Britta Martin

neuseeländische Triathletin
Triathlon
NeuseelandNeuseeland 0 Britta Martin
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 2. September 1978 (41 Jahre)
Geburtsort Hannover, Deutschland
Spitzname Flying Kiwi[1]
Größe 162 cm
Gewicht 48 kg
Vereine
2003–2007 MRRC München
Seit 2008 Nelson Triathlon Club
Erfolge
2012–2014 3 × Siegerin Ironman
2014 Siegerin Challenge Taiwan
2012 Siegerin Ironman 70.3 Port Macquarie
Status
Mutterschaft 2016

Britta Martin (* 2. September 1978 in Hannover) ist eine ehemals für Neuseeland startende deutsche Triathletin und mehrfache Ironman-Siegerin (2012, 2014). Sie wird sowohl in der Bestenliste deutscher als auch neuseeländischer Triathletinnen auf der Ironman-Distanz geführt.

WerdegangBearbeiten

Britta Martin studierte nach ihrem Abitur am Gymnasium Bad Nenndorf Sportwissenschaften an der Technischen Universität München und war zunächst im Radsport aktiv.[2]

Triathlon seit 2003Bearbeiten

In ihrer ersten Triathlon-Saison 2003 stand sie bei ihren ersten beiden Wettkämpfen, der Premierenveranstaltung des Stadt-Triathlon München[3] sowie dem Karlsfelder Triathlon[4] als schnellste Frau gemeinsam mit Faris Al-Sultan, zwei Jahre später Sieger bei den Ironman World Championships auf Hawaii, als schnellstem Mann auf dem Siegerpodest. Bei den Deutschen Meisterschaften 2003 über die Mitteldistanz in Kulmbach belegte sie in der Einzelwertung 36 Minuten hinter Nina Kraft, die zwei Monate später dritte beim Ironman Hawaii wurde, den siebten Platz, sowie wurde im Team des MRRC München Deutsche Vizemeisterin.[5] Nach zwei Jahren verletzungsbedingt ohne Wettkämpfe belegte Britta Martins Team vom MRRC München in der Saison 2006 den ersten Platz in der 2. Bundesliga Süd und wurde so Bayerischer Mannschaftsmeister. 2007 startete Britta Martin für das Radsportteam Team Stuttgart.

Ende des Jahres 2007 zog sie zu ihrem Partner Robin Reid, einem Radsportler im neuseeländischen Team bei den Olympischen Spielen 2004, nach Nelson in Neuseeland. Kennengelernt hatten sich Reid und Britta Martin bei der Tour de Pakistan, dem längsten Radrennen Asiens, über 22 Etappen nach dem Vorbild der Tour de France organisiert. Beide gewannen hier die Männer- bzw. Frauenwertung.[6]

Seit 2008 startet Britta Martin als Profi-Triathletin.

Ironman-Distanz seit 2009Bearbeiten

Nach einem Sieg im Dezember beim Half-Ironman Taupo folgte drei Monate später an gleicher Stelle die Ironman-Premiere 2009 mit Platz neun, nochmals ein Jahr später wieder an gleicher Stelle knapp zehn Minuten schneller mit Platz 5. Drei Monate später Platz vier beim Ironman France, beim nächsten Versuch im Folgejahr 2011 dann – mit Ermüdungsbruch im Fuß im Rennen – Platz drei beim Ironman France in Nizza.[7] Im neuseeländischen Sommer bzw. europäischen Winter wurde Britta Martin drei Minuten hinter Gina Crawford Zweite beim Challenge Wanaka.[8]

2012 kam dann endgültig der Sprung in die Weltklasse: Bei der durch die European Triathlon Union (ETU) ausgetragenen Triathlon-Europameisterschaft auf der Langdistanz im Juli 2012 verfehlte sie die Neun-Stunden-Marke nur um 69 Sekunden und wurde Vierte bei der Challenge Roth. Im Dezember 2012 errang sie im australischen Busselton ihren ersten Ironman-Sieg.[9] Hierdurch war Britta Martin erstmals für die Ironman World Championships in Kailua-Kona (Hawaii) qualifiziert, wo sie im Oktober 2013 hinter Kristin Möller als zweitbeste deutsche Frau ins Ziel kam.[10]

Im April 2014 gewann sie in Taitung auf der Langdistanz den Challenge Taiwan. Dieser zweite Sieg auf der Langdistanz war ein doppelt emotionaler Moment: Erst wenige Tage vor dem Rennen war ihr Vater gestorben und ihre Mutter hatte am Renntag Geburtstag.[11] Im September 2014 holte sie sich in Wisconsin ihren zweiten Ironman-Sieg und im Dezember siegte Britta Martin erneut beim Ironman Western Australia. Dabei stellte sie als fünfzigste Frau, die in der Geschichte des Ironman weltweit bei einem Rennen unter neun Stunden in das Ziel kam, einen neuen Streckenrekord für dieses Rennen auf.[12]

Im Februar 2015 konnte Britta Martin ihren Sieg beim Marlborough Sounds Half Ironman gemeinsam mit ihrem Partner Robin Reid, der die Männerwertung gewann, feiern.[13] Robin Reid startet seit einigen Jahren ebenfalls bei Triathlons und seine persönliche Bestzeit stellte er im Juli 2014 bei der Challenge Roth mit 8:54 h (Platz 18) auf.[14][15]

Um weitere Qualifikationspunkte für die Ironman World Championships 2015 auf Hawaii zu sammeln, nahm Britta Martin im Juli 2015 am Ironman 70.3 Racine in Wisconsin teil. Ursprünglich hatte sie eine Teilnahme am Ironman Korea geplant, der dann aber abgesagt wurde. Zwei kurz hintereinander erfolgte technische Defekte auf den ersten Kilometern der Radstrecke warfen sie allerdings weit zurück und sie erreichte das Ziel letztlich als 97. Frau.[16] Dies reichte trotzdem, um als auf dem 23. Rang platzierte Frau im Kona Points Ranking System erneut einen Startplatz auf Hawaii zu erhalten.[17] Beim Ironman Hawaii wurde sie in 9:47:31 h vor Katrin Esefeld und Mareen Hufe bestplatzierte Deutsche.

Britta Martin wird trainiert von John Hellemans, einem Arzt, mehrfachen Altersklassensieger beim Ironman Hawaii und Trainer des niederländischen Triathlonkaders, der bereits zahlreiche prominente Triathleten wie z. B. Erin Baker, Andrea Hewitt und andere betreute.[6][18] Ihr Schwimmtrainer ist Andy Adair, der auf Freiwasserschwimmen spezialisiert ist und z. B. das neuseeländische Team bei den ozeanischen Schwimmmeisterschaften 2012 betreute.[6][19]

Mutterschaft 2016Bearbeiten

Im August 2016 gab sie bekannt, dass sie im fünften Monat schwanger ist und ihre Familie jetzt Vorrang hat. Im Dezember kam ihr Sohn zur Welt.[20] Seitdem tritt sie nicht mehr international in Erscheinung.

Sportliche ErfolgeBearbeiten

(DNF – Did Not Finish)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. A flying kiwi for the win at Ironman WA – the wrap up. In: witsup.com. 14. Dezember 2012.
  2. Martin: So bewältige ich den Ironman Interview mit Britta Martin bei sport1 am 12. Oktober 2013
  3. Mini Hawaii im Olympiapark In: Münchner Merkur. 14. Juli 2003
  4. Siegerchronik des Karlsfelder Triathlon (Memento vom 12. Juli 2015 im Webarchiv archive.today) (abgerufen am 12. Juli 2015)
  5. a b Ergebnisliste Deutsche Triathlon-Meisterschaften in Kulmbach 2003 (Memento vom 21. Februar 2019 im Internet Archive)
  6. a b c Peter Gibbs: Triathletes taking on the world at a fast clip. In: Nelson Mail. 10. Juni 2015.
  7. Post-race bliss ends in despair. In: Nelson Mail. 29. August 2011.
  8. Nathan Burdon: Crawford wins Wanaka ironman race. In: Nelson Mail. 21. Januar 2012.
  9. Johnsen and Martin Run Their Way to Their First Wins in Busselton
  10. Jonathan McKeown: Martin unhappy with 21st finish. In: Nelson Mail. 30. Oktober 2013.
  11. McNeice schnürt Doppelpack, Martin siegt mühelos In: Triathlon vom 23. April 2014
  12. Ironman Western Australia: Deutscher Doppelsieg zum Saisonende In: tri2b.com vom 7. Dezember 2014
  13. Patrick Dawkins: Reid runs off anxiety for easy ironman win. In: The Marlborough Express. 9. Februar 2015.
  14. Peter Gibbs: Reid comes 18th in Germany. In: Nelson Mail. 22. Juli 2014.
  15. Results DATEV Challenge Roth 2014 (Men). In: mikatiming.de. 20. Juli 2014.
  16. Peter Gibbs: Unlucky breaks leave Britta sweating on Kona. In: Nelson Mail. 28. Juli 2015.
  17. Peter Gibbs: Stretching the limits of the self. In: Nelson Mail. 31. Juli 2015.
  18. Training at 60: The Doctor Comes Full Circle. In: ironman.com. 20. August 2013.
  19. Jonathan McKeown: Top coach bringing his talents to Tasman. In: Nelson Mail. 14. Juli 2012.
  20. Team USANA Athlete Britta Martin Welcomes Baby (27. März 2017)
  21. Port Macquarie: Britta Martin und Clayton Fettel gewinnen Halbdistanz
  22. Alberto Casadei und Britta Martin sind die Gewinner des ersten TriStar Salzkammergut (Memento vom 8. August 2015 im Webarchiv archive.today)
  23. Christine Waitz: TriStar Salzkammergut – Alberto Casadei und die Deutsche Britta Martin. In: triathlon.de. 5. Juni 2012.
  24. Ergebnisse TriStart 111 Worms 2011 (Memento vom 8. August 2015 im Webarchiv archive.today)
  25. Ergebnisse Challenge Wanaka Half 2011. 16. Januar 2011.
  26. Ergebnisse Tölzer Triathlon 2010. 13. Juni 2010. Archiviert vom Original am 20. Oktober 2014.
  27. Timothy Carlson: Poole, Warriner top Port of Tauranga. In: slowtwitch.com. 8. Januar 2010.
  28. Timothy Carlson: Gambles, Lavelle take Lake Stevens. In: slowtwitch.com. 16. August 2009.
  29. Ergebnisse Half Ironman Taupo 2008 (PDF) 13. Dezember 2008. Archiviert vom Original am 24. April 2009.
  30. Ergebnisse Triathlon Kühbach 2008 (PDF) 30. August 2008. Archiviert vom Original am 24. März 2016.
  31. Ergebnisse Allgäu-Triathlon 2006 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/triathlon-nordhausen.de
  32. Allgäu Triathlon: Böcherer gewinnt die Regenschlacht. In: tri2b.com. 31. Juli 2006.
  33. Ergebnisliste 15. Karlsfelder Triathlon vom 20. Juli 2003 (Memento vom 11. Februar 2016 im Webarchiv archive.today)
  34. Ergebnisliste Elite-Sprint 1. City-Triathlon München am 13. Juli 2003 (Memento vom 11. Februar 2016 im Webarchiv archive.today)
  35. USANA ANZ: USANA, word!. In: usanablognz.blogspot.com.au.
  36. Bretscher and Martin rule the day AT IRONMAN Wisconsin (Memento vom 8. September 2014 im Internet Archive) (8. September 2014)
  37. Felt schafft ersten Sieg
  38. Britta Martin 4th in Ironman France (Memento des Originals vom 6. Juni 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tineli.com
  39. Herbert Krabel: Brown and Lawn break records in Taupo. In: slowtwitch.com. 5. März 2010.
  40. Timothy Carlson: Kiwis rule at home in Ironman New Zealand. In: slowtwitch.com. 6. März 2009.