Cyclocross-Weltmeisterschaften

Radsportveranstaltung

Die Weltmeisterschaften im Cyclocross (auch Radcross oder früher Querfeldein genannt) werden vom Radsportweltverband UCI organisiert und finden jedes Jahr im Januar, gegen Ende der Querfeldein-Saison, statt. Die Austragungsorte werden jedes Jahr neu vergeben. Die erste Querfeldein-WM der männlichen Profis fand 1950 in Paris statt.

Weltmeisterschaften im Querfeldein 1955 in Saarbrücken: Briefmarke des teilautonomen Saarlands (1947–56)

Wie bei den anderen UCI-Weltmeisterschaften treten auch bei den Cross-Weltmeisterschaften die Teilnehmer für ihren nationalen Radsportverband an. Die Sieger der Weltmeisterschaften haben das Recht bzw. die Pflicht, ein Jahr lang bei allen offiziellen Rennen das „Regenbogentrikot“ zu tragen.

Im Männerbereich wird der Cross-Sport seit einigen Jahren von den Belgiern dominiert: In den letzten vier Jahren (Stand 2005) holte Belgien jeweils die ersten drei Plätze der Cross-WM. Rekordsieger ist mit Erik De Vlaeminck ebenfalls ein Belgier, welcher zwischen 1966 und 1973 insgesamt siebenmal triumphieren konnte. Bei den Frauen hat die Deutsche Hanka Kupfernagel bisher vier Titel gesammelt.

GeschichteBearbeiten

Zeitraum Wettbewerbe
Männer Frauen
1950–1966 Profis keine Wettbewerbe
1967–1979 Profis, Amateure
1979–1994 Profis, Amateure, Junioren
1994–1996 Elite, Junioren
1997–2000 Elite, U23, Junioren
2000–2015 Elite
2016–2019 Elite, U23
seit 2020 Elite, U23, Juniorinnen

Ab 1950 wurde zunächst ein Profi-Weltmeister der Männer im Cyclocross ermittelt, ab 1967 wurde in einem zweiten Wettbewerb ein Amateur-Weltmeister gekürt. Mit der Weltmeisterschaft 1979 im italienischen Saccolongo kam noch ein dritter Wettbewerb für Junioren dazu. 1994 fiel die Trennung zwischen Profis und Amateuren und damit einer der Wettbewerbe weg, 1996 wurde eine neue Klasse mit U23 eingeführt. Ab 2000 wurde das erste Mal eine Weltmeisterin gekürt, bis 2016 wurden somit vier Wettbewerbe durchgeführt, danach zunächst fünf (zusätzlich Frauen U23) und seit 2020 sechs Wettbewerbe: Elite (Profis), U23 und Junioren für Frauen und Männer. 2021 finden die beiden Wettbewerbe zur Ermittlung der Juniorenweltmeister aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht statt.[1]

Die Austragungsorte der Weltmeisterschaften lagen bis 2013 ausschließlich in Europa. Einmal wurden die Weltmeister in den Vereinigten Staaten ermittelt, 2013, die Weltmeisterschaften 2022 sollen ebenfalls in den USA stattfinden. Belgien hat bisher mit zehn Wettbewerben die meisten Veranstaltungen ausgerichtet, Frankreich, die Niederlande und die Schweiz jeweils acht, Deutschland und Spanien jeweils sieben. Zweimal, 1972 und 1987, wurden die Weltmeisterschaften in der Tschechoslowakei ausgetragen und damit in einem Land des damaligen Warschauer Paktes.

SiegerBearbeiten

Profis / Männer EliteBearbeiten

FrauenBearbeiten

Männer U23Bearbeiten

AmateureBearbeiten

JuniorenBearbeiten

Frauen U23Bearbeiten

JuniorinnenBearbeiten

MedaillenspiegelBearbeiten

Enthalten sind hier die Wettbewerbe der Profis / Elite, Amateure und der Frauen. Stand 5. Februar 2020

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Belgien  Belgien 42 30 26 98
2 Niederlande  Niederlande 18 17 23 58
3 Frankreich  Frankreich 15 9 19 43
4 Deutschland  Deutschland 14 18 11 43
5 Schweiz  Schweiz 10 19 20 49
6 Italien  Italien 9 5 9 23
7 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 6 5 3 14
8 Tschechien  Tschechien 4 5 2 11
9 Danemark  Dänemark 1 1 2 4
10 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 5 1 6
11 Polen  Polen 2 1 3
12 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2 1 3
13 Spanien  Spanien 1 1
14 Luxemburg  Luxemburg 1 1

AustragungsorteBearbeiten

Jahr Austragungsort Land Jahr Austragungsort Land Jahr Austragungsort Land
1950 Paris Frankreich  Frankreich 1974 Bera Spanien  Spanien 1998 Middelfart Danemark  Dänemark
1951 Luxemburg Luxemburg  Luxemburg 1975 Melchnau Schweiz  Schweiz 1999 Poprad Slowakei  Slowakei
1952 Genf Schweiz  Schweiz 1976 Chazay-d’Azergues Frankreich  Frankreich 2000 Sint-Michielsgestel Niederlande  Niederlande
1953 Oñati Spanien  Spanien 1977 Hannover Deutschland  Deutschland 2001 Tábor Tschechien  Tschechien
1954 Crenna Italien  Italien 1978 Amorebieta Spanien  Spanien 2002 Zolder Belgien  Belgien
1955 Saarbrücken   Saarland 1979 Saccolongo Italien  Italien 2003 Monopoli Italien  Italien
1956 Luxemburg Luxemburg  Luxemburg 1980 Wetzikon Schweiz  Schweiz 2004 Pontchâteau Frankreich  Frankreich
1957 Edelare Belgien  Belgien 1981 Tolosa Spanien  Spanien 2005 St. Wendel Deutschland  Deutschland
1958 Limoges Frankreich  Frankreich 1982 Lanarvily Frankreich  Frankreich 2006 Zeddam Niederlande  Niederlande
1959 Genf Schweiz  Schweiz 1983 Birmingham Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2007 Hooglede Belgien  Belgien
1960 Tolosa Spanien  Spanien 1984 Oss Niederlande  Niederlande 2008 Treviso Italien  Italien
1961 Hannover Deutschland  Deutschland 1985 München Deutschland  Deutschland 2009 Hoogerheide Niederlande  Niederlande
1962 Esch an der Alzette Luxemburg  Luxemburg 1986 Lembeek Belgien  Belgien 2010 Tábor Tschechien  Tschechien
1963 Calais Frankreich  Frankreich 1987 Mladá Boleslav Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 2011 St. Wendel Deutschland  Deutschland
1964 Overboelare Belgien  Belgien 1988 Hägendorf Schweiz  Schweiz 2012 Koksijde Belgien  Belgien
1965 Cavaria Italien  Italien 1989 Pontchâteau Frankreich  Frankreich 2013 Louisville Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten
1966 Beasain Spanien  Spanien 1990 Getxo Spanien  Spanien 2014 Hoogerheide Niederlande  Niederlande
1967 Zürich Schweiz  Schweiz 1991 Gieten Niederlande  Niederlande 2015 Tábor Tschechien  Tschechien
1968 Luxemburg Luxemburg  Luxemburg 1992 Leeds Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 2016 Zolder Belgien  Belgien
1969 Magstadt Deutschland  Deutschland 1993 Corva di Azzano Decimo Italien  Italien 2017 Bieles Luxemburg  Luxemburg
1970 Zolder Belgien  Belgien 1994 Koksijde Belgien  Belgien 2018 Valkenburg Niederlande  Niederlande
1971 Apeldoorn Niederlande  Niederlande 1995 Eschenbach Schweiz  Schweiz 2019 Bogense Danemark  Dänemark
1972 Prag Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1996 Montreuil Frankreich  Frankreich 2020 Dübendorf Schweiz  Schweiz
1973 London Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 1997 München Deutschland  Deutschland 2021 Ostende Belgien  Belgien

WeblinksBearbeiten

Commons: UCI Cyclo-cross World Championships – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 2021 UCI Cyclo-cross World Championships go ahead for Elite and Under 23 riders – no Junior races. UCI, 15. Januar 2021, abgerufen am 16. Januar 2021 (englisch).
  2. Cant gelingt Titelverteidigung nach hartem Kampf, Brandau Fünfte auf radsport-news.com, abgerufen am 3. Februar 2018