Hauptmenü öffnen

Hofer Land

Nord-Ost-Ecke des Freistaates Bayern, Deutschland
(Weitergeleitet von Bayerisches Vogtland)
Lage des Hofer Lands in Deutschland
Stadt Hof
Landkreis Hof

Das Hofer Land (auch Region Hof und Bayerisches Vogtland) liegt in Oberfranken im Nordosten des Freistaates Bayern. Zum Hofer Land gehören die kreisfreie Stadt Hof und der Landkreis Hof, aber auch nördliche Teile des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge um die Städte Selb, Kirchenlamitz und Weißenstadt. In der Region leben über 170.000 Menschen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Historisch geht das Hofer Land auf die Landeshauptmannschaft Hof des Markgraftums Brandenburg-Kulmbach zurück. Der Markgraf hat zur Dokumentation seines Besitzes das Hofer Landbuch erstellen lassen.

Der heute gebräuchliche alternative Name Bayerisches Vogtland weist auf die noch ältere Vergangenheit, auf die Zeit der Rodung und Erstbesiedelung durch fränkische Einwanderer hin. Die Region stand während der Zeit des 12. bis 14. Jahrhunderts unter Verwaltung der Vögte von Weida. Heute trägt das Hofer Heimatmuseum den Namen Museum Bayerisches Vogtland und auch die Autobahneinmündung der A 72 auf die A 9 heißt Autobahndreieck Bayerisches Vogtland.

Die Region hat Strukturprobleme und gehört zu den wirtschaftlich schwächeren Bereichen in Bayern. Im Hofer Land herrschte lange Zeit die höchsten Arbeitslosenquoten Bayerns. Das Problem war vor allem auf die Nähe zum Ostblock (DDR/Tschechoslowakei) zurückzuführen. Dies hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 in der Stadt Hof bei 5,3 % und im Landkreis Hof betrug sie 2,7 %.

Im Zuge des Konsolidierungsprozesses 2004 leitete das Erzbistum Bamberg eine Strukturreform ein. In diesem Zusammenhang schlossen sich die katholischen Pfarreien der Stadt und des Landkreises Hof im Juni 2019 zum Seelsorgebereich Hofer Land zusammen. Die Dekanate Hof und Kulmbach fusionierten in der Folge zum Dekanat Hof. Ab September 2019 fusionieren die bis zu diesem Datum selbständigen Volkshochschulen der Stadt Hof und des Landkreises Hof zur Volkshochschule Hofer Land, mit Sitz in der Hofer Ludwigstraße.

Geographie und KlimaBearbeiten

Der nordöstliche Teil des Hofer Landes wird auch als Regnitzland bezeichnet. Das Gebiet liegt beidseits der Grenze zwischen dem Mittelvogtländischen Kuppenland (Teil des Vogtlandes, im Nordosten gelegen) und der Münchberger Hochfläche (Teil des Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirges, im Südwesten gelegen).

Im Hofer Land herrscht ein, ähnlich wie im sächsischen Vogtland – im Vergleich zu den angrenzenden bayerischen Gebieten – eher raues Klima. Charakteristisch sind kurze warme Sommer und längere kalte Winter. Vermutlich aufgrund des Klimawandels hat sich die Vegetationszeit im Hofer Land jedoch spürbar verlängert. Hof findet oft Erwähnung in überregionalen Wetterberichten und ist auf zahlreichen Wetterkarten verzeichnet, so auch im Videotext von ARD, BR, tvo und ZDF.

VerkehrBearbeiten

 
Empfangsgebäude des Hbf Hof

Die Region Hof ist durch folgende Infrastruktur-Einrichtungen verkehrsgünstig gelegen:

Die wichtigsten Verkehrsbauwerke liegen in Hof daneben gibt es noch den Bahnhof Münchberg, Helmbrechts, Rehau, Naila und Bad Steben sowie den Flugplatz Ottengrüner Heide.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersonenBearbeiten

Als Kulturregion war und ist das Hofer Land Geburts- oder Wirkungsort zahlreicher Künstler, Komponisten, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller und Wissenschaftler. Die Reformatoren Nikolaus Decius, Caspar Löner und Nikolaus Medler stammten aus oder wirkten im Hofer Land und standen mit Martin Luther in Verbindung. Der Dompropst der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale, Bernhard Lichtenberg, starb 1943 in Hof. Während der nationalsozialistischen Diktatur trat er für Verfolgte ein und wird als Gerechter unter den Völkern in Yad Vashem geehrt.

Der deutsche Schriftsteller Jean Paul lebte in Joditz, Schwarzenbach an der Saale und Wunsiedel, besuchte in Hof das später nach ihm benannte Gymnasium und lebte von 1784 bis 1787 im Hause seiner Mutter in Hof. Der französische Geiger Henri Marteau lebte bis zu seinem Tod in seiner Villa in Lichtenberg. Ihm zu ehren wird der Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau veranstaltet. Die Grundlagen für das Periodensystem der chemischen Elemente wurden von Johann Wolfgang Döbereiner vorgedacht. Der Automobilkonstrukteur und Gründer der Marke Audi August Horch lebte seit 1945 bis zu seinem Tod in Münchberg.

Der Jurist Johann Georg August Wirth war politischer Schriftsteller des Vormärz, Kämpfer für die Pressefreiheit und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Im Hofer Land sind eine Reihe bekannter Politiker geboren. Zu den bekanntesten gehören u. a. Georg Freiherr von Waldenfels und Hans-Peter Friedrich.

Seit dem 18. Jahrhundert besteht mit dem Silbermann-Schüler Johann Nikolaus Ritter, seinem Partner Johann Jakob Graichen, dessen Schüler Friedrich Heidenreich und seinem Sohn Eberhard im Hofer Land die Tradition des Orgelbaus. An diese Tradition knüpft der Orgelbauer und Organist Karsten Hörl an.

Siehe auch: Liste Hofer Persönlichkeiten

WeblinksBearbeiten

  Wikivoyage: Hofer Land – Reiseführer

  Wikipedia: WikiProjekt Hofer Land – Wikipedia-interne Fachredaktion zum Thema Hofer Land