Djatlowo (Kaliningrad)

Djatlowo (russisch Дятлово, deutsch Neu Wingeruppen, 1928 bis 1945 Neuweide, litauisch Naujieji Vingerupiai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Siedlung
Djatlowo
Neu Wingeruppen (Neuweide)

Дятлово
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Frühere Namen Neu Wingeruppen (bis 1928),
Neuweide (1928–1946)
Bevölkerung 0 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238741
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 802 006
Geographische Lage
Koordinaten 54° 50′ N, 22° 18′ OKoordinaten: 54° 49′ 56″ N, 22° 18′ 8″ O
Djatlowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Djatlowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Djatlowo liegt 18 Kilometer südwestlich der Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 15 Kilometer nordwestlich der ehemaligen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an der Kommunalstraße 27K-187, die Lunino (Lengwethen/Hohensalzburg) über Uslowoje (Rautenberg) mit Wesnowo (Kussen) verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

GeschichteBearbeiten

Das frühere Neu Wingeruppen[2] bestand vor 1945 aus einem Gut und mehreren kleinen Höfen. Im Jahre 1874 wurde das Dorf in den neu errichteten Amtsbezirk Batruschehlen[3], der – zwischen 1939 und 1945 in „Amtsbezirk Grüneichen“ umbenannt – zum Kreis Pillkallen (1939 bis 1945 „Landkreis Schloßberg (Ostpr.)“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 waren in Neu Wingeruppen 52 Einwohner registriert[4].

Am 30. September 1928 vergrößerte sich Neu Wingeruppen um das Nachbargutsdorf Neuweide, das eingemeindet wurde. Gleichzeitig nannte sich der Ort in „Neuweide“ um. Die Einwohnerzahl der so entstandenen Landgemeinde betrug 1933 96 und belief sich 1939 auf 113[5]. In Kriegsfolge kam Neuweide 1945 mit dem übrigen nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Im Jahr 1947 erhielt das Dorf den russischen Namen „Djatlowo“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[6] Von 2008 bis 2015 gehörte Djatlowo zur Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

KircheBearbeiten

Die Bevölkerung Neu Wingeruppens bzw. Neuweides war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel der Kirche Rautenberg (Ostpreußen) eingepfarrt und lag somit im Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Djatlowo im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) im Bereich der Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Neuweide
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Baltruschehlen/Grüneichen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Pillkallen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Pillkallen (russ. Dobrowolsk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info