Saosjornoje (Kaliningrad, Krasnosnamensk)

Saosjornoje (russisch Заозёрное, deutsch Jänischken, 1938 bis 1946 Hansruh, litauisch Geniškiai oder Tutliai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Siedlung
Saosjornoje
Jänischken (Hansruh)

Заозёрное
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Erste Erwähnung 1664
Frühere Namen Tutteln (vor 1730),
Goenischcken (nach 1736),
Gönischken (nach 1785),
Jänischken (bis 1938),
Hansruh (1938–1946)
Bevölkerung 11 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238732
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 802 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 47′ N, 22° 17′ OKoordinaten: 54° 47′ 18″ N, 22° 17′ 19″ O
Saosjornoje (Kaliningrad, Krasnosnamensk) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Saosjornoje (Kaliningrad, Krasnosnamensk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Saosjornoje liegt 22 Kilometer südwestlich der Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 14 Kilometer westlich der früheren Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an einem Landweg, der von Fewralskoje (Spullen) bis zur Ortsstelle des untergegangenen Dorfes Dragupönen (1938 bis 1945: Dreihornswalde, russisch: Murrawjowo) führt. Eine Bahnanbindung gibt es nicht.

GeschichteBearbeiten

Das kleine später Jänischken genannte Dorf[2] wurde im Jahre 1664 erstmals urkundlich erwähnt. Es bestand vor 1945 aus mehreren kleinen Höfen. Zwischen 1874 und 1945 war der Ort in den Amtsbezirk Spullen[3] (heute russisch: Fewralskoje) eingegliedert, der zum Kreis Pillkallen (1939 bis 1945 in „Landkreis Schloßberg (Ostpr.)“ umbenannt) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 waren in Jänischken 132 Einwohner gemeldet[4]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 152 und betrug 1939 noch 133[5].

Am 3. Juni – offiziell bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 wurde Jänischken aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Hansruh“ umbenannt.

Im Jahr 1945 kam der Ort in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt er die russische Bezeichnung „Saosjornoje“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[6] Von 2008 bis 2015 gehörte Saosjornoje zur Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

KircheBearbeiten

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Jänischkens resp. Hansruhs war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Dorfkirche Kussen eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Saosjornoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[7] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hansruh
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Spullen
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Pillkallen
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Pillkallen (russ. Dobrowolsk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950)
  7. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info