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Hans-Jörg Uther

deutscher Literaturwissenschaftler und Erzählforscher

Hans-Jörg Uther (* 20. Juli 1944 in Herzberg am Harz) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Erzählforscher.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Uther studierte zwischen 1969 und 1970 an der Universität München und zwischen 1970 und 1973 an der Universität Göttingen Volkskunde, Germanistik und Geschichte. Im letzten Studienjahr legte er das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. 1971 begann seine mehr als 40-jährige Mitarbeit an der Enzyklopädie des Märchens, zunächst als studentische Hilfskraft, ab 1973 als Redakteur.[1] 1980 wurde er mit der Dissertation Behinderte in populären Erzählungen in Göttingen promoviert.

Von 1990 bis 1992 war er an der Universität Göttingen, von 1991 bis 1994 an der Universität-Gesamthochschule Essen Lehrbeauftragter. 1994 habilitierte er sich dort in Germanistik, Literaturwissenschaft und Volksliteratur. Seit 2000 war er Extraordinarius für Germanistik und Literaturwissenschaft in Essen. Seit 2010 leitete Uther die Forschungsstelle der Enzyklopädie des Märchens ehrenamtlich, bis zum Abschluss des Projekts am Jahresende 2015.

Uther publizierte zur komparatistischen und historischen Erzählforschung, zur Kinder- und Jugendliteratur, zur volkskundlichen Bildforschung sowie zur Typen-, Stoff- und Motivforschung. In den Jahren 1989 bis 2002 war er Herausgeber der Reihe Die Märchen der Weltliteratur des Eugen Diederichs Verlags, seit 1988 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift Fabula. Außerdem hat er 1996 und 2004 zwei wichtige Editionen von Grimms Märchen herausgegeben. 2004 erschien seine Überarbeitung des Aarne-Thompson-Index. 138 der rund 4000 Artikel der Enzyklopädie des Märchens wurden von Uther verfasst.[2]

Uther ist seit 1992 korrespondierendes Mitglied der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach und seit 1993 Folklore Fellow (Full Member) der Finnischen Akademie der Wissenschaften zu Helsinki. Ferner gehört er dem wissenschaftlicher Beirat der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel an.[3]

AuszeichnungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Behinderte in populären Erzählungen. Studien zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Berlin 1981 (Fabula/Supplement-Serie Band 5).
  • Katalog zur Volkserzählung. Spezialbestände des Seminars für Volkskunde und der Enzyklopädie des Märchens. 2 Bände. München u.a. 1987.
  • Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, Berlin 2008
  • Deutscher Märchenkatalog. Ein Typenverzeichnis, Münster 2015

LiteraturBearbeiten

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2005. Band III, Schi-Z. München 2005.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interview mit Hans-Jörg Uther Westfalenpost, 6. November 2017
  2. Nina May: Nach 40 Jahren Forschung: Forscher veröffentlichen Märchen-Enzyklopädie haz.de, 3. Januar 2015
  3. Wissenschaftlicher Rat der Brüder Grimm-Gesellschaft grimms.de, Stand 2017
  4. Brüder Grimm-Preis für Göttinger Märchenforscher Pressemeldung der Philipps-Universität Marburg, 27. November 2010