Gallarate

italienische Gemeinde

Gallarate ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Gallarate
Wappen
Gallarate (Italien)
Gallarate
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Koordinaten 45° 40′ N, 8° 47′ OKoordinaten: 45° 39′ 51″ N, 8° 47′ 29″ O
Höhe 238 m s.l.m.
Fläche 20,97 km²
Einwohner 53.934 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Arnate, Cajello, Cascinetta, Cedrate, Crenna, Madonna in Campagna, Moriggia, Ronchi, Sciarè
Postleitzahl 21013
Vorwahl 0331
ISTAT-Nummer 012070
Volksbezeichnung gallaratesi
Schutzpatron Christophorus (25. Juli)
Website Gallarate
Santa Maria Assunta Gallarate 1.jpg
Gemeinde Gallarate in der Provinz Varese
Giessbach Arno (Arnetta)

GeographieBearbeiten

Gallarate liegt 19 Kilometer südlich von Varese. Durch den Ort fließt der Giessbach Arno, auch Arnetta genannt. Die Gemeinde bedeckte eine Fläche von 20,97 km². Zu Gallarate gehören die Ortsteile Arnate, Cajello, Cascinetta, Cedrate, Crenna, Madonna in Campagna, Moriggia, Ronchi und Sciarè. Die Nachbargemeinden sind Arsago Seprio, Besnate, Busto Arsizio, Cardano al Campo, Casorate Sempione, Cassano Magnago, Cavaria con Premezzo und Samarate.

Die Gemeinde verfügt über eine Autobahnanschluss zur A8. Der Flughafen Mailand-Malpensa liegt etwa fünf Kilometer westlich von der Stadt.

Die Einwohner arbeiten in der Industrie und auf dem nahe gelegenen Flughafen Mailand-Malpensa.

GeschichteBearbeiten

Unter römischer Herrschaft wurde Gallarate Teil der Provinz Gallia cisalpina. Von Gallarate aus passierte man die alte Konsularstraße Via Severiana Augusta, die Mailand mit Verbano am Lago Maggiore verband. Aus administrativer Sicht war die Gemeinde Teil der Regio XI Transpadana. Von Galleratum, so ihr lateinischer Name, führte die Gallaratesestraße, eine römische Straße, die Novaria (das moderne Novara) mit Comum (Como) verband, nach Sibrium (Castelseprio).

Im Jahr 974 wurde von einer loco et fundo Galerate gesprochen. Als Bischof Ottone Visconti 1287 Castelseprio zerstörte, wurde Gallarate zum Sitz des Kapitäns, und des Stellvertreters von Seprio, als die Mailänder 1292 das Dorf in Besitz nahmen. Daraus erzielte Gallarate einen Vorteil und verwandelte sich in einen Ort mit Marktrecht. Diese Berufung hatte die Stadt schon in der Sforza-Zeit. Die Altstadt ist in elliptischer Form links vom Fluss Arno gebaut worden.

Im 16. bis 18. Jahrhundert stand Gallarate und das gesamte Herzogtum Mailand unter französischer und dann spanischer Herrschaft. Es wurde zu einer Lehensherrschaft, und einer Grafschaft mit dem Grandat von Spanien, die an mehrere Adelsfamilien weitergegeben wurde. Das blieb so bis zur Aufhebung des Feudalismus im Jahre 1797 (Familien: Bentivoglio, Caracciolo, Pallavicino, Altemps, Visconti und Castelbarco). Zwischen 1786 und 1787 war Gallarate die Hauptstadt einer der Provinzen der österreichischen Lombardei.

Im Dezember 1926 beschloss die faschistische Regierung, die neue Provinz Varese zu gründen, und der Bezirk Gallarate, zu dem auch Gemeinden mit einer gewissen demographischen Bedeutung wie Busto Arsizio, Legnano, Saronno und Rho gehörten, wurde zwischen der neuen Provinz und der Provinz Mailand aufgeteilt.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1861 1881 1901 1921 1951 1971 1981 1991 2001 2011 2016 2017 2018
Einwohner 9658 11297 15398 22398 29728 43685 47259 44977 46361 50456 53145 53595 53425

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Museo della Collegiata
  • Museo della Società per gli Studi Patri

SakralbautenBearbeiten

  • Kirche Sacro Cuore (1959) beim Istituto Aloisianum der Jesuiten
  • romanische Kirche San Pietro (11. Jahrhundert)
  • Basilika Santa Maria Assunta (1856)
  • Kirche Sant’Antonio abate
  • Wallfahrtskirche Madonna in Campagna
  • Kirche San Zenone im Ortsteil Crenna
  • Kirche Santi Nazaro e Celso im Ortsteil Arnate
  • Kirche San Rocco
  • Kirche San Francesco
  • Kirche San Eusebio Vescovo im Ortsteil Cajello
  • Kirche San Alessandro im Ortsteil Cascinetta
  • Kirche San Paolo im Ortsteil Sciaré
  • Kirche Madonna della Speranza im Ortsteil Ronchi
  • Kirche San Giorgio im Ortsteil Cedrate
  • Kirche San Giuseppe Lavoratore
  • Ehemaliges Kloster San Francesco (jetzt Museum).
 
Mario Delpini

ZivilbautenBearbeiten

  • La Crocetta, erbaut 1694 von Cesare Visconti
  • Resistenzas Denkmal des Bildhauers Arnaldo Pomodoro (1980)
  • Denkmal der Gefallenen des Bildhauers Enrico Butti (1924)
  • Museo Arte Gallarate oder Museo MA*GA[2]

NaturparkeBearbeiten

  • Parco naturale lombardo della Valle del Ticino
  • Parco della Cascina Monte Diviso im Ortsteil Cajello
  • La Boschina im Ortsteil Crenna
  • Parco dei Fontanili
  • Parco Bassetti
 
Ivan Basso

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 169.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Gallarate Online auf italienisch.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gallarate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gallarate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 20. Dezember 2015.
  • Gallarate (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia
  • Gallarate (italienisch) auf comuni-italiani.it
  • Gallarate (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Museo Arte Gallarate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 20. Dezember 2015.