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Die Behrenstraße ist eine 1150 Meter lange Straße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Sie bildet die Grenze zwischen den historischen Stadtteilen Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

B2B5 Behrenstraße
Wappen
Straße in Berlin
Behrenstraße
Hintere Fassade der DZ-Bank in der Behrenstraße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 17. Jahrhundert
Neugestaltet schrittweise seit 1991
Anschluss­straßen
Ebertstraße,
Bebelplatz
Querstraßen Cora-Berliner-Straße (südlich),
Wilhelmstraße,
Mauerstraße (südlich),
Glinkastraße,
Friedrichstraße,
Charlottenstraße,
Markgrafenstraße (südlich),
Hedwigskirchgasse (südlich)
Plätze Bebelplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1150 Meter
Der westliche Abschnitt der Behrenstraße im Jahr 1799 mit Hausnummern und Namen der Eigentümer, Ausschnitt aus dem Berliner Adressbuch[1]
Der östliche Abschnitt der Behrenstraße im Jahr 1799

LageBearbeiten

Die Behrenstraße beginnt am Bebelplatz und verläuft dann in westlicher Richtung bis zur Ebertstraße. Die Hausnummern verlaufen in Hufeisenform vom Haus Nr. 1 Nahe der Ecke Cora-Berliner-Straße bis zum Bebelplatz und zurück zum Haus Nr. 74.

NamensgebungBearbeiten

Die Behrenstraße trägt seit 1706 den Namen von Johann Heinrich Behr (1647–1712), der die Errichtung der hier beginnenden Friedrichstadt plante und umsetzte.[2]

GeschichteBearbeiten

Die Behrenstraße wurde Ende des 17. Jahrhunderts angelegt und folgt etwa dem Verlauf des Hornwerks, einer früheren Stadtbefestigung der Dorotheenstadt, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts eingeebnet wurde. Zunächst wurden Wohnhäuser errichtet, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts neuen prunkvolleren Büro- und Geschäftshäusern wichen. Vor allem die gerade entstehenden Banken erwarben den Baugrund und ließen meist von renommierten Architekten ihre Zentralen hier errichten.[3] Die zentrale Lage dieser Straße führte frühzeitig zu einer überregionalen Bedeutung bei Anwohnern und Anliegern. In der schließließlich in den 1920er Jahren von Banken (Berliner Bankenviertel) geprägten Straße befanden sich auch Verwaltungsgebäude und kulturelle Einrichtungen.

Nach den schweren Schäden des Zweiten Weltkriegs, bedingt durch die Nähe zu den Regierungsbauten, wurden die Gebäude an der Behrenstraße frühzeitig enttrümmert und wieder hergestellt.

Die meisten erhaltenen historischen Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Besondere Bauten und DenkwürdigkeitenBearbeiten

Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Friedrichstadt – Baudenkmale

Die listenhafte Darstellung nennt die Baujahre, die Besitzer bzw. Nutzer und ggf. die Architekten.[3] Die Hausnummern folgen der Nummerierung aus dem Jahr 1800. Diese beginnt an der Wilhelmstraße, verläuft auf der südlichen Straßenseite und kehrt nördlich bis zur Ebertstraße zurück.: (Auswahl)

Behrenstraße 1–59Bearbeiten

Behrenstraße 60–74Bearbeiten

 
Schule, Gebäudekomplex der Russischen Botschaft, Behrenstraße 64/65

Nummer 60

Nummer 61

Nummer 64 Das Gebäude gegenüber der Mündung der Mauerstraße in die Behrenstraße wurde um 1840 als Wohnhaus errichtet. Ab 1871 wurde unter der Anschrift „Kleine Mauerstraße 4/5“ das Hotel Windsor betrieben. Diese Gasse verband die Behrenstraße mit Unter den Linden und hatte geschlossene Straßenfronten. Die Gebäude waren über einen Durchgang im Erdgeschoss erreichbar. Erst nach dem Wiederaufbau um 1950 wurde die Kleine Mauerstraße aufgehoben.[4]

 
Gebäudekomplex der Russischen Botschaft in der Behrenstraße

Nummer 66

Nummer 67

 
Hotel Bristol, Areal zwischen Unter den Linden und Behrenstraße 67. Ausschnitt aus dem Berlin-Plan von Sineck, 1882.

Nummer 69

  • 1820: Wohnung des Hof- und Dompredigers Theremin.
  • 1875: Berlinische Lebens-Versicherungs-Gesellschaft[8]

Nummer 70

  • 1875: Großherzogliche Badische Gesandtschaft[8]

Nummern 71/72 (Nr. 71 identisch mit der Nr. 12 vor 1800)

  • April 1821–1822: Wohnhaus von Heinrich Heine, der dort ein möbliertes Zimmer in der dritten Etage bezog und sein Jurastudium an der Berliner Universität aufnahm.[9]
  • 1901–1903: Erweiterungsbau für das Preußische Kultusministerium durch Paul Kieschke,[10] um 1910 ist das Ministerium für pp geistliche Angelegenheiten im Adressbuch angegeben.[11]

Nummer 72 (Rückseite der Akademie der Künste) Wurde erst nach der Verlängerung der Behrenstraße über die Wilhelmstraße hinaus bis zur Ebertstraße eingerichtet. Standort des Adlon-Palais, in dem sich der China Club Berlin über mehrere Etagen erstreckt. In dem Gebäude, das dem Hotel Adlon gehört und seine Rückseite bildet, befindet sich Parterre und im Untergeschoss das Felix Clubrestaurant.

Nummer 73 Vom kanadischen Architekten Frank Gehry im Stil des Dekonstruktivismus entworfen. Bauphase von 1996 bis 1999. Wurde erst nach der Verlängerung der Behrenstraße über die Wilhelmstraße hinaus bis zur Ebertstraße eingerichtet. Appartements (Rückseite DZ Bank), Wohnsitz von Gerhard Schröder.[12]

Nummer 74 Bis 1945 und seit 2004: Botschaft der Vereinigten Staaten.

Vorhandene Bauwerke und Sehenswürdigkeiten mit abweichender PostanschriftBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Behrenstraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verlauf der Behrenstraße und Anwohner. In: Karl Neander von Petersheiden: Anschauliche Tabellen, 1799, S. 5.
  2. Horst Fritzsche: Wegweiser zu Berlins Straßennamen, Mitte, Berlin 1995 (ISBN 3-89542-073-5), S. 71
  3. a b Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin-II. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 192 ff.
  4. Baudenkmal Behrenstraße 64
  5. a b Behrenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1920, Teil 3, S. 54.
  6. Behrenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1940, Teil 4, S. 53.
  7. Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen, auf das Jahr 188, S. 336
  8. a b Hausnummern der Behrenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1875, Teil 2, S. 30.
  9. Werner Liersch: Dichters Ort: ein literarischer Reiseführer. Rudolstadt 1985, S. 13
  10. Baudenkmal Wilhelmstraße 60 Ecke Behrenstraße
  11. Behrenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1910, Teil 3, S. 53.
  12. Vera Kämper: Schröders neue Heimat bröckelt. Spiegel Online, 1. Dezember 2005

Koordinaten: 52° 30′ 55,6″ N, 13° 23′ 9,9″ O