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Die Glinkastraße ist eine seit dem 31. Mai 1951 nach dem russischen Komponisten Michail Glinka benannte Straße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Zuvor trug sie seit Beginn des 18. Jahrhunderts den Namen Kanonierstraße.

Glinkastraße
Wappen
Straße in Berlin
Glinkastraße
Ehemaliges Konsulatsgebäude an der Glinkastraße 5–7
auf dem Gelände der Nordkoreanischen Botschaft
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 31. Mai 1951
Hist. Namen Kanonierstraße
(1700–1951)
Anschluss­straßen Neustädtische Kirchstraße (nördlich),
Mauerstraße (südlich)
Querstraßen Behrenstraße,
Französische Straße,
Jägerstraße,
Taubenstraße,
Mohrenstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 610 Meter

Inhaltsverzeichnis

Verlauf und GeschichteBearbeiten

Die Straße verläuft in Nord-Süd-Richtung parallel zur Friedrichstraße, vom Boulevard Unter den Linden bis zur Kronenstraße, wo sie in die Mauerstraße übergeht. Der Verkehrsweg wurde als Kanonierstraße um 1700 angelegt und führte von der Kronenstraße (an der Dreifaltigkeitskirche) über die Jägerstraße und Französische Straße zur Behrenstraße. Im 18. Jahrhundert gab es entlang der Straße 46 Häuser in Hufeisennummerierung. Der Straßenname soll daher rühren, dass im 16./17. Jahrhundert am südlichen Ende dieser Straße ein Wachhaus mit Kanone gestanden habe, an der die Soldaten ihren Dienst leisten mussten.[1]

Als Folge der Zerstörungen des Gebietes im Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden Beräumung der Trümmergrundstücke wurde die Straße umbenannt und von der Behrenstraße bis an die Straße Unter den Linden verlängert.

Anliegende GebäudeBearbeiten

 
Relief mit Porträt von Michael Glinka in der Glinkastraße

Im nördlichen Teil der Glinkastraße steht ein Teil der Russischen Botschaft Berlin. In der Glinkastraße 24 befindet sich der Berliner Amtssitz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Seit 20. Oktober 2014 befindet sich der Hauptsitz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in der Glinkastraße 40. In den zwischen 1972 und 1974 errichteten Gebäuden Nr. 5–7 hat die Nordkoreanische Botschaft ihren Sitz, die auf ihrem Grundstück auch ein Hostel betreibt. Die metallene Eingangstür zum Haus Nummer 7 entstand in der Werkstatt des Metallkünstlers Achim Kühn.[2]

Bis zum November 1943 bildete die barocke Dreifaltigkeitskirche an der Kreuzung Mauer-, Glinka- und Mohrenstraße einen Orientierungspunkt. Sie wurde bei einem Luftangriff zerstört. Erhalten blieben zwei von ursprünglich drei Pfarrhäusern auf dem Eckgrundstück Glinkastraße 16 und Taubenstraße 3, die seit den 1980er Jahren als Wohngebäude und Gemeindehäuser genutzt werden.

Nach dem Mauerfall erfolgten in dieser und benachbarten Straße zahlreiche Um- und Neubauarbeiten. Bei dieser Gelegenheit wurden im Jahr 2008 der Standort und ein Teil des Grundrisses der Kirche in Form eines Pflastermosaiks wieder sichtbar gemacht.

 
Ehemaliges Hauptgebäude der Deutschen Bank, Glinkastraße

Ein viergeschossiger Gebäudekomplex, Glinkastraße 27–43, mit zwei Verbindungsbrücken über die Straße hinweg, eine zur Französische Straße, wurde 1872 als Zentrale der Deutschen Bank errichtet, im angepassten Baustil folgte im Jahr 1901 ein Geschäftssitz für die Nordstern-Lebensversicherung. Nach der Gründung der DDR wurde der gesamte Bau Sitz des DDR-Innenministeriums und blieb es bis zur Auflösung der DDR infolge der deutschen Wiedervereinigung. Hier hatten sich am 15. Februar 1991 auf Initiative von hochrangigen Beamten des inzwischen aufgelösten Ministeriums für Staatssicherheit Vertreter des bundesdeutschen Verfassungsschutzes (Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz Gerhard Boeden und sein Stellvertreter Eckart Werthebach) und der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mit dem letzten Chef der DDR-Spionageabteilung Werner Großmann und ehemaligen Generälen (Günter Kratsch, Günter Möller, Gerhard Niebling, Heinz Engelhardt) getroffen. Sie verhandelten in geheimer Mission die Frage, was mit den bis dahin unentdeckten DDR-Spionen passieren soll. Einerseits sollte eine spätere strafrechtliche Verfolgung abgewendet, andererseits auch die Übernahme der Spione durch andere Geheimdienste verhindert werden. Das genaue Ergebnis wurde nicht bekannt.[3]

Das inzwischen schön restaurierte Gebäude diente im Jahr 2015 als vorübergehender Sitz der USA-Produktionsfirma Homeland. Denn die fünfte Staffel der gleichnamigen Serie über die CIA wurde in Berlin gedreht.[3] Der Komplex steht seit den 2010er Jahren überwiegend leer, ist jedoch denkmalgeschützt.[4]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Glinkastraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten