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Berlin-Dorotheenstadt

historisches Stadtviertel der Berliner Innenstadt
(Weitergeleitet von Dorotheenstadt)

Die Dorotheenstadt ist ein historisches Stadtviertel der Berliner Innenstadt im Ortsteil Mitte im gleichnamigen Bezirk, bekannt vor allem durch das Brandenburger Tor, den Pariser Platz und den Boulevard Unter den Linden.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Die Dorotheenstadt wird begrenzt durch den Großen Tiergarten im Westen, die Spree im Norden, den Kupfergraben im Nordosten, den Straßenzug Hinter dem Gießhaus–Oberwallstraße im Osten sowie die Behrenstraße im Süden.

GeschichteBearbeiten

 
Die Dorotheenstadt (mit „E“ markiert), 1688

Im Jahr 1670 schenkte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm seiner zweiten Gemahlin Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg das zwischen der Berliner Festungsmauer und dem Großen Tiergarten gelegene cöllnische Vorwerk Tiergarten. Für das zunächst Neustadt genannte Gebiet wurde ein Bebauungsplan nach den Plänen von Joachim Ernst Blesendorf mit einem streng rechtwinkligen Straßennetz festgelegt, im Norden begrenzt von der Georgenstraße und im Osten von der Schadowstraße. Am 2. Januar 1674[1] erhielt die Neustadt das kurfürstliche Stadtprivileg und 1681 wurde sie zu Ehren der Kurfürstin Dorothea in Dorotheenstadt umbenannt. 1687 wurde auf dem heutigen Neustädtischen Kirchplatz zwischen Dorotheen- und Mittelstraße die Dorotheenstädtische Kirche fertiggestellt. 1710 wurde die Dorotheenstadt mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Städten Berlin, Cölln, Friedrichswerder und Friedrichstadt zur „Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin“ vereinigt und im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts bis zur Spree im Norden sowie bis zum Tiergarten im Westen erweitert. Neben dem gediegenen und vornehmen Bereich Unter den Linden entwickelte sich seit der Eröffnung der Berliner Stadtbahn im Jahre 1882 rund um den Bahnhof Friedrichstraße ein pulsierendes Großstadtleben. Die Einwohnerzahl betrug 20.144 im Jahr 1867 und 11.558 im Jahr 1910.[2]

Mit dem Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) wurde 1920 die Dorotheenstadt in den neugeschaffenen Bezirk Mitte eingegliedert. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden zu DDR-Zeiten viele historische Bauten, unter anderem das Palais des Prinzen Heinrich (Hauptgebäude der Humboldt-Universität), die Staatsoper Unter den Linden und die Alte Bibliothek wiederaufgebaut, die Ruine der Dorotheenstädtischen Kirche hingegen 1965 abgerissen.[3] Seit der Wiedervereinigung wurde auch die Bebauung der westlichen Dorotheenstadt rund um den Pariser Platz wieder vervollständigt.

Wichtige Orte und GebäudeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Erika Schachinger: Die Dorotheenstadt 1673–1708. Böhlau Verlag, Köln/Weimar 2001.
  • Volker Wagner: Die Dorotheenstadt im 19. Jahrhundert. Verlag Walter de Gruyter, Berlin / New York 1998.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Berlin-Dorotheenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bernd Horlemann, Hans-Jürgen Mende (Hrsg.): Berlin 1994. Taschenkalender. Edition Luisenstadt, Berlin, Nr. 01280.
  2. Friedrich Leyden: Gross-Berlin. Geographie der Weltstadt. Hirt, Breslau 1933 (darin: Entwicklung der Bevölkerungszahl in den historischen Stadtteilen von Alt-Berlin, S. 206).
  3. Dorotheenstädtische Kirche. In: kirchensprengung.de, abgerufen am 29. Dezember 2018 (private Webseite von Tobias Köppe).
  4. Arcadia Berlin Stiftung kauft Charité-Grundstück. In: Ärzte Zeitung. 8. September 2009, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  5. Aya Soika: Das Kunsthistorische Institut (die ehemalige Universitätsbibliothek). 1. Januar 1999, doi:10.18452/2511.
  6. ehemaliges Physiologisches und Pharmakologisches Institut. In: archINFORM.
  7. Humboldt-Viadrina. School of Governance. (Nicht mehr online verfügbar.) In: humboldt-viadrina.org. Archiviert vom Original am 7. September 2012; abgerufen am 29. Dezember 2018.

Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 23′ O