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Die Bremer Stadtmusikanten

Märchen der Gebrüder Grimm
Die Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks (1953) vor dem Bremer Rathaus

Die Bremer Stadtmusikanten ist der Titel eines Volksmärchens, das von den Brüdern Grimm 1819 in ihrer berühmten Sammlung Kinder- und Hausmärchen („Grimms Märchen“) erstmals veröffentlicht wurde.

Es erzählt von vier alt gewordenen Haustieren, die von ihren Haltern getötet werden sollen, aber noch rechtzeitig fliehen können. Sie machen sich auf den Weg nach Bremen, um dort Stadtmusikanten zu werden. Unterwegs gelingt es ihnen, das Haus einer Räuberbande zu erobern. Sie verteidigen es und beschließen, fortan darin zu leben und ihren ursprünglichen Plan aufzugeben.

Der Grimmsche MärchenstoffBearbeiten

Der MärcheninhaltBearbeiten

Das Märchen Die Bremer Stadtmusikanten erzählt von vier Tieren (Esel, Hund, Katze, Hahn), die ihren Besitzern infolge ihres Alters nicht mehr nützlich sind und daher getötet werden sollen. Es gelingt den Tieren zu entkommen, worauf sie sich zufällig treffen. Alle folgen dem Vorschlag des Esels, in Bremen Stadtmusikanten zu werden, und brechen nach Bremen auf. Auf ihrem Weg müssen sie im Wald übernachten. Sie entdecken dort ein Räuberhaus, erschrecken und vertreiben die Räuber, indem sie sich vor dem Fenster aufeinanderstellen und mit lautem „Gesang“ hineinbrechen. Die Tiere setzen sich an die Tafel und übernehmen das Haus als Nachtlager. Ein Räuber, der später in der Nacht erkundet, ob das Haus wieder betreten werden kann, wird von den Tieren nochmals und damit endgültig verjagt. Den Bremer Stadtmusikanten gefällt das Haus so gut, dass sie nicht wieder fort wollen und dort bleiben.

BedeutungBearbeiten

Die Geschichte ist dem Literaturtyp der Tierfabel verwandt und sie zeigt die Merkmale einer Gesindeerzählung: Die Tiere entsprechen den im Dienst bei der Herrschaft alt gewordenen, abgearbeiteten und durch den Verlust an Leistungskraft nutzlos gewordenen Knechten und Mägden. Mit ihrem Aufbruch, ihrem Zusammenhalt und Mut schaffen sie das fast Unmögliche. Sie überlisten die Bösen, schaffen sich ein Heim und somit ein neues Leben. Es ist eines der Märchen in der Grimm’schen Sammlung, „das auf die sozialutopischen Wünsche der Unterschicht in der bürgerlichen Gesellschaft“[1] eingeht. Die Botschaft sowohl des Grimm’schen Märchens als auch der meisten späteren Adaptionen ist optimistisch und suggeriert die Möglichkeit nachhaltiger Lösungswege auch aus prekären Situationen heraus.

Das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ ist ein Musterbeispiel für den Erzähltypus „Tiere auf Wanderschaft“.[2]

In psychoanalytischen Untersuchungen wurde vielen Erzählmustern aus den überlieferten Märchen auf den Grund gegangen, doch die Stadtmusikanten fanden dabei wenig Beachtung.[3]

Die Edition der Brüder GrimmBearbeiten

Nach der Erstauflage ihrer Kinder- und Haus-Märchen (KHM) aus den Jahren 1812 (Band 1) und 1815 (Band 2) legten die Brüder Grimm im Jahr 1819 die 2. Auflage der beiden Bände vor; ihr Vorwort datiert vom 3. Juli 1819.

Dabei wurde das Volksmärchen Die Bremer Stadtmusikanten von den Brüdern Grimm als 27. Märchen in diese 2. Auflage ihrer Märchensammlung aufgenommen und damit erstmals im Jahr 1819 veröffentlicht. Als Quelle wird die Familie von Haxthausen aus dem Paderborner Land angegeben,[4] als Vermittler kann Freiherr August Franz von Haxthausen angenommen werden. In einer von Dorothea Viehmann aus dem Dorf Zwehrn bei Kassel beigesteuerten Variante treten die Haus- und Hoftiere friedlich in das Haus ein und musizieren gegen Essen für die Räuber. Als die Räuber um Mitternacht vom Beutezug zurückkehren wird ein Kundschafter von den Tieren aus dem Haus gejagt. Wie auch in anderen Märchen haben die Grimms das zugetragene Material überarbeitet und angereichert. So wird beispielsweise in der Ausgabe von 1857 erstmals erwähnt, dass der Esel „die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte“. Während die Tiernamen „Grauschimmel“ und „Packan“ bereits in der 2. KHM-Auflage 1819 vorhanden waren, wurden „Bartputzer“ und „Rothkopf“ erstmals in der 4. Auflage 1840 genannt.[5] Der Text enthält schon seit dem Erstdruck viele sprichwörtliche Redensarten: merkte, daß kein guter Wind wehte; wenn’s einem an den Kragen geht;[6] nun ist guter Rat teuer; durch Mark und Bein; aßen, als wenn sie vier Wochen hungern sollten; ins Bockshorn jagen lassen; und der das zuletzt erzählt hat, dem ist der Mund noch warm[7]. Ab der kleinen Ausgabe von 1825 macht die Katze ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter,.[8]

Märchenforschung und Bremer StadtmusikantenBearbeiten

Die zeitliche Entwicklung und die regionalen Wanderungen der europäischen Volkserzählungen sind vor allem von der Märchenforschung untersucht und klassifiziert worden: Die älteste Fassung des Motivs Tiere im Nachtquartier[9] ist in dem lateinischen Tierepos mit dem Titel Ysengrimus des Genter Klerikers Nivard von Gent (um 1148) enthalten. Hans Sachs mit Der Kecklein (1551), Georg Rollenhagen in Froschmeuseler (1595) und andere schon von Grimm genannte Werke, in denen noch ausschließlich Tiere an der Handlung beteiligt sind, nutzten diesen Stoffkreis[10] ebenso wie in der Nachfolge von Grimm Ludwig Bechstein mit Undank ist der Welt Lohn in Neues deutsches Märchenbuch (1856). Den neuesten Forschungsstand zum Thema vermittelt Dieter Brand-Kruth.[11]

Wenig seriös sind dagegen die zahlreichen, methodisch unbrauchbaren Versuche, Orte und topographische Situationen in den fiktiven Tiermärchen mit konkreten Plätzen oder Baulichkeiten in Verbindung zu bringen. Mit „Bremen“ im Titel des Märchens ist jedoch eindeutig die Hansestadt Bremen gemeint. Bremen ist in diesem Märchen ein Bild für einen Sehnsuchtsort. Die Stadt besaß in der Hansezeit besondere Stadt- und Freiheitsrechte und beschäftigte vom Mittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts Stadtmusikanten und war auch ein Ort, über den Auswanderer entlang der Weser über Bremen nach Übersee gelangten. Die Freundschaft der Brüder Grimm mit dem ehemaligen Bürgermeister Johann Smidt könnte ebenfalls zur Nennung des Stadtnamens beigetragen haben.[12]

BildtraditionBearbeiten

Unter den Bildschöpfungen zu Märchenthemen gehören die Bremer Stadtmusikanten zu den am häufigsten ausgewählten Figurationen. Der dramatische Höhepunkt der Erzählung mit den zum Schrecken der Räuber eine Figurenpyramide bildenden Tieren ist das bevorzugte Motiv aus dieser Erzählung. Sein visuelles Wiedererkennungspotential und seine Unverwechselbarkeit sind einzigartig.

BuchillustrationenBearbeiten

Als frühestes Beispiel lieferte der berühmte englische Karikaturist George Cruikshank die Vorlage für einen Kupferstich in der 1823 erschienenen Ausgabe der German Popular Stories, eine Übersetzung der Kinder- und Hausmärchen von Edgar Taylor.

Da das Märchen in der Folgezeit so populär wurde, dass es in kaum einer Märchensammlung fehlte, es zudem seit der Erfindung der Schnelldruckpresse immer mehr illustrierte Märchenbücher gab, wuchs die Zahl der Darstellungen ins Unüberschaubare. Neben die Bücher traten Bilderbogen, Sammelbilder, Glanzbilder, Reklamemarken, Ansichtskarten, Notgeldscheine, Briefmarken[13] und viele andere Medien, die sich nicht nur an Kinder wenden, sondern auch als Marketingelement Erwachsene ansprechen.[14]

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Die Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks (1953) am Bremer Rathaus, im Hintergrund die Liebfrauenkirche

Schon um 1938 gab es in Bremen im Hinblick auf den sich entwickelnden Städtetourismus Überlegungen, eine Art Denkmal für die Bremer Stadtmusikanten zu errichten, doch erst 1951 gab ein Besuch von Gerhard Marcks, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer seiner Generation, den Anlass zu einer Realisierung. Das vom Verkehrsverein betriebene Auftragsprojekt und die ursprünglich für ein Jahr probeweise geplante Aufstellung der Gruppe am 30. September 1953 vor der linken Stirnseite des Bremer Rathauses war von einer regen und anhaltenden öffentlichen Kontroverse um Kosten, Maßstab und fehlende Berücksichtigung Bremer Künstler begleitet. Manchem Bremer war zunächst die Gruppe nicht bewegt und „lustig“ genug. Doch gerade seine Zeichenhaftigkeit, seine formale Strenge und zurückhaltende Stilisierung hat sicher dazu beigetragen, dass die unterlebensgroße Bronzeplastik neben dem Bremer Roland zum heimlichen Wahrzeichen Bremens wurde und für Touristen zum obligatorischen Besichtigungsprogramm gehört. Gern wird den Besuchern dabei erzählt, wenn man die Vorderbeine des Esels anfasse, gehe ein Wunsch in Erfüllung. Der Standort der Bronzeplastik von Marcks ist seit dem Jahr 1953 fortdauernd am Bremer Rathaus.

2009 wurde die Standortfrage neu angestoßen,[15] die Initiative verlief jedoch im Sande.

Die 1955 formell erworbene, 200 cm hohe Figurengruppe steht unter Denkmalschutz.[16] Zweitgüsse der Plastik von Gerhard Marcks stehen seit 1973 im Busch-Reisinger Museum der Harvard-University in Cambridge (Massachusetts) und bei einer privaten Stiftung in Milwaukee, 10 weitere Güsse nach dem kleinen Entwurfsmodell in verschiedenen Sammlungen.[17]

Das Bildschema der im Profil gesehenen Gruppe ist inzwischen zur offiziellen „Standort-Corporate-Identity“ avanciert und hat das traditionsreiche Schlüsselbild aus dem Stadtwappen im Bremer Stadtmarketing abgelöst.[18]

Plastische DarstellungenBearbeiten

  • Figurengruppe von Bernhard Hoetger aus Bronze, seit 1926 am Sieben-Faulen-Brunnen in der Bremer Böttcherstraße
  • Bronzestatue in Bremen von Gerhard Marcks, seit 1953 als Leihgabe am Westportal des Bremer Rathauses; 1955 durch Spenden für Bremen erworben (siehe den vorigen Abschnitt)
  • Figurengruppe als altes Gasthausschild am Deutschen Haus (heute Beck’s am Markt), Obernstraße/Am Markt.
  • Brunnenaufsatz von Karl Lemke (Usedom, 1979) vor dem Waidspeicher in Erfurt[19]
  • Bronzebrunnen Die Bremer Stadtmusikanten, seit 1984 in Ense (Bremen-Ense) im Kreis Soest vor dem Enser Rathaus mit den Tieren der Region: Hahn, Schwein, Ente, Katze und Taube
  • Gedenkstein bei Brakel/Kreis Höxter[20]
  • Bronzestatue Die Bremer Stadtmusikanten von Christa Baumgärtel in Riga hinter der Petrikirche, 1990 gestiftet von der Partnerstadt Bremen[21]
  • Plastik in Leipzig bei N 51° 19.878', O 012° 23.315', wo die vier Tiere den letzten Räuber bedrängen
  • Erinnerungsplakette Syker Helden in Syke-Suurend mit den in Bronze verewigten „Spuren“ von Esel, Hund, Katze und Hahn, die hier um 1250 entstanden und 1976 wieder aufgefunden worden seien
  • Kupferplastik von Edmund Hopf an einer Häuserwand in Bremen-Huchting, Kirchhuchtinger Landstraße; Stiftung der Gewoba
  • Plastik auf den Anton Pieck Platz im Freizeitpark Efteling
  • Tiergruppe von Heinrich Möller (1835–1929), seit Ende des 19. Jahrhunderts im Senatszimmer des Bremer Ratskellers
  • Messingplastik von August Tölken (1892–1975), seit 1926 im Haus St. Petrus in der Böttcherstraße in Bremen
  • Kupferplastik von Karl Ehrentraut in Bremen; seit 1950 mit Unterbrechungen an der Herrlichkeit auf der Teerhof-Halbinsel
  • Tiergruppe Turm der Tiere von Lutz Hähnel an der Ecke Tuchmacherstr. und Mühlenstr. in Fürstenwalde/Spree
  • Medaille des Bremer Senats von 1965
  • In Japan wurde 1985 in Osaka eine Steinskulptur geschaffen,[22] und 1998 fertigte die Bremer Künstlerin Kirsten Brünjes eine Plastik für die Stadt Kawasaki.[23] In Kawasaki ist das Symbol in verschiedenen Ausprägungen vertreten.[24]
  • Die polnische Künstlerin Katarzyna Kozyra stellte 1993 als Diplomarbeit je ein Exemplar der vier Spezies in Form einer Pyramide der getöteten und ausgestopften Tiere aufeinander. Das Werk wurde wegen eines drastischen Videos von der Tötung des Pferdes Gegenstand einer heftigen Diskussion um ethische Grenzen der Kunst. Es befindet sich in der Warschauer Zachęta-Galerie.[25]
  • Beim Bremer Solidaritätspreis wird seit 1988 eine Skulptur der Stadtmusikanten (Künstler Bernd Altenstein) überreicht.
  • Maurizio Cattelan: Love lasts forever, Skulptur aus vier Tierskeletten übereinander, 1997, Kunsthalle Bremen.
  • Figurengruppe von 2019 aus dem Baumstamm einer Buche von der Kettensägekünstlerin Ragna Reusch in Bremen Huchting im Park links der Weser (Gehölzlehrpfad) in der Nähe vom Hohenhorster Weg (um Nr. 132, Rückseite).[26]

GedenkmünzenBearbeiten

 
Motivseite der 20-Euro-Gedenkmünze

Am 9. Februar 2017 wurde von der Bundesrepublik Deutschland in der Serie „Grimms Märchen“ eine silberne Gedenkmünze mit einem Nominalwert von 20 Euro herausgegeben. Das Motiv wurde entworfen von Elena Gerber.

Literarische RezeptionBearbeiten

Auf das Zitat … etwas Besseres als den Tod findest du überall … greift Carl Zuckmayer in seinem Werk Der Hauptmann von Köpenick zurück, denn nichts schien ihm geeigneter als dieser Satz aus den Bremer Stadtmusikanten, um zu verdeutlichen, dass aus jeder schier aussichtslosen Lage Kraft für einen Neuanfang geschöpft werden könne. Günter Bruno Fuchs’ Roman Bericht eines Bremer Stadtmusikanten spielt auf das Märchen an, indem der entlassene Straßenfeger sich oft einen alten Esel nennt (etwas Besseres als den Tod findest du überall) und zum Schluss träumt, wie der Polier als Hahn ein Räuberhaus stürmen lässt.[27]

In Janoschs Parodie werden die hungrigen Tiere überall weggejagt, bis eine Plattenfirma mit teurer Werbung aus ihrem letzten Heulen in Hunger und Kälte einen Hit macht.[28] Iring Fetscher deutet den Text ironisch im Hinblick auf Hausbesetzer als Vertreibung von Immobilienspekulanten durch arme Rentner (Hafenarbeiter, Soldat, Freudenmädchen und Tenor),[29] ähnlich Siegfried Stadler.[30] Auch Nicolas Born erzählt das Märchen nach.[31] In Wolfram Siebecks Die Bonner Stadtmusikanten vertreiben die Tiere mit NS-Parolen die Bürger, die sie gewähren lassen und lieber in den Urlaub fahren.[32] 1998 untersucht Uwe Heilemann in der Glosse Die Bremer Stadtmusikanten und die gesetzliche Rentenversicherung die Frage, ob die vier Protagonisten des Märchens mit Aussicht auf Erfolg einen Antrag auf Alters- oder Erwerbsminderungsrente stellen könnten.[33] Ein Manga erschien 2012 von Reyhan Yildirim.[34]

Eugen Drewermann setzte im Jahr 2007 das Märchen in Bezug zur Tagespolitik. Die Tiere gründen hier eine Gemeinschaft als Straßenmusikanten, um noch etwas wert zu sein und nicht geschlachtet zu werden, so ungeeignet ihre Stimmen dafür auch sein mögen. Die Politik, so Drewermann, solle aufhören, das Vertrauen einfacher Menschen zu missbrauchen, die ihr Leben nicht in Existenzangst, sondern in Liebe und Dankbarkeit führen wollen.[35]

BühnenwerkeBearbeiten

Bühnenfassungen des Märchens stammen von:

Hörspiele (Auswahl)Bearbeiten

Niederdeutsche FassungenBearbeiten
Hochdeutsche FassungenBearbeiten

Verfilmungen (Auswahl)Bearbeiten

Stadtmusik und Ratsmusikanten im alten BremenBearbeiten

 
Ratsmusiker führen 1618 einen Hochzeitszug an. Gemälde (Ausschnitt) im Focke-Museum Bremen

Bei den wirklichen Bremer Stadtmusikanten, auf die sich der Wunsch der vier Märchenfiguren nur als vage Vorstellung bezieht, handelte es sich um Spielleute, die von den städtischen Obrigkeiten mehr oder weniger fest angestellt wurden.[44] 1339 wird in Bremen ein Ratstrompeter urkundlich erwähnt. Später waren es in den norddeutschen Städten meist um die vier Musiker, um 1500 gehörten zwei Trompeter, ein Posaunist und zwei Pfeifer zu den Bremer Ratsmusikern. Sie begleiteten Gesandtschaften unter anderem nach Deventer und nach Hamburg und spielten bei Senatsempfängen und Hochzeiten. Vier Bläser begleiten auch die auf mehreren bremischen Ölgemälden des 17. Jahrhunderts dargestellten Hochzeitszüge. 1751 wurden die Stadtmusikanten in das städtische Musikkorps eingegliedert. Im 19. Jahrhundert führte der städtische Musikdirektor die Tradition der Stadtmusik weiter, die zu den heutigen, städtisch subventionierten Orchestern führte.

LiteraturBearbeiten

PrimärliteraturBearbeiten

  • Kinder- und Haus-Märchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm. Erster Band. Mit zwei Kupfern. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. G. Reimer, Berlin 1819, S. 141–145.
  • Brüder Grimm. Kinder- und Hausmärchen. Mit 184 Illustrationen zeitgenössischer Künstler und einem Nachwort von Heinz Rölleke. Vollständige Ausgabe, 19. Auflage. Artemis & Winkler Verlag, Düsseldorf/Zürich 1999, ISBN 3-538-06943-3, S. 180–189.
  • Brüder Grimm. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe. Reclam Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-003193-1, S. 59–66, 454.

SekundärliteraturBearbeiten

  • Dieter Brand-Kruth: Auf nach Bremen. Das Buch über die Stadtmusikanten. Klaus Kellner Verlag, Bremen 2019, ISBN 978-3-95651-210-0.
  • Andreas Lienkamp: Aufstand für das Leben. 'Die Bremer Stadtmusikanten' und 'Der Hauptmann von Köpenick' - Zum 200. Geburtstag des Grimm’schen und zum 90. des Zuckmayer’schen Märchens. Tectum, Baden-Baden 2019, ISBN 978-3-8288-4383-7
  • Gerrit Reichert: Das Geheimnis der Bremer Stadtmusikanten. Zauberspruch der Weihnachtszeit. Sujet Verlag, Bremen 2009, ISBN 978-3-933995-41-4.
  • Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 69–74.
  • Eugen Drewermann: Von der Macht des Geldes oder Märchen zur Ökonomie. Patmos Verlag, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-491-21002-8, S. 123–151.
  • Lothar Bluhm und Heinz Rölleke (Hrsg.): „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. Neue Ausgabe. Hirzel Verlag, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 64–67.
  • Andreas Röpcke und Karin Hackel-Stehr (Hrsg.): Die Stadtmusikanten in Bremen. Edition Temmen, Bremen 1993, ISBN 978-3-86108-219-4.
  • Dieter Richter: Die „Bremer Stadtmusikanten“ in Bremen. Zum Weiterleben eines Grimmschen Märchens. In: Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Märchen in unserer Zeit. Diederichs, München 1990, ISBN 978-3-424-01019-0, S. 27–38.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Town musicians of Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Die Bremer Stadtmusikanten – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Richter, S. 27
  2. Siegfried Neumann: Tiere auf Wanderschaft. In: Enzyklopädie des Märchens, Bd. 13., New York 2010, Sp. 585–594.
  3. Ein Versuch von Marie-Louise von Franz (Die Bremer Stadtmusikanten. In: Zeitschrift für Analytische Psychologie und ihre Grenzgebiete 2, 1970, S. 4–22) wurde von Uther (Röpcke/Hackel-Stehr, S. 47) methodisch kritisiert.
  4. In den Anmerkungen zur Ausgabe von 1856
  5. Zum ganzen Abschnitt: Hans-Jörg Uther: Zur Entstehung, Bildgeschichte und Bedeutung des Märchens. In: Andreas Röpcke und Karin Hackel-Stehr: Die Stadtmusikanten in Bremen. Bremen 1993, S. 18–52, mit Abb.
  6. (vgl. KHM 29, 44, 171, 199)
  7. (wohl aus der Variante zu KHM 65, vgl. KHM 134)
  8. Lothar Bluhm und Heinz Rölleke: „Redensarten des Volks, auf die ich immer horche“. Märchen – Sprichwort – Redensart. Zur volkspoetischen Ausgestaltung der Kinder- und Hausmärchen durch die Brüder Grimm. Neue Ausgabe. S. Hirzel Verlag, Stuttgart/Leipzig 1997, ISBN 3-7776-0733-9, S. 64–67.
  9. Im Aarne-Thompson-Index, einem Standardwerk der Märchenforschung, wird es als Typ 130 klassifiziert.
  10. Siegfried Neumann: Tiere auf Wanderschaft. In: Enzyklopädie des Märchens. Bd. 13, Berlin/New York 2010, Sp. 587.
  11. Brand-Kruth, Dieter: „Die Bremer Stadtmusikanten“ : eine soziokulturelle Studie (Bremen), HSS-Vermerk: Dissertation, Universität Bremen, 2017.
  12. Zum ganzen Abschnitt: Dieter Brand-Kruth: Auf nach Bremen – Den Stadtmusikanten auf der Spur. Bremen 2019, S. 118–122.
  13. Sondermarke der Deutschen Bundespost (1982) Bremer Stadtmusikanten – Mit dem Motiv Bremer Stadtmusikanten gab 1971 die Deutsche Post der DDR sechs Sondermarken im Kleinbogen aus und brachte die Deutsche Bundespost eine Sondermarke im Wert zu 30 Pfennigen an die Schalter. 1982 folgte eine weitere Sondermarke der Bundespost zu 40 Pfennigen mit einem Scherenschnitt der Bremer Stadtmusikanten (siehe Abbildung).
  14. Zum ganzen Abschnitt: Andreas Röpcke und Karin Hackel-Stehr (Hrsg.): Die Stadtmusikanten in Bremen. Bremen 1993, S. 32–45 und 93–123, mit Abb.
  15. Aufgrund der Bedeutung des Märchens für das Image der Stadt Bremen startete der Bremer Bürgermeister Jens Böhrnsen Ende Februar 2009 eine Umfrage, ob die Marcks-Statue an einen prominenteren Ort in der Stadt versetzt werden solle, da der momentane Standort relativ versteckt an der Rathauswand gelegen sei (Weser-Kurier: Bürgerbefragung zu den Stadtmusikanten (Memento vom 12. Juni 2010 im Internet Archive)). NA Presseportal am 28. Februar 2009.
  16. Denkmaldatenbank des LfD . - k: kunst im öffentlichen raum bremen (zur Plastik von G. Marcks in Bremen)
  17. Martina Rudloff: Werkverzeichnis. In: Günther Busch (Hrsg.): Gerhard Marcks: Das plastische Werk. Propyläen-Verlag. Frankfurt am Main u. a. 1977, S. 362, Nr. 571. ISBN 3-549-06620-1.
  18. Seit 2009 im Design-Manual der Bremer Wirtschaftsförderung: Bremen-Logo
  19. http://www.erfurt.de/mam/ef/service/mediathek/publikationen/2002/erfurt_denkmale.pdf
  20. https://www.brakel.de/Leben/Kultur/Bremer-Stadtmusikanten
  21. http://www.liveriga.com/de/3123-die-bremer-stadtmusikanten
  22. Stadtmusikanten in Japan. In: Der Spiegel. Nr. 22, 1986, S. 210 (online26. Mai 1986).
  23. Künstlerinnenverband Bremen: Kirsten Brünjes (Memento vom 10. Januar 2016 im Internet Archive)
  24. http://www.bremen-st.com/english/index.html
  25. Magdalena Ziomek-Beims: Freiheit? – Die polnische Kunst nach 1989. Bundeszentrale für politische Bildung, 8. September 2009 (Online)
  26. Weser-Report vom 29. Mai 2019: Märchenhafter Park.
  27. Günter Bruno Fuchs: Bericht eines Bremer Stadtmusikanten. Rowohlt Taschenbuch Verlag, München 1970, ISBN 3-499-11276-0 (Copyright 1968 Carl Hanser Verlag, München).
  28. Janosch: Die Bremer Stadtmusikanten. In: Janosch erzählt Grimm’s Märchen. Fünfzig ausgewählte Märchen, neu erzählt für Kinder von heute. Mit Zeichnungen von Janosch. 1. Auflage [von vielen weiteren, daraus Die Bremer Stadtmusikanten auch als Einzelveröffentlichung in vielen Übersetzungen]. Beltz und Gelberg, Weinheim und Basel 1972, ISBN 3-407-80213-7, S. 147–155.
  29. Iring Fetscher: Wer hat Dornröschen wachgeküßt? Das Märchen-Verwirrbuch. Claassen Verlag, Hamburg und Düsseldorf 1974, ISBN 3-596-21446-7, S. 105–108.
  30. Siegfried Stadler: Marx’ Märchen. In: Die Horen. Bd. 1/52, Nr. 225, 2007, ISSN 0018-4942, S. 211–216.
  31. Nicolas Born: Die Bremer Stadtmusikanten. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 158–162 (zuerst erschienen in: Jochen Jung (Hrsg.): Bilderbogengeschichten. Märchen, Sagen, Abenteuer. Neu erzählt von Autoren unserer Zeit. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1976, S. 43–46.).
  32. Wolfram Siebeck: Die Bonner Stadtmusikanten. In: Wolfgang Mieder (Hrsg.): Grimmige Märchen. Prosatexte von Ilse Aichinger bis Martin Walser. Fischer Verlag, Frankfurt (Main) 1986, ISBN 3-88323-608-X, S. 163–164 (zuerst erschienen in: Wolfram Siebecks beste Geschichten. Fischer, Frankfurt 1979, S. 219.).
  33. Die Sozialgerichtsbarkeit 1998, S. 208. ISSN 0943-1462.
  34. Grimms Manga. Sonderband. Tokyopop, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8420-0638-6.
  35. Eugen Drewermann: Von der Macht des Geldes oder Märchen zur Ökonomie. Patmos Verlag, Düsseldorf 2007. ISBN 978-3-491-21002-8, S. 123–151.
  36. DNB 1004432712
  37. Gertraude Röhricht: Die Bremer Stadtmusikanten: Nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Märchenspiel in 3 Bildern. VEB Friedrich Hofmeister Verlag, Leipzig, 1953. 52 S.: 6 Bl. Abb.; 8
  38. Robert Bürkner: Die Bremer Stadtmusikanten. Meisel, 1960 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  39. Am 13. November 2010 auch als Kinderoper in der IGS Roderbruch in Hannover aufgeführt.
  40. The Four Musicians of Bremen in der Internet Movie Database (englisch)
  41. Die Bremer Stadtmusikanten in der Internet Movie Database (englisch)
  42. DEFA-Datenbank (Memento vom 15. März 2017 im Internet Archive)
  43. Muppet Wiki
  44. Zum ganzen Abschnitt: Andreas Röpcke: Zur Geschichte der Stadtmusikanten in Bremen. In: Andreas Röpcke und Karin Hackel-Stehr: Die Stadtmusikanten in Bremen. Bremen 1993, S. 8–17, mit Abb. - Oliver Rostek: Bremische Musikgeschichte von der Reformation bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Lilienthal 1999., S. 20–84.

Koordinaten: 53° 4′ 34,25″ N, 8° 48′ 27,1″ O