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Die Mohrenstraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Mitte. Sie verläuft von West nach Ost zwischen der Wilhelmstraße und dem Hausvogteiplatz und bildet an einem Teilabschnitt die südliche Grenze des Gendarmenmarkts. Am westlichen Ende der Mohrenstraße liegt der gleichnamige U-Bahnhof der Linie U2. Die in der Straße zahlreich erhaltenen oder nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Gebäude stammen weitestgehend aus der Gründerzeit und stehen unter Denkmalschutz.

Mohrenstraße
Wappen
Straße in Berlin
Mohrenstraße
Blick entlang der Straße nach Osten
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Anschluss­straßen
Voßstraße (westlich),
Hausvogteiplatz (östlich)
Querstraßen Wilhelmstraße,
Mauerstraße
Glinkastraße,
Friedrichstraße,
Charlottenstraße,
Markgrafenstraße,
Jerusalemer Straße
Plätze Zietenplatz,
Gendarmenmarkt,
Hausvogteiplatz
Bauwerke siehe: → hier
Nutzung
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßenlänge rund 900 Meter

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Ein Verkehrsweg aus dem 17./18. Jahrhundert in Alt-BerlinBearbeiten

Die Straße entstand um das Jahr 1700 bei der Anlage der Friedrichstadt und endete im Westen ursprünglich an der Mauerstraße.

Gesichertes Datum der NamensgebungBearbeiten

Die Mohrenstraße erhielt, wie die anderen Straßen der Friedrichstadt, ihren Namen Ende Mai 1707. Das geht aus Joachim Ernst Bergers (1666–1734) Chronik der Friedrichstadt hervor, in der er schreibt: „A Eodem [1707] im Ausgang besagten Monaths [May], bekahmen die Gaßen, dem publico zum besten, ihre Nahmen.“ Der von Berger (1697–1732 Prediger der lutherischen Gemeinde in der Friedrichstadt) genannte 9. Straßenname ist die Mohren-Straße.[1]

Karl Marx wohnte 1837–1838 während seines Studiums in der Mohrenstraße 17. Im September 1929 wurde auf Antrag der SPD-Stadtverordnetenfraktion eine Gedenktafel an dem Haus angebracht, die aber bereits im Juli 1933 von den Nationalsozialisten wieder entfernt wurde.[2]

VerlängerungBearbeiten

Mit Umgestaltung beziehungsweise Bebauung der einstigen Stadtplätze Zietenplatz und Wilhelmplatz (später: Thälmannplatz) zu DDR-Zeiten wurde der Straßenabschnitt, der die Verbindung zur Wilhelmstraße herstellt, in die Mohrenstraße mit einbezogen.

Herkunft des StraßennamensBearbeiten

Variante 1: Nach dunkelhäutigen Bewohnern der StraßeBearbeiten

Zur Namensgebung schrieb Hermann Vogt 1885: „bei Anlage der Friedrichstadt neu entstanden, hat ihren Namen von den Mohren empfangen, welche Friedrich Wilhelm I. von den Holländern erhalten und in einem Hause dieser Straße einquartiert hatte, um sie von hier aus den einzelnen Regimentern als Janitscharenträger zu überweisen“.[3] Da Friedrich Wilhelm I. 1713 gekrönt wurde und 1714 die „Anschaffung von 150 Mohren“ plante, kann die Namensgebung nach obiger Aussage auf die Zeit um 1715 eingegrenzt werden.[4] Im Berliner Adressbuch des Jahres 1900 heißt es entsprechend: „Nach dem von Friedrich Wilhelm I. hier einquartirten Mohren, die er von den Holländern erhalten hatte und als Janitscharenträger verwandte“.[5] Diese Variante ist aber falsch, da die Namensgebung bereits 1707 erfolgte.

Variante 2: Nach angesiedelten ehemaligen SklavenBearbeiten

Andere Angaben sprechen für eine Straßenbenennung während der Regierungszeit König Friedrich I. (1688–1713), der zugleich Herrscher über die Handelskolonie Groß Friedrichsburg in Westafrika war und schon als Kurfürst Friedrich III. die nach ihm benannte Friedrichstadt in Berlin anlegen ließ. So berichtet Friedrich Nicolai über den Stadtteil, der die Mohrenstraße und den Gendarmenmarkt umfasst: „Die erste Anbauung geschah gleich 1688, von der jetzigen Kronenstraße bis zur Jägerstraße, auf dem Grunde des ehemaligen Churfürstlichen Vorwerks und Gartens […] 1706 bekamen die Straßen ihre Namen.“[6] Auch im Berliner Stadtplan von 1710, der allerdings einen späteren Rekonstruktionsversuch darstellt, ist die Mohrenstraße bereits namentlich verzeichnet.[7]

Gesichert ist, dass zur brandenburgisch-preußischen Kolonialzeit (1682/1683–1717) aus Westafrika verschleppte Jungen und junge Männer als Militärmusiker, Hof- und Kammerdiener in Berlin arbeiten mussten. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte 1680 seinen Kapitän Bartelsen beauftragt, sechs „Sclaven von 14, 15 und 16 Jahren, welche schön und wohlgestalt seyn“ nach Berlin zu entführen.[8] Im Jahr 1682 befahl er Kapitän Voss dann, mit „zwantzig großen Sclaven von 25 bis 30 Jahren und zwantzig Jungen von 8 bis 16 Jahren“ zurückzukommen.[9] Auch zeitgenössische Abbildungen belegen die Anwesenheit mehrerer Menschen dunkelhäutiger Herkunft in Berlin, so zum Beispiel Peter Schenks kolorierter Kupferstich Schwarzer Militärmusiker am Brandenburger Hof (1696–1701)[10] und Paul Carl Leygebes berühmtes Gemälde Tabakskollegium Friedrichs I. in Preußen von etwa 1709/1710, auf dem drei junge Schwarze und ein Diener mit Turban im Schloss zu sehen sind.[11]

Herkunftstheorie nach von der HeydenBearbeiten

Der Historiker Ulrich van der Heyden vertritt die Theorie, dass die Mohrenstraße mit dem Kolonialrassismus und der Versklavung von afrikanischen Menschen nichts zu tun hatte und stattdessen nach einer geehrten Delegation afrikanischer Repräsentanten aus der brandenburgischen Kolonie Großfriedrichsburg (im späteren Ghana) benannt wurde. Die Delegation der Afrikaner soll unter der Leitung des Häuptlings Janke aus dem Dorf Pokesu (später: Princes Town) gestanden haben und in einem Gasthaus vor den Toren Berlins einquartiert gewesen sein. Sie hätte dem Großen Kurfürsten Ende des 17. Jahrhunderts ihre Aufwartung gemacht, nachdem sogenannte Schutzverträge unterzeichnet worden waren. Die Delegierten sollen insgesamt vier Monate in Berlin geweilt haben und, wie damals üblich, zu Fuß vom Quartier zum Schloss gegangen sein. Der wiederholt genutzte Weg habe von den Berlinern daraufhin den Namen Mohrenweg erhalten.[12]

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In seinen Veröffentlichungen zum Thema ist Ulrich van der Heyden die historischen Belege für seine These jedoch schuldig geblieben. Zwar gab es in der Tat einen Berlinbesuch von Afrikanern aus der Gegend des brandenburgischen Groß Friedrichsburg. Aber die Quellen belegen eindeutig, dass der Gesandte Janke (abgesehen von einem Diener) allein nach Berlin kam, um sich im Namen aller kolonisierten Herrscher der Gegend dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zu unterwerfen. Zudem erfolgte der Besuch bereits 1684, also viele Jahre bevor die Mohrenstraße angelegt und benannt wurde. Der Herausgeber der Quellen zur kurfürstlichen Kolonialpolitik, Richard Schück, betont ausdrücklich, dass außer einer kurfürstlichen Zahlungsordre an Janke und seinen Begleiter keine weiteren Dokumente zum Unterwerfungsbesuch Jankes erhalten sind: Über eine Unterbringung von Janke und seinem Diener in einem Wirtshaus an der späteren Mohrenstraße ist nichts überliefert.[13] Auf dem historischen Stadtplan aus dem Jahr 1688 sind an der entsprechenden Stelle vor den Mauern Berlins weder ein unbefestigter Mohrenweg noch ein Wirtshaus verzeichnet.[14]

Ausgewählte BauwerkeBearbeiten

 
Haus der Firma Mezner, Mohren-/Markgrafenstraße, 1885
 
Zerstörungen in der Mohrenstraße nach einem Bombenangriff am 3. Februar 1945

18. bis 20. JahrhundertBearbeiten

Eigentümer vieler Häuser dieser Straße waren im 19. Jahrhundert vor allem Versicherungen, Bankiers, Handwerksmeister oder wohlhabende Kaufleute. Folgende ausgewählte Gebäude sind erwähnenswert:

Hausensemble Nr. 1–5 war im Jahr 1890 eine Adresse des Hotels Kaiserhof am Wilhelmplatz. Außerdem beherbergte es das Stadtpostamt Nr. 50 mit einer Telegrafenstation. Nr. 11/12 war das Hoetel Stadt Magdeburg mit einer Weingroßhandlung darin. Im Haus Nummer 20 befand sich das Hotel Zum Norddeutschen Hof. Nr. 27/28 beherbergte das Hospiz der Berliner Stadtmission und im Haus 31 residierte das Hotel de France sowie das Café Schiller. Unter den Kolonnaden hatten sich Geschäfte angesiedelt (Laden 1 = Perückenmacher, Laden 2 = Fleischer, [1900: Bienenerzeugnisse], Laden 3 = Handschuhhandlung, Laden 4 = Zündwaren [1900: Parfümerie], Laden 5 = Hofschuhmacher). Das Gebäude Nr. 31 war die 16. Gemeindeschule mit der 1. Städtischen Volksbibliothek darin. Und mehrere Verlage sind ebenfalls ausgewiesen. Berichtenswert ist noch, dass im Haus Nr. 66 das Gesandtschaftbüro der Vereinigten Staaten (von Amerika) etabliert war.[15] Im Haus Nummer 9 der Mohrenstraße gab es um das Jahr 1900 die Weinhandlung Traube und Sohn.[5]

In der Mohrenstraße 49 befand sich seit dem 18. Jahrhundert die Gaststätte Englisches Haus. In ihr trafen sich zeitweilig der 1749 gegründete Berliner Montagsclub, die Militärische Gesellschaft, die Berliner Liedertafel, der Verein Berliner Künstler und die literarische Gesellschaft Tunnel über der Spree.[16]

DDR-PressezentrumBearbeiten

 
Ehemaliges Geschäftshaus Prausenhof, in dem Günter Schabowski am 9. November 1989 den Mauerfall einleitete; heute: Bundesministerium der Justiz

In der Mohrenstraße 36/37 hatte sich während der DDR-Zeit das Internationale Pressezentrum befunden, in dem das Mitglied des Politbüros Günter Schabowski am 9. November 1989 neue Reiseregelungen für DDR-Bürger verkündete. Auf Nachfrage von Journalisten erklärte er sie sogar für ab „sofort“ gültig, da ihm die bis zum folgenden Morgen vorgesehene Sperrfrist nicht bekannt war. Als die Medien davon berichteten, erfolgte im Laufe des Abends der Ansturm auf die Berliner Mauer, womit der 9. November 1989 ungeplant zum Datum des Mauerfalls wurde.[17] Eine Informationsstele der Robert-Havemann-Gesellschaft erinnert vor Ort.[18]

Baudenkmale in der MohrenstraßeBearbeiten

Die hier um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert zahlreich errichteten drei- oder viergeschossigen Gebäude dienten hauptsächlich als Verwaltungssitz für Versicherungen, Banken, Handelshäuser, Verlage oder ähnliche Unternehmen. Trotz starker Zerstörungen am Ende des Zweiten Weltkriegs sind viele Häuser erhalten geblieben oder wieder aufgebaut und Ende des 20. Jahrhunderts renoviert worden. Dazu gehören die folgenden unter Denkmalschutz stehenden Gebäude:

  • Mohrenstraße 6 / Glinkastraße 8: Verwaltungsgebäude der Wiener Versicherungsgesellschaft Der Anker, Architekt: Adolf Zabel[19][20]
  • Mohrenstraße 20/21 von 1908: NDPD-Haus und Haus des Deutschen Handwerks von 1908, Architekt: Georg Rathenau[21]
     
    Baudenkmal Geschäftshaus Mohren- Ecke Charlottenstraße
  • Mohrenstraße 22/23 / Charlottenstraße 60: Geschäftshaus der Berlinischen Bodengesellschaft von 1907,[20] Architekten: Cremer und Wolffenstein[22]
  • Mohrenstraße 37a: Geschäftshaus von 1896 (Damenkonfektion Goldenbaum & Lichtenstein),[20] Architekt: Carl Bauer[23]
  • Mohrenstraße 37b / Kronenstraße 38–40: Geschäftshaus Prausenhof von 1913, Architekt: Ludwig Otte[23]
  • Mohrenstraße 39–44 / Hausvogteiplatz 8/9: Geschäftshaus Zum Hausvoigt von 1890 (zwei Konfektionsgesellschaften),[20] Architekt: Otto March[24]
  • Verwaltungsgebäude der Deutschen Innen- und Außenhandels-Gesellschaft (DIA) (Mohrenstraße 51/52) von 1955[25]
  • Mohrenstraße 53–61: Verwaltungsgebäude der Allianz- und Stuttgarter Lebensversicherungsbank AG von 1936, Architekt: Heinrich Rosskotten,[26]
    um 1910 hatte die Zürich Versicherungsgesellschaft das Haus Nr. 58/59 neu errichten lassen und im Haus Nr. 62 saß die Preuß. Lebens-Versich. AG[20]
  • Mohrenstraße 63/64: Verwaltungsgebäude der Allianzversicherung von 1913, Architekt: Bodo Ebhardt[27][20]
  • Mohrenstraße 66: Geschäftshaus der Kur- und Neumärkisch. Ritterschafts-Kredit Inst. von 1890,[28] im gleichen Haus befanden sich die Mittelmarkische Ritterschafts-Direktion sowie eine Weingroßhandlung und zahlreiche Wohnungen.[20]

In der Mohrenstraße sind die folgenden weiteren Baudenkmale zu finden:

Diskussion um eine UmbenennungBearbeiten

 
Fünftes „Umbenennungsfest“ für die Mohrenstraße

Seit den 1990er Jahren wird in Berlin im Kontext einer umfassenderen Debatte über möglicherweise historisch belastete Straßennamen auch eine Umbenennung der Mohrenstraße und der gleichnamigen U-Bahn-Station diskutiert.[32]

Aktivisten der Black Community in Deutschland, z. B. der Afrika-Rat Berlin-Brandenburg, Afrodeutsche und Vertreter von Organisationen wie der Internationalen Liga für Menschenrechte, der Initiative Schwarzer Menschen und kolonialkritische Gruppen wie der Verein Berlin Postkolonial oder das Netzwerk von über 100 entwicklungspolitischen Vereinen, Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER), haben in diesem Zusammenhang einen diskriminierenden Hintergrund der Bezeichnung ‚Mohr‘ angeprangert. Die Beibehaltung des Namens Mohrenstraße sei auch Ausdruck einer mangelnden Aufarbeitung von europäischem und deutschem Rassismus und Kolonialismus. Als Alternativen wurden Straßennamen nach der Königin von Saba, Nelson Mandela oder Anton Wilhelm Amo vorgeschlagen. Politische Unterstützung erhielten die Befürworter einer Umbenennung von Vertretern der PDS und der Grünen im Bezirk Mitte. Auch die damalige Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hatte sich für einen neuen Straßennamen ausgesprochen.[33][34][35] Im Februar 2009 machte die Naturfreundejugend Berlin auf die Problematik aufmerksam,[36] indem sie einen rosafarbenen Hasen die Straße in Möhrenstraße umbenennen ließ.[37] Etwa 200 Menschen demonstrierten am 22. Februar 2014 für eine Umbenennung in Nelson-Mandela-Straße.[38] Am 23. August 2014, dem Internationalen Tag für die Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung, feierte ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Gruppen, Decolonize Mitte, das 1. Fest zur Umbenennung der M-Straße.[39] Am 23. August 2015 fand das zweite Fest zur Straßenumbenennung statt.[40][41]

Im Januar 2015 geriet Dieter Hallervorden im Kontext der Mohrenstraße in die Schlagzeilen. Die BVG hatte von Prominenten Durchsagen der U-Bahnhöfe machen lassen. Hallervorden kündigte hierbei die Mohrenstraße an, was angesichts der im Jahr 2012 medial breit geführten Debatte um das in seinem Theater aufgeführte Blackface-Stück Ich bin nicht Rappaport zu Protesten und medialer Berichterstattung führte.[42][43][44][45]

Gegner einer Umbenennung verweisen darauf, dass es sich um einen inzwischen historischen Straßennamen handele, der anstelle eines neutralen Straßennamens weiterhin Anlass zu Diskussionen bieten würde. Die Berliner CDU, die sich gegen eine Umbenennung stellt, hält den Begriff ‚Mohr‘ nicht für rassistisch. Vielmehr gehe das Wort auf ‚Maure‘ zurück, sei also ursprünglich eine wertfreie Benennung für einen muslimischen Nordafrikaner gewesen.[46] CDU-Vertreter werteten die ganze Diskussion um die Umbenennung und von den Befürwortern angeführte Argumente als „abstrus“ und „Unsinn“.[35]

Verwendung des MohrenBearbeiten

Es wird vermutet, dass der Schokoladenhersteller Sarotti zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Mohren als Markenzeichen schaffen ließ, weil der Stammsitz der Firma in der Mohrenstraße gelegen hatte.[47] Der diensteifrige, stereotype Sarotti-Mohr wurde nach öffentlicher Kritik 2004 zum Magier der Sinne umgetauft und erhielt eine goldene Hautfarbe.

LiteraturBearbeiten

  • Ulrich van der Heyden: Auf Afrikas Spuren in Berlin. Die Mohrenstraße und andere koloniale Erblasten. Tenea Verlag, Berlin 2008.
  • Ulrich van der Heyden: Die Mohrenstraße, in: U. van der Heyden, J. Zeller (Hrsg.): Kolonialmetropole Berlin. Eine Spurensuche, Berlin 2002, S. 188 f.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Joachim Ernst Berger: Kernn aller Fridrichs-Städtschen Begebenheiten, ca. 1730, Staatsbibliothek Berlin, Handschriftenabteilung, Ms Boruss. Quart 124, S. 30.
  2. Berlin ehrt Karl Marx. In: Vorwärts, 1. September 1929 und Vossische Zeitung, 27. Juli 1933.
  3. Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins. Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins, Heft 22, Berlin 1885, S. 63.
  4. Dok. 186 Ramler's Bericht über Anschaffung von 150 Mohren. Vom 25. November 1714. In: Richard Schück Brandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten und seinen Nachfolgern (1647–1721). Zweiter Band, Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1889, S. 564–566.
  5. a b Mohrenstraße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, III, S. 423–425.
  6. Friedrich Nicolai: Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam und aller daselbst befindlicher Merkwürdigkeiten, 1779, S. 152/153
  7. Plan von Berlin, 1710, Rekonstruktionsversuch
  8. Richard Schück: Brandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten und seinen Nachfolgern (1647–1721), Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1889, Bd. II,Dok. 46 Instruktion für den Kapitän Joris Bartelsen nach Angola und Guinea, 7.Juli 1680.
  9. Richard Schück: Brandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten und seinen Nachfolgern (1647–1721), Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1889, Bd. II, Dok. 64 Instruktion für den Commandeur de Voss zur Schiffahrt nach der guineischen Küste nebst dem von Gröben, 17. Mai 1682.
  10. Tafel 20 in: Peter Schenk: Kurfürstlich Brandenburgische Militär- und Hoftrachten, Amsterdam 1696–1701, SMB-SPK.
  11. Paul Carl Leygebe: Das Tabakskollegium Friedrichs I. in Preußen und seiner dritten Gemahlin Königin Sophie Luise in der Drap dór-Kammer des Berliner Schlosses, 1709/1710
  12. Ulrich van der Heyden: Der Mohr ist unschuldig. Anmerkungen zu einem nicht enden wollenden, ahistorischen Streit in Berlin. In: Neues Deutschland, 16. Juli 2014.
  13. In: Richard Schück Brandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten und seinen Nachfolgern (1647–1721) Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1889, Bd. I, S. 323 Dok. 89 Contract mit den Capuziers zu Mamfort, Accada und Taccary getroffen, 12. Mai 1684 sowie Dok. 94 Schutzbrief des Großen Kurfürsten für die Cabisiers von Accada, Taccarary und Tres Puntas nebst deren Angehörigen, 29. September 1684. In: Richard Schück Brandenburg-Preußens Kolonialpolitik unter dem Großen Kurfürsten und seinen Nachfolgern (1647–1721) Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig 1889, Bd. II
  14. Berlin 1688.jpg Berlin-Plan von 1688
  15. Mohrenstraße. In: Berliner Adreßbuch, 1890, II, S. 325ff.
  16. In den Jahren 1890 und 1900 gab es lt. Adressbuch hier KEINE Gaststätte, dafür werden unter Nr. 49 nur Privatpersonen genannt. Unter Nr. 51 erscheint je ein Gastwirt: Winkelmann (aber nur als Verwalter; 1890) und C. Voigt (1900). ([1])
  17. Stelen der Robert-Havemann-Gesellschaft: Presseamt beim Ministerrat der DDR
  18. Presseamt beim Ministerrat der DDR. berlin.de, aktualisiert am 8. August 2011, abgerufen am 2. November 2016.
  19. Baudenkmal Mohrenstraße 6 (1911)
  20. a b c d e f g Mohrenstr. 6 > Eigentümer Der Anker, Gesellschaft für Lebens- und Rentenversicherungen mit dem Direktor P. Schlesinger. In: Berliner Adreßbuch, 1914, III, S. 609f.
  21. Baudenkmal Mohrenstraße 20/21 (1908)
  22. Baudenkmal Mohrenstraße 22/23 (1907)
  23. a b Baudenkmal Mohrenstraße 37a/b
  24. Baudenkmalkomplex Hausvogteiplatz 8/9 und Mohrenstraße (1889–1890)
  25. Baudenkmal Mohrenstraße 51
  26. Baudenkmal Mohrenstraße 53–61 (1937–1943)
  27. Baudenkmal Mohrenstraße 63/64
  28. Baudenkmal Mohrenstraße 66 (1890–1892)
  29. Baudenkmal Mohrenkolonnaden (1787)
  30. Baudenkmal U-Bhf Mohrenstraße
  31. Baudenkmal U-Bhf Stadtmitte
  32. Projektgruppe zur Umbenennung der Mohrenstraße (Memento vom 15. November 2012 im Internet Archive)
  33. Torben Ibs: Das unrühmliche Erbe der Kolonien. In: taz, 13. November 2004.
  34. Rainer L. Hein: Nicht nur der Mohr soll gehen. In: Die Welt, 13. November 2004.
  35. a b Rainer L. Hein, Steffen Pletl: Kulturausschuss will Forum zur Umbenennung der Mohrenstraße. In: Die Welt, 11. Februar 2005.
  36. Vorlage:Toter Link/!...nourl (Seite nicht mehr abrufbar): Möhrchen(-straße) statt Märchenland. (Dokumentation der Pink Rabbit Kampagne) (Memento vom 12. Dezember 2013 im Internet Archive).
  37. Svenja Bergt: Mit Mohrrüben gegen die Nation. In: taz, 13. Februar 2009.
  38. Proteste für die Umbenennung der Mohrenstraße. In: Berliner Zeitung, 24. Februar 2014.
  39. Bündnis zur Umbenennung der Mohrenstraße Decolonize Mitte.
  40. 2. Fest zur Umbenennung der Berliner „Mohrenstraße“. (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive) Bei: ber-ev.de.
  41. Stefan Strauß: Aktion gegen Rassismus – Initiative fordert Umbenennung der Mohrenstraße in Berlin. In: Berliner Zeitung, 23. August 2015.
  42. Dieter Hallervorden hat Ärger wegen „Mohrenstraße“. In: Der Tagesspiegel, 22. Januar 2015.
  43. Meiden Sie die Mohrenstraße, Dieter Hallervorden. In: Die Welt, 23. Januar 2015.
  44. Dieter Hallervorden und das Problem Mohrenstraße. In: B.Z., 23. Januar 2015.
  45. Dieter Hallervorden provoziert mit der „Mohrenstraße“. In: Stern, 22. Januar 2015.
  46. Henkel: PDS-Forderungen nach Straßenumbenennungen unangemessen. CDU-Presseerklärung vom 28. Januar 2005.
  47. In den Adressbüchern der Jahre 1890, 1900 und 1915 findet sich jedoch kein Hinweis auf eine Schokoladenniederlassung in dieser Straße (umfasst die Nummern 1–66) [2], [3]

Koordinaten: 52° 30′ 44,2″ N, 13° 23′ 31,8″ O