Bolotnikowo (Kaliningrad)

Bolotnikowo (russisch Болотниково, deutsch Szameitkehmen, 1936 bis 1938 Schameitkehmen, 1938 bis 1945 Lindenhaus, litauisch Žemaitkiemis) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Siedlung
Bolotnikowo
Szameitkehmen (Lindenhaus)

Болотниково
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Krasnosnamensk
Gegründet 1580
Frühere Namen Sammeitken (1580),
Schameitken (vor 1660),
Szameitckehmen (nach 1723),
Szameitkehmen (bis 1936),
Schameitkehmen (bis 1938),
Lindenhaus (1938–1946)
Bevölkerung 97 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40164
Postleitzahl 238743
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 218 804 004
Geographische Lage
Koordinaten 54° 47′ N, 22° 28′ OKoordinaten: 54° 46′ 59″ N, 22° 28′ 30″ O
Bolotnikowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Bolotnikowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad

Geographische LageBearbeiten

Bolotnikowo liegt 18 Kilometer südwestlich der Rajonshauptstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und zwei Kilometer nordwestlich der einstigen Kreisstadt Dobrowolsk (PIllkallen/Schloßberg) an der Kommunalstraße 27K-390, die von Dobrowolsk über Saratowskoje (Groß Schorellen/Adlerswalde) nach Tolstowo (Löbegallen/Löbenau) führt. Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr. Bis 1945 war Pillkallen (Schloßberg) die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen (Ebenrode) und dem Liniennetz der Pillkaller Kleinbahn.

GeschichteBearbeiten

Das damalige Sammeitken[2] erfuhr im Jahre 1580 seine Gründung. Vor 1945 handelte es sich um ein Dorf mit vier sehr großen Höfen. Von 1874 bis 1945 gehörte Szameitkehmen zum Amtsbezirk Uszpiaunen[3], der zwischen 1936 und 1939 „Amtsbezirk Uschpiaunen“ und 1938 bis 1946 „Amtsbezirk Kiesdorf (Ostpr.)“ hieß. Er war Teil des Kreises Pillkallen (1939 bis 1945 „Landkreis Schloßberg (Ostpr.)“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 17. September 1936 änderte man die Schreibweise des Ortsnamens in „Schameitkehmen“, am 3. Juni 1938 (amtlich bestätigt am 16. Juli 1938) benannte man das Dorf in „Lindenhaus“ um zwecks Vermeidung eines fremdländisch klingenden Ortsnamen.

In Kriegsfolge wurde das Dorf 1945 mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeordnet. Im Jahr 1947 erhielt es die russische Bezeichnung „Bolotnikowo“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Dobrowolski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.[4] Von 2008 bis 2015 gehörte Bolotnikowo zur Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Krasnosnamensk.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner[5]
1910 635
1933 633
1939 593
2002 119
2010 97

KircheBearbeiten

Vor 1945 war Szameitkehmen resp. Lindenhaus mit seiner größtenteils evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel der Kirche Pillkallen eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Bolotnikowo im weitflächigen Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Babuschkino (Groß Degesen) innerhalb der Propstei Kaliningrad[6] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lindenhaus
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Uszpiaunen/Kiesdorf
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  5. Volkszählungsdaten
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info