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Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1. Juni 2007
Sitz Berlin
Leitung Stefan Hussy, Edlyn Höller, Petra Zilch
Branche Sozialversicherung
Website www.dguv.de

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen. Er entstand am 1. Juni 2007 durch Zusammenlegung des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften e. V. (HVBG) und des Bundesverbandes der Unfallkassen e. V. (BUK).[1]

OrganisationBearbeiten

Die DGUV ist der gemeinsame Spitzenverband für die neun gewerblichen Berufsgenossenschaften und die 27 Unfallkassen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen versichern zusammen siebzig Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten.[1]

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ist ebenso wie ihre Vorgängerorganisationen als rechtsfähiger Verein organisiert. Mitglieder dieses Vereins sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen. Der Verband gliedert sich in die sechs rechtlich unselbständigen Landesverbände Nordwest, Nordost, West, Mitte, Südwest und Südost.[2]

Der Verband hat seinen Sitz in Berlin. Dort sowie in Sankt Augustin bestehen Verwaltungsstandorte, weitere Einrichtungen befinden sich in Bad Hersfeld, Bochum, Hennef (Sieg) und Dresden. Der Verwaltungsstandort München wurde zum 6. Dezember 2019 aufgegeben.[3] Vorsitzende des Vorstands sind derzeit Manfred Wirsch und Rainhardt von Leoprechting. Der Vorsitz wird alternierend ausgeübt und wechselt nach einem Jahr.[4]

Hauptgeschäftsführer der DGUV ist Stefan Hussy, der zum 1. Juli 2019 Joachim Breuer nachfolgte. Seine Stellvertreterinnen sind Edlyn Höller und Petra Zilch (letztere bis Januar 2020).[5]

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ist Mitglied im Netzwerk Europäische Bewegung.

Politischer HintergrundBearbeiten

Mit der Fusion kamen HVBG und BUK weitergehenden Plänen der Politik zuvor: Bundesregierung und Bundesländer hatten im Sommer 2006 angekündigt, die Verbände zum 1. Januar 2008 zwangsweise zu einer staatlich kontrollierten Körperschaft des öffentlichen Rechts zusammenzuschließen. Die von der Politik geplante Spitzenkörperschaft sollte die Befugnis erhalten, „für alle Unfallversicherungsträger verbindliche Entscheidungen zu treffen und zwischen den Trägern einen Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitswettbewerb zu organisieren.“[6] Zudem sollten ihr gemeinsame Angelegenheiten der Unfallversicherungsträger übertragen werden, „die besser und effizienter zentral erledigt werden können.“[6] Die Errichtung dieser Spitzenkörperschaft nach dem Vorbild der Deutschen Rentenversicherung Bund hätte die Befugnisse der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen empfindlich beschnitten und den staatlichen Einfluss auf die gesetzliche Unfallversicherung deutlich erhöht. Sowohl die Gewerkschaft Verdi[7] als auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände[8] sprachen deshalb von einer geplanten „feindlichen Übernahme“ der Berufsgenossenschaften durch die öffentliche Hand.

InstituteBearbeiten

Die DGUV betreibt drei Institute für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:

DGUV-Akademie, Hochschule und StudieninstitutBearbeiten

 
Die Akademie Hennef der DGUV und Campus des Fachbereichs Sozialpolitik und Soziale Sicherung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Luftaufnahme 2017

Die DGUV unterhält eine eigene Weiterbildungseinrichtung, die DGUV Akademie, Hochschule und Studieninstitut[9] mit Einrichtungen in Bad Hersfeld und in Hennef. Diese ging zum 1. Januar 2007 hervor aus den beiden Vorläuferorganisationen, der Berufsgenossenschaftlichen Akademie in Hennef und dem Bildungszentrum des BUK in Bad Hersfeld.[10] Der Schwerpunkt der Ausbildung an der Hochschule der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der DGUV-Akademie liegt in der Verwaltungslehre und im Sozialrecht, insbesondere der Rehabilitation; sie wendet sich an eigene Mitarbeiter und an das Personal anderer Sozialverwaltungsträger.[10] Darüber hinaus betreibt die DGUV seit 2003 in Kooperation mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg den Studiengang "Sozialversicherung, Schwerpunkt Unfallversicherung" am Standort Hennef.

Personal- und ArbeitsvermittlungBearbeiten

DGUV job, der Personal- und Arbeitsvermittlungsdienst der DGUV für Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, vermittelt Versicherte, die nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit einer Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung bedürfen.

FachzeitschriftenBearbeiten

Seit 2009 gibt die DGUV eine eigene Fachzeitschrift heraus, das DGUV Forum. Sie erscheint zehnmal im Jahr und enthält Beiträge für Praktiker und Wissenschaft. Zusammen mit der Gruppe der BG-Kliniken gibt sie darüber hinaus die wissenschaftliche Zeitschrift „Trauma und Berufskrankheit“ heraus.

German Paralympic Media AwardBearbeiten

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung vergibt seit 1999, mit Ausnahme von 2014, jährlich den German Paralympic Media Award.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b DGUV: Neuer Spitzenverband für gewerbliche Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. (Memento vom 12. Oktober 2007 im Internet Archive) Pressemeldung vom 28. Juni 2007.
  2. DGUV: Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Abgerufen am 13. August 2017.
  3. Die DGUV schließt ihre Verwaltungsgeschäftsstelle in München. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V, 3. Dezember 2019, abgerufen am 3. Dezember 2019 (deutsch).
  4. DGUV: Neue Vorsitzende der DGUV gewählt. Pressemeldung vom 18. Juni 2014.
  5. Neuer Hauptgeschäftsführer der DGUV. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, 27. Juni 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019 (deutsch).
  6. a b Eckpunkte zur Reform der gesetzlichen Unfallversicherung vom 26. Juni 2006. S. 6 (PDF-Datei, offline).
  7. Verdi:Verdi bekräftigt Kritik an Reformvorschlägen der Unfallversicherung. Pressemitteilung vom 11. September 2006.
  8. Kritik an Unfallversicherungsreform – Arbeitgeber fürchten ‚feindliche Übernahme‘ durch den Staat. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 27. Juni 2006.
  9. DGUV: Organisation und Geschäftsführung der DGUV Akademie, Hochschule und Studieninstitut. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) Abgerufen am 28. August 2015.
  10. a b DGUV: Die DGUV-Akademie. (Memento vom 17. April 2015 im Internet Archive) Abgerufen am 20. April 2015.