 pages) Published by: Brill
  49. Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2/1, De Gruyter, Berlin 2009, S. 213 f.
  50. Christine Christ von Wedel. Erasmus von Rotterdam. ein Porträt.2016, S. 124 f.
  51. Christine Christ von Wedel. Erasmus von Rotterdam. ein Porträt.2016, S. 119 f
  52. Werner L. Gundersheimer: Erasmus, Humanism, and the Christian Cabala. Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, 1963, Vol. 26, No. 1/2 (1963)pp. 38-52
  53. C. Augustijn: Erasmus und die Juden. In: Nederlands archief voor kerkgeschiedenis: Dutch Review of Church History Nieuwe Serie. Band 60, Nr. 1, 1980, S. 22–38.
  54. Die Geschichte der Juden in Deutschland. 36. Kapitel: Erasmus von Rotterdam (1466 oder 1469 – 1536) und seine Haltung gegenüber den Juden. (Memento vom 9. Mai 2015 im Internet Archive)
  55. Guido Kisch: Erasmus’ Stellung zu Juden und Judentum. Bände 83–84 Philosophie und Geschichte. Eine Sammlung von Vortragen und Schriften aus dem Gebiet der Philosophie und Geschichte, Mohr Siebeck, Tübingen 1969, ISBN 3-16-830761-0.
  56. Rummel 2004, S. 32
  57. Christine Christ von Wedel. Erasmus von Rotterdam. ein Porträt.2016, S. 119 f
  58. Christine Christ von Wedel. Erasmus von Rotterdam. ein Porträt.2016, S. 119 f.
  59. Christine Christ von Wedel: Erasmus von Rotterdam. ein Porträt. 2016, S. 120 f.
  60. Markiš, Šimon. Erasmus and the Jews Shimon Markish. 1. print. Chicago u. a. : Univ. of Chicago Press, 1986.
  61. Markiš, Šimon. Erasmus and the Jews Shimon Markish. 1. print. Chicago u. a. : Univ. of Chicago Press, 1986.
  62. Christine Christ von Wedel. Erasmus von Rotterdam. ein Porträt.2016, S. 125 f
  63. Christine Christ von Wedel: Erasmus von Rotterdam. ein Porträt. 2016, S. 24f.
  64. Christine Christ von Wedel: Erasmus von Rotterdam. ein Porträt. 2016, S. 24f.
  65. Schmidt, Dora. Die Frau in den "Gesprächen" des Erasmus. Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Band (Jahr): 44 (1945)
  66. Schmidt, Dora. Die Frau in den "Gesprächen" des Erasmus. Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Band (Jahr): 44 (1945)
  67. C. Augustijn, Erasmus: Der Humanist als Theologe und Kirchenreformer, 1996
  68. Percey Stafford Allen: Opus Epistolarum Des. Erasmi Roterodami, Oxford University Press 1906ff Band 6, Brief Nr. 1744
  69. Werner Kaegi: Erasmus im achtzehnten Jahrhundert. In: Gedenkschrift zum 400. Todestage des Erasmus von Rotterdam, hrsg. von der Historischen und antiquarischen Gesellschaft zu Basel, Verlag Braus-Riggenbach, Basel 1936, S. 205–227, bes. S. 226.
  70. Mansfield, Bruce: Interpretations of Erasmus Bd 1. 1550-1750 Bd. 1 1750-1920 Bd. 3 1920- 2000
  71. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam, Darmstadt: Primus Verlag 2010,S.8 ff
  72. Art.Erasmus.In: Enzyklopädie für Philosophie und Wissenschaftstheorie. Sonderausgabe 2004. Bd. 1. S. 566
  73. Karlheinz Lipp. Juan Luis Vives – ein Humanist der Renaissance gegen Folter und Krieg. Pfälzischer Pfarrblatt. 2019
  74. ">Ueli Dill: Prolegomena zu einer Edition von Erasmus von Rotterdam, Scholia in Epistolas Hieronymi. 1997.< Seite 7 Bd.2 -->
  75. Ueli Dill: Prolegomena zu einer Edition von Erasmus von Rotterdam, Scholia in Epistolas Hieronymi. 1997.< Seite 7 Bd.2 -->
  76. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam, Darmstadt: Primus Verlag 2010, S. 124 und S.138 ff
  77. Karl-Heinz Vanheiden: Das Erasmus Testament: Wie vor 500 Jahren ein griechisches NT eine gewaltige Wirkung entwickelte. Bibel und Gemeinde 116, Band 4 (2016), Seite 39–44
  78. Klaus Schreiner, Gerhard Besier: Toleranz. In: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. 7 Bände. Stuttgart 1972–92, Band 6, S. 445–605, 473. Mario Turchetti: L’Une question mal posée: Erasme et la tolérance. L’idée de sygkatabasis. In: Bibliothèque d’Humanisme et Renaissance, 53, 1991, S. 379–395. István Bejczy: Tolerantia: A Medieval Concept. In: Journal of the History of Ideas, 58/3, 1997, S. 365–384, 176 ff.
  79. Belege bei Bejczy 1997, S. 377.
  80. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam, Darmstadt: Primus Verlag 2010,S.118
  81. Wilhelm Ribhegge: Erasmus von Rotterdam, Darmstadt: Primus Verlag 2010, S. 50
  82. Silvana Seidel Menchi.Erasmus als Ketzer. Reformation und Inquisition im Italien des 16. Jahrhunderts (Studies in Medieval and Renaissance Thought, 59)
  83. Trueman, C. N., The English Church from 1547 to 1550, History Learning Site, UK, published 17 March 2015, accessed 25 July 2019
  84. F.X. Funk Rezension von Johannes Janssen: Theologische Quartalsschrift 62 (1880), 676
  85. Fritz Büsser: Die Prophezei. Humanismus und Reformation in Zürich. Bern 1994
  86. Walter, Peter: Syngrammata. Gesammelte Schriften zu Humanismus und Katholischer Reform. Hrsg. v. G. Wassilowsky.2015.
  87. Willi Hentze: Kirche und kirchliche Einheit bei Desiderius Erasmus von Rotterdam. 1974 Konfessionskundliche und kontroverstheologische Studien; Bd. 34.
  88. The Cambridge Encyclopedia of the Jesuits 2017
  89. Christine Christ-von Wedel: Erasmus von Rotterdam - Anwalt eines neuzeitlichen Christentums. 2003, S.13 und S. 251
  90. Erasmus von Rotterdam. Ausgewählte Schriften, Lateinisch und Deutsch, herausgegeben von Werner Welzig. Vierter Band: De libero arbitrio / Gespräch oder Unterredung über den freien Willen - Hyperaspides diatribae adversus servum arbitrium Martini Lutheri liber primus / Erstes Buch der Unterredung "Hyperaspides" gegen den unfreien Willen Martin Luthers. 3. Auflage 2006, S. 389
  91. Christine Christ-von Wedel: Erasmus von Rotterdam: Ein Porträt. Schwabe, Basel 2016, S. 166 f.
  92. The Erasmus House
  93. Rotterdamer Bibliothek
  94. ERASMUS EXPERIENCE
  95. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.